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Veröffentlicht am 26.08.2025

Vampire und Liebe

Pearls & Skulls, Band 1 - Unsterblich
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Paige wächst als Nachfolgerin des berüchtigten Motorradclubs in New Orleans auf. Als Frau muss sie doppelt hart sein, wie die Männer. Doppelt klug, doppelt brutal und doppelt so viele Vampire töten. Und ...

Paige wächst als Nachfolgerin des berüchtigten Motorradclubs in New Orleans auf. Als Frau muss sie doppelt hart sein, wie die Männer. Doppelt klug, doppelt brutal und doppelt so viele Vampire töten. Und Paige hasst die Blutsauger mit jeder Pore ihres Körpers, haben die Bestien ihr doch in jungen Jahren die Mutter geraubt.
Deswegen ist sie nicht nur schockiert sondern regelrecht angewidert, als ihr Vater ihr den Auftrag gibt, gemeinsam mit dem charismatischen Vampir Lavaughn eine gestohlene Perlenkette zurück zu bringen. Koste es, was es wolle.
Doch der Preis ist höher, als Paige und ihr Vater es sich in ihren schlimmsten Albträumen vorstellen konnten...

Das Cover zeigt ein kleines, tropfenförmiges Amulett, aus dem Blut rinnt. Das tiefdunkle Blut hebt sich gespenstisch von dem weißen Cover ab. Ich fühlte mich sofort zu dem Buch hingezogen und verspürte den Wunsch, es zu lesen.

Sandra Grauer hat einen netten und gut zu lesend Schreibstil. Sie entführt mich in die dunklen Gassen New Orleans; in dessen Hinterhöfe, den Musikklängen und der drückenden Hitze. Es gelang der Autorin wunderbar, mich in diese einzigartige Stadt zu locken und ich ging gerne mit.
Die Welt der Magischen, der Hexen, Vampire, Drachen und Co brachte sie mir auch näher. Ich fand die Idee gut, dass sie anfangs neben uns lebten und sich jetzt offenbarten. Leider fehlt mir hier die Verknüpfung zur realen Welt. Sandra Grauer schildert zwar, dass sich die magischen Wesen den Menschen gezeigt haben, wirklich merken konnte ich das jedoch nicht. Hier hätte ich mir eine wesentlich intensivere Ausarbeitung gewünscht und gut gefunden, um dem Buch mehr Tiefe und Glaubwürdigkeit zu schenken.

Die Geschichte zwischen der Bikerin Paige und dem Vampire Lavaughn fand ich interessant und stellenweise recht ermüdend und vorhersehbar. Ihre Kabbellein die anfangs von Misstrauen, später immer mehr von Anziehungskraft geprägt sind waren süß und doch fehlte mir das gewisse etwas. Mir persönlich war es nicht intensiv genug, wie wenn die Autorin mit angezogener Handbremse schreibt. Und dass sich etwas zwischen den beiden entwickelt, stand fest und amüsierte mich stellenweise.
Die Jagd nach dem Artefakt konnte mich leider auch nicht wirklich begeistern. Mir fehlte einfach Tiefe und unvorhersehbare Wendungen.

Alles in allem ein netter Auftakt, der sich zügig liest.

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Veröffentlicht am 29.07.2025

Pandemie

All Better Now
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Eine neue Pandemie rast um die Welt: Crown Royale
Alle, die von der Krankheit genesen sind, sind glücklich, zufrieden und denken nicht mehr an sich, sondern einzig an das Gemeinwohl. Die Wirtschaft liegt ...

Eine neue Pandemie rast um die Welt: Crown Royale
Alle, die von der Krankheit genesen sind, sind glücklich, zufrieden und denken nicht mehr an sich, sondern einzig an das Gemeinwohl. Die Wirtschaft liegt am Boden, die bisher nicht Erkrankten haben Panik sich anzustecken, eine geteilte Gesellschaft ist auf dem Vormarsch. Die Genesenen und die Nichtumschlungenen.

