Profilbild von Joolte_hoert

Joolte_hoert

Lesejury Profi
offline

Joolte_hoert ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Joolte_hoert über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.04.2026

Highlight

Der Fährmann
0

Ich muss zugeben, dass ich ein wenig Angst vor der Geschichte hatte. Große Vorfreude, Euphorie und dennoch ein klein wenig Angst. Das sie mich entweder nicht so packt wie viele Leser vor mir, oder das ...

Ich muss zugeben, dass ich ein wenig Angst vor der Geschichte hatte. Große Vorfreude, Euphorie und dennoch ein klein wenig Angst. Das sie mich entweder nicht so packt wie viele Leser vor mir, oder das sie mich wegpustet. Und ich kann euch sagen, dass letzteres der Fall war. 🖤

"Der Fährmann" spielt um 1900 an der deutsch - österreichischen Grenze an der Salzach. Dort sind Ende des 19. Jahrhundert drei Kinder, die ganz eng miteinander befreundet sind: Hannes, Annemarie und Elisabeth. Der Hannes überlebt wie durch ein Wunder einen Sturz in die Salzach. Und von da an ist es klar, dass er in die Fußstapfen seines Onkels tritt und der nächste Fährmann wird. Aber als Fährmann darf man keine Familie haben, also keine Frau und keine Kinder. Ein paar Jahre später wird die Elisabeth dem reichen Joseph Steiner aus Österreich versprochen. Egal, ob sie ihn liebt. Sie hat schon seit langer Zeit ein Auge auf den Hannes geworfen. Doch damals entschieden die Eltern für einen, wer der richtige zu sein scheint. Und auch die Annemarie, eine Wirtstochter aus ärmlichen Verhältnissen schwärmt für den Hannes. Doch der Joseph ist vernarrt in sie. Wut, Macht, Gewalt, unerfüllte Liebe. Männer nahmen sich was "ihnen zusteht".

Ein Dreiecksgespann das über Jahre hinweg immer irgendwie verbunden ist. Der Fährmann, der die Menschen über die Salzach ins andere Land bringt. Der aber auch immer zwischen allem steht.
Elisabeth, die unterdrückt in ihrer Ehe lebt. Ausbrechen will, aus den strengen Regeln. Aber kein Weg geht daran vorbei. Auch die Zeit des Krieges wird hier nochmal sehr stark beschrieben, und wie sich zu dieser Zeit die Dinge änderten.

Regina Denk hat es geschafft, einen sehr atmosphärischen Roman zu schreiben. Der Schauplatz der Salzach (des Flusses) war sehr anschaulich. Und auch die besondere Sprache, mit dem österreichischen Dialekt, hat nochmal zusätzlich dafür gesorgt, dass ich beim Lesen einen Zeitsprung gemacht habe.

Es war krass, unheimlich atmosphärisch, düster und bedrückend. Absolute Empfehlung!

⭐⭐⭐⭐⭐ | 5 Sternen

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.04.2026

Highlight

Statt aus dem Fenster zu schauen
0

Kennt ihr das, wenn ihr bereits nach wenigen Seiten merkt, dass ihr ein Highlight in den Händen haltet?
So ging es mir bei diesem Buch! Ich war schon nach wenigen Sätzen komplett in das Geschehen eingetaucht, ...

Kennt ihr das, wenn ihr bereits nach wenigen Seiten merkt, dass ihr ein Highlight in den Händen haltet?
So ging es mir bei diesem Buch! Ich war schon nach wenigen Sätzen komplett in das Geschehen eingetaucht, denn es startet eigentlich direkt mit dem Hauskauf, und trödelt nicht noch lange mit Belanglosigkeiten herum. Sophie ist Mitte zwanzig und steckt irgendwie fest. Im Hamsterrad des Alltags. Das kann es doch nicht gewesen sein - das Leben!? Kurzerhand klickt sie bei Kleinanzeigen eine Hausverkaufsanzeige zum Spottpreis an. Und kontaktiert den Verkäufer. Sie bricht bereits am nächsten Morgen auf, zieht aus ihrer WG aus, beendet das Praktikum, nimmt ihre sieben Sachen und das Fahrrad und bricht auf. Mit dem Zug geht es quer durchs Land nach Günderode in Ostdeutschland. Ein Haus für 3000 Euro, und sie hat es noch nicht mal gesehen. Ob das die richtige Entscheidung für Sophie war?

Die Autorin schreibt sehr eindringlich und anschaulich. Ich habe mich Sophie sehr nah gefühlt, denn die Gedanken und Gefühle konnte ich oft nachempfinden. Raus aus dem Trubel und einfach mal das Leben leben. Egal ob die Entscheidung nun gut oder komplett verrückt war, was hat sie schon zu verlieren? Eigentlich nicht viel, außer ihren Praktikumsplatz. Aber nun mit neuen Verantwortungen, so gut wie keinem Geld und Handyempfang mehr, lebt es sich ganz anders. Und das hatte etwas so entschleunigendes für mich. Ich habe die einzelnen Sätze unheimlich gerne gelesen, sie haben mich gedanklich an den Ort geführt, wo Sophies neues Haus steht. Ein zerfallenes Haus in einem Ort, in dem so gut wie niemand mehr wohnt. Eine Idylle! Ruhe und Abgeschiedenheit. Und eine Konfrontation mit sich selbst.

Eine atemberaubende Geschichte, die noch Ewigkeiten in meinem Kopf und meinem Herzen bleiben wird. Denn sie hat mich berührt und ich habe einfach alles daran geliebt. Ruhig erzählt, wächst sie mit der Zeit immer weiter und regt zum Nachdenken an. Einfach mal durchatmen. Wir leben im Jetzt (!), und nicht im Später.

⭐⭐⭐⭐⭐ | 5 Sternen

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.11.2025

Mega

Dein Advent - 24 Glücksmomente nur für dich
0

Wenn ihr auf der Suche nach einem Adventskalender seid, der euch etwas gutes tun kann indem ihr euch mit euch selbst beschäftigt, dann kann ich dieses Buch wärmstens empfehlen!

Eine Erzählung, die auf ...

Wenn ihr auf der Suche nach einem Adventskalender seid, der euch etwas gutes tun kann indem ihr euch mit euch selbst beschäftigt, dann kann ich dieses Buch wärmstens empfehlen!

Eine Erzählung, die auf 24 Tage verteilt ist. Die an jedem Tag einen Denkanstoß gibt und dazu animiert auch mal zur Ruhe zu kommen, zu entschleunigen, innezuhalten. Dazu gibt es jeden Tag ein paar Vorschläge für "Happy Moments" oder auch Glücksmomente, die dir gut tun sollen.

Tanja Köhler schreibt mit einer so herzlichen Art und Weise, dass ich mich mit der Erzählerin jedes Mal aufs neue so verbunden fühle. Es sind Anregungen für ein stressfreies Weihnachten, für eine erholsamere Adventszeit und für mehr Achtsamkeit sich selbst gegenüber. Auch mal die kleinen Dinge sehen und ihnen Wertschätzung entgegenbringen.

Die wunderschönen Illustrationen im Buch passen sich dem Inhalt an und verleihen dem ganzen so viel Herzlichkeit und Wärme. Es macht Spaß durch die Seiten zu blättern und sich jeden Tag im Dezember aufs Neue etwas gutes zu tun. Wie wäre es beispielsweise, wenn du dir hier beim Lesen meiner Rezension eine Kerze anzündest und es dir an dem Platz deiner Wahl gemütlich machst? Du könntest einfach mal darüber nachdenken, wann Weihnachten das letzte mal so richtig stressfrei für dich war, und warum.

Für mich ist es ein Buch, was ich zukünftig immer am 1. Dezember lesen werde. Einfach weil ich sofort anfange mich zu entspannen. Dieses Gefühl fühlt sich toll an. Und wer am 25. Dezember traurig ist, dass es mit der "Me Time" vorbei ist, der schnappt sich einfach das Rauhnächte Buch der Autorin. Da gibt es weitere 12 Tage nur für DICH !

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.11.2025

Toll

Unter Wasser ist es still
0

Mich hat schon vor einiger Zeit das Cover total angesprochen und nach einem Blick auf den Klappentext wollte ich das Buch unbedingt lesen! Denn es spielt an der Ostseeküste, meiner aktuellen Heimat.

Maira ...

Mich hat schon vor einiger Zeit das Cover total angesprochen und nach einem Blick auf den Klappentext wollte ich das Buch unbedingt lesen! Denn es spielt an der Ostseeküste, meiner aktuellen Heimat.

Maira ist Mitte dreißig und lebt in Frankfurt, wo sie als Restauratorin in einem kleinen Betrieb arbeitet. Als sie die Chance erhält, diesen zu übernehmen und sich damit selbstständig zu machen, braucht sie jedoch das nötige Kleingeld dafür. Das leerstehende Elternhaus in Soeterhoop an der Ostsee bietet sich da direkt an. Maira beschließt an den Ort ihrer Kindheit zu fahren um das Haus für den Verkauf zu räumen. Wovor sie ein bisschen Bedenken hat, sind die Geister der Vergangenheit...

Ich war sofort in der Geschichte drin. Ab der ersten Seite war ich gepackt. Im Prolog wird ein einschneidendes Ereignis aus ihrer Kindheit beschrieben, bei der ihre Mutter bei einem Brand umkommt. Alleine schon dieses Kapitel hat mich gefesselt und schockiert zugleich. Ich wollte wissen, was es da noch so gibt. Also reisen wir zusammen mit Maira an die Ostsee, zu ihrem großen, verlassenen Elternhaus inklusive Hof. Der in der Zwischenzeit von vielen Dorfbewohnern genutzt wird. Ein Ort der Zusammenkunft. Sie begegnet alten Freunden und alten Erinnerungen. Im Hier und Jetzt sind wir mit Maira in Soeterhoop, und dann gibt es Sprünge in die Vergangenheit als sie noch ein kleines Kind war.
Julia Dibbern schreibt sehr gefühlvoll. Die Erlebnisse, die Maira als Kind gemacht hat haben mich berührt. Ich konnte mich in sie hineinversetzen. Das sollte kein Kind miterleben. Vor allem so ganz ohne Hilfe.

Auch das Thema Freundschaft hat die Autorin hier thematisiert. Echte Freundschaft. Hier habe ich wieder schlucken müssen, es hat mich total berührt wie sie diese Zerrissenheit geschildert hat. Zwischen "Hierbleiben" und "Abhauen". Zwischen Vergangenheit hinter sich lassen und mit der Vergangenheit leben.
Mit dabei waren immer die Schweinswale, die Maira in ihrem Leben sehr viel Halt gegeben haben. Die tosende Ostsee, das kalte, unbändige Wasser. Und die Touristen, die früher noch nicht so da waren.

Ich habe es einfach gefühlt, von vorne bis hinten. Es hat mir Geborgenheit gegeben, ich habe mich von ihrem Schreibstil umarmt gefühlt. Es ist auch von Seite zu Seite immer spannender geworden, weil immer mehr Geheimnisse ans Licht kamen, und ich natürlich vor dem schlafen gehen noch erfahren wollte, was da denn noch los war.

Rundum ein überaus gelungener Roman, den ich von Herzen empfehlen kann.
Freundschaft, Abschied, Trauer, Natur und Neubeginn. Die großen Themen des Buches.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.12.2024

Wow

Todesspur
0

Ich bin eigentlich kein Fan von politischen Themen in Büchern, einfach weil ich mich nicht auch noch zusätzlich mit diesen Themen beschäftigen möchte. ABER!
Andreas Gruber darf das bei mir. Er bekommt ...

Ich bin eigentlich kein Fan von politischen Themen in Büchern, einfach weil ich mich nicht auch noch zusätzlich mit diesen Themen beschäftigen möchte. ABER!
Andreas Gruber darf das bei mir. Er bekommt es immer geschickt hin,die Themen interessant mit einzubinden und die Charaktere dabei strahlen zu lassen. Sneijder ist diesmal zusammen mit Sabine verdeckt im Einsatz, und dafür muss er sich als jemand ausgeben,der charakterlich so ziemlich gar nichts mit ihm gemein hat. Ich habe öfter laut lachen müssen,weil manche Aktionen einfach super unterhaltsam waren.
Zusätzlich zur Sneijder - Perspektive wird diesmal noch aus Lea Fuchs Sicht geschrieben. Eine sehr interessante Persönlichkeit. Bei ihrer Geburt sind sowohl ihre Zwillingsschwester Camilla als auch ihre Mutter ums Leben gekommen. Seitdem hört Lea die Stimme ihrer toten Schwester in ihrem Kopf und führt Selbstgespräche. Mega interessant und gruselig zugleich. Zumal Lea dadurch irgendwie immer alles mitbekommt,denn Camilla ist meistens noch "wach" wenn Lea bereits schläft.

Ich durfte zusätzlich zum Buch noch das Hörbuch hören, und das habe ich wie immer parallel zum lesen laufen lassen. So hatte ich durch die grandiose Vertonung von Achim Buch, Sneijders niederländischen Akzent direkt im Ohr. Es war auch dieses Mal wieder ein Fest und ich kann die Hörbücher dieser Reihe - alle gesprochen von Achim Buch - absolut empfehlen! Für diesen Part könnte ich mir tatsächlich auch niemand anderen vorstellen! Herausragend!

So schade, dass der nächste Band schon der letzte sein soll!

5 | 5 Sternen

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere