Profilbild von wusl

wusl

Lesejury Star
offline

wusl ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit wusl über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.07.2018

nett

Ohne ein einziges Wort
0

Sarah und Eddie treffen sich zufällig und es ist von Anfang an eine magische Anziehungskraft zwischen den beiden. Sieben Tage lang zelebrieren sie eine intensive Liebe, die für beide sofort sehr tief und ...

Sarah und Eddie treffen sich zufällig und es ist von Anfang an eine magische Anziehungskraft zwischen den beiden. Sieben Tage lang zelebrieren sie eine intensive Liebe, die für beide sofort sehr tief und besonders scheint. Dann verabschiedet er sich in den Urlaub, lässt sie scheinbar nur widerwillig zurück... Und meldet sich danach nicht mehr bei ihr.
Sarah beginnt sich erst zu sorgen. Was ist ihm passiert? Ein Unglück? Ist er verschwunden oder ist es viel profaner und er rührt sich einfach nicht mehr bei ihr, weil er nichts mehr von ihr wissen will? Aber warum sollte das so sein? Er schien immer ehrlich, seine Gefühle nicht gespielt, seine Liebesschwüre keine Masche.
Sarah mutiert zu einem Gefühlszombie, weil sie nach einer Erklärung sucht und keine findet. Sie verfolgt seine Online-Accounts, stellt fest, dass er durchaus noch irgendwo lebt und schreibt. Nur ihr nicht.
Was ist geschehen, was hat seine Meinung geändert?

Ziemlich lange schweben Sarah und er Leser im Ungewissen. Erst, als klar wird, worum es eigentlich geht, wird das Buch richtig spannend und man leidet mit der jungen Frau. Leider dauert es aber, bis die Geschichte Fahrt aufnimmt. Da wird, denke ich ein bisschen Potential verschenkt und die Gefahr ist groß, dass so manch einer das Buch ungeduldig weglegt.

Alles in Allem guter Durchschnitt, die Sprache ist aber schön lesbar.
3 Sterne mit Tendenz nach oben.

Veröffentlicht am 20.04.2018

langatmig

Totenstarre
0

Mir war gar nicht bewusst, wie lange ich schon keinen Patricia-Cornwell-Krimi mehr gelesen habe, denn mit „Totenstarre“ ist schon Band 24 der Reihe um die Gerichtsmedizinerin Kay Scarpetta herausgekommen. ...

Mir war gar nicht bewusst, wie lange ich schon keinen Patricia-Cornwell-Krimi mehr gelesen habe, denn mit „Totenstarre“ ist schon Band 24 der Reihe um die Gerichtsmedizinerin Kay Scarpetta herausgekommen. Die ersten Jahre hatte ich die Reihe noch verfolgt, aber irgendwann bin ich doch ausgestiegen. Ich schätzte mal, der Grund war, dass mich die Krimis nicht mehr überzeugen konnten. Leider ging es mir bei meinen neuen Versuch ähnlich.

Der neue Cornwell-Roman taucht zügig in das Scarpetta-Reich ein. Man erfährt einiges über sie und ihre Familie, über ihre Freunde und über die Vergangenheit. Das ist kompakt aber für den aktuellen Fall nicht immer wichtig und verwirrte mich teilweise, da ich mit viel mehr Personal in dieser Geschichte rechnete, welches dann aber nie auftauchte. Auch die Ermittlungen kommen sehr schleppend in Gang und die Autorin lässt den Leser über die wichtigsten Details sehr lange im Ungewissen. Dadurch kann man aber auch nicht richtig miträtseln sondern muss abwarten, bis einem die Lösungen am Ende präsentiert werden.

Die Mordmethode war überraschend und neu für mich aber es fehlte mir die solide Polizeiarbeit, die ja das Salz in der Suppe eines guten Krimis sein soll.

Fazit: Langatmig und ohne Ecken und Kanten mit einem guten Schlussakkord.

Veröffentlicht am 20.04.2018

ein bisschen etwas übers Wassser

Die Geschichte des Wassers
0

Der Titel des Buches ist relativ hochtrabend und ich hatte durch die Werbung eine hohe Erwartung an das Buch. Ich dachte, es wäre eine Art Öko/SF/Roman in dem die Bedeutung des Wassers, die dramatischen ...

Der Titel des Buches ist relativ hochtrabend und ich hatte durch die Werbung eine hohe Erwartung an das Buch. Ich dachte, es wäre eine Art Öko/SF/Roman in dem die Bedeutung des Wassers, die dramatischen Veränderungen der Natur durch die Hand des Menschen in einer dystophischen Zukunft erzählt würden. In Ansätzen ist das natürlich auch so geschehen.

