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Veröffentlicht am 03.02.2025

Hörbuch: nett, aber enttäuscht nach Teil 1

Almost isn't enough. Echoes of the Past (Secrets of Ferley 2)
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„Almost isn't enough: Echoes of the Past Secrets of Ferley“ erschien als zweiter Teil der Reihe von Jennifer Bright im Januar 2025 im Ullstein Verlag. Der Liebesroman nimmt die Leser/innen auf über 400 ...

„Almost isn't enough: Echoes of the Past Secrets of Ferley“ erschien als zweiter Teil der Reihe von Jennifer Bright im Januar 2025 im Ullstein Verlag. Der Liebesroman nimmt die Leser/innen auf über 400 Seiten auf eine weitere Reise mit in die Kleinstadt in der viele Gefühle, Geheimnisse und Geschichte wartet.

Inhalt
Wir kehren zurück nach Ferley, in der Damian seine große Liebe Hazel überraschend wieder sieht. Diese war einige Jahre zuvor plötzlich verschwunden und so nach und nach kommen viele Wahrheiten und Probleme ans Licht. Auch bekannte Figuren, wie Summer, aus dem ersten Teil tauchen am Rande wieder auf.

Text
Die Handlung ist interessant, aber auch teilweise so schnelllebig und kratzt eher nur an der Oberfläche. Es ist gut, dass zu Beginn eine Triggerwarnung kommt, denn die Hauptfiguren haben mit vielen Problemen zu kämpfen. Mir haben die Spannung und Emotionalität aus dem ersten Band gefehlt. Typische Liebesszenen vieler aktuellen New-Adult-Reihen waren auch wieder dabei.
Der Schreibstil ist flüssig und man kann sich gut in die Gefühle der Figuren hineinversetzen. Die Dialoge sind authentisch.

Figuren
Damian ist ein harter Mann, der heimlich boxt, sein Studium schmeißt und nichts mehr mit seinen Erzeugern zu tun haben möchte. Er kämpft sehr mit seiner Kindheit, Vergangenheit, auch mit dem Verschwinden und Wiederauftauchen von Hazel.
Hazel kehrt zurück um ihren Opa zu unterstützen. Sie ist Damians alte Jugendliebe und hat eine drogensüchtige Mutter. Sie kämpft selbst mit vielen Problemen.
Die Charaktere sind tiefgründig, vielschichtig, gut erarbeitet. Die Nebenfiguren kennt man bereits aus dem ersten Teil, diese kommen hier wirklich nur am Rande vor, was meiner Meinung nach nicht weiter schlimm ist.

Sprecher/in
Sowohl Dagmar Bittner als auch Vincent Fallow haben sehr schöne Stimmen, denen man gut folgen kann und gern zuhört. Sie bringen die Stimmung und Gefühle der beiden Hauptfiguren gut rüber. Ich mag es sehr, dass die Autorin wieder aus zwei Perspektiven geschrieben hat.

Cover
Das Cover des Buches ist so warm, farbenfroh, schön. Es zeigt eine malerische Strandszene, die perfekt zur Atmosphäre des Buches passt. Auch wenn das Meer und das Surfen im zweiten Teil eher kurz kommen.

Intention
Die Autorin möchte mit diesem Buch unterhalten, aber vor allem auch aufzeigen, wie Menschen mit Verlust und Traumata umgehen. Es geht um Heilung, Vergebung und die Kraft der Liebe. Die Geschichte regt zum Nachdenken an und bleibt auch nach dem Lesen im Kopf. Man blickt positiv und dankbar auf sein eigenes Leben.

Empfehlung
Ich selbst war etwas enttäuscht nach dem ersten Teil. Dieser hatte mich zwar auch erst im Laufe der Geschichte gefesselt, aber der zweite Teil hat bei weitem nicht die Spannung und Emotionalität erreicht. Wer gern wissen möchte, was mit Hazel passiert ist, sollte weiterlesen.

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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.12.2024

anders als erwartet, eher für ältere Kinder geeignet

Lina und der Schnee-Engel
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„Lina und der Schnee-Engel“ ist das erste Kinderbuch von Bestsellerautorin Maggie O’Farrell. Es erschien im November 2024 und wird für Kinder ab 5 Jahren empfohlen. Auf 72 Seiten wird die märchenhafte ...

