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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.01.2025

unterhaltsam

Das Leben fing im Sommer an
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Auch wenn ich kein ausgesprochener Fußballgucker bin, so kenne ich doch Christoph Kramer - vor allem als Ko-Kommentator bei den Spielen der Nationalelf. Da mir der junge Mann sympathisch ist und das Buch ...

Auch wenn ich kein ausgesprochener Fußballgucker bin, so kenne ich doch Christoph Kramer - vor allem als Ko-Kommentator bei den Spielen der Nationalelf. Da mir der junge Mann sympathisch ist und das Buch im Klappentext ein wenig klang, wie die Bücher von Benedict Wells, habe ich zugegriffen. Es handelt sich um einen Erstling und um eine Coming-of-Age-Geschichte.

Das Cover ist ein sehr stimmungsvoller Hingucker und passt total gut zu der Story um einen jungen Mann, der erste Liebeserfahrungen und die ersten Schritte in ein Erwachsenenleben macht.

Der Hauptdarsteller heißt Chris Kramer. Ich musste mich die ganze Zeit fragen, wie viel der Geschichte auf Tatsachen beruht oder ob es trotz dieses Namens alles Fiktion ist. Der Erzählstil ist einfach zu lesen und passt zum Alter des Protagonisten. Der Chris im Buch will auch Profifußballer werden und verehrt o.a. Podolski. Umso weiter ich gelesen habe, um so sicherer bin ich mir, dass das Buch starke Autobiographische Züge hat. Der Held des Buches kommt sympathisch und ganz normal rüber. So würde ich auch den Autor einschätzen. Auch wenn es nicht an die Romane von Herrn Wells heranreichen kann, so war es doch eine erfrischende Geschichte und ich mochte es, wie unprätentiös der Autor Kramer seinen Hauptdarsteller Kramer in Szene setzte.

Veröffentlicht am 16.01.2025

schöner Erstling

Die Schreiberin
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Erzählt wird aus dem Leben der Clara Hätzlerin, die im 15. Jahrhundert wirklich gelebt und als Schreiberin gearbeitet hat. Man merkt dem Buch schnell an, dass die Autorin eine sehr gründliche Recherche ...

Erzählt wird aus dem Leben der Clara Hätzlerin, die im 15. Jahrhundert wirklich gelebt und als Schreiberin gearbeitet hat. Man merkt dem Buch schnell an, dass die Autorin eine sehr gründliche Recherche betrieben hat, bevor sie sich ans Werk gemacht hat. Die Geschichte ist durchzogen von einer intensiven Atmosphäre. Gerüche und Geschmäcker, Geräusche und all dass, was das damalige Leben so einzigartig gemacht haben, werden genau beschrieben und liebevoll verwoben in die Story, die der jungen Clara auf ihrem Weg folgt. Dieser führt sie natürlich auch zu Johannes Gutenberg, der bekanntlich maßgeblich für den Aufschwung des Buchdruckes verantwortlich war.

Die historischen Fakten haben mir sehr gefallen. Der fiktive Teil ist schön erzählt, hätte vielleicht noch etwas temporeicher sein können. Mit Clara konnte ich mitfühlen und ich fand schön, dass das Buch gerade die Frauen in der Geschichte wichtig nimmt und es nicht darum ging, einfach eine Liebesgeschichte auszumalen sondern das ungewöhnliche Leben einer klugen Frau zu beschreiben.

Schöner Erstling mit etwas Luft nach oben was Spannung und Plottwist betrifft.

Veröffentlicht am 16.01.2025

intensiv erzählt

Der große Riss
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Der Bau des Panamakanals ist eines der menschlichen Bauwerke, dass den Laien zum Staunen bringt. Der Eingriff in die Natur mag heutzutage Erschrecken auslösen, aber die logistische und technische Kraftanstrengung ...

Der Bau des Panamakanals ist eines der menschlichen Bauwerke, dass den Laien zum Staunen bringt. Der Eingriff in die Natur mag heutzutage Erschrecken auslösen, aber die logistische und technische Kraftanstrengung ringen dem Betrachter durchaus Bewunderung ab. Ich war sehr gespannt mehr über die Bauarbeiten und die Entstehung zu erfahren. Ich hatte allerdings gedacht, dass mit der Riss, der Kanals selbst gemeint wäre aber das Thema des Buches ist doch ein anderes. Deshalb ist der Kanalbau eigentlich nur die Staffage dafür, dass ein gesellschaftlicher und kultureller Riss durch die Menschen geht, die beim Bau aufeinander treffen. Eigentlich sind es sogar mehrere Risse. Sie trennen arm und reich, schwarz und weiß, Mann und Frau.

Das Buch erzählt von Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen aus vielen verschiedenen Welten am Kanal aufeinander treffen. Der Autor erzählt lebhaft und detailverliebt von den Lebensumständen, den Wünschen und heimlichen Sehnsüchten, der brodelnden Hitze, die nicht nur durch die Natur sondern auch durch die Reibung der menschlichen Pläne entstehen. Ein intensives Leseerlebnis. Manchmal war es mir etwas zu langatmig erzählt, deshalb ein Sternchen weniger.

Veröffentlicht am 28.12.2024

lohnenswert

Tage einer Hexe
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Klappentext, Cover und der Einband sind wirklich vielversprechend. Man muss einfach zugreifen und einen Blick reinwerfen. Und dann hat einen die Autorin bereits am Haken.

Die Tage einer Hexe können lang ...

Klappentext, Cover und der Einband sind wirklich vielversprechend. Man muss einfach zugreifen und einen Blick reinwerfen. Und dann hat einen die Autorin bereits am Haken.

Die Tage einer Hexe können lang und gefährlich sein. Vor allem, wenn man den Herrn der Monster gegen sich aufgebracht hat. Das muss Kosara schnell lernen. Sie verkauft ihre Schattenkraft für ihre Sicherheit. Aber der Handel war nicht zu ihrem Vorteil, denn eine Krankheit befällt sie. Und nur ihr Schatten kann sie heilen.

Mir hat gefallen, dass hier ein paar richtig gute neue Ideen in einen eher ruhigen Plot verwebt wurden. Natürlich gibt es Spannung in der Geschichte aber vor allem fand ich es ein schönes Worldbuilding und eine Sprache, der man anmerkt, dass die Autorin bemüht ist, dem Genre die nötige Kraft und Tiefe zu geben. Ein lohnenswerter erster auf deutsch erschienener Roman. Ich bin gespannt, was da noch kommt.

Veröffentlicht am 28.12.2024

sehr lesenswert

Über allen Bergen
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An diesem Buch hat mich eigentlich sofort alles angesprochen. Zum einen das winterliche Bergmotiv, dass das Cover ziert und der ruhige verheißungsvolle Titel. Aber auch die Idee, einen jungen in die Berge ...

An diesem Buch hat mich eigentlich sofort alles angesprochen. Zum einen das winterliche Bergmotiv, dass das Cover ziert und der ruhige verheißungsvolle Titel. Aber auch die Idee, einen jungen in die Berge zu schicken, damit er vor den Nazis in Sicherheit ist. Das klang gut und ich wurde nicht enttäuscht.

Das Buch lebt erst mal sehr von seiner ruhigen und anschaulichen Erzählweise. Das liest sich einfach wunderbar und die Bedrohung ist eher subjetiv und unterschwellig. Es geht mehr um den Jungen, seine Freude über all das Neue und Ungewohnte der Bergwelt. Um erste Freundschaften. Um das einfache Leben der Menschen mit der rauen Natur.

Und als dann die Gefahr zunimmt und der Junge wieder fliehen muss, da steigt die Spannung und man hat ihn schon so ins Herz geschlossen, dass man beginnt mitzufiebern und zu hoffen, dass er die Schweiz rechtzeitig erreicht.

Sehr lesenswerte Geschichte.