Die Vernichtung eines norwegischen Gletschers ist nur ein kleiner Baustein auf dem Weg ins Jahr 2045, in dem eine große Dürre in Südfrankreich zu einer Massenflucht führt. Große Auffanglager sind die einzigen Rettungsanker ohne Wasser, Verkehrsmittel, Telefon oder Handy, Nahrungsmittel u.ä. Alles scheint zusammenzubrechen.

In drei Zeitebenen erfährt man etwas über die Signe und David und Lou. Über ihr jeweiliges Schicksal, die Hintergründe ihrer Flucht, ihr Leben. Allerdings konnte ich mich irgendwie nicht so richtig mit ihnen anfreunden und das Wasser spielte auch keine zentrale Rolle. Ja, Signe versuchte als Öko-Terroristin für den Gletscher zu kämpfen und David und seine Tochter Lou waren in einer wasserlosen, lebensfeindlichen Gegend immer mit der Suche nach Wasser beschäftigt. Aber das Thema an sich wurde nur in den Raum geworfen und dann in keiner Weise wirklich näher behandelt. Außerdem erfuhr man wenig über den Rest der Welt. So kommen die Schicksale anderer Menschen und anderer Länder nicht wirklich vor und es gab weder genaue Erklärungen darüber, was in den 30 Jahren der Zunft passiert ist, noch wie der Zustand von Europa überhaupt ist. Jede Menge Andeutungen, die mich nicht zufriedengestellt haben.

Leider ein Buch, welches für mich nur marginal interessant war und ein bisschen am eigentlichen Thema vorbei erzählt hat.

Veröffentlicht am 11.01.2018

nicht ganz mein Fall

Hangman. Das Spiel des Mörders (Ein New-Scotland-Yard-Thriller 2)
0

Vom zweiten Buch von Daniel Cole bin ich etwas enttäuscht. Ich wusste zwar, dass es mit Ragdoll einen Vorgängerband gab aber mir war nicht bewusst, dass es tatsächlich der zweite Teil einer einzigen Krimigeschichte ...

Vom zweiten Buch von Daniel Cole bin ich etwas enttäuscht. Ich wusste zwar, dass es mit Ragdoll einen Vorgängerband gab aber mir war nicht bewusst, dass es tatsächlich der zweite Teil einer einzigen Krimigeschichte ist. So hatte ich kein Vorwissen und der Autor hat es nicht immer geschafft mir die Infos aus der Vergangenheit alle plausibel zu erklären. So konnte ich nicht immer die Zusammenhänge zu den Morden in Europa erkennen und musste mich an die Handlung in Amerika halten.
Seltsam fand ich den Humor in diesem Thriller. Ich fand ihn meist unpassend oder einfach nicht witzig. Es fehlte etwas der Charme und wirkte aufgesetzt und begrub die Spannung und Ernsthaftigkeit der Protas unter sich.
Die Handlung an sich fand ich nicht wirklich neu und auch nicht wirklich überzeugend. Und es endet wie befürchtet abrupt und mit der Gewissheit, dass es einen dritten Teil geben wird.
Hangman war leider nicht ganz mein Fall.

Veröffentlicht am 01.12.2017

etwas zäh

Leere Herzen
0

„Leere Herzen“ ist eine Dystophie der nahen Zukunft. Britta Söldner ist eine der Hauptakteurinnen. Ihr Name ist Programm. Sie leitet eine Agentur für Selbstmordattentäter. Ein straff geführtes Unternehmen, ...

„Leere Herzen“ ist eine Dystophie der nahen Zukunft. Britta Söldner ist eine der Hauptakteurinnen. Ihr Name ist Programm. Sie leitet eine Agentur für Selbstmordattentäter. Ein straff geführtes Unternehmen, welches durch große Verschwiegenheit und hohe Professionalität um Kunden wirbt.

Keine rosige Zukunft, die Julie Zeh in ihrem neuen Buch beschreibt. Eher eine rabenschwarze in der Tod und Selbstmord ebenso vermarktet werden, wie alles andere. Die Gleichförmigkeit der Menschen ist das gewollte Ideal. Individualität des Einzelnen unerwünscht. So ist Britta auch ein ziemlich unspektakulärer Charakter, der wenig Ecken und Kanten hat und leider auch nicht besonders sympathisch ist.

Der Roman ist eine Gesellschaftssatire die mit einem leicht erhobenen Zeigefinger eine Zukunft beschreibt, die so oder so ähnlich eintreten könnte, wenn wir den Entwicklungen in der Gegenwart nicht die richtige Richtung geben. Einige der Ideen von Julie Zeh sind durchaus unterhaltsam und der Titel beschreibt hervorragend ihre Protagonisten.

Alles in allem war das Buch für mich aber leider etwas zäh und nicht besonders spannend.