Profilbild von NinaCoe

NinaCoe

Lesejury Star
offline

NinaCoe ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit NinaCoe über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.02.2025

Mobilität im Kaiserreich

Im Takt der Freiheit
0

Schauplatz dieses gefühlvollen historischen Romans ist Berlin im Dreikaiserjahr 1888.Dort begegne ich Felicitas Louisburg, der Tochter eines der wenigen Eisenbahnkönige des Deutschen Reiches. Schon nach ...

Schauplatz dieses gefühlvollen historischen Romans ist Berlin im Dreikaiserjahr 1888.Dort begegne ich Felicitas Louisburg, der Tochter eines der wenigen Eisenbahnkönige des Deutschen Reiches. Schon nach ein paar Seiten tat mir Felicitas einfach nur Leid. Auf Schritt und Tritt „verfolgt“ von ihrer Gouvernante führt sie ein recht langweiliges Leben. Aber sie hat einen rebellischen und wachsamen Geist und startet immer mal wieder Versuche, aus ihrer Einöde auszubrechen. Dazu gehört auch die Annäherung an Minna, der afrikanischen Zofe. Diese Komponente hat mir besonders gut gefallen.

Fahrräder waren zu dieser Zeit verpönt, zumal die damals üblichen Hochräder überaus gefährlich waren. Doch dann entwickelten die Briten das „Nieder-Sicherheitsrat“ – was für ein Name - und dieses praktische Fortbewegungsmittel setzte sich dann auch im Kaiserreich durch. Aber als Felicitas den begeisterten Fahrradfahrer Lorenz zufällig trifft, ist dieses Fahrrad noch eine Rarität. Felicitas erkennt aber sofort den Nutzen und überredet Lorenz, ihr das Fahrrad fahren beizubringen. Natürlich kommen dann auch Gefühle ins Spiel, denn Lorenz ist so anders und aufgeschlossener als der arrogante Adelige, den ihr Vater für Felicitas ausgesucht hat. Es dreht sich wie immer um Geld und Ansehen und es war sehr spannend, Felicitas auf ihrem Weg in die Freiheit zu begleiten.

Der Roman zeichnet sich durch einen sehr angenehmen Schreibstil und gute Recherche aus. Ich lerne viel über die damalige Zeit und musste so oft denken, wie froh ich bin, im Hier und Jetzt zu leben und so viele Freiheiten zu haben, von denen die Frauen damals nicht zu träumen gewagt haben. Hanna Caspian hat diese Zeit lebendig werden lassen und ich konnte meinem Partner viel über die Geschichten seines geliebten Zweirades erzählen.

Ein sehr unterhaltsamer und gut recherchierter historischer Roman, der viele interessante Themen aufgreift.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.12.2024

Dramatisch und sehr poetisch

A Song to Drown Rivers
0

Diese Liebesgeschichte, die in China angesiedelt ist, basiert auf der Legende von Xi Shi, die im antiken China (ca. 500 v. Chr.) ihr Königreich rettete. Denn China war in 2 rivalisierende Königreiche geteilt. ...

Diese Liebesgeschichte, die in China angesiedelt ist, basiert auf der Legende von Xi Shi, die im antiken China (ca. 500 v. Chr.) ihr Königreich rettete. Denn China war in 2 rivalisierende Königreiche geteilt. Und da die gegnerischen Soldaten ihr die Schwester genommen haben, stimmte sie nach reiflicher Überlegung zu, sich als Spionin ausbilden zu lassen und alles zu lernen, was damals wichtig war, um einen König zu betören. Sie gilt als die schönste Frau Chinas und hatte leichtes Spiel, den gegnerischen König für sich zu gewinnen, zu beeinflussen und zu täuschen. Denn ihr Herz gehörte Fanli, der sie über Wochen sehr diszipliniert ausgebildet hat. Nicht nur zwischen den Zeilen hat es geknistert und ich bin beeindruckt, wie viel man ausdrücken kann ohne es auszusprechen oder aufzuschreiben.

Ich war von Anfang an fasziniert von der Poesie, die sich in jedem Satz wieder findet, vielen klugen Aussagen und der Geschichte, die in einer mir fremden Kultur und in einer längst vergangenen Zeit spielt. Es las sich wie ein Märchen und die Autorin hat es mir leicht gemacht, in diese fremde und von Traditionen geprägten Welt einzutauchen.

Die Autorin lässt Xishi in der Ich-Form erzählen und so war ich ganz nah in ihren Gedanken und Überlegungen. Sie war sehr zwiegespalten und auch das hat Ann Liang sehr anschaulich dargestellt. Deshalb war die Lesezeit für mich sehr emotional.

Ich musste mich einlassen auf die Geschichte und auch auf die Sprache. Das ist mir sehr schnell gelungen und so konnte ich „A Song to drown rivers“ mit allen Sinnen genießen! Und es ist so viel mehr als nur eine Liebesgeschichte!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.11.2024

Zauberhafte und kluge Geschichte

Tee auf Windsor Castle
0

Viele Bücher beginnen mit einem Zitat und manche mag ich besonders gerne so wie dieses hier: „Das Leben ist schön, nur wir machen es kompliziert.“ Das ist nur der Anfang von sehr vielen klugen und merkenswerten ...

Viele Bücher beginnen mit einem Zitat und manche mag ich besonders gerne so wie dieses hier: „Das Leben ist schön, nur wir machen es kompliziert.“ Das ist nur der Anfang von sehr vielen klugen und merkenswerten Sätzen, für die ich dieses Büchlein liebe.

Kate stammt aus dem East End in Glasgow, mag die Royals eigentlich nicht und nimmt nur ihrer Freundin Zaira zu Liebe an einer Führung durch Windsor Castle teil. Kate ist eine typische Glaswegian und ich mag sie trotz ihrer manchmal sehr groben Sprache sehr.

Die einzelnen Kapitel haben sehr passende und originelle Überschriften, die mich sehr auf das Folgende einstimmen. Kate ist einfach cool und „Zu den Vorteilen einer nicht ganz so vornehmen Abstammung gehört es, dann man früh lernt, sich unauffällig zu verdrücken“ und genau das macht Kate auch, um einem sehr dringenden Bedürfnis nachzugehen. Die geheimen Gänge führen sie dann in die besagte Küche und dann wird die Geschichte richtig rührend, als sie dort auf die alte Dame namens Betty trifft. Ich hatte natürlich sofort die Queen vor Augen. Kate und Betty könnten unterschiedlicher nicht sein, aber sie lernen viel voneinander und das ließ mich oft schmunzeln. Schon lange habe ich keine so durchgehend schöne Geschichte gelesen mit so vielen klugen Weisheiten.

Tee auf Windsor Castle wärmt das Herz, zaubert ganz oft ein Lächeln ins Gesicht und regt auch zum Nachdenken an!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.11.2024

Liebe und Freundschaft

Herrliche Zeiten - Die Himmelsstürmer
0

Im Grandhotel Pupp in Karlsbad treffen sich 1871 drei junge Leute: die Londonerin Vicky, der Berliner Paul und der Pariser Auguste (Escoffier). Schnell fühlen sie sich in Freundschaft verbunden und ich ...

Im Grandhotel Pupp in Karlsbad treffen sich 1871 drei junge Leute: die Londonerin Vicky, der Berliner Paul und der Pariser Auguste (Escoffier). Schnell fühlen sie sich in Freundschaft verbunden und ich werde sie über viele Jahre begleiten, ihre Höhen und Tiefen miterleben. Alle drei haben ihre Träume und ich war sehr gespannt, was sich davon dann tatsächlich verwirklichen lässt. Und das alles geschieht vor einer authentischen historischen Kulisse.

Peter Prange ist ein großartiger Erzähler. Er hat ganz schön viel zwischen zwei Buchdeckel gepackt. Sein Schreibstil ist sehr dicht, detailliert und auch sehr authentisch. Das heißt für mich aber, dass ich einige Ausdrücke tatsächlich nachschlagen musste, weil sie mir nicht geläufig waren. Anderseits ist natürlich sehr stimmig, wenn für ein historisches Buch auch historische Sprache verwendet wird!

Peter Prange lässt seine drei Helden abwechselnd zu Wort kommen und das in sehr kurzen Kapiteln. So muss ich als Leser immer wieder switchen. Auch die Schauplätze verändern sich stetig. Das macht das Lesen außerordentlich spannend, zumal Peter Prange die Kapitel oft mit einem Cliffhanger enden lässt.

Sehr schnell entwickelt sich Vicky zu meiner Lieblingsfigur. Ihr Schicksal hat mich am meisten bewegt. Aber auch die jungen Männer kommen mir sehr nah. Ich finde es sehr interessant, die geschichtlichen Ereignisse mit ihren Augen zu erleben.

Ich begleite Vicky, Paul und Auguste fast 30 Jahre, von 1871 bis zum Wechsel in das neue Jahrtausend. Das Buch ist der erste Teil einer Dilogie und in drei große Teile unterteilt. Am Ende des Buches finde ich eine Liste der handelnden Personen und neben dem weltberühmten Auguste Escoffier begegnen mir auch weitere historische Personen. Die Handlung ist fiktiv, aber genau so könnte sich vieles zugetragen haben. Ich bin schon sehr gespannt auf Teil 2!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.11.2024

Blaire in Yorkshire

Sturmjahre
0

Schon zum 4. Mal reise ich nach Foxgirth, dem fiktiven Örtchen in der Nähe von Edinburgh. Auf diesen Teil war ich ganz besonders gespannt, denn Blaire ist für mich die Interessanteste von den Dennon Geschwister. ...

Schon zum 4. Mal reise ich nach Foxgirth, dem fiktiven Örtchen in der Nähe von Edinburgh. Auf diesen Teil war ich ganz besonders gespannt, denn Blaire ist für mich die Interessanteste von den Dennon Geschwister. Wild und unberechenbar, solche Frauenfiguren mag ich am liebsten. Ich habe schon ungeduldig auf das Abenteuer mit ihr gewartet.

Ihr Weg führt sie nach Yorkshire in das Anwesen des 7. Viscount Rochester, wo sie im Auftrag des Gangsterbosses des Edinburgh Lads einen neuen Gin kreieren soll. Da ist Trouble vorprogammiert und es ist einfach zu schön, wie Blaire sich eben nicht an Konventionen und Vorschriften hält. Ich habe mich so sehr über sie amüsiert und natürlich auch über die Reaktionen der blasierten Herrschaften. Blaire ist so cool und ich habe es sehr genossen, dass dieser Band ihr gewidmet ist und ich ganz viel über sie erfahre. Es ist einfach herrlich, wie sie das Leben auf Hilmore Manor durcheinanderbringt. Einiges habe ich geahnt, einiges war sehr vertraut, aber ich wurde auch sehr oft überrascht.

Lia Scott erzählt die Geschichte der Dennons kontinuierlich weiter und es ist schon, auch den anderen Geschwistern immer wieder zu begegnen. Hier wird abwechselnd aus der Sicht von Blaire und auch von Henry erzählt, was der Geschichte das gewisse Etwas gibt.

Der Schreibstil ist sehr angenehm und anschaulich, diese Bücher könnte ich immer weiter lesen, weil ich mich so wohl fühle beim Lesen. Das Ende hat mir gefallen und es gibt auch schon eine Vorschau auf den dann letzten Band. Dann heißt es Abschied nehmen von den Dennons, aber daran mag ich noch gar nicht denken.

Auch der 4. Band hat mich wunderbar unterhalten und wer Schottland so liebt wie ich, der wird auch diese Bücher mögen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere