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Veröffentlicht am 14.12.2024

Trotz Kritik bin ich auf das Finale gespannt.

Das Lied der Goldenen Fee
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„Das Lied der Goldenen Fee“ ist Band zwei der Trilogie um das verfluchte Land Eldasien.

Nachdem Band eins in der Menschenwelt endet und Nola nicht nur um einige Erkenntnisse reicher, sondern auch sichtbar ...

„Das Lied der Goldenen Fee“ ist Band zwei der Trilogie um das verfluchte Land Eldasien.

Nachdem Band eins in der Menschenwelt endet und Nola nicht nur um einige Erkenntnisse reicher, sondern auch sichtbar verändert ist, will der König der Elfen das Portal vernichten – dabei haben Nola & Co nach so vielen Jahren den Schlüssel entdeckt, um den Fluch zu brechen und den Feeischen ihre Kräfte, ihre Gestalt zurückzubringen … Die drei begehren auf und flüchten. Zurück in ihre einstige Heimat, in der überall Gefahren, Kreaturen und Magie lauern. Schon bald trifft die kleine Gruppe Auserwählter wieder auf Eron und Tiago. Und das Abenteuer, die Suche nach Antworten und Lösungen, geht weiter …

Fand ich Band eins größtenteils interessant, konnte mich der Mittelteil nur in wenigen Momenten für sich gewinnen. Vieles ging abrupt vonstatten, mehrfach schienen mir Verhaltensweisen weder der Situation noch den Fähigkeiten entsprechend, und so manch relevanten Ereignissen und (charakterlichen) Entwicklungen fehlte es an Tiefe und Zeit.

Obgleich ich den Stil der Autorin prinzipiell als einfach bezeichnen würde, fielen mir hier doch vermehrt Wiederholungen auf, monotone Formulierungen und öfter nicht ganz logische/greifbare Aussagen/Szenen. Nolas Gefühlswirrwarr, ihre Gedankenkreise sorgen für Längen, und ich konnte mich des Eindrucks, dass es sowohl stilistisch als auch storytechnisch an Abwechslung mangelt, nicht verwehren. Zumindest Letzteres wurde ab der Hälfte besser. Wenn auch die Dialoge steif wirkten, die Figuren – abgesehen der Protagonistin – blasse Statisten blieben und ich das entstandene Liebesdreieck zu keiner Zeit fühlen konnte, bekommt Nola einen mächtigen Verbündeten. Kapitel, in denen dieser agiert, und jene, die aktiv von Neregir begleitet werden, brachten jedenfalls Spaß mit sich. Auch war es toll, weitere Teile des unberechenbaren Landes zu erkunden und andere Wesen kennenzulernen. Denn die Gruppe sucht nach mehr Hinweisen und Verbündeten, um sich gegen den nahenden Kampf mit der Goldenen Fee zu wappnen. Es warten Konflikte, Wege trennen sich, Geheimnisse werden enthüllt, Pläne geschmiedet. Doch können die Auserwählten und ihre HelferInnen gegen jahrzehntelang geschürten Zorn und unglaubliche Macht bestehen? Nur noch ein Band trennt uns von der Antwort auf diese Frage …

„Der Zauber von Eldasien“ ist keine besonders anspruchsvolle Serie, dennoch schenkt die Urban-Fantasy-Story kurzweilige, leichte Stunden abseits der kühlen Realität.

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Veröffentlicht am 14.12.2024

Zäh, wenig logisch und nicht so gut wie Band eins.

Asrai - Die Magie der Drachen
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Nach „Das Portal der Drachen“ war ich sehr auf die Fortsetzung der „Asrai“-Dilogie (!) gespannt, doch statt euphorisch in die Geschichte einzutauchen, musste ich mich nach 200 Seiten im eBook geschlagen ...

Nach „Das Portal der Drachen“ war ich sehr auf die Fortsetzung der „Asrai“-Dilogie (!) gespannt, doch statt euphorisch in die Geschichte einzutauchen, musste ich mich nach 200 Seiten im eBook geschlagen geben. Mittlerweile habe ich jedoch das Hörbuch beendet, und kann eine vollständige Meinung zu der Romantasy-Serie abgeben.

„Die Magie der Drachen“ setzt mitten in jenem Kampf an, der durch ungeheuerliche Wahrheiten am Ende des Auftakts initiiert wurde – wir sind sofort mitten in der emotionalen Auseinandersetzung von Ian und Elaja, Manila und Makon. Und ab diesem Punkt wartet ein Konflikt, eine Aufgabe, ein Problem (…) nach dem anderen. Vor allem Elaja kommt nicht zur Ruhe, muss Ian regelmäßig retten und versorgen, führt Gespräche, nimmt Schuld auf sich … Natürlich ist die Storyline dadurch actionreich (wenn auch die Wiederholungen dieses Tempo ausbremsen), jedoch auch vollkommen überladen, nicht greifbar und unlogisch. Obgleich die Pfortenwächterin Biss hat, steht sie nicht für sich ein – Ian hat trotz seiner Verletzungen und seiner Schwäche das Zepter in der Hand und zeigt sich mMn ebenso selten dankbar wie die Völker. Dabei ist es die Heilerin, die etliche Menschen und Drachen rettet, lügt und dafür sogar mit dem Leben bezahlen könnte …

Figuren, die wir im ersten Teil kennenlernten, fungieren hier hauptsächlich als StatistInnen. Dafür fand ich Manilas Entwicklung gut gelungen. Etliche stille Dialoge oder trocken abgegebene Kommentare der beeindruckenden Drachendame brachten mich zum Lachen. Auch wird der Verlauf durch Einblicke in die früheren Existenzen von Asrai und Shetai bereichert, wenn es auch ungünstig ist, dass Rai und seine roten Drachen kaum Betrachtung und dementsprechend wenig Tiefe erhalten. Immerhin geht von diesen doch die potenzielle Gefahr für die Welten aus?! Liane Mars Stil war wie gewohnt locker-flockig und den Figuren haftete wie üblich ein kindlicher Touch an.

Nach allerhand Konflikten, Flucht und Kampf, öfterem „fast sterben“ und zahlreichen Diskussionen (…) kommen Elaja und Ian jenem Ursprung auf die Schliche, der regelmäßig zum Krieg zwischen den Wächtern führt. Und ehrlich? Diese tragische Enthüllung kam überraschend – und ich konnte objektiv betrachtet den Schmerz, die Wut verstehen. Leider fand ich, dass in den letzten Kapiteln – das passende, unerwartete Finale eingeschlossen – zwar viel aufgeklärt und stimmig beendet wurde, jedoch in einem rasenden Tempo. Jede Möglichkeit, mitzufühlen, in die Offenbarungen, die Emotionen und das komplette Szenario einzutauchen, wurde durch eine schnelle, oberflächliche Inszenierung unterbunden. Vor allem im Vergleich zu dem Großteil der Handlung, die ja bis oben hin mit Ereignissen, Wiederholungen und Gedankenkreisen vollgepackt war.

Fazit: Band 1 fand ich gelungen, mit Band 2 hatte ich meine Schwierigkeiten. Insgesamt liegt Asrai eine sehr gute Idee zugrunde. Doch weder können Vergleiche mit anderen Drachen-Hypes noch eine schicke Aufmachung über den einen oder anderen storytechnischen Mangel hinwegtäuschen.
Das Hörbuch war übrigens klasse gesprochen.

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Veröffentlicht am 07.12.2024

Das Finale wird sicher großartig.

Queen of Blood and Night
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„Queen of Blood and Night“ ist der Auftakt der düsteren, urbanen Romantasy-Dilogie „Rise of the Night“, in der die Leben von Lincoln Gabriel und Alyssa Ferrara binnen eines Wimpernschlags aus den Fugen ...

„Queen of Blood and Night“ ist der Auftakt der düsteren, urbanen Romantasy-Dilogie „Rise of the Night“, in der die Leben von Lincoln Gabriel und Alyssa Ferrara binnen eines Wimpernschlags aus den Fugen geraten.

Alyssa, die Prinzessin der Vampire, Tochter eines skrupellosen und machthungrigen Egomanes und Kind der eiskalten Nacht, hat das totalitäre Regime ihres Vaters, seine Grausamkeiten und seinen Gottkomplex satt. Doch in der Gemeinschaft gilt er nicht nur als König, sondern auch als unfehlbar. Um Beweise für eine mögliche, gleichberechtigte Koexistenz mit den Menschen zu finden, mischt sie sich unerlaubt unter die BesucherInnen des Scars, einer elitären Bar, in der beide Arten verkehren.
Während sich Lucy einen Leckerbissen aussucht, nicht ahnend, dass sie etwas Großes ins Rollen bringt, kollidiert Alyssas Blick mit jenem des Barkeepers und es scheint, als würde die Welt den Atem anhalten…
Lincoln, der sich und seine Mutter mit zwei Jobs über Wasser hält und davon träumt, Kunst zu studieren, weiß bei seinem Schichtbeginn nicht, dass er an diesem Abend Drinks an eine fremde Schönheit ausschenkt, die zum Schrecklichsten und gleichzeitig Schönsten seines Lebens wird.
Und sich alles unwiderruflich verändert.

