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Veröffentlicht am 24.01.2025

Der "Sturzflug" setzt zum Höhenflug an. Würdiges Finale einer tollen Trilogie!

Aufstand der Vögel
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Im dritten Band seiner Trilogie "Aufstand der Vögel" mit dem Titel "Sturzflug" erzählt Götz Adrian über den Widerstand der Vögel gegenüber dem besalischen Kaiser Zoro, der wieder einmal versucht, die Länder ...

Im dritten Band seiner Trilogie "Aufstand der Vögel" mit dem Titel "Sturzflug" erzählt Götz Adrian über den Widerstand der Vögel gegenüber dem besalischen Kaiser Zoro, der wieder einmal versucht, die Länder Tungäs zu unterjochen und einzunehmen.

In diesem Band belagert Zoro das Kaiserreich Hadrien. Sein Heer setzt zu einer gewaltigen und beharrlichen Belagerung an, um in Hadrien einzumarschieren und das Land zu erobern.
Zoro wird dabei insbesondere durch Rachegelüste angetrieben, da die Länder wie Hadrien und Chanien ihn mit Hilfe der Armee der Vögel erfolgreich Widerstand leisten konnten.
Auch dieses Mal setzen die Vögel alles daran, Zoro so erfolgreich wie nur möglich in Schach zu halten, bestenfalls zurückzudrängen und ihm immer wieder empfindliche Nadelstiche zu verpassen. Natürlich geht dieses nicht ohne den einen oder anderen herben Verlust vonstatten. Eine ihrer besten Kriegerinnen Mostra kann von den Besaliern gefangen genommen werden. Gerade mit ihr hat Zoro noch eine gewaltige Rechnung offen.
Können die Vögel erneut sich den Besaliern widersetzen? Werden die Völker gegen den Feind zusammen stehen? Und kann Mostra Zoro entkommen, bevor er an ihr seine brutale Rache ausüben kann?

Dieser Band ist absolut ein würdiges Finale der von mir so geliebten Trilogie.
Wieder einmal sind die Figuren sehr gut dargestellt, so daß wir Leser/innen sie erneut direkt vor Augen haben und das Gefühl entsteht, mit ihnen gemeinsam gegen Zoro in den Kampf zu ziehen. Die neuen Intrigen, Kampfbeschreibungen und zum Teil dramatischen Beziehungen der Charaktere zueinander als auch die Gefangenschaften einiger "Vögel" lassen wieder eine tolle Spannung entstehen, die uns durch den kompletten Band begleitet und nicht wieder loslässt.
Sehr schön und dem Lesefluss sehr dienlich ist die Titulierung jedes Kapitels mit dem Namen der jeweiligen Person, die in dem entsprechenden Kapitel die Hauptrolle einnimmt bzw aus deren Sicht die Situation gerade beschrieben wird. Die Kapitel sind zudem in einer sehr angenehmen Länge geschrieben. Dadurch bleiben wir immer nah am Geschehen und verlieren nicht den Überblick.

Mein Fazit:
Ein Finale, welches ich sehr genossen habe. Es lieferte mir Spannung, Fantasy, Erotik und wieder einmal auch ein sehr schönes Landschaftsbild.
Für alle, die die beiden ersten Bände der Trilogie bereits gelesen haben, ist der dritte Teil ein unbedingtes Muß. Allen anderen, die Fantasieromane mit Spannung lieben, möchte ich nicht nur diesen Band, sondern insbesondere die komplette Trilogie sehr empfehlen.
Abgerundet wird das Lesevergnügen mit einem sehr schönen Anhang bestehend aus einem Personenverzeichnis, Erklärung der Armeeränge innerhalb der Vögel und Kartenmaterial des Kontinentes Tungä.

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Veröffentlicht am 18.01.2025

Erotisch angehauchte, augenzwinkernde Hardcore-Horrorsatire. Genial

Feuchte Beute
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Gleich vorab: Mit "Feuchte Beute" ist Matthias Krause ein echter Geniestreich gelungen.

Die Horrorsatire startet mit einer öffentlichen Hexenverbrennung im Jahre 1575. Eine Hexe mit Namen Theodore wird ...

Gleich vorab: Mit "Feuchte Beute" ist Matthias Krause ein echter Geniestreich gelungen.

Die Horrorsatire startet mit einer öffentlichen Hexenverbrennung im Jahre 1575. Eine Hexe mit Namen Theodore wird öffentlich auch vor den Augen von Kindern verbrannt. Doch geschieht dieses nicht, ohne daß sie zuvor den Grafen Waldemar verflucht und ihm prophezeit, er würde sich in ein Monster verwandeln. Danach springt die Handlung in die Zukunft, in das Jahr 2028 nach Cuxhaven an die Nordsee. Hier leben ein Pärchen, welches zahlreichen Sexexperimenten sehr zugewandt und aufgeschlossen ist, zwei junge Frauen, die sich als Influencerinnen einen Namen machen wollen, eine Polizistin, die sich in der Männerwelt durchsetzen möchte, der immer wieder geliebte Pizzabote und andere Personen zusammen, nicht wissend, daß ein Rudel von Werwölfen auf den Weg zu Ihnen ist, um seinen Hunger und Sextrieb an ihnen stillen zu wollen.

Der Hinweis auf dem Cover des Buches, daß die Satire bitte von Personen über 18 Jahre gelesen werden sollte, sollte meiner Meinung auch ernst genommen werden. Das Buch erhält nicht nur die oben beschriebenen Sex- und Horrorszenen, sondern spart auch nicht mit dem ein oder anderen Ekelaspekt. Wer bei all diesen sexistischen, gruseligen und ekeligen Erzählungen jedoch auch Gefallen an vielen satirischen und humorvollen, überspitzten Sequenzen hat, die uns hinter viele fragwürdige Kulissen unserer Gesellschaft blicken lassen, kommt hier voll und ganz auf seine/ ihre Kosten und wird nicht enttäuscht, sondern wie ich total begeistert sein. "Feuchte Beute" toppt seine Vorgänger bei Weitem.

Ich bin jetzt schon sehr gespannt, was sich Matthias Krause als nächstes einfallen lässt. Die Meßlatte hat er sich selber jedenfalls sehr hoch gehängt!

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Veröffentlicht am 02.01.2025

Diesem Wolf entkommst Du nicht!

Der Wolf von Hamburg
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"Der Wolf von Hamburg" ist ein sehr spannender Regionalkrimi von Jürgen Ehlers, der seine Leser/innen von Anfang bis zum Ende im wahrsten Sinne des Wortes in seinen Fängen hat.
Es beginnt damit, dass eine ...

"Der Wolf von Hamburg" ist ein sehr spannender Regionalkrimi von Jürgen Ehlers, der seine Leser/innen von Anfang bis zum Ende im wahrsten Sinne des Wortes in seinen Fängen hat.
Es beginnt damit, dass eine Frau mit Bissspuren ausgerechnet vor dem Hause von Kommissar Bernd Kastrup tot aufgefunden wird. Es stellt sich dabei heraus, dass sie aber nicht am Fundort ermordet wurde, so dass die Nähe zu Kastrup noch gezielter erscheint. Bei der Frau wird zudem noch eine Notiz mit dem Namen "Wolf" gefunden. War es wirklich ein Wolf, der der Frau die Bisswunden zugefügt hat? Und wenn ja, wie kommt das Tier nach Hamburg? Und was hat Bernd Kastrup mit der Toten zu tun. Schnell finden die Ermittler eine Verbindung zu einem Raubmord bei einem Hamburger Juwelier vor einigen Jahren. Und die Jagd auf den Wolf beginnt.
Der Krimi beginnt gleich mit einem rasanten Tempo, welches der Autor bis zum Ende durchzuziehen vermag. Es bleibt keine Zeit zum Luftholen. Wir Leser/innen sind dabei den Ermittlern immer einen Hauch bei deren Suche voraus, so dass die Spannung darin besteht, wann werden sie endlich zuschlagen können oder kann der Mörder entkommen. Das Team um Bernd Kastrup ist herrlich authentisch dargestellt, mit allen Stärken und Schwächen, die wir Menschen so mit uns bringen. So bleibt immer eine gewisse Nähe spürbar und macht die Geschichte so realistisch und wahrscheinlich. Den einzelnen Kapiteln steht immer der jeweilige Tag als Überschrift vor Kopf geschrieben, so dass hier eine Art Gefühl von Echtzeit entsteht. Dem Autor gelingt es bei der Jagd nach dem Wolf die gesponnen Fäden am Ende glaubhaft zusammenzuführen. Einziger kleiner Wermutstropfen für mich ist das etwas zu kurz gehaltenen Ende des Krimis. Konsequenter Weise passt es jedoch zu dem bereits erwähnten Tempo der gesamten Handlung.
Allen Krimifans - insbesondere natürlich den Hamburg-Liebhabern - kann ich diesen Krimi unbedingt empfehlen. Hier passt einfach alles: Düsteres Cover mit auffallendem Titel, Spannung, tolle Charaktere und glaubhaftes Finale.

