Wenn Fitzek Comedy macht – leider kein Match
Horror-DateIch bin eigentlich ein Fan von Fitzek – wenn er tut, was er am besten kann: packende Thriller schreiben, die einem den Schlaf rauben. Horror-Date ist das genaue Gegenteil davon – ein „Keinthriller“, wie ...
Ich bin eigentlich ein Fan von Fitzek – wenn er tut, was er am besten kann: packende Thriller schreiben, die einem den Schlaf rauben. Horror-Date ist das genaue Gegenteil davon – ein „Keinthriller“, wie es so schön heißt. Und leider trifft genau das auch auf meine Begeisterung zu: kein Treffer.
Die Grundidee ist durchaus kreativ: Ein Datingportal für Menschen mit wenig verbleibender Lebenszeit klingt nach einer spannenden Mischung aus Romantik und Tragik. Doch statt echter Tiefe bekommt man hier einen überdrehten Roman, der mit der Brechstange auf lustig macht. Mir war das alles zu gewollt, zu laut, zu überspitzt – von Situationskomik keine Spur, eher Klamauk mit Ansage.
Die Figuren? Leider Paradebeispiele für Klischees. Der smarte Startup-Bro mit dem Ego größer als sein Auto, die todkranke, aber übermoralische Traumfrau und der beste Freund als aufopferungsvoller Plotmotor. Leider viel zu durchschaubar.
Was das Hörbuch betrifft: Simon Jäger hat definitiv Talent, keine Frage. Als Sprecher von Matt Damon und Co. hat er gezeigt, was stimmlich geht. Hier allerdings war er mir persönlich viel zu drüber. Jede Figur bekam eine Extraportion Theatralik, als würde man einem Cartoon beim Speed-Dating zuhören. Weniger wäre hier mehr gewesen – und vielleicht ein zweiter Sprecher, um dem Ganzen etwas mehr Nuance zu verleihen.
Mein Humor war’s nicht – aber wer auf laute Pointen und überspitzte Dialoge steht, wird sicher seinen Spaß haben. Ich hingegen sage: Sebastian Fitzek, bitte geh zurück zum Thriller-Schreibtisch.