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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.02.2025

den Schein wahren

Bis die Sonne scheint
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"Bis die Sonne scheint" von Christian Schünemann ist ein frecher und amüsanter Roman mit ernsten Untertönen. Der Roman einer Lebenskünstlerfamilie , der die achziger Jahre wieder aufleben lässt.

Familie ...

"Bis die Sonne scheint" von Christian Schünemann ist ein frecher und amüsanter Roman mit ernsten Untertönen. Der Roman einer Lebenskünstlerfamilie , der die achziger Jahre wieder aufleben lässt.

Familie Hormann hat es zu etwas gebracht und ist stolz darauf. Mit einer Massiv Haus Firma ermöglicht sie den einfachen Leuten den Traum vom eigenen Heim zu verwirklichen. Sie selbst erarbeiten sich ein gewissen Wohlstand und fühlen sich dadurh als etwas Besseres.
Doch als die Aufträge einbrechen. der Vater die Firma aufgeben muss und Fortan als Verteter seine Brötchen verdient und die Mutter das Familieneinkommen, das vorne und hinten nicht reicht, durch einen Wollladen unterstützt, bröckelt die Fassade nach und nach. Doch diese gilt es aufrecht zu erhalten, keiner darf wissen, wie es wirklich aussieht , vor allem die Großeltern nicht.

Das Buch ist aus Sicht des Sohnes Daniel geschrieben, der seinen Wunsch nach einem Samtsakko zur Konfirmation shwinden sieht, nachdem er hinter die finanzielle Fassade der Familien blicken kann. .

Es ist schon amüsant, aber auch tragisch zugleich, mitzuerleben, wie die Familie ihre Situation ignoriert und ihr Leben weiter aufrecht erhalten will, obwohl es vorne und hintn nicht klappt. In Rückblenden erfährt man einiges über die Familie, was den Gesamteidruck komplett macht.

Lustige und charmante Szenen wechseln mit Momenten ab, wo man denkt " Jetzt müssten doch Konsequenzen folgen.
Doch zu Guter letzt will man einfach Optimismus verbreiten.

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Veröffentlicht am 17.01.2025

verwandle deine Wunden in Weisheit

Das Verhalten ziemlich normaler Menschen
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„Das Verhalten ziemlich normaler Menschen“war für mich ein Buch, das mich zum Lachen und zum Weinen brachte.
Ein Buch über Trauerbewältigung mit eine ganz wichtigen Aussage. „Trauer ist individuell. Alles ...

„Das Verhalten ziemlich normaler Menschen“war für mich ein Buch, das mich zum Lachen und zum Weinen brachte.
Ein Buch über Trauerbewältigung mit eine ganz wichtigen Aussage. „Trauer ist individuell. Alles ist richtig, wie du trauerst, wie lange du trauerst, um wen du trauerst. Du entscheidest, doch lass die Traue dich nie ganz kaputt machen.“

AscherHunter ist 17 Jahre alt und hat seine Mutter bei einem Verkehrsunfall verloren. Ein betrunkener LKW Fahrer hat sie von der Straße gedrängt und sie ist in ihrem Auto verbrannt. Seitdem ist Asher nur noch wütend,denn der LKW Fahrer wurde nicht verurteilt, weil der Polizist am Unfallort keinen Alkoholtest bei ihm durchgeführt hat.
Auch die drei Trauergruppen in die Asher geht, eine für ältere Trauernde, eine für jüngere Trauernde und eine für Trauernde, deren Angehörige noch nicht gestorben sind, helfen nicht. Asher will jemanden für den Tod seiner Mutter verantwortlich machen und da sind viele, aber eben auch er, denn wegen ihm ist seine Mutter zum Supermarkt gefahren, weil er neue Fußballschuhe brauchte, weil seine alten von jemandem aus dem Spind geklaut wurden. Ausserdem hat er Angst um seine vierjährige Schwester, die sogar nachts einen Helm und eine Schutzweste tragen muss,damit ihr nichts passiert.
Zusammen mit Will, Sloane und Henry und dessen Frau, alles Menschen, die er in den Trauergruppen kennen gelernt hat, macht er sich auf den Weg nach Memphis, um den LKW Fahrer zu töten.

K.J. Reilly hat einen sehr gefühlvollen Roman geschrieben, der mich sehr berührt hat.
An allen vier Figuren macht sie klar, dass jeder anders mit seiner Trauer anders umgeht, jeder andere Triggerpunkte hat und jeder sein eigenes Tempo.
Sehr empathisch beschreibt sie, wieviel Schmerz so ein Verlust auslösen kann, welche Bandbreite an Gefühlen auf einen zukommen und dass Außenstehende häufig die Verhaltensweisen Trauernder nicht nachvollziehen können. Doch die vier Figuren in ihrem Buch helfen sich gegenseitig, respektieren den Schmerz und das Verhalten des anderen, mag es noch so skurril sein und finden so den Weg, heraus aus dem Schmerz.

Jetzt mag man meinen, dass dieses Buch einen runterzieht, weil das Thema so beklemmend ist, aber dem ist nicht so. Sicher ist es ein trauriges Thema und ich hätte gerne mehrmals den ein oder anderen der Protagonisten umarmt und es sind auch ein paar Tränchen geflossen, aber dieses Buch ist auch sehr hoffnungsvoll und vor allem an einigen Stellen mehr als witzig, sodass ich auch oft gelächelt oder gelacht habe.

Vor allem ist es aber ein Buch das Gefühle weckt und das man am Ende mit einem Lächeln schließt.

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Veröffentlicht am 17.01.2025

unterhaltsam, aber ein paar Themen zu viel

Zwei vernünftige Erwachsene, die sich mal nackt gesehen haben
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„Zwei vernünftige Erwachsene, die sich mal nackt gesehen haben“, ist mein erster Roman dieser Autorin und ich fand ihn, bis auf einigen Längen, recht unterhaltsam.
Zwei Schwestern, Nina, fast fünfzig, ...