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Veröffentlicht am 30.12.2024

Beeindruckende Autobiografie über eine zerstörte Kindheit

Wavewalker
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Suzanne Heywood nimmt uns mit auf die "Wavewalker", ein Segelboot, mit dem ihr Vater die Reise von Captain Cook nachsegeln will. Für diesen Traum bringt er seine Kinder um ihre Schuldbildung, ihre Freundschaften ...

Suzanne Heywood nimmt uns mit auf die "Wavewalker", ein Segelboot, mit dem ihr Vater die Reise von Captain Cook nachsegeln will. Für diesen Traum bringt er seine Kinder um ihre Schuldbildung, ihre Freundschaften und ignoriert die Seekrankheit seiner Frau. Die Familie verbringt zehn Jahre auf wenigen Quadratmetern auf den Meeren dieser Erde, der Einsamkeit, den Ängsten, Geldsorgen und den Naturgewalten ausgesetzt. Dabei kommt es zwangsläufig immer wieder zu Konflikten, den die Familienmitglieder aufgrund der Enge des Bootes nicht aus dem Wege gehen können. Die Kinder müssen sich häufig den Wünschen und Planungen der Eltern beugen und stehen mit der Bewältigung ihrer kindlichen Sorgen, Ängsten und Problemen alleine gegenüber. Keine Möglichkeit sich Freunden oder Verwandten anzuvertrauen. Oft wenden sie sich daher an die angeheuerten Crewmitglieder, die ihr Vater mit an Bord nimmt, um die Reise über die Ozeane überhaupt bewältigen zu können. Über diese Sorgen und Ängste können dann selbst die schönsten Strände, Sonnenauf- und -untergänge und die Tierwelt des Meeres nicht hinwegtrösten. Was wird die Zukunft für Suzanne und ihren Bruder Jon bereithalten? Werden sie sich irgendwann gegen die Eltern durchsetzen können?

Diese Autobiografie fesselt von Beginn an. Bereits der Beginn der Reise lässt erahnen, was da auf die Familie zukommen wird. Eine Fahrt ins Ungewisse, auch wenn der Vater sein Segelhandwerk zu verstehen scheint. Die Beschreibung der Stürme auf dem Meer und die Todesängste, die die Kinder dabei durchstehen müssen, sind so authentisch beschrieben, dass man sich selber auf dem Boot zu sehen scheint. Es macht uns selber traurig, die gerade erst entstandenen Freundschaften bereits nach kurzen Aufenthalten an Land wieder beenden zu müssen. Aufgrund der langen Zeit auf dem Boot, weiß die Familie am Ende beinahe gar nicht mehr, haben wir noch irgendwo ein Zuhause.

Die Autobiografie lässt uns sehr nachdenklich und verstörend zurück. Offenbart sie doch sehr deutlich, wie schnell und nachlässig eine Kindheit zerstört werden kann, ohne den Eltern eine böswillige Absicht zu unterstellen. Hervorzuheben sind an dieser Stelle noch die sehr schön gestaltete Zeichnung des Bootsinnern, die die im Verhältnis gesehen geringe Fläche des Segelbootes veranschaulicht und die zahlreichen Fotos in der Buchmitte, die die Gefühlsschwankungen der Kinder zwischen der Einsamkeit und der Schönheit des Ozeans beleuchten. Absolut lesenswert.

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Veröffentlicht am 24.12.2024

Hervorragende Fantasieerzählung, die keine Wünsche offen lässt

Wishkeeper, Band 1: Das Land der verborgenen Wünsche (Wunschwesen-Fantasy von der Mitternachtskatzen-Autorin für Kinder ab 9 Jahren)
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Nach den vier Bänden ihrer "Mitternachtskatzen" nimmt uns Barbara Laban erneut mit auf eine neue sehr fantasievolle Reise. Mit "Wishkeeper - Das Land der verborgenen Wünsche" gelingt ihr dabei wieder einmal ...

Nach den vier Bänden ihrer "Mitternachtskatzen" nimmt uns Barbara Laban erneut mit auf eine neue sehr fantasievolle Reise. Mit "Wishkeeper - Das Land der verborgenen Wünsche" gelingt ihr dabei wieder einmal eine wunderbare und spannende Erzählung, die unsere Fantasie weiß auf sehr illustre und eloquente Art und Weise anzuregen und zu stimulieren.

Lexi und Milo, zwei Kinder, die sich gerne in einem Park in London aufhalten und dort spielen, gelangen mit Hilfe von geheimnisvollen Schmetterlingen in "das Land der verborgenen Wünsche", genannt Everwish. Dort werden sie zunächst von einem sprechenden Baum willkommen geheissen. Ihnen wird erklärt, welche Aufgabe sie als "Wishkeeper" zu leisten haben und was in Everwish alles möglich ist. Die Schmetterlinge, die sie eben noch aus London nach Everwish begleitet haben, verwandeln sich in Everwish angekommen in unglaubliche andere Kreaturen, mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften. Die einen sind sehr lebhaft und wild, die anderen eher zurückhaltend, andere wiederum sehr liebesbedürftig und wieder andere bezaubern durch ihre zarte Optik. Sehr schnell müssen Lexi und Milo jedoch erkennen, dass die Idylle von Everwish täuscht. Auch dort gibt es andere Lebewesen, die danach trachten das Gleichgewicht in Everwish zu zerstören und so dessen Untergang verursachen könnten. Können Lexi und Milo dieses verhindern?

Diese Erzählung hat mich von Beginn an faszinieren und mitreissen können. Das Cover ist unglaublich schön gestaltet. Es zeigt vor einem abendlich leicht lila blau angehauchten Hintergrund die beiden Wishkeeper Lexi und Milo wie sie hinter einer der geheimnisvollen Kreaturen, einer Lumix über Everwish fliegen. Dabei ziehen sie einen sternschnuppenartigen Leuchtstreifen hinter sich her. Eingerahmt ist der Buchdeckel mit einem silberfarbigen Ornament, welches auch den Buchtitel umschlingt.

Diese Ornamente finden sich auf jeder Seite des Buches wieder. Über den einzelnen Kapiteln erscheint zudem noch die Lumix, auf einem Ast liegend. Hin und wieder wird die Geschichte außerdem noch mit sehr schönen und erläuternden Bildern der Kinderbuchillustratorin Alessia Trunfio verzaubert. Hervorzuheben ist in jedem Fall auch noch spektakuläre Buchschnitt, der ebenfalls die Lumix im Fluge darstellt.

Barbara Laban kann ihre jungen Leser/innen erneut wieder mit einer wunderschönen Fantasiegeschichte begeistern. Die Geschichte ist sehr liebevoll und sehr flüssig zu lesen erzählt. Ihre Hauptprotagonisten, Lexi und Milo, gewinnen sofort unsere Herzen. Wir fühlen uns sogleich mit Ihnen verbunden. Dadurch bleiben wir immer ganz eng am Geschehen und insbesondere zum Ende des Buches baut sich eine enorme Spannung auf, da wir natürlich auch Everwish während der Lektüre liebgewinnen und uns mehr als nur "wünschen", dass dieses Fantasieland für alle Kinder in uns in jedem Fall erhalten bleibt.

Allen jungen wie auch erwachsenen Leser/innen, die spannende und fantasievolle Geschichten lieben, kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten. Ich kann die "Wishkeeper" sehr empfehlen und freue mich bereits schon sehr auf Band 2.

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