„Lina und der Schnee-Engel“ ist das erste Kinderbuch von Bestsellerautorin Maggie O’Farrell. Es erschien im November 2024 und wird für Kinder ab 5 Jahren empfohlen. Auf 72 Seiten wird die märchenhafte Geschichte von Lina, einem kleinen bezauberndem Mädchen, erzählt. Diese trifft eines nachts ihren geheimnisvollen Schneeengel. Eigentlich dürfte sie diesen weder sehen, noch sich an ihn erinnern. Aber Lina kann beides. Sie denkt immer wieder an ihn und versucht ihn wieder zu treffen, teilweise indem sie sich in gefährliche Situationen begibt. Dieser Schutzengel entsteht, wenn man im Schnee einen Schneeengel hinterlässt. Jeder, der das macht, hat seinen persönlichen Schutzengel.

Lina ist ein neugieriges, nettes Mädchen, das schnell Vertrauen in den Schneeengel hat und versucht für alle ihre Liebsten und Bekannten einen Schutzengel zu organisieren. Der Schneeengel wirkt geheimnisvoll, aber auch etwas drollig.

Das Cover des Buches ist zauberhaft und wunderschön gestaltet. Die silbern schimmernde Farbe und die Darstellung von Lina und dem Schneeengel vermitteln die besondere Atmosphäre der Geschichte. Die Illustrationen von Daniela Jaglenka Terrazzini sind sehr passend zum Inhalt und spiegeln die Stimmung wieder. Ich finde sie etwas altmodisch gestaltet, wobei das nicht negativ gemeint ist und teilweise etwas mystisch. Die Seiten von außen der Häuser finde ich etwas gruselig für Kinder ab 5.

Einfühlsam und liebevoll schreibt Maggie O'Farrells. Sie schafft es, die Gefühle und Gedanken der kleinen Lina zu vermitteln. Die Autorin verwendet viele bildhafte Beschreibungen, die die winterliche und magische Stimmung des Buches unterstreichen. Die Sprache ist einfach, aber dennoch poetisch, und eignet sich gut zum Vorlesen und ist auch für Erwachsene wirklich ansprechend.

Die Geschichte regt zum Nachdenken an. Dennoch finde ich sie stellenweise ab 5 Jahren ungeeignet. Die Vorstellung, dass jemand in dein Haus kommt, du manchmal auf unerklärliche, fast beängstigende Weise aufwachst. Die Handlung könnte für sehr junge Leser beunruhigend sein, besonders die Themen Einbruch (durch den Engel) und Krankheit werden sicher auch Kinder hinterfragen. Auch sich selbst in Gefahr zu bringen, um seinen Schutzengel wieder zu sehen, ist vielleicht für einige Kinder in dem Alter ungünstig.

  • Einzelne Kategorien
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  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.12.2024

Anders als der Klappentext & zu wenig Tiefgang.

Das kleine Café der zweiten Chancen
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„Das kleine Café der zweiten Chancen“ von Shiori Ota erschien im November 2024. Es ist ein kurzweiliger, mitreißender Roman, der es einigen Besuchern des Cafés ermöglicht, ihr Leben zu ändern oder eben ...

„Das kleine Café der zweiten Chancen“ von Shiori Ota erschien im November 2024. Es ist ein kurzweiliger, mitreißender Roman, der es einigen Besuchern des Cafés ermöglicht, ihr Leben zu ändern oder eben mit ihren Entscheidungen leben zu müssen.

Die Café-Besitzerin Frau Hayari ist eine Barista mit ganz besonderen Fähigkeiten. Exakt 4 Minuten und 33 Sekunden, die Zeit, sie für die Zubereitung einer Tasse Kaffee benötigt, kann sie ihren Gästen eine Reise in die Vergangenheit gewähren, um eine tief bereute Entscheidung rückgängig zu machen. Dabei werden Leben gerettet, große Lieben ermöglicht oder einfach die richtige Abzweigung genommen: Die Schülerin Himari wünscht nichts sehnlicher, als ihre Karriere als Pianistin fortführen zu können und den Unfall, der ihre Hand so sehr verletzte, ungeschehen zu machen.

Das Cover des Buches zeigt ein Fenster mit Blick auf den Himmel, die Sonne. Davor eine Japanerin, die einen Kaffee einschenkt. Die Farben harmonieren gut miteinander und das Buch fällt einem dadurch auf. Es ist nichts außergewöhnliches und ich finde es passt nicht gut zur Geschichte. In dem Café wird davon geschrieben, dass die Besucher am Thresen sitzen, passt also eigentlich nicht zum Cover.

Wenn man die Inhaltsangabe liest, denkt man, das Buch handelt von der Cafébesitzerin. Umso verwirtter war ich lange Zeit über den Inhalt, der von einer Schülerin, einen talentierten Pianistin und ihrem Werdegang, ihrem traurigen Familienleben und ihrem Unfall erzählt. Es wird anfangs lange beschrieben, wie viel Angst sie vor der neuen Schule hat, das eine alte Frau ihr dabei hilft, diese plötzlich weg ist und sie dann das Café findet mit deren Besitzern, denn eigentlich sind es zwei Personen, die, inklusive dann der Schülerin, in die Zeit zurück reisen. Dabei sollen sie eigentlich nur begleiten und die betroffene Person kann eine Entscheidung in der Vergangenheit ändern oder nicht. Jedoch greift Himari letztendlich sogar ein, um ihrer Schulfreundin das Leben zu retten. Das Ende des Buches lässt vermuten, dass es eine Fortsetzung gibt.

Das Buch ansich hat mir als kurze, leichte Lektüre für zwischendurch gefallen, es ist kurzweilig und zeigt uns, dass kleinste Veränderungen unserer Entscheidungen einen ganz anderen Verlauf des Lebens hätten, auch wenn man das im Buch von den Nebenfiguren oft leider gar nicht erfährt. Shiori Ota zeigt, wie kleine Entscheidungen das Leben verändern können und wie es nie zu spät ist, sich zu ändern und neue Wege zu gehen. Jedoch darf man nicht zu viel vom Klappentext erwarten, sondern sollte das Buch neu und ohne Inhaltsangabe auf sich wirken lassen. Dennoch fehlt mir einfach der Tiefgang und das Erklärliche. Die Figuren sind zu oberflächlich.

Veröffentlicht am 08.09.2024

Manche Themen bleiben zu abstrakt für Kleinkinder!

Ein Inne halten
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„Ein Inne halten“ ist ein zauberhaftes Bilderbuch von Jutta Degenhardt geschrieben und Carola Sieverding illustriert. Es erschien im September 2024 und erzählt eine Geschichte über das Innehalten und über ...

„Ein Inne halten“ ist ein zauberhaftes Bilderbuch von Jutta Degenhardt geschrieben und Carola Sieverding illustriert. Es erschien im September 2024 und erzählt eine Geschichte über das Innehalten und über das Aufmerksamsein im Alltag. Auf 32 Seiten wird Kindern ab 3 Jahren das zur Ruhe kommen und Innehalten nähergebracht. Es richtet sich sowohl an Kinder als auch an Erwachsene.

Dieses Bilderbuch lädt mit dem kleinen Inne dazu ein, im hektischen Alltag das Innehalten zu lernen, ruhig zu werden und gemeinsam die kleinen Momente der Stille zu genießen. Das Inne ist zart und klein und darauf angewiesen, dass es wahrgenommen wird. Sobald es aber im Arm gehalten wird, strahlt es eine wunderbare Ruhe aus, bringt die Menschen zusammen und berührt die Herzen.

Als Joni nach Hause kommt, entdeckt er/sie ein leichtes Paket mit Luftlöchern. Zum Vorschein kommt ein kleines, flauschiges Inne. Joni denkt, dass es wie ein Kaninchen ist und sicherlich ein Gehege, Spielzeug und Futter braucht. Doch all das macht das Inne nicht glücklich. Es möchte einfach nur im Arm gehalten werden.

Ich muss ehrlich sagen, dass mir nicht klar wird, ob Joni ein Junge oder Mädchen ist. Sicher fragen einige Kinder danach. Da die Geschichte aus der Ich Perspektive geschrieben, erfährt man auch nichts über das Geschlecht, wobei es auch nicht wichtig ist und vielleicht sollen sich damit einfach alle Kinder identifizieren oder nur ich hinterfrage es. Schön finde ich, dass der Opa eine Lebensgefährtin hat und Joni ein Einzelkind ist. Das bricht mal ein wenig aus dem klassischen Familienbild aus. Ansich scheinen auch alle Familienmitglieder sympathisch zu sein, sie haben eben nur noch ihre langen Erwachsenenaufgaben zu erledigen.

Der Schreibstil ist einfach und verständlich, was auch den jüngsten Leser/innen hilft, es gut nachzuvollziehen.

Die Illustrationen finde ich wunderbar gelungen. Sie sind liebevoll gestaltet, das Inne sticht regelrecht hervor. Aber auch sonst bringen die Bilder eine gemütliche ruhige Stimmung rüber und alles wirkt freundlich.

Das Thema „Inne halten“ ist wirklich wichtig und aktuell. In unserem sehr hektischen Alltag vergessen viele Menschen das zu oft. Jedoch ist es wieder ein Bilderbuch für die Allerkleinsten, was versucht, ein so großes, nicht greifbares Thema zu vermitteln. Die Autorin bemüht sich zwar mit ihrem Wortspiel „Das Inne halten“, aber ich finde es ab 3 Jahren noch zu früh, dieses abstrakte Wort/ Thema zu begreifen. Für Erwachsene und ältere Kinder ist es wirklich ansprechend. Es fehlt an tiefergehenden Reflexionen oder praktischen Übungen, die über das bloße Innehalten hinausgehen. Ich persönliche finde es auch schön, dass Joni sich so kümmert um das Inne, und das auch selbstständig macht, aber es stört mich, dass das alles nicht gut ankommt, sondern nur das zur Ruhe kommen, still sein, das Wahre sein soll. Eine tolle Idee ist das Plüschinne, aber mir gefällt dieses überhaupt nicht, es sieht nicht mal ansatzweise so niedlich aus.

Es ist schön, dass man sich über solch ein Thema Gedanken macht, aber ab 3 Jahren ist es meiner Meinung nach zu früh und doch zu wenig erklärt wurden.

Veröffentlicht am 05.09.2024

Wunderschön; Botschaft nicht gut genug vermittelt

Das magische Funkeln
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„Das magische Funkeln“ ist ein Bilderbuch von Sandra Dieckmann, welches im Juli 2024 erschien. Es wird für Kinder ab 4 Jahren empfohlen und soll das Selbstbewusstsein stärken.

Der jüngste Bär der Bärenfamilie ...

„Das magische Funkeln“ ist ein Bilderbuch von Sandra Dieckmann, welches im Juli 2024 erschien. Es wird für Kinder ab 4 Jahren empfohlen und soll das Selbstbewusstsein stärken.

Der jüngste Bär der Bärenfamilie traut sich nichts zu, er hat Angst, er möchte nichts falsch machen. Situationen, die einige Kinder sicher gut nachvollziehen können. Dank einer magischen Feder vom Feuervogel ist er mutig, selbstsicherer und tapfer. Er rettet ein Hasenmädchen aus einer gefährlichen Lage, verliert dabei seine Feder und sucht sie verzweifelt. Doch kein Tier kann ihm helfen, denn sie haben diese nicht gesehen, als hätte sich der kleine Bär diese nur eingebildet. Aber vielleicht braucht der kleine Bär seinen Glücksbringer gar nicht mehr?

Das Bilderbuch sieht sehr hochwertig ausgestattet aus, denn das Cover ist mit Goldfolie veredelt. Die Zeichnungen sind wirklich sehr besonders, detailliert und einfach besonders. Ich finde sie auch überladen, aber dennoch machen sie das Buch besonders dadurch.

Die kindgerechte Sprache macht das Vorlesen angenehm für die Kleinsten, sie können der Handlung gut folgen, zumal die Texte auf den 32 Seiten auch kurzgehalten sind.

Das Buch möchte den kleinsten Leser/innen schon vermitteln, dass sie vertrauen in sich selbst haben sollen. Jeder hat einen besonderen Funken in sich und es braucht oft Mut, diesen zu entdecken und zu zeigen.
Ich finde die Intention prinzipiell schön und die Gestaltung des Buches einmalig. Mit meiner Tochter 2,5 Jahre habe ich das Buch bereits gelesen und für dieses Alter ist die Botschaft vielleicht noch etwas zu abstrakt, um die ganze Geschichte zu verstehen. Sie kennt einen Mutmachstein, damit konnte ich die Feder vergleichen. Vielleicht ist es für Vorschulkinder dann schon besser begreiflich zu machen. Dass es einen Feuervogel nur in Büchern gibt, können Kinder verstehen. Dennoch finde ich die Handlung und die Umsetzung zu schwierig für Kleinkinder.