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Veröffentlicht am 12.08.2019

3,5 Sterne - Ist lange etwas dahingeplätschert, war dann aber doch noch unterhaltsam

Eve of Man (I)
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Meinung:
Cover und Klappentext haben sofort meine Neugier geweckt. Solch ein Setting ist mir auch noch nicht begegnet. Ich hatte zwar schon Bücher mit getrennten Geschlechtern usw., aber die Idee, dass ...

Meinung:
Cover und Klappentext haben sofort meine Neugier geweckt. Solch ein Setting ist mir auch noch nicht begegnet. Ich hatte zwar schon Bücher mit getrennten Geschlechtern usw., aber die Idee, dass es nur noch ein Mädchen gibt, dass den Fortbestand der Menschen sichern kann, fand ich extrem faszinierend.

So fand ich auch den Prolog sehr fesselnd, in dem es darum geht, dass plötzlich alle Babys nur noch Männlich sind und das Rosa aus den Krankenhäusern verschwindet, bis es dann nach 50 Jahren eben doch wieder ein einziges Mädchen gibt.

Auch danach fand ich die dargestellte Welt von Eve auf den ersten Seiten eigentlich ganz interessant, wie sie so lebt, was sie so denkt, und vor allem auch, wie sie ihr eine gleichaltrige Freundin „erschaffen“ haben, die meistens vom 2. Protagonisten Bram gelenkt wird. Eve ist sympathisch und natürlich anfangs naiv, aber mit der Zeit entwickelt sie sich weiter und beginnt die Sachen zu hinterfragen.

Ungefähr die andere Hälfte der Geschichte wird aus Brams Sicht erzählt, die beiden Perspektiven wechseln sich mehr oder minder regelmäßig ab und ergänzen sich gut. Auch seine Darstellung fand ich anfangs ganz spannend, da man dadurch wenigstens einen kleinen Einblick in die Welt dahinter erhalten und gesehen hat, dass die perfekte Welt von Eve schnell deutliche Risse bekommt.

Aber ehrlich gesagt, ging mir diese anfängliche Darstellung einfach viel zu lang. Es dauert ungefähr die Hälfte des Buches, bis der Turm mal verlassen wird und wir das erste Mal zumindest ein bisschen was von der Außenwelt mitbekommen. Auch wenn Brams Welt schon vorher komplizierter ist, hat mich die Geschichte nach der anfänglichen Neugier immer mehr enttäuscht.

Es ist irgendwie nichts spannendes passiert, es gab kaum ein World-Bildung, die Außenwelt wurde bis zur Hälfte kaum erwähnt und es gab auch keinerlei Erklärungsansätze dazu, wieso es plötzlich nur noch männliche Babys gab. Ich fand es leider einfach irgendwie öde, da mich auch der Schreibstil nicht komplett gepackt hat. Es war nett zu lesen und flüssig geschrieben, aber es ist einfach nur vor sich hingeplätschert.

Nach der Hälfte hat das Buch aber Gott sei dank nochmal die Kurve bekommen. Auch wenn die grundlegenden Wendungen größtenteils genauso eintreffen, wie man es sich denkt und aus anderen Dystopien kennt, fand ich die Art und Weise und einfach die Details dahinter doch ganz interessant und unterhaltsam. Es kommen neue Figuren dazu, es gibt zumindest kleine Einblicke in die Welt der Männer und ein paar der Wendungen haben mich doch auch ein bisschen überrascht. Und auch Eves Entwicklung geht voran. Sie rebelliert, stellt endlich Fragen und begehrt auf. Insgesamt hat mich der Plot dann einfach wieder mehr gepackt, ich habe auch mit den Figuren mitgefiebert und mich dann doch noch gut unterhalten gefühlt.

Der Showdown lief dann auch wieder so, wie erwartet, aber war recht spannend beschrieben. Wobei ich es etwas schade fand, dass man eine Schlüsselszene nur in der Nacherzählung mitbekommen hat, aber da keiner der beiden Protagonisten live dabei war und die Autoren wohl keine andere Perspektive mehr einbauen wollten, musste es wohl so gelöst werden.

Das Ende an sich ist natürlich eher offen und auch vorhersehbar, aber ich fands insgesamt dann doch recht zufriedenstellend und finde, dass die Weichen für den Folgeband nun wirklich gut gestellt sind und hoffe, dass sie nun auch endlich etwas tiefer in die Außenwelt eintauchen und es auch tiefer gehende Erklärungen und ein paar unerwartete Entwicklungen geben wird.

