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Veröffentlicht am 20.12.2017

Eine schräge Familie, aber gar nicht so ungewöhnlich

Rimini
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Gebundene Ausgabe: 398 Seiten
Verlag: Kiepenheuer&Witsch (17. August 2017)
ISBN-13: 978-3462050448
Preis: 20,00€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Eine schräge Familie, aber gar nicht so ungewöhnlich

Inhalt:
Masha ...

Gebundene Ausgabe: 398 Seiten
Verlag: Kiepenheuer&Witsch (17. August 2017)
ISBN-13: 978-3462050448
Preis: 20,00€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Eine schräge Familie, aber gar nicht so ungewöhnlich

Inhalt:
Masha ist 39 und bekommt langsam Torschlusspanik. Sie möchte ein Kind, aber der langjährige Lebensgefährte Georg erscheint ihr plötzlich nicht als der Richtige.

Hans und Ellen haben sich auseinandergelebt, als Hans sich in seine Psychoanalytikerin zu verlieben glaubt. Probleme im Beruf machen die Sache nicht einfacher.

Auch die Eltern von Masha und Hans, Barbara und Alexander, seit über vierzig Jahren mehr oder weniger glücklich verheiratet, kommen nun als Rentner mit ihrer Zweisamkeit nicht ganz klar. Während Alexander sehr anhänglich ist und Barbara keinen Schritt von der Seite weichen will, braucht sie Freiräume …

Meine Meinung:
Was auf den ersten Blick wie eine ziemlich schräge Familie wirkt, ist es auf den zweiten Blick gar nicht. Viele der Verhaltensweisen, die Sonja Heiss unter die Lupe nimmt, kann ich so oder so ähnlich auch in meiner eigenen Familie oder bei Freunden und Bekannten beobachten. Klar überspitzt Heiss an manchen Stellen, was einen dann auch zum Schmunzeln bringt. Aber dahinter versteckt sich eine enorme Tiefe, und über vieles lohnt es sich nachzudenken.

Erzählt wird die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven. Mal steht Masha im Mittelpunkt, mal Hans, dann wieder Barbara oder Alexander. So bekommt man nach und nach einen kompletten Überblick über das Familiennetz und kann sich auch gut in die einzelnen Protagonisten hineinversetzen.

Sonja Heiss beweist eine tolle Beobachtungsgabe. Sie stöbert kleine Details an ihren Figuren auf, die manch anderem entgehen würden. Und genau diese Details sind es dann, die Verständnis für die einzelnen Charaktere wecken, selbst wenn sie sich egoistisch verhalten und auch mal ganz und gar unsympathisch wirken. Vor allem wirken sie menschlich.

Mich hat Sonja Heiss mit ihrem Debütroman sehr gut unterhalten. Auch wenn vieles vorhersehbar war, gab es doch auch einige Überraschungen. Der Spagat zwischen Ernsthaftigkeit und Humor ist auf jeden Fall gut gelungen.

★★★★☆

Veröffentlicht am 18.12.2017

Unterhaltsamer Krimi aus Karlsruhe

Fächergrün
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Taschenbuch: 273 Seiten
Verlag: Gmeiner-Verlag (7. Februar 2011)
ISBN-13: 978-3839211182
Preis: 9,99€
auch als E-Book erhältlich

Unterhaltsamer Krimi aus Karlsruhe

Inhalt:
In der Karlsruher Oststadt ...

Taschenbuch: 273 Seiten
Verlag: Gmeiner-Verlag (7. Februar 2011)
ISBN-13: 978-3839211182
Preis: 9,99€
auch als E-Book erhältlich

Unterhaltsamer Krimi aus Karlsruhe

Inhalt:
In der Karlsruher Oststadt finden die alten, sehr reichen Brüder Anton und Josef Maiwald einen grausamen Tod. Schnell wird klar, dass es sich um einen Doppelmord handelt. Die Zahl der möglichen Verdächtigen ist gering, und eigentlich schließen Oskar Lindt und sein Team alle recht bald aus. Erst als die ehemaligen Beschäftigten der Maiwalds ins Spiel kommen, wittert die Polizei eine heiße Spur …

Meine Meinung:
Dies ist der 6. Teil der Reihe um Kommissar Oskar Lindt von der Karlsruher Mordkommission. Der Fall ist aber abgeschlossen und kann somit ohne Vorkenntnisse gelesen werden.

Menschen, die sich in der Fächerstadt Karlsruhe auskennen, werden viele Ecken und Straßen wiedererkennen. Das macht den Charme dieser Regionalkrimis aus, dass man sich wie zu Hause fühlt und eine sehr gute Vorstellung von den örtlichen Verhältnissen hat. Aber auch wer Karlsruhe nicht kennt, wird mit „Fächergrün“ gut unterhalten.