„Zwei vernünftige Erwachsene, die sich mal nackt gesehen haben“, ist mein erster Roman dieser Autorin und ich fand ihn, bis auf einigen Längen, recht unterhaltsam.
Zwei Schwestern, Nina, fast fünfzig, geschieden, hat ihr Luxusleben in Berlin Grunewald, gegen ein einfaches Leben in 11/2 Zimmern eingetauscht. Der Grund, ein Ehevertrag, der gutgläubig geschlossen wurde und sie nun mit nichts zurücklässt. Ihr Exmann hat wieder geheiratet, eine Influencerin und noch mal Zwillinge bekommen. Ninas Kinder sind erwachsen.
Lena, Ninas Schwester, ist von Hannover nach Berlin gezogen und ihr Lebensinhalt ist der, von den Grunewalder Frauen in ihren erlauchten Kreis aufgenommen zu werden.

Nina lernt auf dem Kindergeburtstag der Zwillinge ihres Mannes David kennen, knackig und Ende zwanzig. Nina , seit drei Jahren ohne Sexualleben, ist nicht abgeneigt. Die beiden verlieben sich ineinander und die Grunewalder Gesellschaft staunt.

Der Roman liest sich bis auf ein paar Längen, die auch dadurch entstehen, dass meiner Meinung nach ein paar Themen zuviel behandelt wurden, recht unterhaltsam.
Mit viel Ironie übt Frau Decker Gesellschaftskritik, nicht nur an der dekadenten Schicht der Grunewalder, sondern auch an dem Frauenbild. Steht es einer fünfzigjährigen zu, sich in einen jüngeren Mann zu verlieben, was für Männer selbstverständlich ist, muss nicht auch für Frauen gelten.
Auch andere Themen werden gestreift, die mir dann aber doch mit der Zeit ein wenig viel wurden.

Alles in allem habe ich das Buch ganz gern gelesen, auch weil die Themen mit viel Humor und Ironie behandelt wurden.

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Veröffentlicht am 23.12.2024

gelungener Start

Dorn. Hotel der Angst
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Ich kenne bisher keine Bücher dieses Autors und so war ich sehr gespannt was mich erwartet.

Simon Dorn hat seinen Job als Kriminalpsychologe aus privaten Gründen aufgegeben.Er lebt im Zimmer 103 in einem ...

Ich kenne bisher keine Bücher dieses Autors und so war ich sehr gespannt was mich erwartet.

Simon Dorn hat seinen Job als Kriminalpsychologe aus privaten Gründen aufgegeben.Er lebt im Zimmer 103 in einem heruntergewirtschaften Hotel in Bad Gastein. Schon mal ein gruseliges Setting.
Von dort aus arbeitet er mit Karla Hofbauer, einer BKA Ermittlerin aus Wien an alten Fällen. Als Karla ermordet wird, will er dem Fall selbst nachgehen und trifft auf die Polizistin Lea Wagner,eine selbstbewusste Ermittlerin.

Das Buch ist spannend. Durch kurze knackige Kapitel wird der Spannungsbogen immer hochgehalten und das Setting mit dem alten Hotel in einsamer Lage wird der Gruselfaktor gut bedient.

Simon Dorn selbst ist ein gebrochener Mensch,sein Gegenüber Lea Wagner das Gegenteil.

Aus der Sicht dieser zwei Personen verfolgt der Leser die Geschichte, die rasant an Fahrt aufnimmt.

Die Beschreibung der einzelnen Figuren fand ich gelungen, den Fall spannend und die Schreibweise flüssig.

Ein gelungener Auftakt einer neuen Reihe.

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Veröffentlicht am 29.10.2024

hat Spaß gemacht

Wohnverwandtschaften
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„Wohnverwandtschaften „ist das erste Buch der Autorin das ich lese, ihre anderen Bücher habe ich nicht gelesen, werde es aber nachholen.
In diesem Buch geht es um eine besondere Wohnform, die aus vier ...

„Wohnverwandtschaften „ist das erste Buch der Autorin das ich lese, ihre anderen Bücher habe ich nicht gelesen, werde es aber nachholen.
In diesem Buch geht es um eine besondere Wohnform, die aus vier Bewohnern besteht.
Constanze stößt zuletzt zu der Gruppe, nachdem sie sich von ihrem Freund getrennt hat.
Murat, Jörg und Anke wohnen schon länger zusammen, alle vier nicht mehr im taufrischen Alter, wie man es von WG Bewohnern sonst gewohnt ist.
Aus wechselnder Perspektive dieser vier erfährt der Leser viel über das Zusammenleben und vor allem über die unterschiedlichen Charaktere.ich habe alle als sympathisch und sehr facettenreich erlebt, die sich im Laufe der Geschichte auch weiterentwickelt haben, was ich immer als sehr positiv in einem Buch empfinde.
Auf die Probe wird diese Gemeinschaft gestellt durch die fortschreitende Demenz von Jörg.

Ich habe des Öfteren beim Lesen dieses wirklich unterhaltsamen Buches gedacht, So eine WG im Fortgeschrittenen Alter ist doch eine tolle Sache. Soziale Kontakte sind da und gegenseitige Unterstützung. Sicherlich hat jeder so seine Eigenarten im Alter entwickelt, mit dem sich alle irgendwie arrangieren müssen,aber das sollte einen nicht abschrecken. Die Vorteile überwiegen.

Die Autorin hat einen sehr angenehmen und unterhaltsamen Schreibstil, der auch des Öfteren zum Schmunzeln und Lachen anregt und mich das Buch hat genießen lassen.

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