Fazit:
Ein Auftakt, der sich etwas lange mit den anfänglichen Darstellungen aufhält und bis zur Hälfte ziemlich dahinplätschert. Danach konnte er mich aber trotzdem wieder packen und unterhalten, auch wenn die Entwicklungen zumeist mehr oder minder vorhersehbar sind. Die Details fand ich aber gut ausgearbeitet und jetzt sind die Weichen für den Fortgang der Geschichte perfekt gestellt, weshalb ich hoffe, dass der Folgeband gleich von Beginn an voll loslegt und es auch ein paar Antworten, unerwartete Entwicklungen und viel Spannung gibt. Aber so wie es aussieht, müssen wir auf die Fortsetzung eh noch eine Weile warten. Für Band 1 gibt’s solide 3,5 Sterne.

Veröffentlicht am 04.09.2025

Optik und Idee top, Umsetzung mit Luft nach oben...

Irida 1. Irida und die Stadt der Geheimnisse
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Meinung:
Wow, was für ein hübsches Buch. Das Cover ist total ansprechend. Ich mag den warmen Zeichenstil, die vielen Blumenelemente, die Zweiteilung des Covers und auch der Farbschnitt passt super dazu. ...

Meinung:
Wow, was für ein hübsches Buch. Das Cover ist total ansprechend. Ich mag den warmen Zeichenstil, die vielen Blumenelemente, die Zweiteilung des Covers und auch der Farbschnitt passt super dazu. Gleichzeitig hat auch der Klappentext sofort meine Neugier geweckt und vom Autor hab ich auch schon einige tolle Bücher gelesen.
Also, eigentlich alles Zutaten, für ein richtig tolles Leseerlebnis, oder?

Leider war es bei mir nicht ganz so. Ich muss sagen, dass ich doch einige Kritikpunkte habe.

Ich bin fast nie gänzlich in die Geschichte hineingekommen. Obwohl in Hohenburg viel passiert und der Plot an sich spannend ist, hat mir lange Zeit etwas der rote Faden gefehlt. Es werden verschiedene mystische Ereignisse und Wesen erwähnt, Protagonistin Irida ist ungewöhnlich stark, es gibt noch eine dunkle Gruppe, die sich regelmäßig trifft und heimliche Sachen plant und dann auch noch das allgegenwärtige Kaninchen, das immer auftaucht, aber wie alles genau zusammenhängt, erfährt man in diesem Auftakt leider nicht wirklich.

Vorteilhaft daran ist, dass es so nicht vorhersehbar ist, aber mir waren die Antworten, selbst für einen Auftakt, einfach zu wenig. Auf den letzten Seiten gibt es zumindest ein paar Erklärungen, die auch eher unerwartet sind, aber mich haben sie insgesamt einfach nicht wirklich zufriedengestellt.

Gleichzeitig bin ich auch mit den Figuren einfach nicht wirklich warm geworden. Sie werden zwar von Beginn an beschrieben, aber fast nur mit Oberflächlichkeiten und wenig Tiefe und auch im Verlauf gibt es leider kaum Entwicklung. Ein bisschen bei Protagonistin Irida, aber die anderen bleiben einfach platt. Mir hat somit eine emotionale Verbindung total gefehlt, auch wenn ich teilweise ganz gut dargestellt fand, weshalb sie sich nicht zugehörig fühlt.

Jedoch haben die Figuren manchmal extrem abgebrüht reagiert, übernatürliche Wesen oder eine Leiche sind z.B. kaum der Rede wert und das fand ich nicht so ganz glaubhaft.

Auch beim Schreibstil hat mir irgendwie etwas Leichtigkeit gefehlt, vor allem für ein Jugendbuch. Es wurde sich irgendwie viel auf Nebensächlichkeiten fokussiert und auch wenn es einige humorvolle Momente gibt, war es mir teilweise etwas zu übertrieben eingesetzt. So z. B. Die ständigen Wortverdreher von Iridas rumänischen Kumpel Jeremy, die ich zwar anfangs noch lustig fand, in der Menge ist mir dieses Stilmittel aber viel zu häufig benutzt worden und hat dann eher genervt, als unterhalten. Aber das mag bei der eigentlichen Zielgruppe ab 11 Jahren vielleicht anders sein.

Positiv hervorzuheben, ist der große Fokus auf die Freundschaft der Gruppe und darauf, dass eine mögliche Liebesgeschichte bisher keine Rolle spielt.

Das Ende ist dadurch, dass es nur wenige Erklärungen gibt, recht offen gehalten und somit kann das Buch nicht für sich alleine stehen.

Fazit:
Die Optik ist wirklich toll, die Umsetzung hat mich leider nicht so ganz überzeugt. Da alles recht oberflächlich bleibt und es auch lange dauert, bis es mal ein paar Erklärungen und nicht immer nur angedeutete Unstimmigkeiten gibt, habe ich nie so wirklich in die Geschichte gefunden. Auch weil das ebenso auf die Figuren zutrifft und auch diese mir kaum nah gekommen sind. Zusätzlich hat mir beim Schreibstil etwas Leichtigkeit gefehlt und manche Stilmittel wurden mir einfach zu inflationär benutzt. Somit war die Geschichte zwar nicht vorhersehbar, aber bleibt bisher auch ziemlich offen. Gefallen hat mir die Grundidee der vielen, teils untypischen mystischen Wesen und Besonderheiten und der große Fokus auf die Freundschaft. Jedoch war mir das zu wenig, um mich komplett zu überzeugen. Ich würde aber dennoch noch knappe 3 Sterne vergeben, da ich auch ein paar Lichtblicke entdecken konnte und es noch viel Potential für die Fortsetzungen gibt.

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  • Cover
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  • Handlung
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Veröffentlicht am 02.08.2025

Anfangs total spannend, aber der 2. Abschnitt hat mich dann leider nicht mehr ganz überzeugt...

Aleyna
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Meinung:
Cover und Kurzbeschreibung haben mich irgendwie sofort neugierig gemacht. Und auch den Start in die Geschichte fand ich von Beginn an ziemlich spannend. Total undurchsichtig, aber spannend, selbst ...

Meinung:
Cover und Kurzbeschreibung haben mich irgendwie sofort neugierig gemacht. Und auch den Start in die Geschichte fand ich von Beginn an ziemlich spannend. Total undurchsichtig, aber spannend, selbst als ich etwas gebraucht habe, um mit Sprecherin Nadine Jorzik wirklich warm zu werden. Ihre Stimme passt gut, jedoch hat sie mir ein bisschen zu langsam gelesen, weshalb es einfach zu sehr vorgelesen und nicht selbst erlebt klang. Jedoch hat sich dies mit einer etwas erhöhten Abhörgeschwindigkeit dann gut regeln lassen.

Doch zurück zur Geschichte selbst: Wir lernen Protagonistin Aleyna in einer kalten und unfreundlichen Welt kennen, in der sie sich nur so knapp über Wasser halten kann. Aktuell verdient sie ihr Geld dadurch, dass sie Simulationen erlebt und sich dabei untersuchen lässt und in so einer Simulation steigen wir auch in die Geschichte ein.

Es ist undurchsichtig, weshalb Aleyna so von dem Inhalt aufgewühlt wird und erst mit der Zeit kommt heraus, dass dies mit ihrer verstorbenen Schwester zusammenhängt. Und auch als die unbekannten Fremden sie bedrohen, sie mit Fragen bombardieren und vor nichts zurückschrecken, ist es extrem spannend, vor allem, weil sich danach alles ändert und Aleyna beginnt, an sich selbst und ihren Erinnerungen zu zweifeln.

Dieser erste Teil hat mir echt gut gefallen, jedoch muss ich sagen, dass ich mich der 2. Teil nicht so ganz überzeugen konnte. Als es dann Antworten gibt, fand ich diese nicht immer komplett stimmig und die neue Ausgangslage auch eher speziell. Dabei meine ich noch nichtmal das Setting und die Zukunftsversion an sich, sondern eher, dass für mich so ein etwas eigenartiger Weg gewählt wurde, der sich auch über so eine lange Zeit erstreckt. Da waren mir dann irgendwie die Sprünge zu groß und die Charaktere doch auch irgendwie fern, auch wenn schon versucht wurde, die Entwicklungen in dieser Zeit zu erklären. Aber es hat sich für mich einfach nicht ganz rund angefühlt.

Da ich nicht Spoilern will, um die großen Wendungen nicht vorweg zu nehmen, kann ich einfach nicht mehr ins Detail gehen. Das Ende ist ein bisschen abrupt und es bleibt offen, wie es in der Fortsetzung weitergehen wird.

Fazit:
Lange Zeit sehr undurchsichtig, aber total spannend. Jedoch hat mir der zweite Abschnitt dann nicht mehr ganz so gut gefallen. Ich fand die Antworten nicht ganz so, wie erwartet und es war für mich nicht alles ganz so stimmig und fesselnd, wie ich mir das gewünscht hätte. Sprecherin Nadine Jorzik hat für meinen Geschmack etwas langsam gelesen, aber zum Glück kann man die gewünschte Ablaufgeschwindigkeit ja meist selbst anpassen, weshalb ich mich mit der Zeit gut auf ihre Erzählung einlassen konnte. Insgesamt würde ich solide 3 Sterne vergeben.

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Veröffentlicht am 18.03.2025

Eher Familiendrama, statt spannender Thriller

Allein gegen die Lüge
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Meinung:
Die Kurzbeschreibung hat mich total angesprochen. Es klang nach einem wirklich spannenden und gefährlichen Thriller.

Und der Start ist auch sehr mitreißend. Man erfährt zusammen mit Protagonist ...

Meinung:
Die Kurzbeschreibung hat mich total angesprochen. Es klang nach einem wirklich spannenden und gefährlichen Thriller.

Und der Start ist auch sehr mitreißend. Man erfährt zusammen mit Protagonist Matt, dass seine komplette Familie bei einem Urlaub in Mexiko ums Leben gekommen ist. Eine wahnsinnige Tragödie, die mich berührt hat. Dazu kommt natürlich auch noch, dass Matts anderer Bruder im Gefängnis sitzt, da er vor sieben Jahren seine Freundin ermordet haben soll.

Die emotionale Seite dieser Geschichte hat mich wirklich sehr berührt und fand ich auch sehr stark. Ebenso die Tatsache, dass die Familie durch die Verurteilung von Danny total erschüttert wurde und sich das weitere Leben einiger Familienmitglieder eigentlich nur noch darum gedreht hat, Dannys Unschuld zu beweisen.

Und auch die moralische Frage dahinter, ob es in Ordnung ist, Verdächtige so unter Druck zu setzten, dass sie evtl. falsche Geständnisse abliefern und somit unschuldig verurteilt werden, während die wahren Täter auf freiem Fuß bleiben, hat mich immer wieder beschäftigt.

Jedoch war mir das alles zu wenig Thriller. Die Erzählart an sich, ist im Grunde nicht schlecht, jedoch fand ich es manchmal etwas zu kleinteilig und zu langatmig, für das Genre, dass es sein sollte.

Denn, neben den Haupthandlungssträngen aus der Gegenwart, die sich mit Matt und FBI-Agentin Keller beschäftigen, gibt es auch noch einige Rückblicke aus der Vergangenheit der unterschiedlichsten Familienmitglieder. Solche mag ich zwar prinzipiell ganz gerne, aber hier waren es insgesamt doch viele und vor allem auch ein paar, die die Handlung erstmal nicht wirklich weitergebracht haben. Nichtsdestotrotz, verdeutlichen diese Rückblenden im Gesamten auch Hintergründe und Zusammenhänge, die sich aber erst nach und nach gänzlich erschließen.

Was ich hingegen gar nicht gebraucht hätte, waren die Ausschnitte aus der True-Crime-Doku, die ich irgendwie nur störend fand, auch weil da jede Szene usw. genau beschrieben wurde, also auch mit Setting usw..

Insgesamt ist mir die Geschichte einfach viel zu oft vor sich hingeplätschert. Handfeste Spannung kam selten auf und auch wenn es prinzipiell stimmt, dass Matt bei seinen Recherchen in Gefahr gerät, ist diese doch deutlich geringer, als man das nach dem Lesen des Klappentextes vermuten könnte.

An sich lag der Fokus eher auf dem Familiendrama. Und auch, wenn es einige falsche Fährten gibt, habe ich schon recht schnell durchschaut, wer am Ende wirklich hinter allem steckt. Trotzdem fand ich das Ende recht versöhnlich und zufriedenstellend.

Gelesen wird die Geschichte von Oliver Brod, Vera Teltz und Steffen Groth, wobei ich aber eigentlich nur einen Sprecher im Kopf behalten habe, der den Großteil vertont hat. Die anderen beiden kommen eigentlich nur bei den unnötigen Ausschnitten aus der Doku zu Wort. Dabei wurde prinzipiell aber ganz gut gelesen und es gab einige Stimmvariationen.

Fazit:
Die Kurzbeschreibung hat mich wirklich angesprochen, jedoch konnte mich die Geschichte selbst nicht vollständig überzeugen. Sie ist zwar unterhaltsam, mit einigen Wendungen und falschen Fährten versehen und zeigt durchaus auch eine große emotionale Seite, aber für mich war es einfach kein Thriller. Meist ist alles vor sich hingeplätschert und wirkliche, handfeste Spannung kam viel selten auf - und das, obwohl das schon die gekürzte Version ist. Deshalb war es für mich eher ein recht unterhaltsames Familiendrama, das ich mit guten 3 Sternen bewerte.

