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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.06.2026

Eine originelle Idee verliert sich im Chaos

If Books Could Kill
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Roxie liebt Liebesromane – sicher, vorhersehbar und mit garantiertem Happy End. Als sie sich scherzhaft wünscht, selbst die Heldin eines Romans ihrer Lieblingsautorin zu sein, wird dieser Wunsch ...

Roxie liebt Liebesromane – sicher, vorhersehbar und mit garantiertem Happy End. Als sie sich scherzhaft wünscht, selbst die Heldin eines Romans ihrer Lieblingsautorin zu sein, wird dieser Wunsch plötzlich Realität. Doch statt in einer romantischen Geschichte landet sie mitten in einem Thriller voller Verfolgungsjagden, Mordversuche und Chaos. Gemeinsam mit dem zurückhaltenden Literaturdozenten Grant versucht sie herauszufinden, wie sie diese Geschichte überleben können.

Mit If Books Could Kill hatte ich eigentlich genau die Art von Buch erwartet, die ich normalerweise sehr gern lese: eine Mischung aus Romance, Thriller und einer guten Portion Humor – dazu noch die spannende Idee, plötzlich selbst in einem Roman zu landen. Die Grundidee hat mich deshalb sofort angesprochen und auch der Einstieg war zunächst durchaus unterhaltsam.

Leider konnte mich die Umsetzung auf Dauer aber nicht überzeugen.

Das größte Problem für mich war der Schreibstil. Der Roman ist aus der Ich-Perspektive geschrieben und viele Sätze beginnen ständig mit „ich“, wodurch der Text oft sehr holprig und eintönig wirkt. Insgesamt merkt man dem Buch für mich stark an, dass es ein Debütroman ist. Viele Formulierungen wirkten unausgereift und eher wie Fanfiction oder überdrehtes BookTok-Writing als wie ein wirklich ausgearbeiteter Roman.

Dazu kommt, dass das Buch immer skurriler wird. Statt eine Handlung konsequent aufzubauen, stolpert die Geschichte von einer absurden Szene in die nächste. Immer neue Wendungen, Figuren und Eskalationen sorgen irgendwann eher für Chaos als für Spannung. Die Thrillerelemente haben auf mich deshalb selten wirklich spannend gewirkt, sondern oft eher wie Slapstick mit Verfolgungsjagden, Waffen und ständig neuen Zufällen.

Auch die ständigen selbstironischen Anspielungen auf typische Romance- und Thriller-Muster fand ich anfangs noch ganz unterhaltsam, mit der Zeit wirkten sie auf mich aber zunehmend überladen und gewollt. Das Buch kommentiert sich und seine Handlung permanent selbst, wodurch kaum Raum für echte Spannung oder emotionale Momente bleibt. Statt mitzufühlen, hatte ich oft eher das Gefühl, die Geschichte aus der Distanz zu beobachten.

Besonders schade fand ich außerdem, dass ich die Chemie zwischen Roxie und Grant kaum gespürt habe. Obwohl die beiden ständig gemeinsam unterwegs sind, blieb ihre Beziehung für mich überraschend blass. Generell wirkten viele Figuren eher wie Karikaturen oder wandelnde Genre-Kommentare als wie echte Menschen. Vor allem die Entscheidungen der Charaktere waren oft unlogisch oder nur dafür da, die Handlung weiter eskalieren zu lassen.

Trotzdem muss ich sagen: Die Grundidee des Buches ist wirklich originell und zwischendurch gab es durchaus einzelne unterhaltsame Momente. Gerade Grant konnte mit seinem trockenen Humor manche Szenen auflockern. Insgesamt wollte der Roman für mich aber einfach zu viel gleichzeitig sein – Thriller, Romance, Chaos-Komödie und ständige Selbstironie – und hat dadurch am Ende wenig davon wirklich überzeugend umgesetzt.

Fazit: Eine starke Idee mit viel Potenzial, die mich in der Umsetzung leider nicht überzeugen konnte. Wer sehr überdrehte, selbstironische und chaotische Geschichten liebt, könnte hier trotzdem Spaß haben. Für mich blieb If Books Could Kill aber leider hinter seinen Möglichkeiten zurück.

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Veröffentlicht am 01.06.2026

Unsympathisch kann spannend sein – hier leider nicht

Ein unheimlich guter Mensch
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Lillian steht kurz vor ihrem 29. Geburtstag, fühlt sich in ihrem Job festgefahren und klammert sich an die Hoffnung, dass ihre Beziehung zu Henry endlich die große Liebe sein könnte. Doch als ...

Lillian steht kurz vor ihrem 29. Geburtstag, fühlt sich in ihrem Job festgefahren und klammert sich an die Hoffnung, dass ihre Beziehung zu Henry endlich die große Liebe sein könnte. Doch als ihr sorgfältig aufgebautes Leben ins Wanken gerät, wird sie gezwungen, sich mit sich selbst, ihren Entscheidungen und den Menschen in ihrem Umfeld auseinanderzusetzen.

Was mir durchweg gefallen hat, war der Schreibstil. Die Autorin schreibt modern, direkt und sehr flüssig. Die Kapitel lesen sich schnell weg, und obwohl mich die Geschichte zunehmend frustriert hat, bin ich förmlich durch die Seiten geflogen.

Leider konnte mich die Protagonistin überhaupt nicht überzeugen. Selten hat mich eine Hauptfigur so sehr genervt wie Lillian. Dabei habe ich grundsätzlich kein Problem mit unsympathischen Protagonisten – im Gegenteil, solche Figuren können sehr spannend sein. Für mich brauchen sie jedoch zumindest ein kleines Fünkchen Liebenswürdigkeit oder Eigenschaften, die dafür sorgen, dass man trotzdem mit ihnen mitfiebert. Genau das hat mir bei Lillian gefehlt.

Anfangs wirkte sie auf mich noch chaotisch und unsicher, doch mit jeder Seite wurde sie für mich unsympathischer. Sie urteilt ständig über andere Menschen, behandelt selbst ihre Freundinnen oft herablassend und erkennt ihre eigenen Fehler kaum. Besonders störend fand ich die enorme Doppelmoral: Während sie das Verhalten anderer kritisiert, rechtfertigt sie ihr eigenes Handeln immer wieder oder schiebt die Verantwortung von sich weg.

Der Roman wird als bissig, schwarzhumorig und urkomisch beschrieben. Den Ansatz dahinter habe ich durchaus erkannt, für mich war die Figur jedoch so überzeichnet, dass der Humor irgendwann nicht mehr funktioniert hat. Statt zu schmunzeln, habe ich häufig nur noch genervt den Kopf geschüttelt. Vieles wirkte auf mich eher anstrengend als witzig.

Hinzu kam, dass ich bis zum Schluss auf eine Entwicklung der Protagonistin gehofft habe. Leider blieb diese für mein Empfinden weitgehend aus. Dadurch fiel es mir schwer, eine emotionale Verbindung zur Geschichte aufzubauen oder mit Lillian mitzufühlen.

Trotzdem möchte ich der Autorin zugutehalten, dass es auch eine Leistung ist, bei Leserinnen und Lesern so starke Gefühle hervorzurufen. Lillian hat bei mir zwar überwiegend Frust, Ärger und Unverständnis ausgelöst, aber gleichgültig war sie mir nie. Eine Figur derart konsequent zu zeichnen, dass sie eine so starke Reaktion hervorruft, ist durchaus bemerkenswert.

Schade, denn der Schreibstil ist wirklich stark und sorgt dafür, dass sich das Buch sehr leicht lesen lässt. Mit einer anderen Hauptfigur oder etwas mehr Selbstreflexion hätte mir die Geschichte vermutlich deutlich besser gefallen.

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Veröffentlicht am 30.04.2026

Gute Idee, schwache Umsetzung

Das makellose Mädchen
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Das makellose Mädchen von Lisa Unger startet mit einer vielversprechenden Idee, konnte meine Erwartungen insgesamt jedoch nicht erfüllen.

Der Einstieg in die Geschichte rund um Wren und die Bekanntschaft ...

Das makellose Mädchen von Lisa Unger startet mit einer vielversprechenden Idee, konnte meine Erwartungen insgesamt jedoch nicht erfüllen.

Der Einstieg in die Geschichte rund um Wren und die Bekanntschaft über eine Dating-App ist zunächst spannend und emotional erzählt. Der Schreibstil ist flüssig und ermöglicht es leicht, in die Gedankenwelt der Protagonistin einzutauchen. Gerade zu Beginn entsteht eine interessante Atmosphäre, die neugierig auf die weitere Entwicklung macht.

Leider verliert die Handlung im Verlauf zunehmend an Spannung. Statt eines packenden Thrillers entwickelt sich die Geschichte eher zu einem ruhigeren Kriminalroman, bei dem der Fokus stark auf den Hintergründen und Motiven der Figuren liegt. Zwar gibt es viele Ansätze und verschiedene Erzählstränge, doch wirken diese oft überladen und werden nicht konsequent zu Ende geführt. Dadurch entsteht der Eindruck, dass viel Potenzial verschenkt wurde.

Auch die Figuren konnten mich nur bedingt überzeugen. Wren bleibt über weite Strecken distanziert und in ihrem Verhalten nicht immer nachvollziehbar, was es schwierig macht, eine wirkliche Bindung zu ihr aufzubauen. Hinzu kommt eine ungewöhnliche Erzählweise, die stellenweise eher irritierend als bereichernd wirkt.

Während das Buch im Mittelteil noch zum Miträtseln einlädt, verliert es gegen Ende deutlich an Stärke. Die Auflösung wirkt wenig überraschend und lässt einige Fragen offen, wodurch das Gesamtbild nicht ganz rund erscheint.

Insgesamt ein Roman mit interessanter Grundidee und guten Ansätzen, der aber weder die erwartete Spannung noch eine wirklich überzeugende Umsetzung bieten konnte.

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Veröffentlicht am 01.12.2025

Selten waren 500 Seiten so lang...

The Blackgate Invitation
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Die Schwestern Ruby und Wren erhalten ein äußerst merkwürdiges Angebot einer älteren Dame - Mrs. Blackgate: Sie sollen sie zu einem Dinner auf Hegemony Manor begleiten und ihre Enkeltöchter spielen. ...

Die Schwestern Ruby und Wren erhalten ein äußerst merkwürdiges Angebot einer älteren Dame - Mrs. Blackgate: Sie sollen sie zu einem Dinner auf Hegemony Manor begleiten und ihre Enkeltöchter spielen. Da es gut bezahlt wird, stimmen beide zu. Doch beim Dinner kommt es zu einem Todesfall und der Geist der Toten verkündet ermordet worden zu sein. Bis ihr Tod aufgeklärt wird, sind alle - einschließlich der beiden Schwestern im Herrenhaus eingesperrt. Und als wäre das nicht schon genug, sind auch alle anderen Gäste - abgesehen von Wren und Ruby - Hexen.

Der Klappentext las sich so interessant, dass ich wirklich gespannt auf die Geschichte war. Es klang nach Spannung und unerwarteten Plottwists. Bekommen hat man jedoch leider nur einen extrem langsamen Schreibstil und Langeweile. Was auf den über 500 Seiten passiert ist, hätte man gut und gerne auf die Hälfte runterkürzen können, damit dann so etwas wie Spannung hätte entstehen können. Aber so habe ich mich leider von Anfang bis Ende durch die Geschichte (ich muss es so ehrlich sagen) gequält. Wäre es kein Rezensionsexemplar gewesen, hätte ich es auch abgebrochen. Aber nicht nur der langsame Schreibstil hat mich ungern zum Buch greifen lassen, sondern auch die teilweise unnötig komplex formulierten langen Sätze.
Die beiden Schwestern waren zwar sympathisch dargestellt, aber das konnte das Buch leider auch nicht mehr retten. Hinzu kamen die verschiedenen Hexenlinien, die teilweise doch etwas komplexer waren, aber ohne entsprechende Einleitung, sodass ich mir oft nicht klar war, was sie eigentlich darstellen. Dabei hätte die Geschichte viel Potential haben können, aber dies würde in meinen Augen überhaupt nicht genutzt.

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Veröffentlicht am 22.12.2024

Chaotische Handlung und Beziehungen

Sweet Nightmare
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Die 17-jährige Clementine Calder geht nicht nur auf die Calder Academy, an der ihre Mutter die Direktorin ist, sondern sie lebt auch dort. Abgeschieden liegt die Schule für gefährliche Paranormale ...

Die 17-jährige Clementine Calder geht nicht nur auf die Calder Academy, an der ihre Mutter die Direktorin ist, sondern sie lebt auch dort. Abgeschieden liegt die Schule für gefährliche Paranormale auf einer Insel. Als ein Hurrikan die Insel und somit auch ihr Zuhause bedroht, muss sie ausgerechnet mit Jude Abernathy-Lee, der ihr einst das Herz gebrochen hat, zusammenarbeiten.

"Sweet Nightmare" ist der Auftakt der neuen Calder-Academy-Reihe der Autorin Tracy Wolff. Entgegen ihrer Katmere-Academy-Reihe, in der den Schülern beigebracht wird mit ihren Fähigkeiten umzugehen, werden an der Calder Academy die Fähigkeiten der Charaktere blockiert. Wir treffen hier nicht nur auf Clementine, die eine Mantikor und auf Jude, der ein Oneiroi ist, sondern auch noch auf eine Phönix, Fae, Wölfe und eine Sirene. Aber auch Vampire, Drachen und auch Hexen fehlen hier nicht. Für mich war alles in allem leider zu viel des Guten. Nicht nur der Sturm tobte hier auf der Insel, sondern es wurden auch so einige Geheimnisse enthüllt, es gibt jede Menge Tragik und Dramen und nicht zuletzt dann die doch sehr übertrieben dargestellte Liebesgeschichte der beiden Protagonisten. Wie auch schon bei der Katmere Academy (deren Reihe ich nach Band 1 leider dann abgebrochen habe) hatte ich hier erneut große Hoffnungen, dass mir diese Reihe gefallen könnte. Aber ich glaube, dass ich einfach nicht mit der Autorin warm werden kann.

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