Mitten in diesem Trubel der Alpha-Spreader Ròn, Millionärssohn und Genesener und die gegen Crown Royale immune Mariel. Beide verlieben sich ineinander und wollen die Welt ein kleines Stückchen besser machen. Doch alles kommt anders, als die beiden sich ausgemalt haben.

Das Cover zeigt einen dicken, knallgelb leuchtenden, lächelnden Smiley, der mich förmlich anstrahlt und mit seiner guten Laune ansteckt. Die schlecht gelaunten Smileys verschwinden im Hintergrund. Ich finde das Coverbild interessant zu Titel und Inhalt des Buches gewählt.

Neal Shusterman hat einen interessanten, in meinen Augen gesellschaftskritischen Roman geschaffen. Oft zog ich gedanklich Parallelen zu der Corona Pandemie, wie es vermutlich auch beabsichtigt war. Und aus diesem Grund muss ich leider sagen, dass mich das Thema nicht wirklich abgeholt hat. Vieles ist noch nicht aufgearbeitet und jeder geht mit der Sache anders um. Vielleicht ist das Neal Shustermans Weg, Corona zu verarbeiten. Oder auch uns eine Möglichkeit zu geben, sich erneut damit auseinander zu setzen. Mich hat er jedenfalls nicht damit abgeholt.
Zu Beginn des Buches fand ich es noch ganz nett, von den Genesenen zu lesen, die die Welt plötzlich aus einem Wir-Gefühl heraus betrachten und nicht mehr als egoistisches Individuum. Und dann irritierte mich die Dummheit, als sie wie die Lemminge ins Wasser sprangen, um jemanden zu retten, auch wenn sie nicht schwimmen konnten. Selbstaufgabe ist nicht immer gut, was der Autor zum Glück auch offen kommuniziert.
In diesen Wirren werden die zwei Parteien gut vorgestellt, denn die Egoisten werden egoistischer und wollen ihr Hab und Gut schützen. Auch wenn ich das eigentlich nicht so sehe, sondern es als natürliche Ordnung betrachte. Ja, ich gab dem Gedankenspiel eine Chance und versuchte mich damit anzufreunden. Meins war es trotzdem nicht.

Die Protagonisten konnten mich leider nicht so überzeugen, wie sie es in anderen Büchern des Autors taten. Ròn und Mariel sind zwar durchaus interessant, aber in meinen Augen auch recht durchschnittlich; haben wenig Ecken und Kanten. Die Umwelt prägt sie und gibt ihnen viel vor, sich selber entwickeln, eine Richtung suchen und ihren Weg finden, bleibt leider für mich noch etwas auf der Strecker. Es kann natürlich sein, dass in Teil zwei die beiden als glänzende Lichtgestalten auferstehen. Bei Neal Shusterman ist alles möglich und dafür schätze ich ihn!

All better now ist leider nicht mein Buch. Das Thema hat mich nicht abgeholt und dem Gedankenspiel des Autors mochte ich nicht recht folgen.

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Veröffentlicht am 11.05.2025

lebendig

Merci Agneta
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Agneta ist in dem Kloster in Saint Carelle nicht nur angekommen, sie hat dort ein Zuhause gefunden. Sie lebt, liebt, lacht und fühlt sich das erste Mal in ihrem Leben frei und ungezwungen. Nur die Telefonate ...

Agneta ist in dem Kloster in Saint Carelle nicht nur angekommen, sie hat dort ein Zuhause gefunden. Sie lebt, liebt, lacht und fühlt sich das erste Mal in ihrem Leben frei und ungezwungen. Nur die Telefonate mit den Menschen in ihrer Heimat, setzen ihr immer wieder zu, da sie diese Agneta einfach hinter sich lassen will. Sie will einen immerwährenden französischen Sommer genießen! Doch dann grätscht das Leben brutal dazwischen und Agneta steht vor einem Scherbenhaufen. Gut, dass es Menschen gibt, die einen in jeder Lebenslage auffangen.