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Veröffentlicht am 30.12.2024

Nicht ganz das, was ich erwartet hatte, aber in der zweiten Hälfte besser und am Ende mit einigen guten Twists

Die Insel der Angst
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Meinung:
Da ich „Zwei Fremde“ vom Autor irgendwie besonders fand, hat auch sein neues Werk mein Interesse geweckt. Vor allem, weil ich das Cover sehr ansprechend finde und auch der Klappentext spannend ...

Meinung:
Da ich „Zwei Fremde“ vom Autor irgendwie besonders fand, hat auch sein neues Werk mein Interesse geweckt. Vor allem, weil ich das Cover sehr ansprechend finde und auch der Klappentext spannend klingt. Den endgültigen Ausschlag zum Lesen, hat der richtig geniale Prolog gegeben. Selten hab ich so einen spannenden und mitreißenden Prolog gelesen, der einen auch noch direkt anspricht und einfach viele Fragezeichen hinterlässt.

Jedoch konnte die Geschichte selbst damit leider nicht wirklich mithalten. Die erste Hälfte fand ich ziemlich zäh und leider wenig spannend.

Protagonistin Tess hat eine schwierige Zeit durchgemacht. Sie hat einen ausgezeichneten Dokumentarfilm veröffentlicht, aber danach kam der große Absturz. Ihre Kollegin ist dabei ums Leben gekommen und die Ermittlungen werden jetzt wieder neu aufgerollt, was sie sehr belastet. Was damals genau passiert ist, erfährt man erst nach und nach, eingeschoben in die Haupthandlung, die sich auf der verlassenden Insel Navigaceo abspielt.

Auf der Insel sollen eigentlich Robben markiert und dargestellt werden, weshalb die Insel für Tiere und Natur menschenfrei bleiben soll, aber im Buch selbst liest man sehr wenig davon. Es geht eher darum, dass Tess schnell auf die Leiche trifft, ihren Mitreisenden misstraut und schnell verschiedenste Theorien aufstellt, die anfangs für mich doch auch etwas aus der Luft gegriffen waren. Vielleicht liegt dies einfach an ihrer Vergangenheit und ihrer Neigung, Sachen aufdecken zu wollen, aber wirklich gut dargestellt wurde es für mich nicht.

An sich gab es für mich auch zu wenig handfestes von den Charakteren und ihren wahren Beweggründen, weshalb sie mir alle ziemlich fern geblieben sind, auch Tess selbst.

In der zweiten Hälfte wurde es definitiv besser, die beklemmende Atmosphäre der einsamen Insel kam dann manchmal bei mir an, aber leider auch nicht durchgehend. Irgendwie wurde es dann schnell etwas wild und auch wenn ich die Auflösung unerwartet, im Kern stimmig und durchaus mit einigen guten Twists versehen fand, wäre vielleicht doch auch noch ein bisschen mehr möglich gewesen, vor allem, weil eine Person nicht gefunden wird und man damit nicht weiß, ob Tess in Zukunft sicher ist.

Und auch beim Geheimnis um Gretchen hatte ich irgendwie noch etwas mehr erwartet, als am Ende kam.

Dennoch kam am Ende noch ein recht zufriedengestelltes Gefühl auf, da ich die Wendungen, Erklärungen und Twists doch irgendwie gut fand.

Den Schreibstil fand ich prinzipiell in Ordnung, jedoch hatte ich das Gefühl, dass die vom Autor beabsichtige Stimmung und Emotion nicht immer so bei mir ankam, wie gewollt.

Fazit:
Ein Thriller, der leider nicht ganz das geboten hat, was der Klappentext und der geniale Prolog versprochen haben. Die erste Hälfte fand ich sehr zäh und eher langweilig, in der zweiten wurde es definitiv besser, die unheimliche Atmosphäre kam eher an und es gab wirklich einige gute Wendungen und Twists, die ich so nicht erwartet hätte, weshalb am Ende auch ein relativ zufriedenes Gefühl bleibt. Aber trotzdem wäre in allen Bereichen auch noch mehr möglich gewesen und die schwache erste Hälfte darf man wirklich auch nicht vergessen, weshalb es am Ende nur für solide 3 Sterne reicht.

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