Bernd Leix schreibt kurzweilig und lebendig. Seine Figuren sind plastisch und erwachen direkt zum Leben. Dabei wirken sie alle irgendwie menschlich und normal. Auch die Chefs sind nicht perfekt, alle machen Fehler und haben dann ihre Mühe, diese wieder geradezubiegen. Manche kleinen Tricks, die dabei angewandt werden, brachten mich zum Schmunzeln.

Zwischendurch schweift Leix für meinen Geschmack ein bisschen zu sehr vom Fall ab, um sich anderen Dingen zu widmen. Doch am Schluss wird alles zufriedenstellend aufgeklärt.

Fazit:
Ein einfach zu lesender Regionalkrimi ohne hohen Anspruch, der aber locker zu unterhalten weiß.

Die Oskar Lindt-Reihe:
1. Bucheckern
2. Zuckerblut
3. Hackschnitzel
4. Waldstadt
5. Fächertraum
6. Fächergrün
7. Fächerkalt
8. Mordschwarzwald
9. Blutsprecht
10. Schwarzwaldhölle

★★★★☆

Veröffentlicht am 13.12.2017

Spannend und brutal

Endgame. Die Hoffnung
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Gebundene Ausgabe: 592 Seiten
Verlag: Oetinger (19. Oktober 2015)
ISBN-13: 978-3789135248
Originaltitel: Sky Key
empfohlenes Alter: ab 16 Jahren
Preis: 19,99€
auch als Taschenbuch, als E-Book und als Hörbuch ...

Gebundene Ausgabe: 592 Seiten
Verlag: Oetinger (19. Oktober 2015)
ISBN-13: 978-3789135248
Originaltitel: Sky Key
empfohlenes Alter: ab 16 Jahren
Preis: 19,99€
auch als Taschenbuch, als E-Book und als Hörbuch erhältlich


ACHTUNG: Dies ist Band 2 der Endgame-Trilogie. Meine Rezension kann SPOILER zum ersten Band enthalten. Vorkenntnisse sollten vorhanden sein, wenn man dieses Buch lesen möchte.

Spannend und brutal

Inhalt:
Die Spielerin Sarah hat den Erdschlüssel an sich genommen und dadurch das Ereignis ausgelöst, das die Menschheit vernichten wird. Nun muss der nächste Schlüssel, der Himmelschlüssel, gefunden werden, damit das Spiel gewonnen werden kann. Doch einige der Spieler sind nicht mehr so ganz von Endgame überzeugt. Kann eine Zerstörung des Himmelschlüssels die Menschheit noch retten? Und wird einer von ihnen zu dieser Zerstörung in der Lage sein?

Meine Meinung:
Es ist gut zwei Jahre her, dass ich den 1. Band dieser Trilogie gelesen habe. Daher war ich nun ein  wenig besorgt, ob ich wieder gut in die Handlung hineinkommen würde. Aber das war überhaupt kein Problem. Zwar waren mir nicht alle Details präsent, aber das ich auch nicht notwendig. Hauptsache, man weiß, worum es im Großen und Ganzen geht. Eine Charakterisierung der ursprünglich zwölf Spieler ist im Anhang zu finden.

Die Erzählperspektive wechselt wieder, wie schon im Vorgängerband, zwischen den verschiedenen Spielern, die sich meist an ganz unterschiedlichen Orten der Erde aufhalten. Allerdings arbeiten einige auch zusammen, sei es, weil sie sich mögen, sei es, weil sie sich einen Vorteil davon versprechen.

Wie schon im 1. Band geht es auch hier wieder sehr brutal zu. Es wird mit allen Mitteln gekämpft und kompromisslos getötet. Auch die Sprache ist mit Kraftausdrücken gespickt. Das ist für ein Jugendbuch schon ziemlich extrem. Allerdings gibt es auch unter den Spielern immer mehr menschliche Regungen - nicht bei allen, aber bei einigen.

Am Anfang geht es noch etwas gemächlich zu. Hier kann man sich langsam wieder an die Handlung herantasten, bevor sie wieder hochspannend und sehr rasant wird. Gegen Ende konnte ich das Buch dann nicht mehr aus der Hand legen. Der Show down hatte es in sich.

Die Handlung kommt mit diesem Mittelband der Trilogie ein gutes Stück voran und endet an einem Zwischenziel. Dies hat für mich allerdings den Charakter eines fiesen Cliffhangers. Ich bin froh, dass ich den 3. Band schon hier liegen habe und demnächst weiterlesen kann.

Die Trilogie:
1. Die Auserwählten
2. Die Hoffnung
3. Die Entscheidung

★★★★☆

Veröffentlicht am 09.12.2017

Fast mehr Reiseführer als Krimi, aber trotzdem sehr unterhaltsam

Bretonisches Leuchten
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Broschiert: 312 Seiten
Verlag: KiWi-Paperback (27. Juni 2017)
ISBN-13: 978-3462050561
Preis: 14,99€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich


Fast mehr Reiseführer als Krimi, aber trotzdem sehr unterhaltsam

Dies ...

Broschiert: 312 Seiten
Verlag: KiWi-Paperback (27. Juni 2017)
ISBN-13: 978-3462050561
Preis: 14,99€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich


Fast mehr Reiseführer als Krimi, aber trotzdem sehr unterhaltsam

Dies ist der 6. Band der Reihe um Commissaire Georges Dupin, den es aus Paris in den Süden der Bretagne, nach Concarneau, verschlagen hat. Man muss aber keine Vorkenntnisse haben, um der Handlung folgen zu können.

Inhalt:
Dupin und seine Freundin Claire müssen mal dringend ausspannen. Kurzerhand reisen sie in den Norden der Bretagne, um in Trégastel am Strand zwei erholsame Wochen zu verbringen. Doch für Dupin ist das Nichtstun reines Gift.

Da kommt es in dem beschaulichen Örtchen zu allerlei Vorkommnissen: Eine Heiligenstatue wird gestohlen, eine Abgeordnete wird bei einem Anschlag schwer verletzt, ein Gast aus dem Hotel verschwindet spurlos, und eine Leiche wird gefunden. Doch Dupin sind die Hände gebunden. Eigentlich. Es ist nicht seine Zuständigkeit, und Claire und seine Assistentin Nolwenn haben ihm jede ermittlerische Tätigkeit untersagt …

Meine Meinung:
Auch wenn der Kriminalfall bzw. die Fälle an sich nicht so wahnsinnig spannend sind, habe ich mich doch herrlich amüsiert. Dupin greift zu allerlei Tricks und Finten, um Claire abzulenken und hinters Licht zu führen und nebenbei mit Hilfe u.a. des Hotelier-Ehepaars und des Frisörs die Fakten zusammenzutragen.

Da Dupin im Urlaub ist, ist es nicht verwunderlich, dass die Landschaftsbeschreibungen, Hotel- und Restaurantempfehlungen dieses Mal noch üppiger ausfallen als sonst. Schließlich muss er ja mit Claire auch ein bisschen Urlaubsprogramm abspulen und kann nicht nur Verbrecher jagen. Ich fand diese Beschreibungen auf jeden Fall wieder sehr gelungen. Beim Lesen steigt mein Fernweh nach der Bretagne unweigerlich an, bietet aber gleichzeitig auch schon ein wenig Erholung vom Alltag.

Die Reihe:
1. Bretonische Verhältnisse
2. Bretonische Brandung
3. Bretonisches Gold
4. Bretonischer Stolz
5. Bretonische Flut
6. Bretonisches Leuchten

★★★★☆

Veröffentlicht am 04.12.2017

Tiefsinnig, sentimal und witzig

Sommerfest
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Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: Kiepenheuer & Witsch (16. Februar 2012)
ISBN-13: 978-3462043860
Preis: 19,99€
auch als Taschenbuch, als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Tiefsinnig, sentimental ...

Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: Kiepenheuer & Witsch (16. Februar 2012)
ISBN-13: 978-3462043860
Preis: 19,99€
auch als Taschenbuch, als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Tiefsinnig, sentimental und witzig

Inhalt:
Stefan lebt seit vielen Jahren als Schauspieler in München. Als Onkel Herrmann stirbt, muss Stefan zurück nach Bochum, um das geerbte Reihenhäuschen der Familie zu verkaufen. Ein Wochenende hat er Zeit, um den Makler zu sprechen, sich mit einigen Jugendfreunden zu treffen und seine Omma Luise zu sehen, bevor er am Montag wieder bei einem Vorsprechen in München erscheinen muss. Ein Wochenende mit Happening auf der gesperrten Autobahn, mit Sommerfest seines ehemaligen Fußballvereins und einem Wiedersehen mit Charlie, seiner Sandkastenliebe, die ihm einfach nicht aus dem Kopf gehen will.

Meine Meinung:
In locker-flockiger Manier schreibt Frank Goosen einfach über das Leben und alles, was es lebenswert macht und alles, was einem so dazwischenkommen kann. Ich kenne den Ruhrpott und seine Menschen zwar nicht wirklich, aber Goosens Erzählung wirkt absolut authentisch. Genauso stelle ich mir das vor.

Es macht echt Spaß, über den unsicheren Stefan und seine alten Freunde zu lesen, über Omma Luise, die schon alles Mögliche mitgemacht hat in ihrem Leben. Und man wünscht sich natürlich, dass Stefan und Charlie endlich richtig zusammenkommen. Aber da scheint es noch ein Geheimnis zu geben, von dem alle wissen, nur Stefan nicht. Und Stefan weiß ja auch gar nicht, ob er das überhaupt will, denn es hat ja schon mal nicht funktioniert. Und wenn es nun wieder nicht funktionieren würde, würde ihn das umbringen.

Ich habe mich herrlich amüsiert beim Lesen. Dabei ist die Geschichte aber auch recht tiefsinnig und gefühlvoll und bringt einen so manches Mal zum Nachdenken.

★★★★☆