Da hat mir leider etwas gefehlt
Daughter of Ruin. GötterblutKennt ihr das Gefühl, wenn euch eine Geschichte lange Zeit nicht richtig packen kann – und dann plötzlich mit voller Wucht überrollt? Genau so war es bei Daughter of Ruin.
Rebecca Humpert entführt uns ...
Kennt ihr das Gefühl, wenn euch eine Geschichte lange Zeit nicht richtig packen kann – und dann plötzlich mit voller Wucht überrollt? Genau so war es bei Daughter of Ruin.
Rebecca Humpert entführt uns in eine fiktive Welt, die von nordischer Mythologie inspiriert ist: Götter, Wolfsgestaltwandler, Wikinger und Berserker treffen hier auf moderne Elemente wie Handys oder Pop-Tarts – eine Mischung, die für mich nicht immer stimmig wirkte. Zwar ist das Setting bildhaft beschrieben, sodass ich mir die Schauplätze gut vorstellen konnte, doch gleichzeitig fehlte mir im Mittelteil der Drive. Vieles plätscherte einfach dahin, ohne dass ich eine Verbindung zu den Figuren aufbauen konnte.
Dabei ist Freya, die Blutprinzessin und Tochter der gefürchteten Gottestöterin, eigentlich eine spannende Protagonistin. Sie sehnt sich nach Freiheit und Liebe, obwohl sie Verantwortung für ihr Volk trägt. Ihre Entwicklung – vom unsicheren Mädchen zur mutigen jungen Frau – war durchaus nachvollziehbar und schön dargestellt. Auch die Nebenfiguren, besonders Fenrir und Astrid, haben Authentizität in die Handlung gebracht.
Die Liebesgeschichte entwickelt sich langsam und glaubwürdig, voller Spannung und Misstrauen, ohne ein plötzlichen „Alles ist vergeben“-Moment. Das hat mir gefallen. Doch insgesamt litt die Geschichte für mich unter einigen Ungereimtheiten im Worldbuilding, teils konstruiert wirkenden Szenen und einem Mittelteil, der sich zog.
Und dann kam das Ende. Auf den letzten 50 Seiten hat mich das Buch plötzlich völlig mitgerissen: Der unerwartete Plot Twist stellte alles bisherige in Frage und brachte mich genauso ins Wanken wie Freya. Die finalen Szenen waren so emotional, dass ich tatsächlich Tränen in den Augen hatte. Erst wurde mir das Herz herausgerissen, dann kam doch noch ein bittersüßer Hoffnungsschimmer.
Fazit: Daughter of Ruin hat großartige Ideen, starke emotionale Momente und ein Setting, das fasziniert – gleichzeitig aber auch Schwächen im Mittelteil und ein paar Brüche im Worldbuilding. Für mich bleibt es daher bei soliden ⭐⭐⭐ von 5 Sternen.