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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.12.2024

spannende Lesestunden

The Killer Profile
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"The Killer Profile" ist ein Psychothriller aus der Feder von Helen Fields. Midnight Jones hat vor 5 Jahren einen der begehrten Jobs bei Necto einer Biotech Firma ergattert und arbeitet seitdem dort als ...

"The Killer Profile" ist ein Psychothriller aus der Feder von Helen Fields. Midnight Jones hat vor 5 Jahren einen der begehrten Jobs bei Necto einer Biotech Firma ergattert und arbeitet seitdem dort als Datenanalystin. Ihre Aufgabe besteht darin, Profile und Tests von potenziellen Bewerbern für Arbeitgeber und Universitäten auszuwerten. Für sie mittlerweile ein Routine-Job. Bis sie eines Tages ein Profil mit dem Buchstaben K erstellt. Sowas ist ihr noch nie untergekommen, K wie Killer. Bei ihr klingeln sämtliche Alarmglocken, zumal ganz in ihrer Wohnortnähe ein bestialischer Mord stattgefunden hat. Ihre Vorgesetzten messen dem allerdings keine große Bedeutung zu und versetzen sie kurz darauf in eine andere Abteilung.

Midnight ist ein toller Charakter, neben ihrem Job kümmert sie sich noch um ihre stark eingeschränkte Zwillingsschwester, was bei den strengen Regeln von Nectos kein leichtes ist, da Verständnis für ihre Situation nicht vorhanden. Die Firma ist mehr Schein als Sein mit ihrer Außenwirkung. An ihrer Seite ihre Kollegin Amber, die immer wieder versucht frischen Wind und Ablenkung in Midnights Leben zu bringen.
Auf der anderen Seite ist da der Killer, der anhand der Bestätigungsmail von Necto Midnights Initialen kennt und nun nach ihr sucht. Schnell wird ihr klar, dass sie sich in höchster Gefahr befindet.

Die Autorin hat da eine äußerst sympathische Protagonistin geschaffen. Stellenweise ist die Darstellung und Beschreibungen der Handlungen ebenso wie die Gedanken des Täters sehr brutal und heftig. Der Spannungsbogen ist mit den vorhandenen Wendungen durchweg ziemlich hoch.

Ich vergebe hier gerne eine Leseempfehlung für ein paar spannende Stunden.

Veröffentlicht am 03.12.2024

packender Thriller

Tote Frauen lieben ewig
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Mit "Tote Frauen lieben ewig" hat Gunnar Schwarz wieder einen atemlosen Thriller veröffentlicht.

Das Sonderermittlerteam Charlotte Bekker und Stella Meislow werden mit den Ermittlungen zu einem undurchsichtigen ...

Mit "Tote Frauen lieben ewig" hat Gunnar Schwarz wieder einen atemlosen Thriller veröffentlicht.

Das Sonderermittlerteam Charlotte Bekker und Stella Meislow werden mit den Ermittlungen zu einem undurchsichtigen Mordfall herangezogen. Eine Frau wird nackt, aufgehängt und gebrandmarkt von ihrem Mann gefunden. Der erste Verdächtige ist ihr Ehemann, doch noch während der Ermittlungen wird eine zweite Frau nach dem gleichen modus operandi aufgefunden. Wieder ist ihr Ehemann der Finder und gerät ins Fadenkreuz. Bis Stella einen Tipp bekommt...

Der Thriller ist von Anfang bis Ende spannend, was natürlich an der ausgefeilten Schreibweise von Gunnar Schwarz liegt.
Ich kann diesen Thriller nur wärmstens empfehlen, auch wenn es sich nicht um den ersten Band des Teams handelt, kann er ohne Vorkenntnisse gelesen werden.

Veröffentlicht am 25.11.2024

ungewöhnlicher Nesbø

Der König
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"Der König" des Erfolgsautors Jo Nesbø ist die Fortsetzung des Kriminalromans "Sein Königreich" und erzählt die Geschichte von Roy und Carl konsequent zu Ende. Für das Verständnis der Geschichte ...

"Der König" des Erfolgsautors Jo Nesbø ist die Fortsetzung des Kriminalromans "Sein Königreich" und erzählt die Geschichte von Roy und Carl konsequent zu Ende. Für das Verständnis der Geschichte ist es von Vorteil den ersten Band zu kennen, obwohl es einige Rückblicke zur Vergangenheit gibt.

Schauplatz ist der kleine norwegische Ort Os, der von den Brüdern dominiert wird. Sie haben große Pläne den Ort attraktiver zu machen und natürlich selbst auch daran ausreichend zu verdienen. Wäre da nicht der geplante Tunnelbau, der Os quasi vom Verkehrsfluss abschneiden würde. Doch Roy und Carl wären nicht die Herrscher über ihren kleinen Ort, würden sie nicht die Möglichkeit zur Verhinderung des Tunnelbaus in Betracht ziehen.

