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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.12.2024

Autobiografischer Roman

Nostalgia
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André Kubiczek erzählt in 'Nostalgia' seine Geschichte, vom Aufwachsen in der späten DDR und von der großen Verbundenheit zu seiner laotischen Mutter. Seine Eltern lernten sich beim Studium in Moskau kennen ...

André Kubiczek erzählt in 'Nostalgia' seine Geschichte, vom Aufwachsen in der späten DDR und von der großen Verbundenheit zu seiner laotischen Mutter. Seine Eltern lernten sich beim Studium in Moskau kennen und gingen später gemeinsam nach Potsdam. André wuchs sehr einsam auf. Der Vater war vielbeschäftigt, die Mutter erkrankte an der tödlichen Krankheit Krebs und auch sein Bruder starb noch im Teenageralter.
Im ersten Teil des Buches berichtet der Autor schonungslos ehrlich in welchen Konflikten er sich in seiner Pubertät befand, als er sich mit Fremdengfeindlichkeit und bedingungsloser Linientreue der Lehrerschaft auseinandersetzen musste. Wie wichtig war da die aus dem westdeutschen Teil der Welt stammende Musik, mit deren Hilfe er sich die englische Sprache beibrachte. Im zweiten Teil des Romans kommt die Mutter selbst mit ihren Gedanken und Gefühlen zu Wort, ihrem immer drängenderen Wunsch, der alten Heimat wieder nah zu sein.
Das Buch überzeugt durch seine Authentizität und schonungslose Ehrlichkeit, schaffte es, für den Deutschen Buchpreis 2024 nominiert zu werden.

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Veröffentlicht am 08.12.2024

Schmerzhafte Verarbeitung zwischenmenschlicher Beziehungen

Die Haut hat kein Gedächtnis
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In ihrem Roman 'Die Haut hat kein Gedächtnis' setzt sich die Autorin Susanne Konrad autofiktional mit dem Thema eines persönlich tiefliegenden Traumas auseinander. Es ist eine Geschichte, die berührt und ...

In ihrem Roman 'Die Haut hat kein Gedächtnis' setzt sich die Autorin Susanne Konrad autofiktional mit dem Thema eines persönlich tiefliegenden Traumas auseinander. Es ist eine Geschichte, die berührt und gleichzeitig wachrütteln möchte, nachdenklich stimmt. Einfühlsam und dennoch fordern in seiner Brisanz lernen wir Caro und ihr konfliktbehaftetes Leben nach einer Vergewaltigung, bei der sie schwanger wird, kennen. Mit Unterstützung ihrer Eltern entscheidet sich Caro das Kind, eine Tochter genannt Sarah, zur Welt zu bringen. Doch es fällt ihr schwer, trotz psychologischer Ausbildung, eine emotionale Bindung zu dem Kind aufzubauen. In ihrer neuen Partnerschaft zu Thies kämpft sie ebenso mit sich und ihrem Gewissen, das sie zusätzlich stark belastet. Der Leser wird tief in die Gedankenwelt der Protagonistin gezogen, erlebt den inneren Kampf der geschädigten Gefühlswelt und den Konflikt, einer nächsten Generation einen unbelasteten Start ins Leben zu geben.
Autofiktionales Schreiben kann als befreiendes Element verstanden werden, worüber die Autorin eindrucksvoll im Nachgang der Geschichte berichtet. wenn es gelingt, sich in einen virtuellen Stellvertreter zu verwandeln und den Plot so mit gefühlsmäßigem Abstand zu entwickeln.

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Veröffentlicht am 08.12.2024

Unbehagen und Schlaflosigkeit, die belasten

Heilung
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Eigentlich sollte die wunderschöne, glamouröse Welt dem Ich-Erzähler und seiner Frau, einer über die Kontinente hinaus gefragten Künstlerin, zu Füßen liegen. Doch der einstige Kunstkritiker, der seinen ...

Eigentlich sollte die wunderschöne, glamouröse Welt dem Ich-Erzähler und seiner Frau, einer über die Kontinente hinaus gefragten Künstlerin, zu Füßen liegen. Doch der einstige Kunstkritiker, der seinen Job an den Nagel gehangen hat und mehr oder weniger als Hausmann fungiert, wird mit den Tagen immer unzufriedener, sein Unbehagen steigt, das sich in extremer Schlaflosigkeit äußert und Auswirkungen auf das harmonische Verhältnis der Eheleute zeigt. Ein Sanatoriumsaufenthalt der Luxusklasse soll Abhilfe schaffen. Doch die eher verwirrenden Umstände der Kurklinik lassen den Protagonisten schließlich zu seinem alten Freund flüchten, der ihm mit Hilfe der heilsamen Natur helfen soll. Wird ihm das gelingen?
In seinem Roman 'Heilung' stellt der Autor Timon Karl Kaleyta die dem Reichtum vorbehaltene umsorgte, eigentlich sorgenlosen Welt einer dem Glauben an die Naturkräfte gegenüber auf der Suche nach dem heilenden Prozess der Regulierung fehlgeleiteter Gedanken. Die Ohnmacht des Willens nach positiver Perspektive ist ein aktuelles Thema, das durch äußere Umstände entscheidend geprägt wird.
Der Roman wurde für den Deutschen Buchpreis 2024 nominiert.

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Veröffentlicht am 08.12.2024

Selbstreflexion und ein einzigartiger Roadtrip

Iowa
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Die Autorin des Romans 'Iowa' Stefanie Sargnagel erhält die Berufung zum Grinnell Collage. An der Kunsthochschule soll sie die Studierenden im kreativen Schreiben unterrichten. Kurzerhand folgt sie diesem ...

Die Autorin des Romans 'Iowa' Stefanie Sargnagel erhält die Berufung zum Grinnell Collage. An der Kunsthochschule soll sie die Studierenden im kreativen Schreiben unterrichten. Kurzerhand folgt sie diesem Angebot gemeinsam mit ihrer Freundin Christiane Rösinger, die sich im Berliner Underground einen Namen verschafft hat. Ein Abenteuer der besonderen Art beginnt in der Kleinstadt Grinnell, gelegen im mittleren Westen der Vereinigten Staaten von Amerika, bedient der Alltag, der dort lebenden Menschen, doch so manches Klischee, welches genau unter die Lupe genommen und kritisch aber auch selbstironisch betrachtet wird. Ein einzigartiger Roadtrip durch den Bundesstaat Iowa bestätigt die bisherigen Wahrnehmungen und lässt die literarischen Skizzen anwachsen.
Humorvoll, mit einem scharfen Blick fürs Detail, aber auch kritisch hinterfragend präsentiert sich der Erfahrungsbericht erlebnisreicher Tage von Stefanie Sargnagel, die pointenreich von ihrer Begleiterin Christiane Rösinger kommentiert werden. Es ist ein Leseerlebnis, welches nicht nur das Zwerchfell in Wallung bringt.
Der Roman wurde für den Deutschen Buchpreis 2024 nominiert und verdient zu Recht beachtet und gelesen zu werden.

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Veröffentlicht am 07.12.2024

Wird aus Freundschaft Liebe?

Alles, was wir sagen
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Hingebungsvoll kümmern sich die Freunde um Nathalie, die nach einem Treppensturz an ihr Zuhause gefesselt ist. Lisa und auch Ben geben sich alle Mühe, der Freundin die Zeit nicht all zu lang werden zu ...

Hingebungsvoll kümmern sich die Freunde um Nathalie, die nach einem Treppensturz an ihr Zuhause gefesselt ist. Lisa und auch Ben geben sich alle Mühe, der Freundin die Zeit nicht all zu lang werden zu lassen. Als Jannik eines Tages Nathalie einen Besuch abstattet, erwachen alte Gefühle in ihr. Doch Jannik ist depressiv und in seiner Familie leidet die Mutter unter Alzheimer. Keine guten Voraussetzungen unbeschwert in den Tag hineinzuleben und den Gefühlen viel Raum zu geben.
Nicole Fisher lässt auch in dem zweiten Teil 'Alles was wir sagen (Wenn Kolibris fliegen)' die Charaktere ihrer Protagonisten für sich sprechen. Sie bestechen durch ihre authentischen Handlungsweisen. Feinfühlig setzt sie die Menschen in Szene und schenkt uns mit diesem Roman eine berührende, fesselnde Geschichte mit Nachhall.

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