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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.05.2026

Toxische Freundschaft auf dem Land

Spielverderberin
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Gestaltung:
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Das Titelbild fand ich sehr spannend, denn es bietet Interpretationsspielraum. Es zeigt drei unterschiedlich farbige Schuhe, einer davon in dominantem Rot in der Mitte. Wahrscheinlich ...

Gestaltung:
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Das Titelbild fand ich sehr spannend, denn es bietet Interpretationsspielraum. Es zeigt drei unterschiedlich farbige Schuhe, einer davon in dominantem Rot in der Mitte. Wahrscheinlich der von Romy. Daran angelehnt je ein grüner und ein blauer Schuh, vermutlich von Sophie und Lotte. Dieses Symbol für die Freundschaft der drei Mädchen gefiel mir, weil es ungewöhnlich ist. Die Farben sind dagegen eher gedeckt, daher wirkt das Bild etwas altmodisch und springt einem nicht sofort ins Auge. Im Laden hätte ich das Buch wahrscheinlich übersehen.

Inhalt:
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Lotte und Sophie sind in Bauernschaften im Süthland aufgewachsen. Man kennt sich und sieht sich jeden Tag und ist eng miteinander befreundet. Als die beiden in die Oberstufe des Gymnasiums gehen, zieht Romy aus München in die Nähe und freundet sich mit ihnen an. Sie ist ganz anders als die "Mädchen vom Land": unabhängiger, klüger, selbstbewusster und wilder. Vor allem Sophie ist davon sehr beeindruckt, aber Romy fühlt sich besonders mit Lotte eng verbunden. Kann eine solche Dreierkonstellation auf Dauer gut gehen?

Mein Eindruck:
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"»In dem Haus wohnen wieder Menschen«, sagte sie. Mein Kopf schoss hoch, in der Dämmerung war Romys Gesicht wie ausgebleicht. »Ich bin hingefahren«, sagte sie, »als die Umzugsfirma gerade da war. Sie haben etwas gefunden, im Keller.«Ich schnappte nach Luft. »Was haben sie gefunden?«»Keine Ahnung, aber sie haben die Polizei gerufen.«" (S. 25f)

Wie bereits erwähnt, hätte mich das Cover trotz seiner Symbolik nicht direkt angesprochen. Der Klappentext dagegen klang zunächst interessant.
Die Geschichte wird aus Sophies Perspektive in der Ich-Form erzählt, somit erlebt der Leser das Geschehen aus einem einseitigen, subjektiven Winkel heraus. Und genau das war das Problem für mich. Sophie ist mir von Anfang an nicht sympathisch gewesen. Sie hat ein sehr schwaches Selbstbewusstsein und permanent Komplexe, weil sie "vom Land" ist. Obwohl sie schon lange vorher mit Lotte befreundet war, versucht sie nicht nur, die Freundschaft zu Romy zu forcieren, sondern verübelt auch Lotte, dass diese mit Romy ebenfalls befreundet ist. Sie würde gerne Romy für sich alleine haben und entwickelt dahingehend eine regelrechte Obsession.
Der Leser hängt sehr in Sophies Gedankenkarussell fest, das um die Faszination für Romy, das schlechte Gewissen gegenüber Lotte und die Unterschiede Stadt- zu Landmenschen kreist. Das fand ich auf Dauer sehr nervend und teils auch langweilig.
Der einzige Grund, das Buch bis zum Ende durchzulesen, war das Geheimnis um Lottes Gesundheitszustand bzw. den Unfall, der dazu führte. Sophie erzählt im Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart, sodass die Handlungsstränge sich gegenseitig immer wieder unterbrechen und man neugierig auf die Auflösung wird.
Leider ist das Ende dann weniger spektakulär als erhofft und gerade als es spannend wird, ist der Roman auch schon zu Ende.
Mich konnte das Buch leider nicht erreichen, ich habe mich die meiste Zeit eher durchgequält. Zudem hat man durch die einseitige Erzählperspektive nicht viel über die Gedanken und Emotionen von Romy und Lotte erfahren. Vor allem Lotte blieb eine sehr blasse Figur.

Fazit:
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Sehr eindimensional erzählter Roman über eine toxische Dreier-Freundschaft mit wenig Spannung und enttäuschender Auflösung.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.09.2025

Viel Cosy - wenig Crime

Mörderisch verstrickt – Ein Strickclub ermittelt
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Gestaltung:
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Das Cover sieht nach einem Unterhaltungsroman aus und so gar nicht nach einem Kriminalroman. Im Nachgang betrachtet passt das Titelbild somit leider sehr gut zum Inhalt.

Inhalt: ...

Gestaltung:
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Das Cover sieht nach einem Unterhaltungsroman aus und so gar nicht nach einem Kriminalroman. Im Nachgang betrachtet passt das Titelbild somit leider sehr gut zum Inhalt.

Inhalt:
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Im Strickladen von Mette treffen sich regelmäßig ein paar strickbegeisterte Bewohner aus dem kleinen Küstenort Lüttjekoog. Eine von ihnen ist die Pfarrerin und Mettes beste Freundin Anne. Diese findet bei einer Wattwanderung einen Schatz und vermutet, eine legendäre, untergegangene Stadt entdeckt zu haben. Sie fühlt sich auf einmal bedroht. Dann wird sie in ihrer Kirche überfallen und wenig später wird im Ort ein unbekannter Toter gefunden. Hatte er etwas mit dem Schatz zu tun? Und wer hat ihn ermordet? Der Strickclub beginnt zu ermitteln.

Mein Eindruck:
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Ich bin ein großer Fan von Küstenkrimis und auch von Cosy-Crime. Allerdings überwog in diesem Fall das "Cosy" eindeutig und das Kriminalthema ging dabei fast ganz unter.
Die Autorin knüpft an das von ihr bekannte Thema eines Strickladens an und kreiert eine richtige Wohlfühlatmosphäre mit sympathischen Charakteren. Allen voran Mette, die ihr Studium abgebrochen hat, um ihren eigenen Weg zu gehen und einen Strickladen zu leiten. Pfarrerin Anne lebt in Scheidung und ist nun alleinerziehende Mutter von zwei Kindern. Und dann ist da noch die etwas ausgeflippte Brunhilde, Betreiberin des Friseursalons "Wilde Welle" und der stille, aber liebenswerte Gustavsen, dessen Mann vor ein paar Jahren verstorben ist. Sie alle habe ich beim Lesen in mein Herz geschlossen.
Allerdings dauert es sehr lange, bis zum Überfall und bis zum Mord. Auch danach kommt keine Spannung auf. Vor allem beschäftigt sich der Roman mit dem Alltagsleben der Charaktere, ihren Strickprojekten und ihren persönlichen Problemen. Richtige Ermittlungen kommen nicht wirklich zustande, vielmehr stolpern sie mehr oder weniger per Zufall am Schluss auf den Mörder. Die Erläuterung war zwar schlüssig, aber die Art und Weise, wie sie zu der Auflösung gelangen und am Ende damit umgehen, überzeugte mich nicht. Es war mir alles zu harmonisch und daher zu unrealistisch.
Die Autorin hätte beim Genre Unterhaltungsroman bleiben sollen, der Versuch, Krimielemente hinzuzufügen, ist in meinen Augen leider missglückt. Es ist eine nette Erzählung für einen schönen Nachmittag am Strand, aber es kommt fast keine Spannung auf. Ich gebe noch 2 Sterne, weil ich mich beim Lesen ganz gut unterhalten fühlte und mir die Tipps zum Thema Stricken am Ende des Buches gut gefielen.

Fazit:
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Liebenswerte Charaktere, aber mehr Unterhaltungsroman als Krimi und somit leider am Thema vorbei. Für Strickfans zu empfehlen!

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.07.2025

Liebe und Geld

Wut und Liebe
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Inhalt:
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"Camilla schloss die Augen und schüttelte sachte den Kopf. »Vielleicht habe ich diesen Job zu lange gemacht. Ich sehe inzwischen das Leben mit den Augen einer Buchhalterin. ...

Inhalt:
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"Camilla schloss die Augen und schüttelte sachte den Kopf. »Vielleicht habe ich diesen Job zu lange gemacht. Ich sehe inzwischen das Leben mit den Augen einer Buchhalterin. Und aus dieser Sicht geht es für mich nicht auf. Wie eine Buchhaltung. Da kann man auch nicht warten, bis sie stimmt. Man muss etwas tun. Auch wenn es weh tut. Sonst tut es am Ende allen noch viel mehr weh. Verstehst du?«" (S. 20)

Camilla liebt ihren Lebensgefährten Noah, aber nicht das Leben mit ihm. Er ist ein wenig erfolgreicher Künstler, sie ist Buchhalterin und das Gehalt muss für beide reichen. Camilla erhofft sich mehr vom Leben und verlässt Noah. Dieser kann sich schwer damit abfinden. Da begegnet er zufällig der Rentnerin Betty, die ihm ein unmoralisches, aber lukratives Angebot unterbreitet. Wird Noah es annehmen und wird er dadurch Camilla zurückerobern können?

Mein Eindruck:
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Der Autor Martin Suter war mir vom Namen her ein Begriff, tatsächlich ist dies jedoch mein erster Roman von ihm. Ich bin bei der Bewertung hin und her gerissen. Auf der einen Seite fiel es mir schwer, einen Zugang zu den Figuren zu finden. Noah ist teils sehr naiv und vertrauensselig, gleichzeitig auch besessen von Camilla und stalkt sie. Camillas Aussage, dass sie ihren Partner liebt, aber nicht mit ihm zusammenleben will, weil das Geld nicht reicht, konnte ich ebenfalls schwer nachvollziehen. Außerdem setzt sie ihr Vorhaben nicht konsequent um bzw. ihre Handlungen passen nicht immer zu ihren ursprünglichen Planungen. Auch sie ist sehr vertrauensselig und agiert in einigen Dingen wie beim Geschäftseinstieg bei ihrer besten Freundin, extrem blauäugig. Gestört hat mich außerdem der übermäßige Alkoholkonsum aller handelnden Personen und die vielen detailreichen Essensbeschreibungen hätten für mich nicht sein müssen.
Auf der anderen Seite gefiel mir die Geschichte vom Handlungsverlauf her. Es gab viele überraschende Wendungen und erst am Ende wurde ersichtlich, wer welche Rolle spielt. Hier manipuliert fast jeder jeden und der Schluss war schon recht raffiniert, wenngleich die vielen Zufälle unrealistisch waren.
Ich gebe diesem Roman daher immerhin zwei Sterne. Ob ich noch mal etwas von diesem Autor lesen werde, weiß ich allerdings nicht.

Fazit:
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Raffiniert konstruiert, aber mit schwachen Charakteren

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.04.2025

Christliche Inspirationen als Coffee Table Book

ICONS Glaubensheld*innen aus der Bibel und heute
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Cover:
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Das Titelbild zeigt eine Frau mit Handy in der Hand und noch vielen weiteren Symbolen im Hintergrund. Die bläuliche Farbgestaltung hat mir gut gefallen und die vielen Sinnbilder ...

Cover:
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Das Titelbild zeigt eine Frau mit Handy in der Hand und noch vielen weiteren Symbolen im Hintergrund. Die bläuliche Farbgestaltung hat mir gut gefallen und die vielen Sinnbilder weckten meine Neugier.

Inhalt:
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"Du hältst ein Buch in den Händen, das voller Geschichten von absolut ikonischen Persönlichkeiten steckt, die alle eines verbindet: Sie schauen aus einer Perspektive auf die Welt, die den Gott der Bibel als eine Realität ihres Lebens mit einbezieht. Das war es aber eigentlich auch schon mit den Gemeinsamkeiten.
Denn du findest in diesem Buch Geschichten und Bilder von Menschen aus der Bibel und von heute. Von Menschen mit ganz unterschiedlichen Biografien, Identitäten, Talenten, Herkünften und Meinungen."

So beginnt das Buch und fasst damit den Inhalt eigentlich schon gut zusammen. Zu Beginn steht immer ein "Icon", ein Bild der (ikonischen) biblischen Person, die später dargestellt wird. Daher ist der Titel "Icon" doppeldeutig zu verstehen. Anschließend erfolgt ein Auszug der biblischen Geschichte aus der Perspektive der dargestellten Person mit einem erläuternden Text zur Grafik. Dann eine biblische Einordnung von einem theologischen Experten. Um Bezug zur Gegenwart herzustellen, werden eine oder mehrere Personen vorgestellt, deren Biografien zum vorangegangenen Bibelgeschehen passen sollte(n). Ihre Texte in Form eines kurzen blogartigen Eintrags oder als Gedicht bieten Inspirationen, um über Körper, Kunst, Unsicherheit, Arbeit und Beziehungen oder konkret über die vorgestellten Glaubenshelden/-heldinnen zu sprechen.

Mein Eindruck:
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Ich habe das E-Book gelesen und kann daher nicht über Umschlag- oder Seitenmaterialität urteilen. Beim Durchblättern in der digitalen Variante haben mich die modernen Grafiken, die Fotos der Personen sowie die farbliche Gestaltung der Texte angesprochen.

Der Klappentext hatte mich neugierig gemacht, denn ich finde die Idee gut, die Bibel zeitgemäß aufzubereiten oder Bezug zur Gegenwart herzustellen, um auf diesem Wege auch junge Leute an den Glauben heranzuführen. Optisch und von der Länge der Texte dürfte das gelungen sein.
Inhaltlich hatte ich im Laufe des Buches jedoch Probleme, einen roten Faden oder Zusammenhänge zwischen Bibeltext und den Menschen der Gegenwart zu finden. Ich hatte selten das Gefühl, dass es einen direkten Bezug gab. Hinzu kam, dass ich bis auf wenige Ausnahmen die Hintergrundgeschichte zu den Bibelpersonen nicht kannte und mir hier die biblische Einordnung keine vollständige Aufklärung bieten konnte. Generell finde ich es gut, wenn man auch mutige Menschen aus der Bibel präsentiert bekommt, die bisher weniger bekannt sind.

Bei den heutigen "Glaubenshelden/-heldinnen" fehlte mir dagegen oft das "Heldenhafte". Es sind größtenteils Menschen, die aufgrund ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Herkunft Diskriminierung auch in ihren Gemeinden erfahren haben und dennoch ihren Glauben weiterleben. Das sind Geschichten, die zum Nachdenken anregen und ich finde es auch gut, sie mit Jugendlichen, die die Hauptzielgruppe des Buches darstellen, zu diskutieren. Aber sind es deswegen gleich "Helden/Heldinnen"?
Störend empfand ich auch die vielen Rechtschreibfehler, die meinen Lesefluss negativ beeinflusst haben.

Mir hat das Buch ein paar wenige Denkanstöße gegeben und die Gestaltung und die Intention finde ich gut. Insgesamt fehlten mir aber häufig der Bezug von Bibel- zu Gegenwartstext sowie das "Heldenhafte". Als Coffee Table Book zum Durchblättern oder einzelne Texte für den Religionsunterricht als Diskussionsgrundlage sicher empfehlenswert. Für mich kein Buch mit besonders prägendem Charakter.

Fazit:
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Moderne Vorstellung von christlichen Personen aus Bibel und Gegenwart vor diversitäts- und diskriminierungssensiblen Hintergrund

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Veröffentlicht am 17.12.2024

Viele Behauptungen, wenig Klarheit

der kleine jesus
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Das Buch ist als Hardcover sehr schön gestaltet: Das Titelbild mit Jesus auf dem Esel vor hellblau gestreiftem Hintergrund wirkt seriös und auch im Innenteil befinden sich einige ...

Gestaltung:
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Das Buch ist als Hardcover sehr schön gestaltet: Das Titelbild mit Jesus auf dem Esel vor hellblau gestreiftem Hintergrund wirkt seriös und auch im Innenteil befinden sich einige blau gestaltete Seiten. Das Highlight ist ein passendes Lesebändchen. Optisch gefiel es mir sehr gut.

Inhalt:
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Der Historiker Stefan Müller geht anhand unterschiedlicher Aspekte der Frage nach dem historischen Jesus nach: Wer war er wirklich, wie war seine Kindheit, welche Rolle spielten Frauen in seinem Leben, wie verhält es sich mit den Wundern uvm.

Mein Eindruck:
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Ich war vor allem durch die Frage des Klappentextes "Wer war Jesus von Nazareth wirklich?" auf das Buch aufmerksam geworden. Der Einstieg hierzu gestaltete sich auch noch interessant und sachlich. Doch insgesamt ist der Sprachstil recht flapsig und an vielen Stellen provokant. Des Weiteren wird in vielen Kapiteln nicht klar, welche Dinge behauptet werden und welche wissenschaftlich belegt werden können, denn es fehlen Fußnoten mit Quellenangaben. Nur am Ende des Buches gibt es gesammelt ein Quellenverzeichnis, wobei die einzelnen Quellen nicht den Stellen im Buch zugeordnet werden können.
In die Kapitel sind immer wieder bestimmte Zusammenfassungen mit blauem Hintergrund eingestreut, wie z. B. ein Zeitstrahl "Jesus, seine Zeit und die Folgen", "Was wir sicher wissen", oder eine Übersicht über die unterschiedlichen Beschlüsse der Amtskirche über das zu vermittelnde Bild von Jesus. Diese fand ich sehr gut und aufschlussreich. Es gibt jedoch auch viele Passagen, bei denen ich das Gefühl hatte, das der Autor den christlichen Glauben ins Lächerliche zieht wie z. B. im Abschnitt "Religion gründen für Anfänger" oder "Handeln wie ein Jesus - Zehn Gebote für wirksames Leadership".
Insgesamt fehlt es auch an einem Fazit, sowohl am Ende eines Kapitels als auch generell am Schluss des Buches. Insgesamt hat mich das Buch fragend und leicht aufgewühlt zurückgelassen. Natürlich gibt es viele Indizien, oft eine unklare Faktenlage und man darf auch durchaus Dinge aus der Bibel in Frage stellen. Doch insgesamt hätte ich mir eine sachlichere Darlegung zwischen Fiktion und Fakten sowie eine bessere Trennung dieser beiden Welten gewünscht. Ich habe durch dieses Buch leider nicht viel dazu gelernt und mochte den häufig ironischen Tonfall des Autors nicht. Schade, ich hatte mir mehr von dem Buch erhofft.

Fazit:
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Unklare Darstellung der Faktenlage, fehlende Fazite und ein provokanter Tonfall - keine Leseempfehlung.

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