Dem Roman von Iris Muhl liegt eine wahre Geschichte zugrunde.
Es ist Heiligabend 1944 in einer Waldhütte in den Ardennen. Dort lebt Elisabeth Vincken mit ihrem Sohn Fritz. Sie warten auf den Vater, der ...
Dem Roman von Iris Muhl liegt eine wahre Geschichte zugrunde.
Es ist Heiligabend 1944 in einer Waldhütte in den Ardennen. Dort lebt Elisabeth Vincken mit ihrem Sohn Fritz. Sie warten auf den Vater, der als Bäcker an der Front für die Wehrmacht arbeitet und über Weihnachten mit frischen Lebensmitteln zu ihnen kommen wollte. Rundum der Wald ist tief verschneit, und es ist bitterkalt draußen. Da klopft es an der Tür. Draußen stehen drei amerikanische Soldaten, durchgefroren und einer schwer verletzt. Frau Vincken nimmt sie auf. Als es einige Zeit später wieder klopft, stehen weitere Soldaten vor der Tür, diesmal jedoch deutsche...
Aus dieser wahren Begebenheit hat die Autorin einen fesselnden Roman gemacht. Die Handlung spielt sich innerhalb eines einzigen Tages und fast ausschließlich in der einsamen Hütte ab. Im Vordergrund stehen die Charaktere, ihre Gedanken, Gefühle und Handlungen. Frau Vincken hat alle Soldaten aus Nächstenliebe aufgenommen, und ihr Mut ist erstaunlich. Sie versorgt die Soldaten mit Essen und kümmert sich um den Verletzten, immer im Hinterkopf die Mahnung "Wer den Feind begünstigt, wird erschossen". Es kommt zu einigen heiklen Momenten, wo man fürchtet, dass die Stimmung kippt und die feindlichen Parteien aufeinander losgehen. Aber es ist der Zauber der Christnacht, dem sich keiner der Männer entziehen kann. Die gemeinsame Zeit wird sehr eindrucksvoll geschildert und die menschliche Seite hervorgehoben.
Letztendlich ist es eine zeitlose Geschichte mit einer wichtigen Botschaft.
Im Nachwort erklärt die Autorin Näheres zu den geschichtlichen Hintergründen. Das Buch hat mich nachhaltig beeindruckt und berührt.
In diesem zweiten Band der Trilogie erfahren wir, wie es Pauline Martin, der Leiterin eines Mädchenpensionats in Diedenhofen, weiterhin ergeht. Man schreibt inzwischen das Jahr 1911, und nach den Aufregungen ...
In diesem zweiten Band der Trilogie erfahren wir, wie es Pauline Martin, der Leiterin eines Mädchenpensionats in Diedenhofen, weiterhin ergeht. Man schreibt inzwischen das Jahr 1911, und nach den Aufregungen im Jahr vorher hofft Mademoiselle Martin, dass wieder Ruhe in ihrem Pensionat einkehrt. Pauline stellt eine neue Lehrkraft ein, und die Irin Rhona O'Meally erweist sich als sehr sympathisch und beliebt, sowohl bei den Schülerinnen als auch bei Pauline. Allerdings hat Rhona etwas Rätselhaftes an sich, das Pauline irritiert.
Im Pensionat gibt es wieder Ärger zwischen ein paar Schülerinnen. Es kommt zu kleineren Diebstählen, und dann tauchen anti-preußische Schmierereien an einigen Gebäuden von Thionville auf. Das ruft Wachtmeister Schrotherr auf den Plan, der sowieso keine gute Meinung von Mademoiselle Martins Pensionat hat und der festen Meinung ist, die Vorkommnisse hätten hier ihren Ursprung. Pauline ist empört über die Behandlung des Wachtmeisters und seine Verdächtigungen, ihr, den Mädchen und auch dem Personal gegenüber. Sie entschließt sich, Hauptmann Erich von Pliesnitz um Hilfe zu bitten, denn mit ihm verbindet sie fast so etwas wie eine Freundschaft. Gemeinsam mit Vincent Lehmann, dem Gärtner, versuchen sie, dem wahren Verursacher des Ärgers auf die Spur zu kommen.