Das Cover zeigt Agneta. Sie tanzt in ihrem bunten Sommerkleid und versprüht Lebenslust, Lebendigkeit und Frohsinn. Ich mag dieses bunte, freundliche Cover sehr, da es mich zum Träumen einlädt und gute Laune vermittelt.

Ich kenne Teil eins der Miniserie leider nicht und doch hat mich dieses Buch magisch angezogen. Ich wollte es einfach wagen und mich in einen Sommer nach Frankreich begeben. Um ehrlich zu sein, hat es nicht immer gut funktioniert und ich merkte schnell, dass mir wichtige Begebenheiten fehlen, um die Interaktion der Personen und der Örtlichkeiten zu verstehen.
Emma Hambergs Schreibstil lädt zwar zu einem ungetrübten und lebensbejahenden Lesevergnügen ein, doch immer konnte ich der Handlung leider nicht folgen. Mir fehlten quasi Rückblicke zu Teil eins, was mir das Lesen vereinfacht hätte. Davon abgesehen, machte mir auch das drei Sprachige zu schaffen. Der Wechsel zwischen Deutsch, Englisch und Französisch wäre vielleicht noch ok gewesen, die häufigen Einschübe des Google-Übersetzers hingegen war nicht so meins. Anfangs fand ich es ganz lustig und unterhaltsam, doch mit der Zeit wurde es anstrengend und nervig.

Bewegt hat mich Agnetas Lebens- und Leidensgeschichte. Keine Ahnung, ob sie in einer Art Midlife Krise steckt, oder ihre gesamte Existenz in Frage stellt. Aus den starren und sicheren Verhältnissen in Schweden - Mann, Kinder, Haus, Eltern, Job - ausgebrochen, sucht sie ihr Glück nun in einem heruntergekommenen Kloster mit einem an Demenz erkrankten alten Mann. Und doch ist da etwas an der Geschichte, die mich berührt hat. Vielleicht ist es Agnetas Kampf, dieses Gefühl der Freiheit nicht aufgeben zu wollen, was sie in meinen Augen zu einer starken und mutigen Frau macht. Und natürlich, wie sie mit den Menschen in ihrer Umgebung interagiert. Egal wer, Agneta versucht einen Draht zu ihnen zu finden.

Und doch konnte mich Emma Hambergs Werk nicht nachhaltig beeindrucken. Es rauschte eher an mir vorbei. Es hatte seine Höhen und Tiefen, mich hat es leider nur einfach nicht abgeholt.

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Veröffentlicht am 09.03.2025

Familienverstrickungen

Die Garnett Girls
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Nachdem Richard seine Familie im Stich ließ, bleibt Margo mit ihren drei kleinen Töchtern zurück. Die starke Frau bricht zusammen und mit ihr alles, was ihr wichtig ist. Erst ein Jahr später kann sie sich ...

Nachdem Richard seine Familie im Stich ließ, bleibt Margo mit ihren drei kleinen Töchtern zurück. Die starke Frau bricht zusammen und mit ihr alles, was ihr wichtig ist. Erst ein Jahr später kann sie sich aus den Klauen der Depression befreien und ihre Mädchen weiter großziehen.
Jetzt, Jahre später, leben die drei Garnett-Girls ihr Leben. Doch immer noch eng miteinander verflochten. Und jede von ihnen trägt ein folgenschweres Geheimnis mit sich herum.

Ich liebe das Coverbild! Es zeigt die drei Garnett Girls, wie sie vor der Küste der Isle of Wight im sommerlichen, kristallklaren Wasser stehen. Sie tragen Bikinis und scheinen das Leben zu genießen. Ich fühlte mich von dem Bild sofort angesprochen und würde mich sehr gerne zu den Mädels ins kühle Nass stürzen!

Georgina Moore schildert das Leben aller Garnett-Girls, auch wenn auf dem Cover nur drei abgebildet sind. Denn diese drei sind nur der jüngste Spross der Sippe; zu ihnen gehören noch ihre Mutter Margo und deren Schwester Alice, die ebenfalls als Garnett Girls bekannt sind.
Das Leben dieser fünf unfassbar unterschiedlichen Frauen schildert die Autorin eindringlich und authentisch. Ich konnte mich in jede von ihnen mit Leichtigkeit hineinversetzen und ihren Handlungen folgen. Nicht immer konnte ich sie verstehen, doch immer nachvollziehen.

Doch leider konnte ich keinerlei Beziehung zu ihnen aufbauen und so rauschte das Buch an mir ohne nennenswerte Gefühlsregung vorbei. Wie ein Film sah ich mir die Frauen und ihre unterschiedlichen Leben. Mir persönlich steckte einfach zu viel Drama in den Frauen, die sie auch nach außen projizierten. Es kann keine normale Hausfrau und Mutter bei sein, oder ein glücklicher Single. Nein, alle schleppen nicht nur ihr Päckchen mit sich herum, sondern leben Drama pur.
Natürlich empfindet jeder sein eigenes Leben als schillernd und ergreifend; man selber hat die größten Probleme oder erlebt das Beste überhaupt. Doch andere in dieser Rolle zu sehen, fand ich persönlich ermüdend. Fast kam es mir vor, als würde ich das Tagebuch meiner besten Freundin heimlich lesen und fühlte mich alles andere als gut dabei.

Eine nicht ganz so seichte und leichte Sommerlektüre wie gedacht.

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Veröffentlicht am 22.12.2024

Überspitzt, überzogen mit einem Hang zum Bösartigen

Lieferdienst
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Das waren meine Gedanken, nachdem ich das Buch, bzw. die Kurzgeschichte von Tom Hillenbrand gelesen habe. Dabei klang der Klapptext interessant und das Coverbild gefiel mir auch; Von Tom Hillenbrand ganz ...

Das waren meine Gedanken, nachdem ich das Buch, bzw. die Kurzgeschichte von Tom Hillenbrand gelesen habe. Dabei klang der Klapptext interessant und das Coverbild gefiel mir auch; Von Tom Hillenbrand ganz zu schweigen.
Den Anfang des Buches fand ich auch durchaus noch sehr gut. Den Bestellern, und somit auch mir, mal den Spiegel vor die Nase halten, was alles in unserer ach so gut vernetzen Welt schief läuft. Muss wirklich alles sofort und jederzeit zu erhalten sein? Ich denke nicht! Ein Gang zum örtlichen Verkaufsgeschäft hätte es in den meisten Fällen auch getan und ist dabei sauberer, sicherer, nachhaltiger. Doch wer will das schon hören, wenn er seinen Plastikkamm doch so viel günstiger tausende Kilometer weit weg mit nur einem Klick bestellen kann? Von der Klobürste ganz zu schweigen?! Das Klima können wir morgen - oder für ganz ausgefuchste - auch direkt ein anderer!!! retten.

In dieser Geschichte geht der Autor sogar noch weiter: Ich bestelle und vier Firmen drucken meinen Wunschartikel aus, bringen mir den und der, der am schnellsten geliefert hat, den darf ich behalten. Die anderen wandern in die Tonne.
Doch statt mir das Thema näher zu bringen, geriet ich in gezügelte Langeweilewut. So überspitzt und überzogen hätte es meiner Meinung nach nicht sein müssen. Ja, auch ich finde den ganzen Wahnsinn erschreckend und kann die Menschen icht verstehen, die sehenden Auges in ihr Verderben rennen, doch mit dieser Geschichte kam ich nicht zurecht. Statt wach zu rütteln, wirkt es auch mich überzogen und ich war froh, als das Buch zu Ende war.
Wahrscheinlich tue ich Tom Hillenbrand Unrecht und er ist einfach enttäuscht von der Welt und ihrem Stillstand, dass er sich zu so einem massiven Wortausbruch hinreißen ließ. Ich weiß es nicht und hoffe es ehrlich gesagt auch nicht! Denn seine gemäßigten Bücher mit dem feinen Spott und dem Finger, der immer wieder gekonnt in der Wund rumrührt, haben mich mehr begeistert und zum Nachdenken angeregt.

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