Profilbild von antjemue

antjemue

Lesejury Profi
offline

antjemue ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit antjemue über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.01.2024

Ich weiß schon, warum mich Reality Shows so überhaupt nicht reizen

Spiel der Lügner
0

Die neue britische Reality Show „Exposure“ ist in aller Munde. Sieben Kandidaten treten in einer vermeintlichen Survival Show in den walischen Bergen gegeneinander an und nur einer wird am Ende gewinnen. ...

Die neue britische Reality Show „Exposure“ ist in aller Munde. Sieben Kandidaten treten in einer vermeintlichen Survival Show in den walischen Bergen gegeneinander an und nur einer wird am Ende gewinnen. Worauf sich die Kandidaten tatsächlich eingelassen haben, erfahren sie erst vor laufender Kamera und sind geschockt. Jeder von ihnen hütet ein Geheimnis, das bei Veröffentlichung ihr Leben zerstören kann und genau dieses sollen die Kontrahenten ans Licht zerren.

Bereits in der ersten Nacht verschwindet einer der Kandidaten spurlos. Eigentlich sollten Detective Ffion Morgan und ihre introvertierte Kollegin George lediglich den Vermisstenfall aufklären und dabei Hilfe von Detective Leo Brady aus dem benachbarten Distrikt erhalten. Doch dann laufen die Geschehnisse am Drehort völlig aus dem Ruder und die Beamten werden Ohrenzeugen eines Mordes. Das Vertrackte an der ganzen Sache: Jeder der Verdächtigen hätte zwar ein sehr starkes Motiv, durch die vielen Kameraaufzeichnungen in Echtzeit aber auch ein nahezu wasserdichtes Alibi…

„Spiel der Lügner“ ist bereits der zweite Teil um die Ermittler Ffifon Morgan und Leo Brady. Ich entdeckte ihn kürzlich bei NetGalley. Da ich schon einige Male später in Buchreihen eingestiegen bin und mir der Klappentext sehr zusagte, fragte ich ein Rezensionsexemplar an und freute mich, es schon kurze Zeit später auf meinem Kindle lesen zu können. Verständnisprobleme hatte ich wegen des mir bislang fehlenden ersten Teils überhaupt nicht.

Den Schreibstil empfand ich als angenehm flüssig mit schönen bildhaften Untermalungen. Ich lernte die Figuren situationsbezogen kennen und für das richtige Einordnen von Zwischenmenschlichem gab es hin und wieder kurze Rückblicke aus dem ersten Teil. Die eigenwillige Ffifon und ihre Familie waren mir sofort sympathisch. Auch den Tierheimhund Dave liebte ich von Anfang an. Ansonsten gab es bei den Ermittlern lediglich einen, dem ich keinerlei Sympathien entgegenbringen konnte.

Mir gefielen aber auch die Blicke hinter die Kulissen der letztendlich überhaupt nicht realen Reality Show und das, was die Ausstrahlung mit den Zuschauern machte. Für mich persönlich war dieser Krimi ein gutes Stück Gesellschaftskritik, bei dem die Spannung aber trotzdem nicht zu kurz kam. Obwohl ich dem späteren Mordopfer tatsächlich keine Träne nachweinen konnte, rätselte ich natürlich mit wer der Mörder ist und wurde von der Autorin da lange Zeit immer wieder auf falsche Spuren geschickt.

Doch selbst als der Täter eine Weile vor dem Ende bekannt war, verlor ich das Interesse an der Geschichte nicht. In einem nervenaufreibenden Showdown fieberte ich mit den Hauptfiguren. Mir gefiel dann aber auch der eher leise Ausklang, in dem ich über die vorher recht unnahbare, aber immer korrekte George noch ein bisschen mehr erfuhr und erlebte, wie jemand über seinen Schatten springt. Insgesamt hat mir das Buch so gut gefallen, dass ich mir jetzt wünsche, dass diese Reihe fortgesetzt wird. Dann werde ich sie gern weiterverfolgen. Auch den ersten Teil „Die letzte Party“ habe ich mir inzwischen gekauft.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.11.2025

Ich hatte ein paar Zuordnungsprobleme bei den Figuren, ansonsten aber nicht schlecht

Verstand und Gefühl - die Graphic Novel nach Jane Austen
0

Liebesromane lese ich ziemlich selten. Das ist auch einer der Gründe, warum es mich bislang noch nie reizte, die Romane von Jane Austen zu lesen. Allerdings liebe ich Graphic Novells und als ich bei NetGalley ...

