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Veröffentlicht am 23.04.2025

Kommunikationsprobleme zwischen Müttern und Töchtern

Die Summe unserer Teile
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Großmutter, Mutter und Tochter, in Polen, dem Libanon und Deutschland - die Grundidee und den Aufbau des Buches fand ich super.
Jede der Frauen hat ihre eigenen Kapitel, in denen wir sie besser kennenlernen ...

Großmutter, Mutter und Tochter, in Polen, dem Libanon und Deutschland - die Grundidee und den Aufbau des Buches fand ich super.
Jede der Frauen hat ihre eigenen Kapitel, in denen wir sie besser kennenlernen und teilweise auch in mehreren Lebensabschnitten begleiten: Wir erleben alle drei als Studentinnen, Mutter Daria und Großmutter Lyudmila dann zusätzlich noch bei ihrer späteren Karriere und Schwangerschaft/Zeit als Mutter.
Dies fand ich schön gestaltet, so konnte man Parallelen zwischen den Leben, aber auch Unterschiede gut erkennen. Die verschiedenen Zeitebenen und Perspektiven fördern auch das Verständnis für andere Menschen. Während mir eine Person zunächst eher unsympathisch erscheint, ändert sich dieser Eindruck wieder, wenn ich die Geschichte aus ihrer Sicht erlebe.
Die Botschaft dahinter ist stark, jedoch kann es zwischendurch auch etwas frustrierend sein, wenn man feststellt, dass sich einige Probleme der Frauen mit besserer Kommunikation vermutlich in Luft aufgelöst hätten.

Komplett warm bin ich auch mit keiner der Frauen geworden, selbst mit all dem dazugewonnenen Verständnis gab es doch noch Situationen, in denen ich ihre Handlungen und Entscheidungen so gar nicht nachvollziehen konnte. Ich glaube hier hätten ein paar Seiten mehr dem Buch gut getan, für drei Generationen ist es doch recht kurz und bleibt dadurch manchmal leicht oberflächlich.
Andererseits lässt es sich auch deswegen recht schnell und angenehm lesen, auch die Sprache ist gelungen. Die Gefühle werden immer wieder auf sehr kreative Art beschrieben und die Wissenschaften der Frauen finden auch ihren Weg in die Sprache, so studiert beispielsweise Tochter Lucy Informatik und drückt ihre Gedanken gerne in Computer-Methapern aus.
Zwischendurch gibt es auch immer wieder mal lustige Momente, vor allem durch die unterschiedlichen Länder und Kulturen, davon hätte ich gerne noch mehr gelesen, z.B. mehr Zeit im Libanon verbracht.

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Veröffentlicht am 22.03.2025

Auf der Suche nach der Wahrheit

Was hast du nur getan?
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Cassidy hat eigentlich schon genug Probleme: Ihre Mutter ist nicht immer das Vorbild, das sie sein sollte, ihre Schulgang wird neuerdings als Anti-Mobbing-Einheit eingespannt und ihr Umfeld hat einen Hang ...

Cassidy hat eigentlich schon genug Probleme: Ihre Mutter ist nicht immer das Vorbild, das sie sein sollte, ihre Schulgang wird neuerdings als Anti-Mobbing-Einheit eingespannt und ihr Umfeld hat einen Hang zur Gewalt.
Als ein Mitschüler tot auf dem Schulhof gefunden wird, startet sie in all dem Chaos auch noch eigene Ermittlungen.
Sie ist alles andere als eine klassische Heldin, eher jemand, der sich irgendwie durchschlägt. Zu Beginn musste ich mich daher auch erstmal mit ihrer Art anfreunden, jedoch ist sie mir im Laufe der Geschichte schnell sympathischer geworden. Lediglich die geringe Hemmschwelle gegenüber Gewalt fand ich eher ungünstig, hier haben es einige Charaktere doch ein wenig übertrieben.

Generell mochte ich die Clique rund um Cassidy jedoch, auch wenn ich sie am Anfang noch nicht so gut unterscheiden konnte. Später werden alle aber noch ausführlicher vorgestellt und man erkennt die Diversität auch besser. Auch ein klein wenig Romance lässt sich herauslesen, dies steht hier jedoch nicht im Vordergrund, vielmehr werden die Freundschaften und Familienbeziehungen fokussiert. Ruhige Szenen und schöne Momente wechseln sich hier gut ab mit Streitgesprächen und enttäuschten Erwartungen.
Ein wenig werden allerdings auch Klischees bedient, dazu war ein Charakter für mich quasi unausstehlich, aber das sollte er auch sein.

