David Michie lässt uns in dem sechsten Buch dieser Reihe wieder die Katze des Dalai Lamas begleiten, an ihren Gedanken und belauschten Gesprächen teilhaben – diesesmal unter dem Titel „Die Magie der Wünsche.
Ich habe bereits mehrere Bücher dieser Serie gelesen und schätze sie sehr.
Die Katze des Dalai Lamas lebt seit Jahren im Kloster des Dalai Lama; sie hat viele Namen, u.a. nennt man sie auch KSH (Katze seiner Heiligkeit), Rinpoche oder „Schneelöwin“. Wie schon in vorherigen Büchern erforscht sie ihre Umgebung, besucht Orte und bekannte Personen um sich ein wenig verwöhnen zu lassen, belauscht und beobachtet dabei alte Freunde, Mönche, Yogis und Gelehrte, unter anderem in der Yogaschule des herabschauenden Hundes, im Himalaya-Buchcafé oder im naheliegenden Altenheim. Diesesmal entdeckt Rinpoche Dinge, die einiges ins Rollen bringen; verschiedene Erlebnisse und Erinnerungen einzelner Freunde fügen sich zu einem Bild aus alten Zeiten zusammen und helfen einem Besucher bei einer fast aussichtslosen Suche und letztendlich bei der Erfüllung eines erhaltenen Wunsches. Nebenbei erfährt man Auslegungen und Erklärungen zur Quelle des Wahren Glücks, einem erleuchteten Geist und damit zu Bodhichitta, Shunyata und anderen Themen.
David Michie hat in leisen und fast schon poetischen Worten eine schöne Geschichte erzählt, in der er Weisheiten des Buddhismus vermittelt. Mir hat sehr gut gefallen, dass in diesem Buch wieder Rinpoche die Erzählerin ist – im letzten gab es von ihr nur das Vorwort. Ich finde sie ausgesprochen charmant und ihre Art zu lauschen, zu erkennen und verstehen besonders herzerwärmend. Vielleicht liegt es daran, dass die Schneelöwin älter und erfahrener geworden ist; sie wirkt ein klein wenig ernster auf mich, die Informationen und den regen Austausch zu buddhisten Sichtweisen fand ich schwieriger als in den letzten Bänden. Es wird nicht so eindeutig, sondern sehr umfassend und, für mich, auch manchmal im Details etwas widersprüchlich oder nicht so einfach zu verstehen. Insgesamt fand ich die erzählte Geschichte sehr interessant, auch die geschichtliche Einordnung verschiedener Begebenheiten – und auch etwas aus Rinpoches Vergangenheit. Das Buch gibt auf äußerst charmante Weise viele Denkanstöße und erklärt Sichtweisen.