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Veröffentlicht am 12.02.2025

Fies, aber gut

P. S. I Hate You – Auf dem schmalen Grat zwischen Hass und Liebe
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Naomi und Luca sind seit ihrer Kindheit Brieffreunde, naja vielmehr Brieffeinde. Denn seitdem Luca keine Lust auf das Schulprojekt hatte, schreiben sie sich gemeine Briefe. Nach ein paar Jahren Funkstille ...

Naomi und Luca sind seit ihrer Kindheit Brieffreunde, naja vielmehr Brieffeinde. Denn seitdem Luca keine Lust auf das Schulprojekt hatte, schreiben sie sich gemeine Briefe. Nach ein paar Jahren Funkstille schreibt Luca nun in der Gegenwart Naomi wieder eine fiese Nachricht, auf die sie ohne seine aktuelle Adresse leider nicht antworten kann. Deshalb macht sie sich auf die Suche nach ihm. Währenddessen zieht über ihr der laute Nachbar Jake ein, der aber eigentlich auch ziemlich ansehnlich und nett ist…

Schon beim Lesen des Klappentextes wusste ich, dass die Hassbriefe vielleicht nicht mein Ding sind… sind sie nicht! Was die beiden sich an den Kopf werfen! Ich finde einiges ziemlich fies, aber anscheinend haben die beiden einfach einen sehr schrägen und schwarzen Humor. Trotzdem hab ich mich gefragt wann eine Wendung kommt, wann sich der Spaß an Gehässigkeit in Nähe und Sympathie verwandelt… irgendwie gab es leider nur ein gemeines Damals und ein mögendes Jetzt, was ich nicht wirklich zusammenbringen konnte. Aber ich konnte beide Zeit- und Gefühlsebenen nachvollziehen, weil die Autorin einen unfassbar guten Schreibstil hat.

Donna Marchetti kann die Situationen und Buchfiguren sehr nahbar und anschaulich beschreiben und hat mich mit ihrer lockerleichten Art von Anfang an mitgerissen. Ich hab die Geschichte so gerne gelesen! Auch die Erzählperspektiven sind sehr gut gelungen. Hauptsächlich wird mittels der Ich-Perspektive aus Naomis Sicht erzählt, aber es werden auch einige Kapitel aus Lucas Sicht eingeschoben. Hier beschreibt Luca immer wieder aus der Vergangenheit wie sein Leben verlief und Naomis Briefe ein Teil davon waren. Dadurch lernt man Luca bereits kennen, bevor er im Heute auftaucht, und auch die Beziehung zwischen den beiden, was mir teilweise die seltsame Brieffeindschaft näher gebracht hat. Erwähnen möchte ich noch kurz, dass die Geschichte als spicy beworben wird, aber tatsächlich nur einige wenige gewöhnliche solcher Szenen beinhaltet.

Was mir besonders an der Geschichte gefallen hat, war die aufkeimende Beziehung zwischen Naomi und ihrem Nachbarn Jake. Ich mochte ihre Gespräche und gemeinsamen Momente – der Vibe zwischen ihnen war einfach da. Ohne zu viel zu verraten: Wie das… nennen wir es Liebesdreieck… aufgelöst wurde hat mir im Großen und Ganzen gefallen (die Freundin war nervig) und ich bin mit dem Ende schlussendlich auch zufrieden.


Fazit:
„P. S. I hate you“ hat eine sehr ungewöhnliche Idee für eine RomCom und ich muss gestehen, die Hassbriefe zwischen Naomi und Luca haben mir gar nicht gefallen, weil einige auch unter die Gürtellinie gingen. Dafür habe ich mich in die aufkeimende Beziehung zwischen Naomi und ihrem Nachbarn Jake verliebt. Und der anschauliche und lockere Schreibstil hat mich von Anfang an mitgerissen, weshalb ich unbedingt noch mehr von der Autorin lesen will.

Veröffentlicht am 31.01.2025

Mysteriös und geheimnisvoll

Der längste Schlaf
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Die Deutsche Mara lebt schon sehr lange in London und forscht dort an einer Uni über Schlaf, während sie selbst seit Jahren unter seltsamen Träumen und Schlaflosigkeit leidet. Da sie nur noch eine langjährige ...

Die Deutsche Mara lebt schon sehr lange in London und forscht dort an einer Uni über Schlaf, während sie selbst seit Jahren unter seltsamen Träumen und Schlaflosigkeit leidet. Da sie nur noch eine langjährige Freundin als Verbindung zu ihrer alten Heimat hat, ist sie umso überraschter, dass ihr ein älterer Mann ein großes Herrenhaus mitten in der Provinz vererbt. Um der Frage nach dem Wieso auf den Grund zu gehen, reist die ehrgeizige Schlafforscherin nach Deutschland. An dem Ort geschehen ungewöhnliche Dinge und scheinen mit ihren Träumen in Verbindung zu stehen.

Dass eine Schlafforscherin nicht schlafen kann, hat mich direkt gecatcht. Einige Fakten über das Schlafen wurden eingewoben, aber die meisten sind bekannt und mir insgesamt einfach zu wenig. Was hat Mara bisher erforscht und getestet um hinter ihre eigene Schlaflosigkeit zu kommen? Wie empfindet sie, sich nicht selbst helfen zu können? Welche Mysterien um den Schlaf gibt es noch? Für mich hätte die Protagonistin auch einen anderen Beruf ausüben können. Ihre seltsamen Träume aber fand ich sehr interessant. Irgendwie scheinen sie oft mit der Realität verbunden zu sein, obwohl Mara zu ihren Traumbildern vorher nie einen Bezug hatte.

Die Handlung ist auch interessant zu folgen. Warum hat ein unbekannter Mann Mara dieses herrschaftliche Haus vermacht? So einfach wie ein alter, einsamer Onkel ist es natürlich nicht. Ich hab gespannt verfolgt, wie Mara sich mit ein paar Bewohner/innen des Dorfes anfreundet oder aber von anderen kritisch beäugt wird. Und in dem Herrenhaus selbst geschehen merkwürdige Dinge, wodurch sich die Geschichte meiner Meinung nach perfekt als beklemmende Herbstlektüre eignet. Es gibt auch einige wenige Kapitel aus der Sicht von jemand anderem. Doch von wem und wie hängt dies mit Mara zusammen? Diese spannenden und mysteriösen Ereignisse gipfeln in einem fesselnden Showdown. Es hat mich einerseits positiv überrascht, andererseits hat es sich zum Ende hin immer mehr angedeutet. Ich finde die mysteriöse Geschichte spannend, aber mir fehlt trotzdem ein Knaller - der eine Wow-Effekt - insbesondere weil ich über die Bücher der Autorin schon so viele begeisterte Stimmen gelesen habe. Der Schluss hat mir gut gefallen, auch weil ich die aufgedeckte Thematik schon immer faszinierend finde.


Fazit:
„Der längste Schlaf“ ist vielmehr eine mysteriöse, als eine wissenschaftliche Geschichte, die für mich perfekt in die düster werdende Herbstzeit passt. Die seltsamen Geschehnisse und Maras ruhelose Nächte führen zu einem aufwühlenden Schluss, dessen Thematik mich schon immer faszinierend konnte.

Veröffentlicht am 31.01.2025

Düster, trist und skurril

Starling House
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Eden wohnt alleine mit ihrem jüngeren Bruder, für den sie seit dem Tod der Mutter die Verantwortung übernommen hat, in einem alten Motel am Rand einer tristen Stadt. Außerhalb befindet sich ein altes Herrenhaus, ...

Eden wohnt alleine mit ihrem jüngeren Bruder, für den sie seit dem Tod der Mutter die Verantwortung übernommen hat, in einem alten Motel am Rand einer tristen Stadt. Außerhalb befindet sich ein altes Herrenhaus, dessen Besitzer/innen sich schon immer von den übrigen Leuten abgegrenzt haben und ebenfalls stets kritisch beäugt werden. Doch Opal ist fasziniert von diesem verfallenden und skurrilen Gebäude, in dem einst die Autorin ihres Lieblingsbuches seit Kindheitstagen gewohnt hat. Eines Tages steht sie vor dessen Tor und weckt das Mitgefühl von Starling House‘ Besitzer Arthur, der ihr einen Job als Reinigungskraft anbietet.

Eden und ihr Bruder wohnen sehr schlicht und entbehrungsreich, die Stadt wird vom Rauch der Kohlewerke überzogen und Starling House ist eher heruntergekommen als herrschaftlich. All dies führt zu einer düsteren und leicht unheimlichen Atmosphäre. Auch wegen des oft beschriebenen grauen Wetters habe ich mir das Herrenhaus und die Umgebung sehr düster vorgestellt, meist hatte ich sogar schwarz-weiße Bilder in meinem Kopf. Dazu passen auch die seltsamen Geschehnisse in und um Starling House. Auch die Charaktere unterscheiden sich von denen in vielen Büchern. Opal ist neugierig, fast schon skrupellos und, abgesehen von ihrem Lieblingsbuch, leidenschaftslos. Starling House‘ Bewohner Arthur wird direkt als hässlich beschrieben, ist unzufrieden und scheint ein geheimes Ziel zu verfolgen.

Neben der düsteren Atmosphäre ist die Geschichte auch spannend. Den allgemeinen Aspekt rund um Starling House habe ich schon bald geahnt, was das Geschehen nicht weniger reizvoll gemacht hat, andere Details am Enden konnten mich jedoch überraschen. Insgesamt hat die Geschichte für mich auch ein paar Längen, die mich ungeduldig gemacht haben, aber mit dem Ende bin ich vollends zufrieden.


Fazit:
„Starling House“ ist das passende Buch für den dunklen Herbst und Halloween. Das Geschehen ist nicht direkt gruselig, aber dafür sehr skurril, unheimlich und sehr mysteriös. Die Geschichte ist eher düster, auch schon wegen Opals tristem Leben, und besticht durch ihre mysteriöse und geheimnisvolle Atmosphäre, die auch über ein paar kleine Längen hinweghilft.

Veröffentlicht am 31.12.2024

Jugendlich & lebhaft

The Extraordinaries – Die Außergewöhnlichen
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In Nicks Stadt gibt es zwei Außergewöhnliche, Menschen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Von Shadow Star ist Nick so begeistert, dass er jeden seiner guten Tagen folgt und die längste Fan Fiction über ...

In Nicks Stadt gibt es zwei Außergewöhnliche, Menschen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Von Shadow Star ist Nick so begeistert, dass er jeden seiner guten Tagen folgt und die längste Fan Fiction über ihn schreibt, die es gibt. Doch er ist nicht nur ein Fan von Shadow Star, sondern über beide Ohren verknallt. Als er Shadow Star begegnet, beschließt Nick auch ein Außergewöhnlicher werden zu wollen, weil Superhelden immer mit Superhelden zusammen sind. Bei seinen verrückten Plänen stehen ihm immer seine Clique bestehend aus seinem besten Freund Seth und einem lesbischen Pärchen zur Seite.

T J Klunes Schreibstil ist unglaublich leicht, lebendig und jugendlich. Die Sprache der Protagonisten ist direkt, manchmal von sexuellen Anspielungen und Schimpfwörtern geprägt. Daneben ist Nicks Clique aber auch herrlich albern und zuweilen auch tiefgründig. Nick hat eine neurodivergente Erkrankung, die ich persönlich nicht näher kenne, aber soweit trotzdem finde, dass T J Klune diese gekonnt umgesetzt hat. Denn Nicks vielen und wirren Gedankengängen konnte ich stets gut folgen und so wild manches auch war, es macht wirklich vollkommen Sinn. Hier zeigt sich wirklich das Können des Autors. Oft erschien mir Nick durch seine Gedanken und Handlungen aber auch sehr viel jünger als 16 Jahre, wobei hier auch eine gewisse Prise jugendliche Naivität mitspielt. Außerdem besitzt die Geschichte sehr viel unterschwelligen Humor. Typisch jugendlich und albern mag man als Erwachsene*r vielleicht manchmal den Kopf schütteln, aber genau an diesen Stellen musste ich oft grinsen und die Geschichte hat mir dadurch sehr viel Spaß beim Lesen bereitet.

Inhaltich geht es viel um die Außergewöhnlichen, also die Superhelden der Stadt, und Nicks Schwärmerei zu Shadow Star. Daneben auch um typische Dinge, mit denen sich Jugendliche auseinandersetzen müssen, wie die Liebe, sexuelle Orientierung, Freundschaft, nervige Schule und natürlich auch anstrengende Eltern. Den Teil rund um die Außergewöhnlichen empfand ich als sehr vorhersehbar. Jedoch war es für mich trotzdem noch spannend Nicks Geschichte und Gefühle zu verfolgen, weil sie auch sehr viel auf die Charakterentwicklung setzt.


Fazit:
„Die Außergewöhnlichen“ ist ein lebendiger Coming of Age-Roman, mit all den Themen des Erwachsenenwerdens und einem lockeren und jugendlichen Schreibstil. Obwohl die Geschichte sehr vorhersehbar ist, besticht T J Klune mit liebenswerten Charakteren und unterschwelligem Humor. Eine Geschichte, die vorwiegend für Jugendliche und alle anderen geschrieben ist, die anders sind.

Veröffentlicht am 31.12.2024

Schöne (Liebes)Geschichte

Unsere Zeit der Wunder
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Tanner ist ziellos und aufgrund seines Jobs immer in der Welt unterwegs. Seine Großmutter ist seine letzte Verwandte, die möchte, dass er ein Zuhause findet, weshalb sie Tanner auf dem Sterbebett aufträgt ...

Tanner ist ziellos und aufgrund seines Jobs immer in der Welt unterwegs. Seine Großmutter ist seine letzte Verwandte, die möchte, dass er ein Zuhause findet, weshalb sie Tanner auf dem Sterbebett aufträgt seinen Vater zu suchen. Dies führt ihn in eine Kleinstadt, wo er direkt am Anfang auf Kaitlyn bzw. ihre Tochter trifft. Die alleinerziehende Mutter geht voll in dieser Rolle und ihrem Beruf als Ärztin auf.

Die Liebesgeschichte zwischen Kaitlyn und Tanner ist schön, aber hat mir nicht am besten in diesem Buch gefallen. Die beiden verlieben sich direkt, was aufgrund ihres ersten Aufeinandertreffens gar nicht anders geht und auch im Klappentext so vorausgesagt wurde, aber die Gefühle haben mich anfangs nicht erreicht. Ihre Dates und Kennenlernen ist wirklich schön und beide sind sympathische Charaktere, die gut zusammen passen, wie ich finde, aber es ist keine besondere Liebesgeschichte. Nicholas Sparks hat eindeutig schon berührendere geschrieben. Zumal ich, wie Kaitlyn, Tanners späteres Problem nicht nachvollziehen konnte.

Zu diesen beiden Protagonisten möchte ich noch erwähnen, dass zum einen die Teenager-Tochter von Kaitlyn auch eine große Rolle spielt. Kaitlyn bemüht sich sehr und ihre Tochter hat ihr Herz am rechten Fleck, aber trotzdem geraten sie immer wieder aneinander – ein bisschen Teeniedrama würzt die Geschichte. Was Tanner betrifft, finde ich es schade, dass die Suche nach seinem Vater immer mehr in den Hintergrund rückt und es ziemlich unspektakulär aufgelöst wird.

Der beste Teil des Buches ist definitiv der 83-jährige Jasper. Er lebt zurückgezogen in einer Hütte am Waldrand, schnitzt täglich (soweit es seine chronische Schmerzen zulassen) und genießt die Stille und Natur um sich herum. Als ein seltener weißer Hirsch gesichtet wird und deshalb Jugendliche in den Wäldern umherstreifen, versucht Jasper mit aller Macht das seltene Tier zu schützen. Das hat mir wirklich sehr imponiert, da Japser aufgrund seines Alters und Gesundheitszustandes erhebliche Einschränkungen hat. Aber er hat enorm viel Zeit dafür genutzt und sich in ungemütliche Situationen begeben, wodurch ich ihn in mein Herz geschlossen habe. Auch sein Leben, das rückblickend immer wieder beschrieben wird, hat mich berührt. Am Ende wird Jaspers Part der Geschichte sehr spannend und emotional, ich hab mitgefiebert und war beim Lesen wirklich darin versunken.

Fazit:
„Unsere Zeit der Wunder“ ist eine solide Liebesgeschichte, wobei ich von Nicholas Sparks jedoch schönere und gefühlvollere gewohnt bin. Dafür kann der Autor mit Jaspers Geschichte punkten, der schon viel Schönes und Schmerzhaftes erlebt hat (wird rückblickend immer wieder erzählt) und ein beeindruckender, sehr sympathischer Mensch ist.