Cool fand ich die Strukturierung des Buches, die Kapitel sind in die Tage seit Beginn aufgeteilt mit Unterscheidungen nach Morgens, Abends etc.
Der Fall rund um den toten Mitschüler steht zwar nicht permanent im Fokus, manchmal hat man sogar das Gefühl es geht nicht wirklich in dieser Sache weiter, jedoch kann man trotzdem ganz gut miträtseln. Wer einen reinen Kriminalfall erwartet ist hier allerdings eher falsch, es ist mehr eine Mischung.
Ein paar Kleinigkeiten der Handlung erschienen mir nicht so ganz logisch, manche Handlungen der Charaktere habe ich auch öfters hinterfragt, insgesamt ergibt sich jedoch eine runde Geschichte.
Für mich persönlich wären es eher 3 Sterne, aber für die eigentliche Zielgruppe der Jugendlichen halte ich 4 Sterne für durchaus angemessen und passend für dieses Alter.

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Veröffentlicht am 27.12.2024

Leidensgeschichte und Geisterglaube

So gehn wir denn hinab
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Annis wurde bereits als Sklavin geboren und wünscht sich doch nur die Freiheit und sich selbst zu gehören. Als Leser begleitet man sie auf ihrem höllischen Weg, eine Station noch schlimmer als die andere.
Dies ...

Annis wurde bereits als Sklavin geboren und wünscht sich doch nur die Freiheit und sich selbst zu gehören. Als Leser begleitet man sie auf ihrem höllischen Weg, eine Station noch schlimmer als die andere.
Dies hat mir gut vor Augen geführt, wie schlimm die Zustände für die Slaven damals eigentlich waren - man weiß es zwar, aber es in Romanform so direkt mitzuerleben ist nochmal etwas anderes.
Die Schilderungen hierzu waren erschreckend und traurig, besonders die Schicksale der Frauen, die den Männern komplett ausgeliefert waren.
In diesem Aspekt hat mir das Buch gut gefallen, ich finde es wichtig, dass diese Zeit nicht in Vergessenheit gerät und man durch die Lektüre noch etwas lernen kann.
Auch gab es zwischendurch immer wieder spannende Hintergrundinfos wie zu Pilzen, Zuckerrohrverarbeitung, afrikanischen Traditionen oder auch dem Geisterglauben.
Diese Geisterwelt wurde mir nur leider im Laufe des Buches doch etwas zu viel - ich kann total verstehen, dass man sich in so einer schlimmen Situation in diese Vorstellungen flüchtet, aber statt Einbildung wurden die ganzen Geister quasi als real dargestellt und haben mehr Handlungsanteile gehabt als die richtigen Menschen. Mehr Interaktionen mit den anderen Sklaven wären mir persönlich lieber gewesen als ständig die Geister, aber das ist vermutlich Geschmackssache.
Auch haben sich einige Teile der Geschichte doch etwas gezogen, beispielsweise der lange Marsch zum Sklavenmarkt - es passt stilistisch schon irgendwie, so werden die Gefühle der Slaven indirekt nochmal unterstrichen, es zieht sich, es nimmt kein Ende, jedoch hat es bei mir dafür gesorgt, dass ich das Buch dann doch erstmal weggelegt habe.
Absolut positiv bewerten muss ich hingegen die Sprache, diese ist an vielen Stellen wunderschön und poetisch, ein Highlight in all dem Leid.
Insgesamt durchaus ein gutes Buch, jedoch keine leichte Lektüre und als Leser sollte man auch sehr offen sein für übernatürliche Elemente.

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Veröffentlicht am 24.11.2024

Zwischen Magie und Wissenschaft

Die Leoniden - Spektrum (#1)
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Die Leoniden ist der erste Band einer bereits vor 10 Jahren erschienenen Jugendbuch-Reihe, jetzt auch endlich auf Deutsch. Im Mittelpunkt steht eine Gruppe aus sechs Jugendlichen, die nach einem mysteriösen ...

Die Leoniden ist der erste Band einer bereits vor 10 Jahren erschienenen Jugendbuch-Reihe, jetzt auch endlich auf Deutsch. Im Mittelpunkt steht eine Gruppe aus sechs Jugendlichen, die nach einem mysteriösen Vorfall entdecken, dass sie auf einmal besondere Fähigkeiten haben. Der Leser begleitet sie auf ihrer Suche nach Antworten und in ihrem Schulalltag.

