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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.02.2025

Brieffeinde

P. S. I Hate You – Auf dem schmalen Grat zwischen Hass und Liebe
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Naomi und Luca führen seit über zehn Jahren eine Brieffeindschaft, doch seit zwei Jahren ist Ruhe. Bis Naomi einen gemeinen Brief auf ihren Schreibtisch im Radiosender vorfindet und sofort weiß, dass dieser ...

Naomi und Luca führen seit über zehn Jahren eine Brieffeindschaft, doch seit zwei Jahren ist Ruhe. Bis Naomi einen gemeinen Brief auf ihren Schreibtisch im Radiosender vorfindet und sofort weiß, dass dieser nur von Luca kommen kann. Eine Antwort wird schwierig, denn der Brief hat keinen Absender und ihr letzter Brief an Luca konnte nicht zugestellt werden. Aber dieses Mal möchte Naomi alles mögliche tun, damit Luca nicht das letzte Wort hat.

P. S. I hate you von Donna Marchetti klang nach einer RomCom, die mit Humor die Brieffeindschaft der beiden Protagonisten darstellt. Umso ernüchternder waren dann bereits die ersten Kapitel, die zwar eine - für mich nicht nachvollziehbare - Begründung für die fiesen Worte darlegten, aber die Worte der damaligen Fünftklässler waren mir viel zu krass, sodass mir bereits dadurch der mögliche Witz hinter dieser Brieffeindschaft verloren ging. Das konnten dann auch die weiteren Seiten nicht retten, im Gegenteil. Der Plottwist, der für mich nicht überraschend kam, war furchtbar und hat erneut dafür gesorgt, dass ich die Gefühle zwischen Naomi und Luca nicht nachvollziehen konnte.

Einzig positiv ist, dass man zwischenzeitlich mehr über Luca und seine Verhaltensweisen erfährt und alles besser einordnen kann. Dennoch sind insgesamt von Luca und Naomi zu viele Handlungen in diesem Buch, die ich persönlich schrecklich finde und weswegen die Geschichte mich leider nicht (positiv) emotional abholen konnte.

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Veröffentlicht am 31.12.2024

Tristes New York

Ein Winter in New York
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Iris möchte ihre Vergangenheit hinter sich lassen und zieht von England nach New York, dorthin wo ihre verstorbene Mutter einst die größten Träume hatte. Während Iris ein Straßenfest besucht, fällt ihre ...

Iris möchte ihre Vergangenheit hinter sich lassen und zieht von England nach New York, dorthin wo ihre verstorbene Mutter einst die größten Träume hatte. Während Iris ein Straßenfest besucht, fällt ihre eine außergewöhnliche Tür ins Auge, die ihr sehr bekannt vorkommt. Iris tritt in die Eisdiele ein, dort trifft sie auf Gio und seinem ganz besonderen Vanilleeis, denn auch das ist Iris sehr vertraut. Gios Familienbetrieb steht jedoch kurz vor dem Aus, bis Iris ihm ihre Hilfe anbietet und zwischen den Stühlen steht. Kann sie das Familiengeheimnis wahren und Gios Betrieb retten?

Ein Winter in New York von Josie Silver klang nach einem tollen Roman für die Winterzeit, mit viel Schnee und einer wunderschönen Stadt. Nur leider wurden bereits die Erwartungen des winterlichen New Yorks nicht erfüllt. Erst gegen Ende konnte die winterliche Stimmung etwas rüberkommen, das war aber zu wenig um die Erwartungen (die bereits der Titel schürt) zu erfüllen.

Doch die fehlende winterliche Stimmung ist nicht mein einziger Kritikpunkt, der größte und für mich schwerwiegendste ist die Protagonistin Iris. Iris hatte keine einfache Vergangenheit und muss einen schweren Verlust verkraften, aber ihre Gedankenwelt bezieht sich vorwiegend genau darauf, dass sie es im Leben so schlecht hat und es anderen doch viel besser geht. Ob man das wirklich behaupten kann, wenn ein Mann die Mutter seiner Tochter verliert?

Außerdem baut sich die ganze Geschichte auf einer Lüge auf, die man eigentlich schnell aus der Welt schaffen kann, wenn man denn mal den Mund aufmacht. Da das nicht passiert ist und diese Lüge zu einem immer größeren Kartenhaus gewachsen ist, konnte mich die Geschichte leider emotional gar nicht abholen, denn mit ihrem Verhalten fand ich Iris lediglich nervig.


Gio und seine Familie waren ein kleiner Lichtblick, doch diesem fehlte es an Tiefe. Weswegen Ein Winter in New York leider eine Enttäuschung wurde, dem das faustdicke Ende noch sein Krönchen aufsetzte. Einzig der angenehme Schreibstil lässt sich positiv hervorheben und Iris’ Freund Bobby, der eine treue Seele ist und der ein bisschen Humor in die Geschichte bringen konnte.

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Veröffentlicht am 21.10.2024

Spiel mit dem Feuer

Feuerjagd
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Die 15-jährige Trey ist eine Außenseiterin in Ardnakelty, die nur beim ehemaligen Polizisten Cal so etwas wie Geborgenheit und Liebe erfährt. Nach Jahren kommt plötzlich Treys Vater zurück, von allen unerwünscht. ...

Die 15-jährige Trey ist eine Außenseiterin in Ardnakelty, die nur beim ehemaligen Polizisten Cal so etwas wie Geborgenheit und Liebe erfährt. Nach Jahren kommt plötzlich Treys Vater zurück, von allen unerwünscht. Doch mit ihm kommt ein großer Plan. Cal versucht Trey zu schützen, doch diese will lieber Rache.

Feuerjagd von Tana French ist ein in Irland spielender Roman. Vielleicht hätte ich vorher wissen müssen, dass es ein zweiter Teil ist und meine Meinung wäre eine andere, wenn ich den ersten Teil kennen würde. So hatte ich leider sehr starke Probleme. Ich habe mehrfach versucht das Buch zu lesen, aber es konnte mich einfach nicht mitreißen. Ich hatte das Gefühl, dass mir Hintergrundwissen fehlt, um die Situation der Protagonisten direkt einordnen zu können. Ohne dieses fehlte mir der Reiz mich mit ihnen zu beschäftigen.

Nach mehrmaligen Anläufen habe ich daher zum Hörbuch gegriffen. Das fällt natürlich leichter, aber am Ende konnte mich der Inhalt auch hier nicht mitreißen und so habe ich das (Hör-)Buch zwar beendet, aber das Gefühl, dass der erste Band vorab gelesen werden sollte, um bei Feuerjagd mitzukommen.

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Veröffentlicht am 20.08.2024

Wie weit darf man für seine Ziele gehen?

Die wilden Robbins (Band 1)
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Die Ritter auf Rädern und die wilden Robbins müssen sich das Gebiet des Stadtteils Sommerrode teilen. Als ob das nicht schon genug wäre, möchte der Bürgermeister ihre Grünfläche umgestalten und einen hochmodernen ...

Die Ritter auf Rädern und die wilden Robbins müssen sich das Gebiet des Stadtteils Sommerrode teilen. Als ob das nicht schon genug wäre, möchte der Bürgermeister ihre Grünfläche umgestalten und einen hochmodernen und hochsicheren Spielplatz errichten. Ein Spielplatz den vor allem die Kinder nicht möchten und so tun sich die beiden Banden zusammen, um die Errichtung zu verhindern und die Grünfläche behalten zu können.

Die wilden Robbins von Nina Weger versprach ein lustiges Abenteuer für Kinder ab acht Jahren zu werden, aber es wurde vor allem anstrengend. Einerseits findet Body Shaming seinen Platz, denn Bretti bekommt ständig zu hören, dass er ‚sooo dünn‘ ist. Auch in diese Richtung finde ich solche Anmerkungen zu Körperformen schwierig, in Kinderbüchern gleich zweimal. Man kann auf diese Weise natürlich das Problem einbauen, aber es gibt keine Korrektur von anderen Kindern, alle machen mit. Dann werden Meinungen der Erwachsenen eingebaut, denn der SUV wird als „ein Auto, das gern ein Geländewagen gewesen wäre“ tituliert.

Diese Ärgernisse ziehen sich leider durch die komplette Geschichte, denn die Streiche der Kinder sind einfach zu viel. Klingelstreiche okay, aber fremdes Eigentum beschädigen und Menschen offensichtlich nicht gut behandeln ist nicht einfach nur ein freches Verhalten. Bei letzterem kommt es zumindest kurz zu dem Gefühl, dass eingeschritten wird, aber dann lügt man doch lieber weiter, um selbst keinen Ärger zu bekommen. Schwierig, bei allem Spaß, den Lektüre machen soll, gibt es bestimmte Werte, die auch transportiert werden sollten (bzw. zumindest sollte nicht gegen diese Werte gearbeitet werden), das ist hier einfach nicht der Fall. 

Das was am Ende bei rauskommt, dass die Robbins sich mit den verfeindeten Rittern zusammenschließen - wobei ich das auch nicht wirklich wahrgenommen habe -, täuscht nicht über den Weg hinweg und der war für meinen Geschmack leider viel zu unehrlich und übertrieben. Außerdem gibt es auch Logikfehler, Tiere die bedroht sind, die sich aber ohne Probleme mehrfach ‚auftreiben‘ lassen.


Lesespaß kam auch aufgrund des Aufbaus nicht auf, denn der Schreibstil wirkte zu erklärend und weniger erlebend. Mein Lesekind ist zwischenzeitlich aus der Lektüre ausgestiegen, aber auch hier gilt, Lesegeschmäcker sind verschieden. Unseren traf dieses Buch aus unterschiedlichen Gründen nicht. Sehr gut gefallen haben uns leider nur die Zeichnungen der Illustratorin Iris Hardt, die das Gelesene perfekt eingefangen haben.

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Veröffentlicht am 30.06.2024

Bye, Bye Nimmerland

Wendy, Darling – Dunkles Nimmerland (mit gestaltetem Farbschnitt)
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Wendy Darling verbrachte eine Zeit im Nimmerland, doch sie verließ mit ihren Brüdern das Land der Kinder und wurde Erwachsen. Mittlerweile lebt Wendy mit ihrem Mann Ned und ihrer Tochter Jane ein einfaches ...

Wendy Darling verbrachte eine Zeit im Nimmerland, doch sie verließ mit ihren Brüdern das Land der Kinder und wurde Erwachsen. Mittlerweile lebt Wendy mit ihrem Mann Ned und ihrer Tochter Jane ein einfaches Leben, bis Jane plötzlich verschwindet und nur Wendy erkennt, dass nur sie ihre Tochter und sich retten kann.

Wendy, Darling - Dunkles Nimmerland von A.C. Wise ist eine Neuinterpretation des Kindermärchens Peter Pane und erzählt die dunkle Seite des Jungen, der nicht erwachsen werden möchte.

Der Klappentext versprach eine interessante und düstere Version des Klassikers, doch leider konnte mich der Schreibstil nicht packen. Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt: Jane und Wendy, wobei wir Wendys Perspektive zudem auf zwei Zeitebenen erleben. Dieser Wechsel klingt generell vielversprechend, jedoch fehlte mir eine erkennbare Differenz zwischen Jane und Wendys Perspektive, doch die Gedanken, Handlungen und der Schreibstil waren identisch. Ebenso ergibt sich durch die beiden Zeitebenen nicht das Gefühl, dass Wendy sich verändert hat/älter geworden ist. Dadurch wirkte der Wechsel zwischen den drei Perspektiven insgesamt langweilig und hat eher dafür gesorgt, dass ich mich extrem anstrengen musste, um die Perspektive einnehmen zu können.

Neben diesem Problem empfand ich auch den Schreibstil leider nicht flüssig, er wirkte abgehakt, weswegen ich nur langsam in der Geschichte vorankam und auch emotional nicht mitgenommen wurde. Inhaltlich gibt es durchaus Potenzial, das man zum Mitfühlen animiert wird, durch die distanzierte Schreibweise geht das dann allerdings verloren.

Die Atmosphäre ist düster und mein größtes Highlight der Geschichte, denn diese konnte durchgehend gehalten werden.

Wendy, Darling - Dunkles Nimmerland war jedoch kein Buch, das mich überzeugen konnte. Viele Wiederholungen und der Schreibstil konnten mich nicht mitnehmen, ließen die Geschichte langatmig werden und mich das Ende herbeisehnen.

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