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Veröffentlicht am 03.01.2025

Eiskalter Mord in Stockholms Winternacht

Wintersonnenwende (Wolf und Berg ermitteln 2)
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Der zweite Band um Kommissar Tomas Wolf und Journalistin Vera Berg entführt uns in eine klirrend kalte Silvesternacht der Jahre 1994/95. Eine junge Prostituierte verschwindet spurlos, während ihr Freier ...

Der zweite Band um Kommissar Tomas Wolf und Journalistin Vera Berg entführt uns in eine klirrend kalte Silvesternacht der Jahre 1994/95. Eine junge Prostituierte verschwindet spurlos, während ihr Freier brutal hingerichtet wird. Wolf und Berg, beide mit ihren eigenen Dämonen konfrontiert, müssen trotz ihrer Differenzen zusammenarbeiten, um einen weiteren Mord zu verhindern. Denn die Hintergründe des Mordes sind vielschichtig.

Engman und Selåker schaffen es, die düstere Atmosphäre des schwedischen Winters eindringlich einzufangen. Die komplexe Handlung, verschiedene Perspektiven und gesellschaftlich relevante Themen machen diesen Krimi zu einem spannenden Leseerlebnis. Besonders gelungen ist die authentische Darstellung der damaligen Zeit – die Dialoge, das Setting und die referenzen auf die damalige Technologie versetzen einen direkt in die 90er Jahre zurück.

Ein kleiner Kritikpunkt: Manchmal wirkt die Authentizität fast schon übertrieben. Gefühlt griffen die Protagonisten und sämtliche anderen Charaktere bei jeder Gelegenheit zur Zigarette, sei es im Wohnhaus, auf der Straße oder im Büro. Natürlich gehörte Rauchen damals stärker zum Alltag, dennoch hätte man das etwas dezenter darstellen können, ohne die 90er-Atmosphäre zu verlieren.

Für mich war "Wintersonnenwende" ein atmosphärisch dichter und spannender Kriminalroman, der Fans von Nordic Noir begeistern wird. Trotz kleinerer Schwächen liefern Engman und Selåker eine packende Story, die Lust auf mehr macht!

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Veröffentlicht am 01.01.2025

Die Villa des Unheils

Das flüsternde Haus
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Düster, beklemmend und voller unerwarteter Wendungen – Christina Henry liefert mit „Das flüsternde Haus“ erneut einen fesselnden Roman ab, der zwischen Horror und Fantasy pendelt. Die Geschichte um Harry ...


Düster, beklemmend und voller unerwarteter Wendungen – Christina Henry liefert mit „Das flüsternde Haus“ erneut einen fesselnden Roman ab, der zwischen Horror und Fantasy pendelt. Die Geschichte um Harry Adams, eine junge Mutter mit einer Vorliebe für Horrorfilme, beginnt fast unscheinbar: Ein Job als Haushaltshilfe in der Villa eines berühmten Regisseurs. Doch schon bald wird klar, dass das Haus weit mehr ist als nur eine Ansammlung gruseliger Requisiten.

Henry versteht es meisterhaft, mit Atmosphäre zu spielen. Die Villa, mit ihren Schatten, Geräuschen und geheimnisvollen Ecken, wird zu einem Charakter für sich. Besonders unheimlich wird es, als Harry eine Kostümmaske abstaubt und diese sie förmlich mit ihren Augen verfolgt. Ist es die Fantasie einer Frau, die sich zu sehr in die Horrorkulisse hineinsteigert, oder verbirgt das Haus tatsächlich ein dunkles Geheimnis?

Die Protagonistin Harry ist wunderbar vielschichtig. Ihre Neugier und ihr Mut ziehen einen schnell in die Handlung hinein, und obwohl sie weiß, dass sie sich in Gefahr bringen könnte, bleibt sie hartnäckig. Dieser innere Konflikt macht sie besonders glaubwürdig. Auch den Regisseur Javier Castillo ist ein faszinierender Charakter – ich empfand ihn beim Lesen als etwas komisch, abgeschottet und mit einer spürbaren Aura des Unbehagens umgeben. Diese beiden Charaktere haben das Buch für mich auf jeden Fall lesenswert gemacht.

Christina Henry kombiniert packende Horror-Elemente mit psychologischem Nervenkitzel und kreiert eine Geschichte. Für Fans von subtilen, atmosphärischen Gruselmomenten ist dieses 384 Seiten Buch ein absolutes Muss!

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Veröffentlicht am 04.12.2024

Magische Pommes

Magical Fries – Der Geschmack des Lebens
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Crew arbeitet als Sicherheitsmitarbeiter für Mr. Jones, den exzentrischen Milliardär und Eigentümer der weltberühmten Restaurant-Kette Magical Fries. Nach einer Beförderung erhält Crew einen ungewöhnlichen ...

Crew arbeitet als Sicherheitsmitarbeiter für Mr. Jones, den exzentrischen Milliardär und Eigentümer der weltberühmten Restaurant-Kette Magical Fries. Nach einer Beförderung erhält Crew einen ungewöhnlichen Auftrag: Er soll um die Welt reisen, um seltene Gewürze für die ultimative Pommes-Würzmischung zu sammeln. Warum? Jones glaubt, diese Mischung könne ihm göttliche Kräfte verleihen – genug, um seine verstorbene Frau wiederzubeleben.

Mit an Bord sind Lennon, der schwierige Sohn von Mr. Jones, und die Göttererbin Chae. Doch die Suche nach den magischen Zutaten ist gefährlicher, als sie dachten: Sie stoßen auf einen Gegner, der nicht nur ihre körperliche Stärke, sondern auch ihr Weltbild auf die Probe stellt. Diesen Aspekt des Buches fand ich sogar mit am Besten gemacht! Denn was ist ein Fantasy Roman denn schon ohne Villain.

Marie Graßhoff liefert mit diesem 640 Seiten starken Urban-Fantasy-Abenteuer einen rasanten, emotionalen und originellen Roman. In einer Welt, in der Götter durch Essen ihre Kräfte erlangen, verbindet sie spannende Action mit einer Prise Humor und unerwarteten Wendungen. "Magical Fries – Der Geschmack des Lebens" ist der 4., in sich abgeschlossene, Teil der Food Universe-Reihe und entführt Leser:innen in eine Welt, die hungrig nach mehr macht.

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Veröffentlicht am 20.11.2024

Eigenständig Handeln

Wildtriebe
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Ganz unter dem Motto "eigene Lebenspfade bestreiten" beginnt Ute Manks Debutroman mit der Abreise von Joanna ins ferne Uganda.

Dass das bei den restlichen Familienmitgliedern zunächst einmal eine Schockstarre
hervorruft, ...

Ganz unter dem Motto "eigene Lebenspfade bestreiten" beginnt Ute Manks Debutroman mit der Abreise von Joanna ins ferne Uganda.

Dass das bei den restlichen Familienmitgliedern zunächst einmal eine Schockstarre
hervorruft, lässt die frisch gebackene Abiturientin kalt.
Denn der hessische Bauernhof "Bethches-Hof" ist sowohl ihr Zuhause, also auch der Ort von dem sie erst einmal unbedingt wegwill. Das Leben ihre Großmutter Lisbeth und Mutter Marlies möchte sie auf keinen Fall führen.

Wie jede der drei Frauen mit ihren Werten, Traditionen und ihren individuellen Entscheidungen umgeht, beschreibt Mank auf gut 280 Seiten.
Stimmungsvoll und zugleich zum Nachdenken anregend geht sie auf jede der drei Frauen und deren Lebensumstände ein.

Man stellt sich eigentlich beim Lesen permanent die Fragen: Wie würde ich handeln? Würde ich mich in ähnliche Situationen hineinziehen lassen?

Zentrales Thema hier ist immer die Selbstverwirklichung rund um einen Schauplatz mit konservativen Traditionen.
Fazit: Wildtriebe überzeugt nicht nur mit seiner Hülle, sondern auch in der Fülle ;)

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Veröffentlicht am 30.10.2024

Sommerträume auf Rhodos

Du, ich und das Rauschen der Wellen
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In sommerlicher Urlaubsstimmung habe ich mir den zweiten Band von Lotte Römers "Liebe auf Rhodos"-Reihe geschnappt: "Du, ich und das Rauschen der Wellen".

Schon nach wenigen Seiten von insgesamt 287 ...

In sommerlicher Urlaubsstimmung habe ich mir den zweiten Band von Lotte Römers "Liebe auf Rhodos"-Reihe geschnappt: "Du, ich und das Rauschen der Wellen".

Schon nach wenigen Seiten von insgesamt 287 war ich in der Geschichte und auf Rhodos angekommen, obwohl ich die Insel selbst noch nicht besucht habe.
Zum Inhalt möchte ich nicht zu viel verraten, es geht jedoch um zwei Bienenliebhaber, die sich unerwartet auf der griechischen Insel kennen lernen. Maja, ist Lehrerin aus Deuschland und möchte eigentliche einfach mal kurz im Urlaub mit ihrer Mutter abschalten, während Nikolaos aka Nikos für die Hotelkette seintes Vaters Quality Checks durchführt.
Wäre ich nicht gerade erst im Urlaub gewesen, hätte ich mir gut vorstellen können, bei Maja und Nikos dabei zu sein. Nikolaos Junior machte zunächst einen recht unsympathischen Eindruck auf mich, und ich dachte schon, das könnte ja heiter werden. Doch sein Vater setzte sogar noch eins drauf, und auch Majas Mutter mit ihrer klammernden, sorgenvollen Art hat mich nachdenklich gestimmt. Dafür mochte ich Maja und ihre Freundin Megan auf Anhieb. Besonders das Setting in einem alten Bauernhaus bringt die Sehnsucht nach Neuanfang und Veränderung zum Ausdruck und bietet Raum für Liebe und das Abenteuer der Imkerei – eine spannende Leidenschaft.

Ein leichter, unterhaltsamer Urlaubsroman mit Höhen und Tiefen und einem vorhersehbaren, aber charmanten Ende. Die Urlaubsstimmung und die sympathischen Figuren machen das Buch zur idealen Begleitung für eine kleine Auszeit. Die Bücher lassen sich übrigens unabhängig voneinander lesen, was ich angenehm finde.

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