Liebesromane lese ich ziemlich selten. Das ist auch einer der Gründe, warum es mich bislang noch nie reizte, die Romane von Jane Austen zu lesen. Allerdings liebe ich Graphic Novells und als ich bei NetGalley die Chance bekam, diese hier als PDF am Rechner lesen und anzuschauen zu können, nahm ich diese sehr gern wahr.

Das Familienoberhaupt der Familie Dashwood liegt im Sterben. Da Norland Park, das Gut der Familie, nur an einen männlichen Nachfahren vererbt werden kann, nimmt der Vater seinem einzigen Sohn John das Versprechen ab, zukünftig auch für seine Frau – Johns Stiefmutter – und die drei Schwestern zu sorgen. Ursprünglich will er dies auch, aber seine habgierige Ehefrau Fanny sieht das anders und so lässt John die vier Frauen nahezu mittellos von dannen ziehen.

Glücklicherweise hat ein Cousin der Mutter der Schwestern ein kleines Cottage in Devonshire, welches er den Damen günstig vermietet. Obwohl die Schwestern erst einmal nicht so begeistert sind, so weit weg ziehen zu müssen, leben sie sich dort ganz gut ein. Sie könnten sogar ganz glücklich sein, wenn da nicht Liebe wäre, die sich oft an den Falschen hängt und großen Herzschmerz verursacht…

Es ist gewiss nicht leicht einen deutlich mehr als 400 seitigen Roman in eine Graphic Novell umzusetzen. So hat sich die Autorin Anna Opel wohl die ihr liebsten Szenen aus der Geschichte herausgepickt und diese dann zusammen mit der Illustratorin Stella Langecker auf 138 kolorierten Seiten in eine Romanze mit Hindernissen umgesetzt, die ich insgesamt gar nicht schlecht fand.

Allerdings war mir bei den Zeichnungen nicht immer sofort klar, wer denn da gerade zu sehen ist. Die gezeichneten Personen, waren mir persönlich alle viel zu ähnlich. Oft konnte ich nur anhand der Sprechblasen ausmachen, wer da gerade zu sehen ist und manchmal musste ich dafür sogar zurückblättern. An den Zeichnungen der Kleidung, der Landschaften, der Häuser und ihrer Einrichtung hatte ich nichts auszusetzen, die erschienen mir der Zeit angemessen und auch die Farbgebung empfand ich als sehr passend.

Insgesamt ist das für mich zwar keine schlechte Graphic Novell und ich kann mir auch gut vorstellen, dass ein romantisch veranlagtes junges Mädchen, die hier dargestellten unschuldigen Romanzen mit Hindernissen mögen wird und auch, dass jemand, der die Romanvorlage kennt, sicher weniger Zuordnungsprobleme bei den Figuren hat. Dennoch haben mich vor allem die Zeichnungen der Personen nicht so überzeugt, dass ich sie in der gebundenen Ausgabe meiner inzwischen doch ganz umfangreichen Sammlung von Graphic Novells hinzufügen möchte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.08.2025

Als Abschlussband irgendwie komisch

Wisteria – Die Liebe des Todes (Belladonna 3)
0

Nachdem mir die ersten beiden Teile der Reihe sehr gut gefallen hatten, war es für mich nahezu ein Muss, auch diesen dritten Teil zu lesen, der als Abschluss der Trilogie angekündigt war.

Blythe ist durch ...

Nachdem mir die ersten beiden Teile der Reihe sehr gut gefallen hatten, war es für mich nahezu ein Muss, auch diesen dritten Teil zu lesen, der als Abschluss der Trilogie angekündigt war.

Blythe ist durch die letzten Begebenheiten an das Schicksal gebunden. Für beide ist es eine Beziehung, die sie eigentlich überhaupt nicht wollten. Daher gestaltet sich ihr erzwungenes Zusammenleben auf Wisteria anfangs auch als sehr schwierig. Aris lässt Blythe mit fehlendem Komfort spüren, dass sie nicht erwünscht ist. Seine junge Ehefrau geht bei jeder Begegnung mit ihm in die Luft. Außerdem plagen Blythe noch immer höchst eigenartige Visionen. Wird eine Rückkehr zum Anwesen ihres Vaters helfen, diese zu deuten?

