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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.12.2024

Traue niemandem

Nachtwald
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Ich hatte mich bei diesem Buch tatsächlich eher auf einen Thriller als einen Roman eingestellt, weil das Buch ja auch als solcher ein klassifiziert wurde. Für mich psst dieses Buch aber nicht in das klassische ...

Ich hatte mich bei diesem Buch tatsächlich eher auf einen Thriller als einen Roman eingestellt, weil das Buch ja auch als solcher ein klassifiziert wurde. Für mich psst dieses Buch aber nicht in das klassische Muster eines Thrillers, dafür war es mir zu ruhig, eher lauernd und unterschwellig brodelnd. Es hat viel von Familiendrama, eine Tragödie in drei Akten wenn man so will. Liest sich trotzdem gut, aber wer hier atemlose Spannung und Nervenkitzel erwartet, wird vielleicht enttäuscht sein.

Zum Inhalt: Nachdem Lizzie die letzten Monate, abgeschottet von ihrer Familie in einer Entzugsklinik verbracht hat, wird sie bei ihrer Entlassung plötzlich mit dem neuen Leben Mutter konfrontiert. Die hat spontan geheiratet und die ganze Familie verbringt ein Wochenende in Butler Hall, dem Landsitz von George, dem neuen Mann ihrer Mutter. Doch dann trifft ein ungebetener Gast ein und schnell verwandelt sich die ruhige Abgeschlagenheit in einen Albtraum

Persönlich fand ich die Prämisse, mit der Geschichte startet, etwas seltsam. Gegen Ende wird das ganze Szenario zwar aufgeklärt, aber ich muss sagen, dass mich das Grundkonstrukt, der Glaubenssatz der hinter allem steckte, einfach nicht überzeugt und abgeholt hat.

Die Geschichte lebt eigentlich vom Misstrauen der zwischenmenschlichen Beziehungen, viele Erwachsen, die einander überhaupt nicht kennen auf engstem Raum, alle verhalten sich auffällig, eine angespannte Atmosphäre hat sich gebildet und niemandem ist so recht zu trauen. Soweit, so gut. Dazu kommen Briefe aus der Vergangenheit, die die Familie Geschichte der Butlers in ein unliebsames Licht rücken.

Ich muss sagen, dass hier allgemein viel mit wilden Spekulationen um sich geworfen wird und ausnahmslos eine Art Übersprungreaktionen und naiven Reaktionismus an den Tag legen. Die Handlungsabläzfe wirkten daher auf mich nicht ganz glaubwürdig.

Das Buch liest sich aber locker und kurzweilig, einfach weil viel passiert, wodurch ich mich trotz des für mich eher mangelhaften Plots durchaus unterhalten gefühlt habe. Gegen Ende wirkt es nochmal stark konstruiert und fast ein bisschen ins lächerliche gezogen. Bei mir hast mit diesem Buch einfach nicht gefunkt.

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Veröffentlicht am 08.12.2024

Eher seichter Liebesroman

Lichterzauber in Schweden
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Ich fürchte ich habe mich bei diesem Buch etwas vom Cover und dem Klappentext blenden lassen, denn obwohl ich gemütliche Liebesromane total gerne lese, hat dieser eher nicht so meinen Geschmack getroffen. ...


Ich fürchte ich habe mich bei diesem Buch etwas vom Cover und dem Klappentext blenden lassen, denn obwohl ich gemütliche Liebesromane total gerne lese, hat dieser eher nicht so meinen Geschmack getroffen.

Das winterliche Setting in Jokkmokk hat mir richtig gut gefallen und ich mochte, dass hier auch die Sami-Kultur viel in den Fokus der Handlung gerückt wurde. Man erfährt als Leser einiges über das Leben in Schweden und die Schwierigkeiten, denen sich die Rentierhirten stellen müssen. Natürlich wird hier viel an der Oberfläche gekratzt, alles andere hätte den Rahmen gesprengt.

Die Lovestory fand ich eher fad und irgendwie ziemlich cringe. Vor allem Juha fand ich für ein Alter reichlich unreif und seine Gedankengänge teilweise ziemlich platt. An Lilje mochte ich, wie aufgeschlossen und lebensfroh sie wirkte und wie interessiert sie an ihren Job herangegangen ist.

Was ich etwas enttäuschend fand war, dass rund um das Bauprojekt und Liljes Kolumne erst so ein Bohai gemacht wurde, das Thema dann aber irgendwie im Sande versickert ist bzw. nicht mehr richtig aufgearbeitet wurde. Generell wirkte Lilje eher wie eine privilegierte Touristin denn wie eine Journalistin. Denn noch während sie eigentlich recherchieren sollte, liebäugelt sie bereits mit einer neuen Karriere als Silberschmiedin. Das ganze Konzept wirkte einfach nicht recht ausgefeilt auf mich.

