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Veröffentlicht am 11.12.2024

Gemeinsam einsam oder doch zufrieden bis glücklich

Akikos stilles Glück
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Akiko wird von Kento gefragt ob sie den Moment kenne, an dem ihre Geschichte begonnen hat. Das ist eine der Fragen, die Akiko zum Überdenken ihres Lebensweges bewegt. Die Geschichte der beiden Protagonisten ...

Akiko wird von Kento gefragt ob sie den Moment kenne, an dem ihre Geschichte begonnen hat. Das ist eine der Fragen, die Akiko zum Überdenken ihres Lebensweges bewegt. Die Geschichte der beiden Protagonisten Akiko und Kento laufen parallel, sie berühren sich immer wieder, sie sind sich teilweise Stütze und Hilfe. Einerseits leben beide in einer gewissen Einsamkeit, und doch scheint zumindest Akiko zufrieden oder sogar glücklich zu sein. Doch gerade der Hikikomori Kento schafft es, dass sie sich wichtige Fragen stellt und versucht Antworten zu finden, sodass sich „Akikos stilles Glück“ mehr und mehr entfalten kann.
Mit diesem Roman bringt Jan-Philipp Sendker den Leser, oder zumindest mich, in eine Rolle des neugierigen Beobachters. Einerseits will ich wissen, wie das Leben von Akiko weitergeht, welche Fragen sie sich beantworten kann und welche nicht. Andererseits läuft die Geschichte völlig ruhig ab, fast schon zu ruhig. Ich fand keinen wirklichen Höhepunkt und doch passt es zu dieser Art von Geschichte, obwohl ich das sonst nicht mag. Genauso wie das offene Ende.
An beiden Figuren kann man eine Entwicklung feststellen. Für mich sind noch viele Fragen offen geblieben, auch wenn sich eine Richtung abzeichnet.
Sehr gut gefallen hat mir das Glossar am Ende des Buches. Da immer wieder japanische Wörter verwendet werden, kann der Leser dort schnell eine Erklärung finden.

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Veröffentlicht am 03.12.2024

Wer bin ich wirklich, was kann ich gut

Die Geschichte vom kleinen Otter, der gar keiner war
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Identitätsfindung ist momentan ein sehr aktuelles Thema. Für Kinder ab drei Jahre allerdings eindeutig zu schwer. Zumindest konnten unsere Kinder im Alter von drei bis fünf Jahren, damit nichts anfangen. ...

Identitätsfindung ist momentan ein sehr aktuelles Thema. Für Kinder ab drei Jahre allerdings eindeutig zu schwer. Zumindest konnten unsere Kinder im Alter von drei bis fünf Jahren, damit nichts anfangen. Abgeändert auf die Thematik, dass jedes Kind, jedes Individuum ein anderes Talent besitzt, etwas anderes gut kann, war „Die Geschichte vom kleinen Otter, der gar keiner war“ unserer Kindergartengruppe verständlicher. Doch das geht an der Grundidee von Jayden Zadrazil leider vorbei.
Auch wenn nicht jedes Kind ein Frettchen kennt, so finde ich den Text und die Länge des Buches für Kinder ab zirka fünf Jahre in Ordnung. Früher würde ich das Buch nicht einsetzen.
Die Illustrationen von Nina Samek zeigen teilweise sehr reduzierte Bilder, fast wie Bildausschnitte. Vielleicht kommen gerade deswegen die Mimik und der Ausdruck etwas besser zur Geltung. Auf anderen Seiten wiederum finden wir farbenfrohe Szenarien, die die Kinder gerne auch etwas länger betrachten.
Mein Fazit ist, dass ich es in Zukunft auf jeden Fall erst ab fünf Jahre vorlesen und die Thematik, je nach Kind und Entwicklung, auf eigene Talente und den Mut dazuzustehen, abändern werde. Zum Stärken von Selbstbewusstsein und Mut gefällt mir die Geschichte gut, zur Identitätsfindung ist mir die Zielgruppe definitiv zu jung.

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Veröffentlicht am 26.11.2024

Mit Nellie ein paar Schritte vor das Haus gehen

Im Nebel ist alles anders
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„Im Nebel ist alles anders“ ist ein Vorlese-Bilderbuch, für Kinder ab drei Jahren empfohlen. Wir gehen hier mit Nellie im Nebel vors Haus und bestaunen die veränderte Umgebung.
Die Texte von Bettina Wagner ...

„Im Nebel ist alles anders“ ist ein Vorlese-Bilderbuch, für Kinder ab drei Jahren empfohlen. Wir gehen hier mit Nellie im Nebel vors Haus und bestaunen die veränderte Umgebung.
Die Texte von Bettina Wagner sind kurz gehalten. Die Sätze verständlich und klar formuliert. Trotzdem lassen sie Raum auf das Kind einzugehen und die Geschichte mit eigenen Worten zu unterstützen oder abzuändern.
Die Illustrationen sind nicht überladen. Passend zum Thema Nebel und den jüngeren Kindern eher sparsam und zurückhaltend verwendet. Lisa Wagner versetzt das Grau des Nebels mit Lichtpunkten. Die Kinder haben auf jeder Seite die Möglichkeit mitzuraten, was Nellie vor sich sieht.
Interessant fand ich, dass beim Lesen in unserer Gruppe der drei- bis fünfjährigen, den Kindern ein von mir weniger wahrgenommenes Element besonders auffiel. Warum sind zu Beginn des Buches die Stofftiere so groß, dass sie oft nicht auf der Seite Platz haben und am Ende sind sie ganz klein gezeichnet?
Grundsätzlich haben die Kinder aber interessiert zugehört, die Bilder mit eigenen Worten kommentiert und es hat sich im Anschluss ein lockeres Gespräch zum Thema Nebel entfalten können.

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Veröffentlicht am 18.11.2024

Von harmlos bis deftig

Ich will es hart | 12 heiße geile erotische Geschichten
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Dieses Buch ist eine Sammlung von zwölf sehr unterschiedlichen Geschichten. Zu Beginn finden wir ein Inhaltsverzeichnis aus dem wir ersehen können, von welcher Autorin die einzelnen Kurzgeschichten geschrieben ...

Dieses Buch ist eine Sammlung von zwölf sehr unterschiedlichen Geschichten. Zu Beginn finden wir ein Inhaltsverzeichnis aus dem wir ersehen können, von welcher Autorin die einzelnen Kurzgeschichten geschrieben sind. Denn unter Mandy Moore finden wir insgesamt sieben Namen, nämlich Fabiana Coton, Josie Richwood, Litha Bernee, Louise Carrara, Mara Bellefleur, Simona Wiles und Sophie Jackman.
Dadurch entsteht eine sehr breite Streuung der Plots. „Ich will es hart“ trifft in meinen Augen nicht auf jede Geschichte zu. Allerdings gibt es sehr wohl auch deftigere. Die letzte war so gar nicht meines, sodass ich sie abgebrochen habe. Aber bei zwölf Geschichten ist dies durchaus vertretbar.
Wir finden hier verschiedenste Szenarien vor. Ob es sich um zwei Fremde handelt, die sich zufällig begegnen, oder Paare die gerne Rollenspiele spielen oder die Öffentlichkeit lieben. Auch der Dreier mit zwei Männern ist hier zu finden, genauso wie die Kombination Chef und Sekretärin. Auf jeden Fall wird sich bei mir in Zukunft beim Anblick eines Riesenrades das Kopfkino einschalten.
Ich empfehle dieses Buch, da sicherlich für jeden Geschmack etwas dabei ist und Neues kann man unverfänglich kennenlernen.

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Veröffentlicht am 16.11.2024

Die veränderte Zukunft kann anders sein, als man sich wünscht

Das kleine Café der zweiten Chancen
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Mich hat als erstes der Klappentext angesprochen. Auch wenn ich irrtümlich davon ausgegangen bin, dass die Geschichten aus Sicht der Besitzerin des Cafes Frau Hayari geschrieben sind, hat mir der Aufbau ...

Mich hat als erstes der Klappentext angesprochen. Auch wenn ich irrtümlich davon ausgegangen bin, dass die Geschichten aus Sicht der Besitzerin des Cafes Frau Hayari geschrieben sind, hat mir der Aufbau mit der Studentin Himari ebenfalls gefallen. Grundsätzlich werden ja die Leben verschiedener Menschen, beziehungsweise Ausschnitte davon erzählt und welche Situation sie verändern würden, wenn sie es denn könnten. Und da kommt „Das kleine Cafe der zweiten Chancen“ ins Spiel.
Aber wie die veränderte Zukunft am Ende aussieht, das liegt in der Hand der Götter. Insoferne kommt der Leser auch etwas ins Nachdenken, würde ich eine Situation die ich sehr bereue ändern wollen und vielleicht eine Zukunft erleben, die auch nicht nur positiv ist?
Die Zeitabläufe sind manchmal etwas holprig. Da vergeht wenig und dort viel Zeit. Man hat nur eine ungefähre Vorstellung. Der Schreibstil hat mir zugesagt. Ja, er ist etwas eigen, mit vielen Füllwörtern, aber andererseits ist mir das schon bei anderen Büchern von asiatischen Autoren aufgefallen, nicht nur bei Shiori Ota.
Für mich hat ein klein wenig die Verbindung zwischen den einzelnen Geschichten gefehlt, auch wenn versucht wird mit Himari diese Brücke zu schlagen, so gelingt es nicht ganz.
Dennoch fand ich die Grundidee faszinierend und habe das Buch gerne gelesen.

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