Dieser Schulabschnitt nimmt auch wirklich einen großen Teil des Buches ein - war für mich irgendwann dann auch einfach etwas zu viel, hätte auch auf eine oder zwei Unterrichtsstunden verzichten können. Der Vorteil hiervon ist jedoch, dass die Dynamiken in der Gruppe gut zur Geltung kommen und alle Charaktere ausführlich vorgestellt werden. Diese sind auch ganz unterschiedlich, sodass es viele Identifizierungsmöglichkeiten für den Leser gibt. Besonders schön fand ich beispielsweise, dass ein Charakter blind ist - und man so nebenbei noch einiges über das Leben ohne Augenlicht erfährt.
Manchmal konnte ich jedoch die Handlungen und Entscheidungen der Gruppenmitglieder nicht ganz nachvollziehen, mancher Streit z.B. wirkte ein wenig übertrieben.

Einerseits fand ich es toll, dass man in Ruhe alle kennenlernen konnte, andererseits hätte für meinen Geschmack doch auch etwas mehr passieren können. Das Erzähltempo ist so doch eher seltsam, es werden unzählige Fragen aufgeworfen, jedoch erst im letzten Viertel bekommt man einige Antworten - auch wenn immer noch das Meiste offen bleibt. Dies passt zwar dazu, dass es sich um den ersten Band einer Reihe handelt, jedoch mochte ich den Endteil sehr und hätte mir die gleiche Spannung über einen größeren Teil des Buches gewünscht.
Auch spoilert der Klappentext schon etwas vom Ende, sodass die Überraschung hier nicht ganz so groß war.
Das Konzept mit den verschiedenen Kräften und den Verstrickungen der Leben ist aber wirklich interessant, sodass ich hoffe, dass im nächsten Band von Anfang an mehr Spannung aufkommt, da eine große Einleitung ja nicht mehr notwendig ist.

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Veröffentlicht am 02.11.2024

Wikinger, Magie und Schicksalsbande

Sisters in Blood - Der Schwur
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Ein historischer Roman, mit ein wenig Magie, starken weiblichen Hauptcharakteren und dazu noch eine Prise Romance - die Idee war super und das Buch hat mich auch direkt gefesselt. Zu Beginn musste ich ...

Ein historischer Roman, mit ein wenig Magie, starken weiblichen Hauptcharakteren und dazu noch eine Prise Romance - die Idee war super und das Buch hat mich auch direkt gefesselt. Zu Beginn musste ich mich kurz an die mir bisher recht unbekannte Wikingerzeit gewöhnen, aber dafür war der Einblick in damalige Traditionen, Lebensumstände und Götterbilder sehr interessant.
Erzählt wird die Geschichte aus den Perspektiven der Freundinnen Gunnhild und Oddny, die beide das gleiche Ziel verfolgen: Oddnys entführte Schwester Signy retten. Hierdurch bekommt man einen noch besseren Blick auf die Handlung und lernt viele Nebencharaktere von einer anderen Seite kennen. Besonders diese Nebencharaktere und ihre Dynamik untereinander mochte ich sehr, jede(r) hatte seine ganz eigenen Charakterzüge und Vergangenheiten und es hat sich angefühlt wie eine witzige, freche Freundesgruppe.
Schade war jedoch, dass man Signys Sicht nicht erfahren hat, dies hätte das Ganze nochmal besser abgerundet.

Zur Handlung selbst: Während der Anfang ziemlich faszinierend ist und schnell Spannung aufbaut, zieht sich der Mittelteil ein wenig. Zwar lernt man dort alle Charaktere noch besser kennen, jedoch passiert gleichzeitig auch nicht viel, was im Kontrast zum Anfangstempo steht. Das Ende hingegen ging mir dann wesentlich zu schnell. Der Schreibstil war durchweg angenehm zu lesen, jedoch fand ich ein paar wenige Dialoge und Ausdrücke nicht so sehr passend zur damaligen Zeit, das hat etwas zu modern gewirkt. Auch die Verwendung von LGBTQ+ Themen unter der Prämisse, dass es dies insgeheim schon immer gegeben hat, war zwar grundsätzlich eine gute Idee und Botschaft, jedoch fand ich die Umsetzung hier nicht so ganz gelungen und den Umgang damit teilweise für die damalige Zeit zu verständnisvoll.
Generell wurden einige Konflikte für meinen Geschmack zu schnell und einfach gelöst - klar kann man hier mit der Macht des Schicksals argumentieren, aber für mich war es nicht so ganz überzeugend.
Davon abgesehen hat mich das Buch jedoch gut unterhalten, besonders das Geplänkel der Freunde war sehr amüsant zu lesen und ich fande es sehr interessant, einen Einblick in die damalige Zeit zu erhalten.

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