Ohne Zweifel empfand ich mehrfach verdrehte Bis(s)-Vibes, dies schmälerte jedoch nicht das Leseerlebnis. Durch die wechselnden Perspektiven lernen wir die Protagonisten und ihre Situationen, ihre Probleme und Zweifel kennen, sind Teil von ihrem Kennenlernen und der nicht zu erklärenden Intensität. Der Stil ist modern, detailreich und stets den Umständen angemessen. Öfter schwangen Misstrauen und Dunkelheit zwischen den Zeilen mit, Verlangen und Blutdurst. Wut.

Ich habe schon einige Bücher von Yvonne Westphal gelesen und fand alle ausnahmslos (sehr) gut geschrieben. Auch ihre Urban-Fantasy-Romanze hatte seine positiven Seiten, jedoch blitzen diese erst ab der Hälfte der Geschichte auf, um sich gegen Ende vollkommen zu entfalten.
Mir fehlte es in den ersten 50 % an Spannung und signifikanten Ereignissen, dafür waren mir das Schmachten – beide sind unglaublich attraktiv – und die gewollten Anzüglichkeiten, wenn auch unterhaltsamer Natur, zu viel. Erst spät werden einige der Fragen beantwortet, statt, wie zu vor, nur zäh drumherum zu reden oder geflissentlich den Fokus zu verlieren. Allen voran die Tatsache, dass Vampire existieren, Kyle womöglich in Gefahr, Lucy Opfer der Pläne des „Gottkönigs“ und Lincoln der Einzige seines Umfelds ist, der von nichts eine Ahnung hat, bleiben auf der Strecke. Ebenfalls konnten mich die Reaktionen des Barkeepers nicht überzeugen: Einschneidende, gefährliche Momente und theoretisch unglaubliche Offenbarungen wurden frech grinsend abgetan, spröde akzeptiert. Beharrlichkeit scheint jedenfalls nicht zu seinem Wesen zu gehören, beachtet man, wie leicht er sich abwimmeln lässt. Dabei gibt es etwas, das er schleunigst verstehen sollte.
Hingegen sorgen die Hinterhältigkeit, die Intrigen und Manipulationen seitens des Senators von Oregon samt seines einnehmenden, eiskalten Auftretens für Gänsehautmomente. Denn Salvatore Ferrara ist ein drohendes Unheil, das nur darauf wartet, zuzuschlagen. Gibt es zwar noch andere Figuren, die mehr oder minder Erwähnung finden, war für mich doch Kataleyna Ferraras – die einige Überraschungen zu verantworten hat – der anziehendste, faszinierendste Charakter. Warum? Solltet ihr definitiv selbst herausfinden.

Was diese besondere Verbindung betrifft, die übrigens in die Kategorie Insta-Love fällt: Sie passiert, ist da. Ich bin kein Fan von derartigen Liebesexplosionen, aber letztlich konnte mich die Autorin durch ihre gefühlvollen Worte, ihre Art, intensive Emotionen und Leidenschaft einzufangen, mitreißen. Besonders schön fand ich die Zitate und poetischen Verse des ‚Propheten‘.
All der augenscheinlichen Kritik zum Trotz: Yvonne arbeitete den vampirischen Fantasy-Aspekt sehr genau aus – sowohl in historischen wie politischen als auch in religiösen Belangen. Zudem werden uns auch Hierarchien, die übernatürlichen Fähigkeiten und Alyssas Geschichte, ihre eigenen Intentionen, nähergebracht. Diese taffe – vermeintlich junge – Erwachsene ist aufmüpfig, hält an ihren Prinzipien fest – wenn diese Haltung auch Opfer verlangt. Mit dieser Vampirin bekommen wir eine vielschichtige Protagonistin, auf deren weitere Entwicklung ich schon unglaublich gespannt bin.

Band 1 offenbart noch nicht alle Hintergründe, hebt den Schleier, der über den Mysterien liegt, nur ein Stück an, schafft es aber, die Realität der Prinzessin und ihres Prinzen umzuwerfen, ihnen weh zu tun und ihnen Geliebtes sowie ein Stück ihres Selbst zu entreißen.
„Queen of Blood and Night“ ist zu großen Teilen eine undurchsichtige Fast-Burn-Romanze, die erst spät Antworten gibt und Spannung versprüht, jedoch mit einem großen Showdown schockt. Die Atmosphäre war durchweg düster und von Anspannung untermalt, von Misstrauen und Vorsicht. Denn selbst im eigenen Kopf ist man nie allein.

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Veröffentlicht am 07.12.2024

Originelle Idee, die mich nicht vollkommen abholen konnte.

Die Chroniken der Welten
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Eine buchverrückte, aufgeweckte und doch introvertierte junge Frau, die ihrer Leidenschaft ausgiebig mit der Arbeit in einer Bibliothek nachgehen kann – lieben wir, oder? Genauso wie wir Geschichten lieben, ...

Eine buchverrückte, aufgeweckte und doch introvertierte junge Frau, die ihrer Leidenschaft ausgiebig mit der Arbeit in einer Bibliothek nachgehen kann – lieben wir, oder? Genauso wie wir Geschichten lieben, in denen Bücher eine große Rolle spielen. Dass die Autorin bekannte Elemente aufgreift und mit frischen kombiniert, macht „Die Chroniken der Welten“ zu einer originellen, abenteuerlichen Urban-Fantasy-Serie.

Bei einem Ausflug, zu dem sich Minako nur durchgerungen hat, weil sie ihrer Chefin versprechen musste, während ihres Urlaubs unter Menschen zu gehen, stößt sie durch unglückliche Umstände auf eine Ruine, in der sie eine Entdeckung macht, die ihr komplettes Weltbild durcheinanderwirbelt. Denn plötzlich scheint es, als wäre sie nicht mehr in Mizusakura, jener Stadt, in der sie seit wenigen Jahren lebt. Und auch nicht mehr in ihrer Zeit.
Ethan – ruppig und arrogant – ist es, der ihre Annahme, in das alte Buch gereist zu sein, bestätigt und der überforderten Bibliothekarin zugleich offenbart, dass es noch mehr von solchen fremden Realitäten gibt, die es zu schützen gilt. Natürlich war das noch nicht alles: Denn Minako soll zu seinesgleichen zählen, zu den WeltenwächterInnen. Als sie mit eigenen Augen sieht, was passiert, wenn die SchattenmacherInnen nicht aufgehalten werden, sie detailliert erfährt, worin ihre Aufgabe von nun an bestehen soll, erwacht in der zurückgezogenen Buchverliebten der Sinn nach Abenteuern.
Blöd, dass ihr Leben von jetzt an gefährlicher ist, als es ein Nachmittag mit dem Schmökern je sein könnte. Denn der Kampf um die verborgenen Buchwelten tobt überall …

Livia Everwood konnte mich mit ihrer Idee sofort auf „Worte, die Welten formen“ neugierig machen, jedoch fiel es mir schwer, aufmerksam zu bleiben. Was daran lag, dass das Tempo, vor allem in der ersten Hälfte, hauptsächlich gemächlicher Natur ist und alles sehr lang und ausschweifend dargelegt wurde. Ebenso wenig konnte ich mich auf die recht steif wirkenden Dialoge und den Großteil der Figuren einlassen. Dennoch manifestierten sich die anderen WeltenwächterInnen nach und nach zu einer festen Gruppe, während sich auch die Beziehung von Ethan und Minako verfestigte.
Es fehlte mir an Schwung im Verlauf, an Abwechslung im Erzählstil und an echten Gefühlen. Das klingt jetzt erstmal nach viel Kritik, aber nichtsdestotrotz ist diesem Buch die Liebe zum Detail, die Mühe, die die Autorin aufwand, um eine logische Storyline, deren Fokus auf den versteckten Welten liegt, zu konzipieren, anzumerken.

Ob ich die Geschichte der frisch ernannten Weltenwächterin weiterverfolge, weiß ich zwar noch nicht, aber ich hoffe, dass viele LeserInnen einen Blick hinter das schöne, von Everwood selbst designte Cover werfen.

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Veröffentlicht am 07.12.2024

Von Nekromantie, Geisterbeschwörung und fehlgeleiteter Loyalität.

Artefakt des Todes
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„Artefakt des Todes“ ist der neue Dark-Fantasy-Roman von Gina Riot, in der dunkle Magie durch die Düsternis wabert.

Wir erleben das Geschehen aus drei Perspektiven, sodass wir die Protagonisten samt ihren ...

„Artefakt des Todes“ ist der neue Dark-Fantasy-Roman von Gina Riot, in der dunkle Magie durch die Düsternis wabert.

Wir erleben das Geschehen aus drei Perspektiven, sodass wir die Protagonisten samt ihren unterschiedlichen Leben(seinstellungen) genau kennenlernen können. Hofmagier Weidemar, der Uhlia Fortrest hörig untertan ist, erbittet von einem Studienfreund Hilfe für einen Auftrag von Wichtig- und höchster Dringlichkeit. Zwar ist er selbst in Nekromantie bewandert – einem Fach, das in weiten Teilen der Erdenwelt als schändlich gilt und verboten ist –, jedoch nicht in Geisterbeschwörungen. Dandrian – der sein Leben der (Er)Forschung von geisterhaften Erscheinungen widmete und gewiss weiß, wie mit etwaigen Probleme, die in den verfluchten, von Kreaturen besetzten Wäldern warten, umzugehen ist – könnte die Suche nach dem benötigten Relikt vereinfachen. Dabei wird lediglich in vagen Legenden von dessen Existenz – und Beschützer – berichtet. Doch der Baron setzt jegliche Hoffnung in dieses Artefakt, um einem nahenden Krieg entgegenzuwirken. … Loras schließt sich seinem Bruder an, kann er bestimmt mit seinen verwerflichen Talenten der (s*xuellen) Betörung von Nutzen sein. Und so treffen die Männer nach Jahren wieder aufeinander, begeben sich in unerwartete Gefahren, in eine längst vergangene Tragödie; riskieren, Verstand und Leben zu verlieren. Um am Ende vor der Frage zu stehen, ob es das wert gewesen war?!

Wie gewohnt schafft es Riot, eine einnehmende, dunkle Atmosphäre zu kreieren und durchweg aufrechtzuerhalten. Alle drei Magier wurden mit Eigenheiten ausgearbeitet und zeigen auf ihrer mysteriösen Mission Seiten von sich, die rasch den anfänglichen Eindruck revidieren. In diesem Buch befinden wir uns in einem Teil der – von der Autorin für ihre Geschichten aufwendig erschaffenen – Erdenwelt. Hintergründe über Magie und Politik, diverse Gegebenheiten und Strukturen von Scór sowie Erklärungen über Geisterwesen, ihre Arten und Rituale sind schlüssig im Verlauf integriert. Da der Fokus auf der Suche nach dem Artefakt des Todes und Dandrians Expertise liegt, bleiben die Nebenfiguren im Hintergrund, dafür ist der Wald mit seinen Irrungen und schaurigen Wesen, alles, was sich dort ereignet, lebhaft beschrieben. Spannende, interessante Sequenzen wechseln sich mit Längen ab – wenn sich auch bedrohliche und aufschlussreiche Ereignisse, hin und wieder ein Hauch Humor und Überraschungen in der Storyline finden, waren vor allem die letzten Kapitel tempo- und wendungsreicher Natur.

Obgleich die Dialoge dem – für High-Fantasy oft historisch anmutenden– Setting und den strikten Hierarchien angemessen und gewissermaßen respektvoll formuliert wurden, empfand ich das ständige »(Mein) Lieber« unglaublich nervig, übertrieben und alles andere als natürlich. Auch gab es einiges, was den Verlauf zum Stillstand verleitete – ob kreisende Dialoge oder Dandrians anstrengende »Hinhalte-Taktik« – und Aussagen/Beschreibungen, die sich wiederholen. Im dichten, dunklen Grün sind es nicht nur angriffslustige Erscheinungen und Ungewissheit, die die Gefährten beschäftigen. Auch sorgen moralische Belange und die zweifelhaften Fragen der Brüder für Reibereien – doch Waldemarts Treue ist unverrückbarer … und so wächst die Kluft, die mit Anspannung und Ärger gefüllt ist …

Was auch immer die Kameraden zu finden erwartet haben, das, was sie bekommen, war es sicher nicht – Magie, Geister, Krieg und (Liebes)Tragik, Trauer sowie Manipulation, blinder Gehorsam und die Gier nach Macht sind nur einige der Elemente, die von Gina Riot integriert wurden. „Artefakt des Todes“ war eine gute Dark-Fantasy-Story, die mich zwar nicht vollkommen von sich überzeugen oder fesseln, aber dennoch unterhalten konnte.

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