Auch dieser Teil schließt nahtlos an die Geschehnisse des Vorgängers an. Der Schreibstil ist gewohnt flüssig. Allerdings stehen diesmal hauptsächlich Blythe und Aris im Mittelpunkt des Geschehens. Das hatte ich bei dem Untertitel “Die Liebe des Todes” so nicht erwartet. Es war zwar nicht so, dass mich die Ereignisse um Blythe und das Schicksal nicht interessiert hätten. Mir gefiel ihre Lovestory durchaus, auch wenn sie sehr vorhersehbar war. Aber, dass Signa und Sylas (der Tod) nur noch kleine Nebenrollen innehatten, störte mich schon.

Mir dauerte es auch deutlich zu lange, bis Blythe endlich begriff, was ihre Bestimmung ist, über das Chaos hätte ich gern noch ein bisschen mehr erfahren und das Ende empfand ich als ziemlich überhastet. Insgesamt fand ich jetzt auch dieses Buch nicht schlecht, aber ein wirklicher Abschluss mit der Reihe war es für mich nicht. Inzwischen habe ich auch gesehen, dass im Oktober 2025 mit Holly - eine Belladonna-Novelle ein weiterer Teil erscheinen soll. Da mir die Trilogie trotzdem gefiel, werde ich sicher auch diesen lesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.01.2025

Bei diesem Buch dauerte es eine ganze Weile, bis bei mir richtig Spannung aufkam

Letzte Worte
0

Die Bücher der US-amerikanische Autorin Karin Slaughter gehören seit mehr als 15 Jahren zu meinen Lieblingen im Thriller-Genre. Sowohl ihre Grant County Reihe, als auch die ersten 5 Teile ihrer Georgia ...

Die Bücher der US-amerikanische Autorin Karin Slaughter gehören seit mehr als 15 Jahren zu meinen Lieblingen im Thriller-Genre. Sowohl ihre Grant County Reihe, als auch die ersten 5 Teile ihrer Georgia Reihe, habe ich schon einmal als Print-Exemplare gelesen. Dann hatte ich eine krankheitsbedingte, sich über fast 6 Jahre hinziehende Leseflaute.

Nach dieser bevorzugte ich dann Ebooks, weil man in denen die Schrift größer stellen kann. In den letzten beiden Jahren habe ich die Georgia Reihe fortgesetzt. Ich hatte zwar durchaus großen Lese Spaß damit, merkte aber auch, dass mir von den Handlungen der früheren Bücher das Meiste entfallen war. Daher startete ich im vorigen Jahr einen Reread der beiden Reihen als Ebooks. Letzte Worte ist nun der 4. Teil der Georgia Reihe und ich bekam ihn von NetGalley als Rezensionsexemplar.

Vier Jahre nach Jeffreys Tod besucht Sara Linton zu Thanksgiving erstmals wieder ihre Familie in Heartsdale. Kurz vor ihrer Ankunft wurde eine junge Frau ermordet und der Verdächtige – ein geistig zurückgebliebener junger Mann – hat bei Detective Lena Adams ein Geständnis abgelegt. Kaum im Haus ihrer Eltern angekommen, wird Sara durch verschiedene Anrufe in den Fall hineingezogen. Von Frank, der seit Jeffreys Tod der Interims Chief des Grant County ist, lässt sie sich überreden mit dem vermeintlichen Mörder, der ehemals ihr Patient war, zu sprechen.

Doch als Sara auf dem Polizeirevier ankommt, hat sich der junge Mann das Leben genommen. Sara ist felsenfest davon überzeugt, dass er unschuldig war und von Lena, die sie auch für Jeffreys Tod verantwortlich macht, dazu getrieben wurde. Sie schäumt vor Wut und damit Lena diesmal nicht davonkommt, ruft Sara Amanda Wagner vom GBI an und bittet um Hilfe bei der Aufklärung dieses Selbstmords in Polizeigewahrsam. Amanda schickt mit Will Trent sofort ihren besten Special Agent. Schnell stößt Will auf Widersprüche bei den Ermittlungen, doch ist es wirklich Lena allein, die dafür verantwortlich ist?

Obwohl mir auch in diesem Buch den Schreibstil der Autorin durchaus wieder sehr gut gefiel und ich mir dank der einfachen, aber bildhaften Sprache das Geschehen wieder problemlos vorstellen konnte, empfand ich bis ca. zur Hälfte des Buches einige Längen. Die Geschichte beginnt mit dem Mord an der jungen Frau. Da konsternierten mich die vielen deprimierenden Gedankengänge bevor sie getötet wurde und im Gegensatz zu allen anderen von mir gelesenen Teilen der Reihe, empfand ich in diesem hier den Einstieg etwas langatmig.

Auch nach diesem Mord konnte mir lange Zeit nicht recht erklären, wie sich aus dem Gelesenen irgendwann mal ein Gesamtbild ergeben soll und empfand weitere Längen. Die detaillierten, teils sehr gesellschaftskritischen Informationen, die ich dabei erhielt und meine in den Vorgängern der Reihe entwickelten Sympathien für die Hauptfiguren, verhinderten zwar, dass ich das Interesse an der Geschichte verlor, aber ich denke, dass häufigere Szenenwechsel besonders in der ersten Hälfte des Buches ein deutliches Mehr an Spannung erzeugt hätten.

Erst ab der Hälfte hatte ich dann das Gefühl, dass die Geschichte endlich richtig Fahrt aufnimmt und von da an klebte ich auch wieder an dem Buch. Es gab mehrere, für mich überraschende Wendungen und einen absolut fesselnden Showdown. Insgesamt fand ich zwar auch diesen Reread wieder sehr unterhaltsam, aber im Vergleich zu den anderen Büchern der Reihe, empfand ich Letzte Worte wegen der empfundenen Längen sowohl schwächer als die Vorgänger, als auch schwächer als die Nachfolger ab Teil 6. Den fünften Teil – Harter Schnitt – lese ich in Kürze noch einmal.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.12.2024

Etwas weniger ausführliche Erotik wäre vielleicht mehr gewesen, dennoch nicht schlecht

Empire of Sins and Souls 2 - Das gestohlene Herz
0

Nachdem ich vorigen Monat den Auftakt der Enemies-to-Lovers Reihe Empire of Sins and Souls gelesen hatte und mir die Geschichte durchaus gefiel, widmete ich mich in den letzten Tagen dem zweiten Teil mit ...

Nachdem ich vorigen Monat den Auftakt der Enemies-to-Lovers Reihe Empire of Sins and Souls gelesen hatte und mir die Geschichte durchaus gefiel, widmete ich mich in den letzten Tagen dem zweiten Teil mit dem Untertitel: Das gestohlene Herz.

Um das nächste gestohlene Relikt zu finden, wird Zoé Durand zurück in die Welt der Lebenden geschickt. Allerdings muss sie dafür einiges beachten und sie hat anscheinend ein recht kleines Zeitfenster zum Erledigen dieser Aufgabe. Zudem lauern hier auch unerwartete Gefahren auf sie. Ziemlich schnell trifft sie auf den dunklen Prinzen Kaspar, der vor geraumer Zeit wegen seiner Vergehen aus Xanthia wieder dorthin verbannt wurde. Da dieser jedoch weiß, wo sie nach dem Relikt suchen muss und sie auch vor denen schützen kann, die sie vernichten wollen, nimmt sie – allen Warnungen zum Trotz – seine Hilfe und auch die daran geknüpfte Bedingung an. Da Kaspar oder Kas so ganz anders ist, als Zoé es erwartet hat, sieht sie in ihm schnell deutlich mehr als einen Feind. Doch ist ihr wachsendes Vertrauen in ihn wirklich gerechtfertigt?

Auch diese, hauptsächlich in der ersten Person und der Perspektive von Zoé verfasste Geschichte, ließ sich wegen der einfachen, aber sehr bildhaften Sprache, leicht und flüssig lesen. Dennoch verspürte ich in den ersten beiden Dritteln auch einige Längen und hatte da immer mal wieder das Gefühl, dass fantastisch spannende Elemente zugunsten von erotischen Szenen zurückstecken mussten. Die dunkle Grundspannung, die ich im ersten Teil eigentlich permanent verspürte, konnte ich zwischenrein einige Zeit nicht fühlen. Das klärte sich allerdings im letzten Drittel. Da gab es dann noch mal einige überraschende Wendungen und auch die Spannung kam zurück.

Ich denke ein paar der ausführlich dargestellten erotischen Szenen hätten gut und gern weggelassen werden können, um die Handlung zu straffen, ohne, dass es die Entwicklung der Hauptfigur behindert hätte. Trotzdem dachte ich auch während der von mir empfundenen Längen nie an ein Abbrechen des Buches und insgesamt fühlte ich mich dennoch gut unterhalten. Aufgrund des Cliffhangers am Ende ist in der Geschichte immer noch alles offen und ich warte nun gespannt auf die Fortsetzung, die Anfang März 2025 erscheinen soll.

Alles in allem kann ich Freunden des Genres auch für dieses Buch eine Leseempfehlung geben. Allerdings sollte vorher unbedingt der erste Teil gelesen werden. Sonst befürchte ich massive Verständnisprobleme.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere