Profilbild von Island

Island

Lesejury Star
offline

Island ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Island über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.12.2024

Alltägliche Technik ohne Geschlechterklischees vermittelt

Wieso? Weshalb? Warum? junior. Bohrer, Lampe, Spülmaschine
0

Das neueste Kinderbuch aus dieser altbekannten Reihe von Ravensburger hat direkt mein Interesse geweckt, da diesmal die Technik im Mittelpunkt steht, die Kindern im alltäglichen Leben ständig begegnet ...

Das neueste Kinderbuch aus dieser altbekannten Reihe von Ravensburger hat direkt mein Interesse geweckt, da diesmal die Technik im Mittelpunkt steht, die Kindern im alltäglichen Leben ständig begegnet und so natürlich deren Interesse weckt. Und zudem schadet es natürlich auch nichts, mit so alltäglichen Hilfsmitteln und ihrer Funktionsweise möglichst früh vertraut zu sein.

Aufgebaut ist das Kinderbuch wie von der Reihe gewohnt, mit stabilen Seiten, denen Kinderhände nicht viel anhaben können und Klappen, die geöffnet werden können und so die Neugier der Kinder steigern. Hinter diesen verbergen sich dann weitere Informationen oder Situationen. Die Text-Portionen sind altersangenessen kurz, vermitteln aber dennoch ein grundlegendes Wissen zu den vorgestellten technischen Geräten. Die Farbgestaltung der Illustrationen ist bunt und ansprechend, aber diese fallen auch recht detailgetreu aus. Gut gefallen hat mir zudem, dass die anfallenden Aufgaben in Haus und Garten von allen erledigt wurden, teils auch schon von den Kindergartenkindern, wenn nicht zu gefährlich und vollkommen unabhängig vom Geschlecht, wie ein modernes Familienleben eben aussehen sollte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.12.2024

Von der Vergangenheit eingeholt

Neun Tage Wunder
0

Bei "Neun Tage Wunder" geht es um die Geschichte von Anni, Ben und Lukas. Anni kommt eigentlich aus München, lebt aber mit Ben und dessen Tochter im Grundschulalter in Glückstadt. Da holt sie plötzlich ...

Bei "Neun Tage Wunder" geht es um die Geschichte von Anni, Ben und Lukas. Anni kommt eigentlich aus München, lebt aber mit Ben und dessen Tochter im Grundschulalter in Glückstadt. Da holt sie plötzlich ihre Vergangenheit ein, als sie das Plakat zur Vorstellung eines Bildbandes sieht, das ausgerechnet ihre ehemalige vermeintlich große Liebe aus München, Lukas zeigt, mit dem sie nach einem schicksalshaften Kennenlernen nur wenige Tage zusammen war, bis etwas passierte, was ihr Leben aus den Bahnen warf. Was genau das war, erfährt man erst am Ende des Buches, sodass die Spannung lange erhalten bleibt. Ohne, dass Anni es mitbekommt, lernen nun Ben und Lukas sich kennen. Ben ist Schriftsteller und auf der Suche nach Stoff für seinen ersten Liebesroman, nachdem er bisher nur Krimis geschrieben hat. Da erzählt ihm ausgerechnet Lukas seine Geschichte einer unglücklichen Liebe.

Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen. Es handelt sich um einen modernen, nicht zu kitschigen Liebesroman mit sympathischen Protagonist:innen. Lange ist auch nicht vorhersehbar, was genau zwischen Anni und Lukas passiert sein könnte und wie alles ausgeht. Dazu trägt auch bei, dass aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird und man so nach und nach mehr Puzzleteile zusammensetzen kann. So kann man sich auch gut in alle Beteiligten hineinversetzen. Der Schreibstil war angenehm und es gab auch manchmal humorvolle Szenen. Ich habe das Hörbuch gehört und empfand die Sprecherin als gut ausgewählt, das Sprechtempo war angemessen und die Stimme zur Geschichte und ihren Personen passend.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.12.2024

Spannender Schweden-Krimi

Blutbuße
0

Im Bergdorf Åre im Norden Schwedens wird mitten in der Skisaison die Stockholmer Immobilienentwicklerin Charlotte Wretlind in ihrem Hotelzimmer erstochen aufgefunden. Hanna Ahlander und ihr Kollege Daniel ...

Im Bergdorf Åre im Norden Schwedens wird mitten in der Skisaison die Stockholmer Immobilienentwicklerin Charlotte Wretlind in ihrem Hotelzimmer erstochen aufgefunden. Hanna Ahlander und ihr Kollege Daniel Lindskog übernehmen den Fall. Es gibt anscheinend einen Zusammenhang zu einem verlassenen, ehemals sehr mondänen Hochgebirgshotel, das Charlotte Wretlind komplett neu aufbauen und wieder eröffnen wollte. Bald gibt es aber noch eine weitere Tote.

Schon das Cover bringt einen in Stimmung für das winterliche Schweden. Hanna und Daniel als Ermittelnde kenne ich schon aus dem letzten Band und habe mich auf das Wiedersehen mit ihnen gefreut. Beide sind mir sehr sympathisch und ich mag es, wie auch immer wieder Privates in die Handlung einfließt, ohne, dass der eigentliche Fall zu sehr in den Hintergrund tritt. Die Auflösung der Mordfälle gestaltete sich recht lange spannend, indem zunächst falsche Fährten gelegt wurden. Der Schreibstil der Autorin war gut lesbar und auch Lokalkolorit war vorhanden und die Atmosphäre und die erschwerten Arbeitsbedingungen in dem recht abgelegenen Wintersportort wurde gut eingefangen. Gerne würde ich auch den nächsten Teil der Reihe lesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.12.2024

Die dunklen Seiten der Pflegekind-Vermittlung

Im Namen der Barmherzigkeit
0

Seit einiger Zeit widmet sich Hera Lind, die man zuvor eher durch Liebesromane kannte, dem Verfassen von Romanen, die auf wahren Schicksalen beruhen, die ihr zugetragen wurden. Diese Geschichten sind meist ...

Seit einiger Zeit widmet sich Hera Lind, die man zuvor eher durch Liebesromane kannte, dem Verfassen von Romanen, die auf wahren Schicksalen beruhen, die ihr zugetragen wurden. Diese Geschichten sind meist mit sehr traumatischen Erlebnissen für die Protagonist:innen verbunden und keine leichte Kost.

Diesmal steht das Schicksal von Steffi im Mittelpunkt, deren Mutter sie in den 70er Jahren direkt nach der Geburt in Pflege gab, weil sie in einer außerehelichen Affäre gezeugt wurde. Mit knapp drei Jahren landet sie dann auf einem Bauernhof in der Steiermark als Pflegekind. Die Bauernfamilie nimmt regelmäßig neue Pflegekinder zusätzlich zu ihren leiblichen Kindern auf und genießt dadurch großes Ansehen. In Wirklichkeit geht es ihnen aber um das Geld vom Jugendamt und um die Arbeitskraft der Pflegekinder, die sie barfuß und extrem hart für sich schuften lassen. Die weiblichen Pflegekinder werden zudem noch vom Bauern aufs Brutalste missbraucht.

Diese Geschichte ist wahrlich keine leichte Kost, beruht aber leider auf Tatsachen und recht viele Pflegekinder egal ob in Deutschland oder Österreich, teilten dieses Schicksal, dass sie zumindest als billige Arbeitskräfte ausgebeutet und teilweise auch missbraucht wurden. Hera Lind hat recht wenig an den Tatsachen verändert und nur Kleinigkeiten so angepasst, dass es sich für einen Roman eignet. So wird das Leid, das diese Kinder erleben mussten, während die Behörden nichts mitbekamen oder sogar bewusst wegschauten, sehr eindrucksvoll. Wer bezüglich sexuellem Missbrauch eine eigene Geschichte hat oder empfindlich reagiert, sollte aber wissen, dass alles recht detailliert geschildert wird und eventuell triggern könnte. Ich habe das Hörbuch zum Roman gehört. Dabei wurde die Sprecherin passend gewählt und es fiel mir nicht schwer, der Handlung zu folgen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.11.2024

Familie verpflichtet

Vielleicht hat das Leben Besseres vor
0

Der neue Roman von Anne Gesthuysen fügt sich hinsichtlich der Covergestaltung sehr gut in die Reihe ihrer bisherigen Romane ein, was Wiedererkennungswert bietet. Es gibt darin ein Wiedersehen mit der sympathischen, ...

Der neue Roman von Anne Gesthuysen fügt sich hinsichtlich der Covergestaltung sehr gut in die Reihe ihrer bisherigen Romane ein, was Wiedererkennungswert bietet. Es gibt darin ein Wiedersehen mit der sympathischen, unkonventionellen Pfarrerin Anna und ihrer teils etwas schrulligen Familie. Ihrer Mutter und ihrer Schwester, für die ihr Adelstitel große Bedeutung hat, Annas Neffe Sascha, der aktuell bei ihr lebt und ihrer Großtante Ottilie Oymann, die mit über 90 Jahren noch einmal die große Liebe gefunden hat und Star des örtlichen Chors ist, der sich nicht allzu viele Gedanken darum macht, ob ein alter Schlager heutzutage noch als politisch korrekt gilt.

Alles spielt wieder in der kleinen Gemeinde Alpen am Niederrhein. Dort ist Raffaela, die jugendliche Tochter einer früheren Freundin von Annas Schwester bewusstlos an einem Wegesrand aufgefunden worden und liegt nun im Koma. Das Mädchen ist seit einem Unfall in ihrer frühesten Kindheit geistig behindert und der Ort rätselt nun, was genau vorgefallen ist und findet schnell Verdächtige.

Ich habe den Roman sehr gern gelesen. Anna ist mir mit ihrer Art, wie sie ihre Arbeit ausübt, mit den Standesdünkeln und leichten Schrulligkeiten ihrer Familie und den Gemeindemitgliedern umgeht, sehr sympathisch. Der Schreibstil der Autorin hat mir auch diesmal wieder sehr gut gefallen, ihr gelingt es, sehr anschaulich zu schreiben, sodass man sich gut in die Situation hineinversetzen kann und immer sehr passende Formulierungen zu finden. Es wird sehr gut deutlich, wie der folgenreiche Unfall in frühester Kindheit von Raffaela und die damit verbundenen Schuldgefühle ihrer Mutter die gesamte Familie für ihr weiteres Leben stark beeinflussen und verändern. Was die Auflösung des Falls angeht, blieb es lange spannend, weil bis zum Schluss unklar blieb, was nun hinter dem bewusstlosen Auffinden des Mädchens steckte. Ich denke, der Roman lässt sich auch sehr gut ohne Kenntnis des letzten Buches der Autorin lesen, allerdings schadet es auch nicht, dieses zu kennen, da man so einige Zusammenhänge noch besser versteht, auf die in der aktuellen Handlung Bezug genommen wird.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere