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Veröffentlicht am 24.03.2025

Der Wald, das Kind und die Familie

Der Gott des Waldes
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Aus einem Feriencamp in einem Wildnisreservat verschwindet ein Mädchen. Barbara ist die Tochter der Familie, der das Land gehört. Vierzehn Jahre zuvor verschwand bereits ihr Bruder, er wurde bis heute ...

Aus einem Feriencamp in einem Wildnisreservat verschwindet ein Mädchen. Barbara ist die Tochter der Familie, der das Land gehört. Vierzehn Jahre zuvor verschwand bereits ihr Bruder, er wurde bis heute nicht gefunden. Nun geht wieder eine Suche los.
An dieser Geschichte sind viele verschiedene Personen beteiligt, und jede hat eine eigene Sicht auf die Dinge, die zum Teil in früheren Zeiten wurzelt. Die Charaktere sind allesamt sehr ausführlich, mehrdimensional und glaubhaft dargestellt. Doch es sind viele, sehr viele Menschen mit komplexen Beziehungen untereinander, die auf unterschiedlichen Zeitebenen gezeigt werden. Auch die Handlung springt ein wenig hin und her. Gut dass über jedem Kapitel steht, wann genau es spielt. Nicht immer ist es leicht, dem Geschehen richtig zu folgen.
Es bleibt lange offen, worum es hier eigentlich geht. Wird wirklich ein Verbrechen aufgeklärt oder steckt etwas ganz anderes dahinter? Dieses Vage erzeugt eine ganz eigene Spannung. Man tappt im Dunkeln, hat keine Idee, wohin die Reise geht und befürchtet, dass jetzt etwas ganz Schlimmes passieren könnte. Das ist toll geschrieben und fesselnd aufgebaut. Zeitweise wird es richtig gruselig.
Insgesamt ist dies etwas für Lesende, die sich gerne eingehend mit menschlichen Beweggründen und Beziehungen beschäftigen.

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Veröffentlicht am 08.02.2025

Die Magie zurückholen

We hunt the Flame
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Im Lande Arawiya ist die Magie verschwunden. Zafira, die als Mann verkleidet in einem düsteren Wald jagt, um ihre Familie zu ernähren, bekommt einen Auftrag. Auf der abgelegenen Insel Sharr soll sie ein ...

Im Lande Arawiya ist die Magie verschwunden. Zafira, die als Mann verkleidet in einem düsteren Wald jagt, um ihre Familie zu ernähren, bekommt einen Auftrag. Auf der abgelegenen Insel Sharr soll sie ein Buch finden, das die Magie zurückbringen kann. Doch sie ist nicht die einzige mit diesem Auftrag.
Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt: aus der von Zafira und aus der von Nazir, einem Prinzen des Reiches. Das ist gelungen und sehr interessant. Hier treffen sich zwei sehr unterschiedliche Personen, die anscheinend dasselbe Ziel verfolgen. Oder doch nicht? Die Absichten aller beteiligten Personen bleiben lange Zeit unklar oder zeigen sich überraschend ganz anders als erwartet. Das ist ein komplexes Geflecht, das manchmal verwirrt, aber auch Spannung erzeugt.
Im Arawiya finden wir viele Dinge und Ausdrücke, die aus der arabischen Welt bekannt sind. Wer sich dort auskennt, ist im Vorteil. Für die anderen gibt es ein hilfreiches Glossar.
Die fantastischen Wesen und überhaupt die ganze Magie dieser Welt sind faszinierend und durchaus überraschend.
Der Schreibstil ist spannend und gut zu lesen. Die Hauptfiguren werden von starken Emotionen getragen, ich habe das nicht immer in Einzelnen verstanden. Erwartungsgemäß läuft es auf eine Liebesgeschichte hinaus, die mit dem Ende dieses Bandes keineswegs abgeschlossen ist. Der zweite Teil ist bereits lieferbar. Die Autorin, Amerikanerin mit arabischen Wurzeln, ist bereits durch Werke wie „Tempest of Tea“ hervorgetreten.
Das Buch ist also im Orginal amerikanisches Englisch, aber gut ins Deutsche übersetzt. Warum nicht auch der Titel?

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Veröffentlicht am 09.01.2025

Bewegendes Drama aus der Zeit des Ersten Weltkrieges

Durch das große Feuer
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Sidney Elwood und Henry Gaunt sind Schüler an einem englischen Elite-Internat. Sie lieben Lyrik und alte Sprachen. Obwohl sie formal noch zu jung sind, melden sie sich für den Einsatz im Ersten Weltkrieg. ...

Sidney Elwood und Henry Gaunt sind Schüler an einem englischen Elite-Internat. Sie lieben Lyrik und alte Sprachen. Obwohl sie formal noch zu jung sind, melden sie sich für den Einsatz im Ersten Weltkrieg. Was sie dort erleben, ist grauenhaft.
Die Autorin schildert eindrücklich, wie die Kriegserfahrungen die Menschen innerlich verändern. Die Tatsache, dass die Protagonisten schwul sind, spielt nur eine untergeordnete Rolle angesichts der Schlachtereien, an denen sie teilhaben. Die körperlichen Verletzungen, die sie zufügen und miterleben, sind bizarr und oftmals tödlich. Doch schlimmer sind die psychischen Schäden, die die Überlebenden davontragen. Die Geschichte ist sehr spannend und äußerst bewegend zu lesen. Sie ähnelt einer Abenteuergeschichte voller Grausamkeit und Irrsinn.
Am Ende gibt es Heilung. Das ist anders in vergleichbaren Büchern, die die Gräuel des Schützengrabens zum Thema haben. Die besondere Liebe zwischen den Protagonisten macht diesen ungewöhnlichen Ausgang möglich. Das ist schön!

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Veröffentlicht am 03.01.2025

Kurz, knackig, witzig

Prima, fein gemacht!
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Martina Brandl ist seit vielen Jahren als Kabarettistin und Komikerin auf deutschen Bühnen und im Fernsehen unterwegs. Sie hat bereits etliche Preise gewonnen. In diesem Buch sind lustige Kurztexte zu ...

Martina Brandl ist seit vielen Jahren als Kabarettistin und Komikerin auf deutschen Bühnen und im Fernsehen unterwegs. Sie hat bereits etliche Preise gewonnen. In diesem Buch sind lustige Kurztexte zu verschiedenen Themen versammelt.
Humorvoll , selbstkritisch und oft bissig schildert die Autorin ihre Begegnungen mit Menschen und Dingen. Die Geschichten sind mitten aus dem Leben gegriffen und schilern eine fministische und zugleich selbstironische Sicht. Manchmal wird sie ganz schön radikal, was mir besonders gut gefallen hat, zum Beispiel in der Geschichte über BHs. Auf der anderen Seite ist sie so normal, dass ein Hund ihr Leben komplett auf den Kopf stellt. Ein Fischbrötchen zu interviewen, ehe man es isst, darauf muss man auch erstmal kommen. Oder einen Leuchtturm. Der nachdenkliche Text über die Hoffnung - „schlimm!“ - ist ein guter Abschluss. Daraus nehme ich sogar etwas mit.
Das Buch ist unterhaltsam und leicht zu lesen, dabei weder platt noch anspruchslos.

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Veröffentlicht am 01.01.2025

Weihnachtskrimi mit Dackel

Morden ohne Sorgen - Tannenmord im Weihnachtswald
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Die skurrilen Geschichten um den Lokaljournalist Frederik Loebell gehen hier in die dritte Runde. Es werden Weihnachtsbäume gestohlen und eine Leiche wird gefunden. Das zuständige Polizeiteam, die Presseleute ...

Die skurrilen Geschichten um den Lokaljournalist Frederik Loebell gehen hier in die dritte Runde. Es werden Weihnachtsbäume gestohlen und eine Leiche wird gefunden. Das zuständige Polizeiteam, die Presseleute und die Mutter des Protagonisten sind aus früheren Folgen der Reihe bekannt. Doch diesmal ist die Polizei involviert. Ein Ruheständler von auswärts wird hinzubeordert.
Der Dackel Wilhelm spielt wie immer eine schweigende, aber tragende Rolle. Der starke Schneefall in Potsdam bringt eine weihnachtliche Atmosphäre. War das schön, als es noch in Wirklichkeit so geschneit hat!
Die Geschichte ist unterhaltsam und nicht allzu komplex. Sie ist amüsant zu lesen. Mein Lieblingszitat: „Bäume werden von Männern gefällt. Frauen sägen nur an Stühlen.“
Weil das Buch mit kaum 150 Seiten sehr kurz ist, können daran auch Menschen Spaß haben, die eigentlich eher selten lesen.

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