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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.12.2024

Spannender Thriller

Die Frau des Serienkillers
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Beth und Tom Hardcastle leben mit ihrer kleinen Tochter Poppy das scheinbar perfekte Leben in dem kleinen Ort Lower Tew. Beide haben einen tollen Job, ein schönes Haus, und führen offenbar die perfekte ...

Beth und Tom Hardcastle leben mit ihrer kleinen Tochter Poppy das scheinbar perfekte Leben in dem kleinen Ort Lower Tew. Beide haben einen tollen Job, ein schönes Haus, und führen offenbar die perfekte Ehe. Doch eines Abends wird Tom verhaftet und des Mordes beschuldigt. Von diesem Tag an ist nichts mehr so perfekt, wie es bis dahin war und Beth muss sich nun mit den Gerüchten und Vorwürfen im Ort konfrontiert sehen - und dabei ihre Tochter von all dem Üblen fernhalten.
Während Beth zunächst noch voll hinter ihrem Mann steht, kommen ihr mit der Zeit Zweifel. Denn sie kennt ein Geheimnis und fragt sich, ob Tom wirklich unschuldig sein kann.

Alice Hunter überzeugte mich mit "Die Frau des Serienkillers" neben ihrem kurzen, prägnanten und packenden Schreibstil durch die kurzen Kapitel, die den Lesefluss anregten und für einen stets straff gezogenen Spannungsbogen sorgten.
Sowohl Beth und Tom als auch die anderen Figuren konnte ich nicht immer korrekt einordnen und war immer auf der Suche nach Hinweisen und Fehlern, die auf die Auflösung hinwiesen. Denn das Tom ein Mörder ist, wird durch die wechselnden Perspektiven der Kapitel schnell klar - doch ob das alles ist, und was noch hinter den Toden steht, blieb eine ganze Weile offen.
Gerade im letzten Drittel sorgte der Plottwist für eine gelungene Überraschung und zog die Spannung noch einmal an.

Ein spannender Thriller um die neue Reihe der Familie des Serienkillers.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 21.11.2024

Aktuelle Thematik im Jugendroman

Skogland 3. Skogland brennt
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"Skogland brennt" ist der dritte Teil der Skogland-Reihe von Kirsten Boie, der sich laut eigenen Angaben unabhängig von den anderen beiden Teilen lesen lässt. Ich kenne die Vorgänger tatsächlich nicht ...

"Skogland brennt" ist der dritte Teil der Skogland-Reihe von Kirsten Boie, der sich laut eigenen Angaben unabhängig von den anderen beiden Teilen lesen lässt. Ich kenne die Vorgänger tatsächlich nicht und habe nur dieses Buch der Reihe gelesen. Da Kirsten Boie sehr flüssig schreibt und die Kapitel kurz sind, bin ich gut in die Geschichte hineingekommen. Es wird wechselnd aus verschiedenen Perspektiven der Figuren erzählt, weshalb ich einige Kapitel brauchte, um alle Figuren miteinander in Verbindung zu setzen und entsprechend einzuordnen.

Jarven plant ein Sommercamp mit Jugendlichen aus dem Süden und dem Norden Skoglands, um sie so näher zueinander zu bringen und der Spaltung, die immer spürbarer wird, entgegenzuwirken. Ihr Freund Joas, der Sohn des Innenministers, ist verschwunden und Hjalmar, ein Einzelgänger und Sohn einer der ältesten Adelsfamilien, kapselt sich immer mehr ab. Jarven und Ylva wissen lange nicht, was dahinter steckt und erfahren zu spät, was Hjalmar geplant hat.

Kirsten Boie greift den Völkerhass, die Spaltung der Gesellschaft, Rassismus und rechten Terror in diesem Buch auf und flechtet dabei wahre Geschehnisse und Ereignisse als Grundlage für das fiktive Geschehen in Skogland ein. Die Einblicke in Hjalmars Gedankenwelt, die rechten Strukturen, der Einfluss von Social Media und vor allem der Hass werden dabei sehr deutlich.

Durch die kurzen Kapitel und die Spannung, die bereits im ersten Kapitel einsetzt, lässt sich das Buch sehr zügig lesen, der Spannungsbogen bleibt dabei konstant straff.

Die geschilderten Geschehnisse in Skogland sind - wie wir wissen - leider keine reine Fiktion, sondern in gewisser Weise Abbild unserer Realität. Daher finde ich es wichtig, dass jungen Leser*innen Zugänge geboten werden, die hoffentlich Verständnis sowie Bewusstsein fördern und sensibilisieren.

Veröffentlicht am 20.11.2024

Gemütliche Herbstromanze

Meet me in Autumn. Eine Pumpkin spiced Romance
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Jeanie sieht mit an, wie ihr Chef einen durch Stress erzeugten Herzinfarkt erleidet und stellt für sich selbst fest: So soll es mit ihr nicht enden. Da kommt es ganz gelegen, dass ihre Tante ihr das Pumpkin ...

Jeanie sieht mit an, wie ihr Chef einen durch Stress erzeugten Herzinfarkt erleidet und stellt für sich selbst fest: So soll es mit ihr nicht enden. Da kommt es ganz gelegen, dass ihre Tante ihr das Pumpkin Spice Café in Dream Harbor schenkt. Jeanie ergreift die Chance auf einen Neuanfang in der Kleinstadt als willkommene Alternative zu ihrem Job am Schreibtisch.
Einer der ersten Menschen, die sie aus Dream Harbor kennenlernt, ist der attraktive Farmer Logan, der offenbar gar nicht so viel von den Kleinstadtbewohnerinnen und dem Tratsch hält, sonder eher für sich bleibt.
Doch auch er hat Jeanie wahrgenommen, fühlt sich zu ihr hingezogen und lässt sich durch sie von seinen Routinen abbringen. Auch die Bewohner
innen von Dream Harbor sind froh, dass sie endlich wieder Zeit im Pumpkin Spice Café verbringen können.

Laurie Gilmore hat mit "Meet me in autumn" eine gemütliche herbstliche Liebesgeschichte verfasst. Das Buch war wegen des einfachen Stils sehr leicht und schnell zu lesen. Erzählt wurde wechselnd aus Logans und Jeanies Perspektive, sodass wir einen guten Einblick in die jeweiligen Gedanken und Handlungen bekommen.
Durch das Kleinstadtsetting sind die Figuren sehr klischeebehaftet dargestellt und auch Logan und Jeanie handeln sehr vorhersehbar.
Der Plot war für mich nicht überraschend und das Ende sehr erwartbar. Für den Herbst mochte ich jedoch das gemütliche Flair des Pumpkin Spice Café, die Entwicklung von der Liebesbeziehung und einfach ein paar schöne Lesestunden zu haben.

Veröffentlicht am 17.11.2024

Sehr gelungene Erzählung von Überlebenden

Bright Young Women
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An einem Samstag des Jarhes 1978 verschafft sich ein Mann Zugang in ein Studentinnenwohnheim und bringt mehrere Bewohnerinnen auf brutale Weise um. Pamela überlebt diesen Angriff und sieht für einen kurzen ...

An einem Samstag des Jarhes 1978 verschafft sich ein Mann Zugang in ein Studentinnenwohnheim und bringt mehrere Bewohnerinnen auf brutale Weise um. Pamela überlebt diesen Angriff und sieht für einen kurzen Moment sogar das Gesicht des Angreifers. Dieser wird anschließend als einer der berüchtigsten Serienmörder der USA gesucht und wird im Laufe der Zeit sehr bekannt.

Jessica Knoll legt den Fokus hier auf die Betroffenen und gibt ihnen eine Stimme. Der Täter wird hier namentlich nicht genannt, auch wenn wahrscheinlich alle wissen, um wen es hier geht, und bekommt keine Aufmerksamkeit über seine Täterschaft als solche hinaus und ihm wird auch keine greifbare Persönlichkeit verliehen - erzählt werden hier die Geschichten der Überlebenden.
Da Pamela damals die wichtigste Zeugin war, den Überfall beschrieben, ihre toten Mitbewohnerinnen und sogar den Täter gesehen hat, ist sie diejenige, auf der das Phantombild beruht. Ihren Worten wird jedoch wenig Gehör geschenkt und so wird im Laufe der Jahre nach 1978 auch deutlich, wie viele Frauen bereits sterben mussten und welche Taten hätten verhindert werden können, wäre Pamela und den anderen Frauen mehr Glauben geschenkt worden.

Jessica Knoll schreibt flüssig, spannend und stellt die überlebenden Frauen, ihre Pespektiven und die Konsequenzen ihrer Leben in den Mittelpunkt. Es geht also bei dem Thriller nicht darum, herauszufinden, wer der Täter war, sondern den Betroffenen zuzuhören - und im besten Fall auch von weniger gelungenen Reaktionen zu lernen. Auch Ruth, die zweite Frau, die hier als Erzählerin auftritt und ihre Geschichte teilt, bekommt eine immer wichtigere Rolle innerhalb des Gesamtgeschehens.
Erzählt wird auf diversen Zeitebenen, dabei geht Jessica Knoll nicht chronologisch und sprunghaft vor. Manchmal brauchte ich einen Moment, um mich zu orientieren, aber ich mochte den Stil gern und fand es so auch abwechslungsreicher und interessanter zu lesen.

Ein feministicher und gesellschaftskritischer Ansatz, mit dem Jessica Knoll hier von den Überlebenden und den Umgang mit ihnen erzählt. Ich kann das Buch jedemjeder Leserin empfehlen, die sich für Crime und Betroffenen-/Überlebendenperspektiven interessiert.

  • Einzelne Kategorien
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  • Spannung
Veröffentlicht am 13.11.2024

Aufarbeitung von Traumata

Dem Sturm entgegen
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Enya passiert in einer verregneten Nacht eine Unfallstelle, an der ein Teenager angefahren wurde. Durch ihren Einsatz kann der Junge wiederbelebt und ins Krankenhaus transportiert werden. Enya lebt mit ...

Enya passiert in einer verregneten Nacht eine Unfallstelle, an der ein Teenager angefahren wurde. Durch ihren Einsatz kann der Junge wiederbelebt und ins Krankenhaus transportiert werden. Enya lebt mit ihrem Sohn und ihrem Mann in einer Villa, gemeinsam leiten sie eine HausärztInnenpraxis. Doch die Unfallnacht verändert Enyas Leben komplett. Sie trennt sich und zieht aufs Land, um dort Ruhe und Frieden zu finden. Doch auch in dieser Abgeschiedenheit wird sie von der Unfallnacht heimgesucht und muss nun gegen ihre inneren Dämonen und ihre eigenen Traumata kämpfen, die sie seit knapp 30 Jahren in sich trägt.

Cecelia Ahrens Bücher verknüpfe ich oftmals mit Übernatürlichem, doch hier spielen eher Mystik bzw. alte irische Lehren eine Rolle. Ihr Schreibstil ist flüssig und gerade das erste Drittel hat mich gepackt. Die beiden letzten Drittel haben mich dann etwas verloren. Ich konnte Enyas Denken und Handeln nicht wirklich nachvollziehen und fand einige Elemente und Zusammenhänge wenig glaubhaft. Trotzdem mochte ich, dass Enyas sich mit ihrer Vergangenheit und ihren Traumata auseinandersetzt und denke, dass einige Leser
innen mit Cecelia Ahrens Methode und Verbildlichung viel anfangen können.