Die Charaktere sind ambivalent zu betrachten, und nicht unbedingt Sympathieträger. Jo Nesbø, den ich in erster Linie mit seiner Hole-Reihe in Verbindung bringe, hat es mit dem doch außergewöhnlichen Kriminalroman, der für mich eher ein Drama darstellte, geschafft mich zu fesseln.

Veröffentlicht am 19.11.2024

beeindruckend

Mandel
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Das Buch "Mandel" des Autors Won-pyung Sohn ist ein beeindruckendes Werk über das Leben eines Jungen der eine zu kleine Amygdala, die zur Regulierung der menschlichen Emotionen zuständig ist, besitzt.

Erzählt ...

Das Buch "Mandel" des Autors Won-pyung Sohn ist ein beeindruckendes Werk über das Leben eines Jungen der eine zu kleine Amygdala, die zur Regulierung der menschlichen Emotionen zuständig ist, besitzt.

Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht des betroffenen Jungen Yunjaes. Das Leben ist für ihn nicht leicht, kommt er sich doch häufig wie ein Mensch vor, der seinem Umfeld nicht genügen kann. Emotionen werden fehlgeleitet, bzw. reagiert er nicht in gewohnter und erwarteter Weise auf Handlungen und Situationen.
Dem Autor ist hier ein mehr als bewegender und beeindruckender Roman über eine Einschränkung der Gefühlswelt gelungen, die mir bis zum Lesen dieses Buches nicht bekannt war. Der Name dieses anders ein nennt sich Alexithymie.

Aufgrund seiner Reaktionen hat Yunjaes mit allen Facetten von Mobbing, Erwartungsdruck und nicht zuletzt auch mit physischer und psychischer
Gewalt auf seinem Weg ins Leben zu kämpfen.

So dicht dieses Buch war, so enttäuscht war ich von dem doch sehr abrupten Ende. Dieses Buch ist wärmstens zu empfehlen, zeigt es doch, wie wichtig es ist, sich mit Individualitäten auseinander zu setzten und die Diversität der Menschen anzuerkennen.

Veröffentlicht am 16.11.2024

fremde Familie

Wohnverwandtschaften
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Isabel Bodgan hat mich schon mit ihren Büchern "Der Pfau" und "Laufen" überzeugt, nun war ich gespannt auf das Buch "Wohnverwandtschaften".

Constanze trennt sich von ihrem langjährigen Partner und zieht ...

Isabel Bodgan hat mich schon mit ihren Büchern "Der Pfau" und "Laufen" überzeugt, nun war ich gespannt auf das Buch "Wohnverwandtschaften".

Constanze trennt sich von ihrem langjährigen Partner und zieht aufgrund des Wohnungsmangels vorübergehend in eine Wohngemeinschaft. Diese wird von Murat, Anke und Jörg bewohnt. Eigentümer der Wohnung ist Jörg, ein Witwer, der Constanzes Mitanteil gut für eine geplante Reise nach Georgien brauchen kann. Murat ist ein positiver und lebensbejahender Mensch, der zudem alle auch noch gerne bekocht. Anke hingegen, eine Schauspielerin Anfang 50 ohne Job, ist ziemlich depressiv unterwegs.
Anfangs hat Constanze Schwierigkeiten sich ins WG Leben zu integrieren, die ersten kleinen Reibereien allerdings sind schnell vorbei und die einzelnen Mitbewohner werden zu einer Art Ersatzfamilie. Besonders zu Murat baut Constanze schnell eine engere, vertraute Beziehung auf.

Nach einem Krankenhausaufenthalt verändert sich Jörg jedoch zunehmend, seine Vergesslichkeit nimmt erschreckende Ausmaße an und es lässt sich nicht mehr verleugnen, dass eine Demenz von Jörgs Geist Besitz genommen hat. Das Leben in der WG muss sich neu definieren, kann Jörg doch nicht mehr ohne Betreuung leben. Auch diese Herausforderung bekommt die Wahlfamilie bis zu einem gewissen Punkt gemeistert.

Mit" Wohnverwandtschaften" hat Isabel Dodgan einen schnörkellosen Roman veröffentlicht, der sich leicht lesen lässt und die Wichtigkeit von Menschen an Deiner Seite hervorhebt. Dass dies nicht immer die Familie sein muss, zeigt die Geschichte der vier Protagonisten eindrücklich.

Mir hat das Buch bis auf das für mich sehr abrupte Ende sehr gut gefallen.