Ganz ok für zwischendurch
Ghosted“Ghosted” ist eine ganz süße Geschichte mit einer unsympathischen Protagonisten und einem schnellen und teilweise vorhersehbaren Ende.
Obwohl der Einstieg etwas holprig war, braucht man nicht lange, um ...
“Ghosted” ist eine ganz süße Geschichte mit einer unsympathischen Protagonisten und einem schnellen und teilweise vorhersehbaren Ende.
Obwohl der Einstieg etwas holprig war, braucht man nicht lange, um in das Buch hineinzufinden. Die Handlung selbst ist simpel und in mehreren Punkten vorhersehbar, was ich allerdings nicht unbedingt immer als etwas Negatives sehe, so auch hier.
Mein größtes Problem war eindeutig Protagonistin Emily.
Emily war so ziemlich während des ganzen Buches unfassbar anstrengend. Aufgewachsen in einem Sozialviertel, möchte sie auf keinen Fall, dass ihre Vergangenheit ihr auch nur irgendwie anzusehen ist: Es wird anders geredet, anders gegessen, andere Kleidung getragen. Der "Traummann" soll unbedingt ein bestimmtes Niveau haben und ihr somit den sozialen Aufstieg und die damit verbundene (finanzielle) Sicherheit geben, die sie als Kind und Jugendliche nicht hatte.
Wenn man über Emilys Kindheit & Jugend liest, dann ist dieser Wunsch nach Sicherheit und Stabilität nachvollziehbar und mehr als verständlich. Das Resultat davon ist, wie schon erwähnt, fragwürdig. Nicht nur aus Lesersicht, sondern auch aus Sicht einiger anderer Charaktere. Dass diese Scharade früher oder später zusammenfällt, kann man sich an dieser Stelle bestimmt denken.
Andy ist quasi das komplette Gegenteil von Emily und ihrem Leben. Seine Geschichte und das Rätsel um seinen Tod fand ich sehr unterhaltsam und es hat mich auch immer gefreut, wenn die Handlung in diese Richtung gewechselt ist.
Die Auflösung am Ende war genau das, was man sich auch ungefähr während des Lesens zusammenreimen konnte.
Es ging alles vergleichsweise doch etwas schnell & einfach und ja, es gab ein Happy End, aber vielleicht nicht unbedingt im klassischen Sinn. Ich kann daher auch nicht sagen, dass ich mit dem Ende 100% zufrieden bin.
“Ghosted” ist damit für mich ein typisches “kann man machen, muss man aber nicht”-Buch. Es ist sicherlich auf eine Weise unterhaltsam und ich denke nicht, dass man einen Fehler macht, wenn man sich entschließt, zu dem Buch zu greifen. Man kann es gut zwischendurch lesen, vor allem, wenn man beide Augen zudrückt, was Protagonistin Emily angeht.