Kurzweiliger und witziger Seniorenkrimi mit rüstigen, sehr eigenwilligen Charakteren
Crime im HeimHaus Silberblick ist eigentlich ein sehr ruhiges, idyllisches Seniorenheim. Die Bewohner vertreiben sich ihre Zeit mit dem, womit sich Senioren halt so die Zeit vertreiben. Aber Friedhelm Klemp, der "Impresario", ...
Haus Silberblick ist eigentlich ein sehr ruhiges, idyllisches Seniorenheim. Die Bewohner vertreiben sich ihre Zeit mit dem, womit sich Senioren halt so die Zeit vertreiben. Aber Friedhelm Klemp, der "Impresario", hat sich vorgenommen, mit seinen Mitbewohnern große Kunst auf die kleine Bühne des Seniorenstiftes zu bringen. Der Hamlet von William Shakespeare soll es sein, und mit seiner Angebeteten Katja Horenfeld, die aber ihrerseits einem anderen Bewohner wohlgesonnen ist, macht er sich an die Umsetzung. Das Treffen zur Formierung der Theatergruppe läuft gut, bis plötzlich eine Leiche zu beklagen ist - Ophelia, der bei allen ziemlich unbeliebte Hund einer angehender Darstellerin wurde erschossen. Und es bleibt nicht bei dieser einen Leiche.
Katja Horenfeld ermittelt auf eigene Faust - nicht ganz grundlos und nicht ganz uneigennützig, wie sich bald herausstellt...
"Crime im Heim" von Ida Tannert ist ein flüssig zu lesender, kurzweiliger Cosy Crime mit sehr eigenwilligen, aber durchweg hochinteressanten Charakteren. Die Story ist nicht gerade mit Überraschungen gespickt, aber trotzdem nie langweilig, sondern vielmehr durchaus spannend. Im Grundsatz erinnert die Geschichte an den "Donnerstagsmordclub" des englischen Autors Richard Osman, aber sie hat nicht dieselbe Tiefe und den ausladenden Hintergrund dieser außergewöhnlichen Reihe. Trotzdem ein absolut empfehlenswertes Buch, das sich zu lesen lohnt.