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Veröffentlicht am 29.11.2024

ganz schön durchwachsen

Sweet Nightmare
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Ich habe schon einiges von Tracy Wolff gelesen, nicht alles davon mochte ich und die Autorin selbst ist ja auch immer mal wieder umstritten. Da ich aber zum Beispiel die Katmere-Academy-Reihe ganz solide ...

Ich habe schon einiges von Tracy Wolff gelesen, nicht alles davon mochte ich und die Autorin selbst ist ja auch immer mal wieder umstritten. Da ich aber zum Beispiel die Katmere-Academy-Reihe ganz solide fand, wollte ich auch in dieses Dark Academy-Buch reinlesen. Und hier bestätigt sich mal wieder meine Hassliebe: denn circa zwei Drittel des Buches waren überhaupt nicht meins, aber gegen Ende entfaltete das Buch dann echtes Potential, sodass ich auch Band 2 lesen würde.

Zum Inhalt: Für Clementine Calder ist die Academy für Paranormale, die von ihrer Familie geleitet wird, sowohl Heimat als auch Gefängnis. Vor allem, da ihre Mutter klarmacht, dass Clementine die Schule und die Insel, auf der sie liegt, nie verlassen wird. Doch als sich ein Sturm über der Insel zusammenbraut, geraten nicht nur Schüler und Lehrer in Gefahr, Clementine muss auch ihr bisheriges Leben und alles, was sie zu wissen glaubte, hinterfragen.

Man wird als Leser direkt in die Handlung geworfen. Das finde ich normalerweise nicht schlecht, aber bei Fantasy würde ich mir manchmal ein paar Vorworte zum Worldbuilding wünschen. Die wären hier aus meiner Sicht auch absolut notwendig gewesen. Denn nicht nur wird man auf eine Insel in eine Schule mit verhaltensauffälligen paranormalen wesen geworfen, die einzelnen Gattungen werden aber auch null vorgestellt, es gibt auch keine Infos dazu, was die Schüler eigentlich getan haben, um einen Aufenthalt in der Schule zu verdienen. Generell werden viele Infos einfach als gesetzt gegeben, ohne weitere Ausführungen dazu.

Mir kam es ungefähr bis zur Hälfte des Buches so vor, als würde die Handlung nirgendwo hinführen. Es gab keinen echten roten Faden, warum die Charaktere tun was sie tun und was eigentlich das Ziel der Geschichte ist. Zwischendrin gibt es schwelende Konflikte, die nicht weiter erklärt werden, ominöse, magische Gegenstände und Monster, die ich mir nicht vorstellen konnte, weil ich noch nie von ihnen gehört habe, sowieso tödliche Gefahren, die ohne Vorwarnung auftauchen. Dadurch hat sich das Buch für mich echt gezogen und schwergängig lesen lassen. Dabei war eigentlich alles da, was ein Fantasybuch normalerweise packend und mitreißend macht. Aber hier bin ich einfach nicht in der Handlung angekommen.

Gegen Ende hat mich die Geschichte dann halt aber eben doch noch catchen können, sodass ich schon interessiert am Fortgang der Handlung wäre. Vor allem einzelne Charaktere, wie zum Beispiel Jude sind halt schon faszinierend angelegt und machen neugierig. Für mich ein eher schwieriges Buch von Tracy Wolff, dem ich eher zwiegespalten gegenüberstehe.

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Veröffentlicht am 29.11.2024

Insel der Wölfe

Shifter Island - Die Akademie der Wölfe
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Vom Cover bis zum Klappentext fand ich einfach alles an diesem Buch ansprechend und Shapeshifter stellten für mich Fantasytechnisch Neuland und eine nette Abwechslung zu Vampiren und Hexen dar. Ich hatte ...

Vom Cover bis zum Klappentext fand ich einfach alles an diesem Buch ansprechend und Shapeshifter stellten für mich Fantasytechnisch Neuland und eine nette Abwechslung zu Vampiren und Hexen dar. Ich hatte an sich keine besonders großen Erwartungen an dieses Buch, sodass ich unterm Strich zufrieden mit dem Leseerlebnis bin. Es ist schon eher seichte Fantasy, ein bisschen Dark Academy mit eindeutigem Romance-Einschlag. Kann man auf jeden Fall gut weglesen.

Zum Inhalt: als einzige Tochter ihres Vaters hat Nai sich ein Leben lang darauf vorbereitet irgendwann die Position des Alphas ihres Rudels einzunehmen. Als die Einladung zur Ausbildung an der Alpha Academy eintrudelt, ist sie trotzdem nicht darauf vorbereitet, was sie dort erwartet. Denn nicht nur nimmt ihr Clan dort eine Außenseiterposition ein, sie fühlt sich auch noch ausgerechnet zu den Erben des Königs und damit den erklärten Feinden ihres Rudels hingezogen.

Die Geschichte ist insgesamt relativ vorhersehbar, denn auch wenn erst nach und nach der volle Umfang der Geschehnisse und ihrer Bedeutung offenbart wird, so gibt es von Beginn an genug Andeutungen und Hinweise, um sich das ganze grob zusammenzureimen. Vom Fantasy-Level her würde ich sagen, dass dieses Buch gut Einsteiger-geeignet ist, da es sehr überschaubar ist.

Auch die Lovestory ist unterm Strich eher seicht angelegt, hat einen leichten Enemies-to-Lovers Touch, bietet aber an sich wenig Überraschendes. Was ich da schon irgendwie überzeugender fand, waren die freundschaftlichen Bande, die hier geschlossen wurden. Und auch wie die Midnight-Brüder als Einheit und Elite der Schule auftreten, fand ich ansprechend umgesetzt und bietet definitiv Potential für weitere Bücher.

Das coolste an der Handlung und damit der Grund, warum mich diese Geschichte mitgerissen hat, sind Nais Fähigkeiten. Diese entwickeln sich zwar sehr plötzlich und ungewöhnlich schnell, was ich immer etwas unglaubwürdig finde, sind aber trotzdem interessant angelegt. Nicht nur geben sie der Geschichte einen spannenden und unvorhersehbaren Twist, sondern sie sind auch super vielschichtig machen die gesamte Handlung rund um die Alphas, Allianzen und Intrigen nochmal deutlich packender.

Als Auftaktband fand ich dieses Buch ok, für meinen Geschmack dürften die zwei Folgebände jetzt aber ein bisschen an Tiefe und Tempo zulegen. Werde band 2 aber definitiv lesen.

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Veröffentlicht am 22.11.2024

Eine Geschichte der Frauen

When Women were Dragons – Unterdrückt. Entfesselt. Wiedergeboren: Eine feurige, feministische Fabel für Fans von Die Unbändigen
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Ich liebe gute Geschichten über starke, mutige Frauen, Female Empowerment und positives Frausein.
Dieses Buch hat sich für mich in einem Graubereich bewegt. Einerseits ist es durchaus ermutigend, gleichzeitig ...

Ich liebe gute Geschichten über starke, mutige Frauen, Female Empowerment und positives Frausein.
Dieses Buch hat sich für mich in einem Graubereich bewegt. Einerseits ist es durchaus ermutigend, gleichzeitig zeugt es aber davon, wie Frauen klein gehalten und verleugnet wurden und erinnert damit ein bisschen an Bücher von Christina Dalcher. Bin mir nicht ganz schlüssig, wie ich das nun eigentlich fand.

Zum Inhalt: in den 50er Jahren wachsen Hunderttausenden von Frauen in Amerika Schuppen, Klauen und Flügel, bevor sie als mächtige Drachen aus ihren bürgerlichen Leben verschwinden. Ein Ereignis, dass als Massenverwandlung bezeichnet und anschließend totgeschwiegen wird, ausradiert aus dem kollektiven Gedächtnis der Gesellschaft, aber nicht derer, die sie liebten. Bis sich erneut etwas Bahn bricht.

Die Grundidee mochte ich irgendwie total gern und fand sie sehr besonders, irgendwo zwischen Fantasy und historischem Roman. Dass die zwischen den Haupttext eingeworfenen Zeitungsartikel, Briefe und offiziellen Texte dem ganzen Thema einen wissenschaftlich und sozial aufgearbeiteten Charakter verliehen, fand ich eine schöne Idee.

Trotzdem las sich der Text für mich zwischenzeitlich mal ganz schön zäh und entwickelte sich eher träge und mühselig. Und obwohl die Protagonistin weiblich ist, werden männliche Gedanken, Empfindungen, Bedürfnisse und Ansichten sehr oft in den Fokus gerückt, was natürlich dem dargestellten Zeitgeist entsprach, mich aber wenig angesprochen hat. Ich hatte mir von dieser Erhebung und Flucht der Frauen irgendwie mehr erhofft.

Die Geschichte hatte schon so ihre Momente, aber auf mich einfach keinen Wow-Effekt.

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