Zum einen ist die Geschichte um Pauline Martin und Hauptmann von Pliesnitz wieder sehr kurzweilig und spannend erzählt. Da gibt es einige Verwicklungen, die aufgelöst werden müssen, und es stellt sich die Frage, ob all die seltsamen Ereignisse nur von einer einzelnen Person ausgehen oder ob mehr dahintersteckt. Pauline ist eine beherzte und mutige Frau, die sich nicht auf andere verlässt, sondern selbst einschreitet und nachforscht, wenn es um das Wohl ihrer Schülerinnen und den Ruf des Pensionats geht. Durch die politischen Verhältnisse, die im Roman sehr gut ausgearbeitet sind und auch im Nachwort noch umfassend von der Autorin erklärt werden, ist das Publikum in der Moselstadt bunt gemischt. Wie die Einwohnerschaft von Thionville, so kommt auch der Kreis der Mädchen in Paulines Pensionat aus ganz unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen und Gesellschaftsschichten, und die angespannte Situation zwischen einigen Schülerinnen ist durchaus aufs ganze Land übertragbar. Die verschiedenen Charaktere sind sehr fein ausgearbeitet und wirken allesamt sehr authentisch. Am Beispiel der jüdischen Schülerin Esther David ist erkennbar, dass es auch damals Antisemitismus gab. Mit der Lehrerin Rhona O'Meally kommt auch die tragische, irische Geschichte der damaligen Zeit ins Spiel. Dieser Roman hat sehr viel Atmosphäre und spiegelt die damalige Lage deutlich wieder. Man kann gut nachvollziehen, dass es im Elsass und Teilen Lothringens immer wieder zu Spannungen kommt, weil die Menschen sich nicht mit der preußischen Bevormundung abfinden können. Sie sind dem deutschen Kaiserreich unterstellt, fühlen sich aber als Franzosen. Auch wenn sich Pauline Martin und Hauptmann von Pliesnitz, durch das bereits gemeinsam Erlebte, inzwischen gut verstehen, kommt es in ihrem Verhältnis ebenfalls immer wieder zu Misstönen.
Dieser zweite Teil der Trilogie um das Pensionat an der Mosel konnte mich absolut überzeugen, denn neben der fiktiven Geschichte, die mich fesseln konnte, lernt man auch sehr viel über die damalige Zeit, die politischen Beziehungen und auch Probleme in Elsass-Lothringen. Ich bin schon sehr gespannt, wie es für Pauline und ihre Schützlinge weitergeht.
Nach einer herben Enttäuschung in ihrer letzten Beziehung kehrt Amelie München den Rücken und geht zurück in ihre Heimatstadt Rothenburg ob der Tauber. Dort steht das Familienhotel, das ihre Oma leitet, ...
Nach einer herben Enttäuschung in ihrer letzten Beziehung kehrt Amelie München den Rücken und geht zurück in ihre Heimatstadt Rothenburg ob der Tauber. Dort steht das Familienhotel, das ihre Oma leitet, und diese möchte Amelie nun unterstützen. Amelie hat tolle Einfälle und möchte die Zimmer modernisieren, aber finanzell steht es nicht gut um das Hotel "Mistelzweig". Amelie möchte alles tun, um das Hotel vor dem Ruin zu bewahren und bietet einen Fahrservice zu den Weihnachtsmärkten in der Umgebung für ihre Hotelgäste an. Zwei neue Gäste, Franklin Scott und sein Großvater Georg, die in der Adventszeit im Mistelzweig einchecken, stiften Verwirrung, nicht nur bei Amelie sondern auch bei ihrer Großmutter Ruth. Schnell findet Amelie heraus, dass Ruth und Georg sich von früher kennen und anscheinend ein Geheimnis vor ihren Enkeln haben.
Dieser schöne Roman hat mir die Adventszeit versüßt. Er ist kurzweilig geschrieben, mit sympathischen Protagonisten und der malerischen Kulisse von Rothenburg ob der Tauber. Diese kleine, alte Stadt liebe ich sehr und habe die Protagonisten daher sehr gerne begleitet. Die Atmosphäre der Stadt und auch im Hotel ist so schön beschrieben, und man würde am liebsten in eines der renovierten Zimmer einziehen und selbst die Vorweihnachtszeit in Rothenburg genießen. Zwar kommt auch einiges an Ärger auf Amelie und ihre Oma zu, aber sie bekommen starke Hilfe von unerwarteter Seite und gewinnen ein paar ganz neue Erkenntnisse, denn dass es um das Hotel so schlecht steht, kommt nicht von ungefähr...
Es ist ein richtig schöner Weihnachts-Liebesroman, doppelt romantisch im wahrsten Sinn des Wortes und mit Wohlfühlcharakter, in den man eintauchen und dabei die eigenen Sorgen vergessen kann.
Als Moderatorin bei SWR Aktuell ist Tatjana Geßler sicher vielen bekannt. Auch dass sie sich vielseitig für Tiere einsetzt, ist vermutlich für viele nichts Neues. Neu aber ist ihr eigenes, veganes Kochbuch, ...
Als Moderatorin bei SWR Aktuell ist Tatjana Geßler sicher vielen bekannt. Auch dass sie sich vielseitig für Tiere einsetzt, ist vermutlich für viele nichts Neues. Neu aber ist ihr eigenes, veganes Kochbuch, das heuer im September erschienen ist. Der Titel ist witzig gewählt, denn genau das bekommen Veganer(innen) oft zu hören, was sie denn überhaupt essen könnten. Dass es nicht Gras und Steine sind, von denen sich vegan lebende Menschen ernähren müssen, zeigt Tatjana Geßler in diesem schön aufgemachten Buch.
Sie zeigt Gerichte, die bei ihr selbst regelmäßig auf den Tisch kommen, so präsentiert sie ihre Lieblingsrezepte farbenfroh und mit Humor, denn zu vielen Gerichten gibt es auch eine kleine, amüsante Geschichte.
Das Buch ist in fünf große Kapitel eingeteilt:
Suppen
Vegan für Faule
Deftiges
Kleine und große Köstlichkeiten
Das Beste kommt zum Schluss
Was ich an diesem Buch so toll finde, ist die unkomplizierte Art, denn die Rezepte lassen sich leicht und schnell umsetzen. Man muss kein Profi in der Küche sein, um die Gerichte nachzukochen, und die Zutatenlisten sind überschaubar und eher einfach gehalten.
Es beginnt mit der "Mann-ist-die-lecker-Maria-Suppe", ein richtig guter Eintopf mit Kartoffeln, grünen Bohnen und Tomaten. Auch die Kokos-Kohlrabi-Suppe klingt verführerisch. Besonders aber hat es mir die Suppe "Maroni von der Omi" angetan, eine wunderbare Esskastanien-Suppe, die an kalten Herbst- und Wintertagen nicht nur den Magen sondern auch die Seele wärmt. Ich muss gestehen, dass ich Maroni bisher nur vom Weihnachtsmarkt kannte, zu einer Suppe verarbeitet habe ich sie nun zum ersten Mal genossen und das Rezept gleich auf meine Favoriten-Liste gesetzt.
Im Kapitel "Vegan für Faule" habe ich mich gleich in das Austernpilzragout verliebt. Mit Klößen und diesem Ragout hat man ein tolles uns super schnelles Festtagsessen. Auch die Kartoffeln mit Kräuterquark auf vegan gibt es oft bei uns. Ich habe bisher meinen Kräuterquark sehr ähnlich zubereitet, aber die Quark-Alternative, die ich ausprobiert hatte, war nicht so mein Fall. Planzlicher Skyr mit veganem Streichgenuss gemischt, das ist eine tolle Lösung. Auch der Beluga-Linsensalat und vor allem der Ohne-Wurst-Wurstsalat haben mich völlig überzeugt, und wer Tofu bisher für "Gummizeugs" ohne Geschmack hielt, sollte unbedingt Tatjanas Zitronen-Tofu ausprobieren, mit dem sie sicher viele Tofu-Hasser bekehren kann.
Im Kapitel "Deftiges" findet man zuerst ein Rezept für schwäbischen Kartoffelsalat, wo nicht nur der Ehemann vor Wonne schmatzt sondern auch der Salat selbst, weil er schön schlotzig ist. Den Flammkuchen nach Tatjanas Art empfehle ich, unbedingt auszuprobieren, das ist pures Soulfood! Auch die pflanzliche Sauce Hollandaise ist ein Gedicht, egal ob zu Spargel oder Blumenkohl.
Mein Highlight im Buch ist die "Lebenswurst", ein toller Ersatz für Leberwurst, mit gesunden Zutaten (Kidneybohnen, Räuchertofu etc.) leicht und schnell zubereitet und extrem lecker. Auch Rezepte für Frikadellen, Bratkartoffeln, Cevapcici und dazu passen Djuvec-Reis findet man im Buch. Als tolle Vorspeise (oder einem leckeren Snack für die Party) kann ich die Blätterteig-Taschen empfehlen, gefüllt mit Champignons, Lauch, getrockneten Tomaten und einer veganen Käse-Alternative.
Was mein Mann und ich lieben, ist Rote-Bete-Carpaccio, und auch hierfür haben wir im Buch eine neue und sehr leckere Variante gefunden. Auch Pasta darf nicht fehlen, und neben einem richtig guten Bolo-Rezept stellt die Autorin ihre heiß geliebten Zitronen-Spaghetti vor. Diese Liebe kann ich absolut nachempfinden, denn so zubereitet sind Spaghetti ein wahrer Gaumenschmaus. Als Brotaufstrich oder Dip ist eine ultraleckere Räucherlax-Mischung, hach und mit viel Dill und kaum von echtem Lachs zu unterscheiden!
Im letzten Kapitel gibt es dann süße Sachen, denn auf ein gutes Dessert müssen auch vegan lebende Menschen nicht verzichten. Ob Brownies, eine "Blitzcreme", Tiramisu, Mango-Sorbet oder Käsekuchen, da findet sicher jeder etwas für sich. Zum Schluss gibt's dann nochmal ein Highlight, den veganen Granatsplitter.
Im Anhang erfährt man noch etwas über die Autorin und die Tierschutzorganisationen, die ihr am Herzen liegen. Insgesamt ist dies ein sehr gelungenes Buch, das einen Stammplatz in meiner Küche bekommt und sehr, sehr häufig benutzt wird. Das Buch war ein November-Favorit von mir.
Dies ist bereits der dritte Band aus der Guild Codex: Spellbound-Reihe. Wer aber meint, dass das Thema inzwischen auserzählt sei, der wird definitiv enttäuscht, denn auch hier nimmt die Autorin wieder ...
Dies ist bereits der dritte Band aus der Guild Codex: Spellbound-Reihe. Wer aber meint, dass das Thema inzwischen auserzählt sei, der wird definitiv enttäuscht, denn auch hier nimmt die Autorin wieder richtig Fahrt auf. Der dritte Band sprüht wieder vor Ideenvielfalt, wir treffen neue und auch bereits bekannte Charaktere. Tori, die Ich-Erzählerin, hat auch diesmal alle Hände voll zu tun, um ihren Freunden zu helfen und um ihre eigene Haut zu retten. Beides ist gar nicht so einfach, denn sie verfügt nicht über magische Fähigkeiten, und so ist ihr Einfallsreichtum und ihr Wagemut gefragt. Die Story ist kurzweilig und zugleich sehr fesselnd, den Schreibstil finde ich sehr erfrischend, und immer wieder kommt auch Toris schwarzer Humor hervor, der die Sache auflockert. Was es mit den zwei Hexen und dem Whiskey auf sich hat, müsst ihr selbst entdecken. Auch dieser dritte Band bekommt von mir wieder eine absolute Leseempfehlung, denn die Reihe bietet Unterhaltung aus dem Urban Fantasy Genre vom feinsten.
Nun habe ich entdeckt, dass es sich nicht um eine Trilogie handelt, sondern dass auf jeden Fall ein vierter Band geplant ist, auf den ich mich schon sehr freue!