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Veröffentlicht am 26.02.2025

Die erzählte Geschichte gefiel mir zwar, aber wirklichen Thrill verspürte ich selten

Emma
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Kürzlich entdeckte ich dieses Buch bei NetGalley. Der Autorenname machte mich stutzig. Sollte das wirklich der französische Schauspieler Jean Reno sein, den mein Mann und ich so gern mögen. Ein Blick auf ...

Kürzlich entdeckte ich dieses Buch bei NetGalley. Der Autorenname machte mich stutzig. Sollte das wirklich der französische Schauspieler Jean Reno sein, den mein Mann und ich so gern mögen. Ein Blick auf die weiteren Informationen zum Buch bestätigte das. Da Thriller sowieso zu meiner Lieblingslektüre gehören und auch der Klappentext mein Interesse weckte, fragte ich ein Rezensionsexemplar an. Ich war wirklich sehr gespannt auf das Buch und freute mich riesig, es kurze Zeit später bereits auf meinem Kindle lesen zu können.

Emma arbeitet in einem Thalasso-Zentrum an der bretonischen Küste. Als Masseurin ist sie dort sehr gefragt. Im Privatleben kämpft sie allerdings mit den Dämonen ihrer Vergangenheit und wünscht sich eigentlich einen Neuanfang. Die Chance dazu sieht sie, als sie die Möglichkeit bekommt, für ein neues Luxus-Wellness-Resort im Oman das Massage-Team zu schulen. Der Eigentümer ist Tariq, der Sohn des stellvertretenden Premierministers, den sie bei seinem Besuch an ihrem vorherigen Arbeitsplatz durch ihre Massage nachhaltig beeindruckte.

Aber auch sie selbst spürte die außergewöhnliche Anziehungskraft zwischen ihnen und im Oman kommen sie sich noch näher. Allerdings muss das in aller Heimlichkeit geschehen. Doch trotz der ergriffenen Sicherheitsmaßnahmen bleibt das Verhältnis nicht unentdeckt. Plötzlich steckt Emma in geheimen Machenschaften fest, soll gefährliche Dinge tun und weiß nicht mehr, wem sie überhaupt noch trauen kann…

Nun habe ich das Buch ausgelesen und bin in meiner Bewertung hin- und hergerissen. Einerseits gefielen mir der flüssige Schreibstil und die manchmal nahezu poetisch anmutende Sprache des Autors ganz gut. Ich erfuhr einiges über den mir bislang eher unbekannten Oman, was gut recherchiert schien und auf mich realistisch wirkte. Ich mochte auch die Hauptfigur Emma, die sich von den psychischen Folgen des Ereignisses vor 9 Jahren nie richtig erholt hat, innerlich sehr zerrissen ist und im Grunde ihr wirkliches Ich sucht.

Andererseits empfand ich das, was ich hier gelesen habe, lange Zeit nicht wirklich als spannenden Thriller und die energetischen Kräfte in Emmas Händen hatten für mich auch einen etwas fantastischen Einschlag. Geschrieben ist das Buch in der dritten Person, vorwiegend aus der Perspektive der titelgebenden Hauptfigur. Zwischenrein finden sich immer mal wieder anonyme bzw. mit Decknamen versehene Notizen einer vertraulichen, geheimdienstlichen Korrespondenz der französischen Botschaft, die auf mich anfangs aber nicht wirklich brisant und sogar etwas unbeholfen wirkten.

Ich konnte das Buch zwar gut lesen und tat dies auch gern, aber eine atemberaubende Spannung, wie bei anderen von mir gelesenen Thrillern, die ich irgendwann gar nicht mehr aus der Hand legen konnte, verspürte ich selten. Das lag vielleicht daran, dass sich viele der drohenden Gefahren bei dem was Emma tat, lediglich gedanklich in ihrem Kopf abspielten und sich deshalb für mich als Leserin nicht ganz real anfühlte. Manchmal empfand ich auch ein Zuviel an bildhaften Vergleichen hintereinander weg, in eigentlich brenzligen Situationen, als spannungsmindernd.

Trotzdem gefiel mir das Gelesene meistens dennoch, auch wenn ich die Geschichte zum größten Teil nicht als Thriller empfand. Das Ende schreit dann sogar nach einer Fortsetzung. Aufgrund meiner beim Lesen entwickelten Sympathie für die Hauptfigur, würde ich Jean Reno bei einer Solchen auch als Autor nochmals eine Chance geben.

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Veröffentlicht am 16.02.2025

Für mich war dieses Buch eher enttäuschend

A Breath of Winter
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Smilla, eine junge Hexe, hat vor einigen Monaten ihre gesamte Familie verloren. Seitdem ist sie auf der Suche nach dem Mörder und möchte nur noch Rache üben. Aufgrund der Prophezeiungen einer Seherin, ...

Smilla, eine junge Hexe, hat vor einigen Monaten ihre gesamte Familie verloren. Seitdem ist sie auf der Suche nach dem Mörder und möchte nur noch Rache üben. Aufgrund der Prophezeiungen einer Seherin, versucht sie, sich der in ganz Middengard bekannten Söldnertruppe „Die wilde Jagd“ anzuschließen. Kurz nachdem ihr das gelingt, bekommt diese Truppe auch tatsächlich den Auftrag, den „Hexenschlächter“ zu stellen.

Dass sie selbst eine Hexe ist und ihre wahre Motivation, verbirgt sie dabei jedoch. Auch vor Gent, dem etwas geheimnisvollen Anführer der Truppe, der im Volksmund sogar „Fürst der Unterwelt“ genannt wird. Gent und Smilla kommen sich schnell näher und Smilla möchte gern alle seine Geheimnisse ergründen. Allerdings ahnt Smilla nicht, wie düster Gents Geheimnisse tatsächlich sind…

Der Schreibstil der Autorin ist zwar wirklich flüssig und die Sprache sehr bildhaft. Irgendwie hatte ich mir nach dem Lesen der Ankündigungen jedoch eine deutlich komplexere Fantasy-Welt mit Elementen aus der nordischen Mythologie vorgestellt. Es wird sich zwar durchaus aus Letzterer bedient, allerdings wird vieles davon einfach nur schnell abgehandelt und für mich nicht wirklich spannend umgesetzt.

Welche Auswirkungen der Rückzug der Götter aus Middengard auf die Menschen tatsächlich hat, sehe ich kaum. Wenn mir karge Landschaften sehr bildhaft vorgestellt wurden, dann waren das welche, in denen sowieso kaum Menschen leben. Wenn ich zusammen mit der Truppe jedoch in bevölkerte Ortschaften reise, dann sind diese eher prunkvoll beschrieben und den Menschen, die dort leben, scheint es sehr gut zu gehen. Es wird zwar durchaus auch immer wieder erwähnt, dass dies nicht überall so wäre, mir fehlte jedoch ein wirklich greifbarer düsterer Gegensatz.

Angriffe von Walküren erlebe ich eigentlich nur weitab von Ortschaften und die Reaktionen des Anführers Gent auf diese, empfand ich dabei immer recht widersprüchlich. Begegnungen mit Trollen gab es während der Lesezeit überhaupt nicht und die beschriebenen Ereignisse im Kampf gegen einen Berserker, empfand ich fast lächerlich. Warum und wieso Gent als Fürst der Unterwelt bezeichnet wird, erschließt sich mir überhaupt nicht. Ich sah ihn und eigentlich auch die gesamte Truppe nicht als wirklich furchterregende und nahezu unbezwingbare Kämpfer. Allerdings gab es in dieser Truppe einen Charakter, den ich wesentlich interessanter gestaltet fand, als die eigentlichen Hauptfiguren.

Besonderen Tiefgang hatten die Figuren Smilla und Gent für mich nämlich nicht. Ich lese wirklich sehr gern fantastische Literatur mit romantischen und erotischen Szenen. Hier gab es aber so viele auf mich übertrieben wirkende Szenen zu eigentlich wollen wir das gar nicht, können aber auch nicht widerstehen und wissen nicht mal warum, in denen dann im letzten Moment doch nichts passierte, dass es mich irgendwann sogar zu nerven begann und ich viel lieber etwas über einen Plan zum Ausführen des Auftrags der Truppe, nämlich zur Jagd auf den Hexenschlächter erfahren hätte.

Zwischenrein kam nämlich auch dieser immer mal anonym zu Wort und beschrieb seine gerade verübten Verbrechen. Diese brachte ich allerdings auch nicht wirklich mit dem in Verbindung, was Smilla mit ihrer Familie erleben musste. Die Auslöschung ihres gesamten Dorfes passte für mich irgendwie nicht mit den „überschaubaren“ Morden dieses Einzeltäters zusammen. Ich ahnte dann auch schon eine ganze Weile bevor die Katze von der Autorin aus dem Sack gelassen wurde, wer es ist. Ich las ab da eigentlich nur noch weiter, um meinen Verdacht bestätigt zu bekommen.

Wirklich überrascht war ich am Ende davon deshalb nicht, sondern eher von Smillas Reaktion darauf. Die war für mich irgendwie genauso wenig nachvollziehbar, wie die darauffolgenden Veränderungen in der Truppe, in der ein langjähriges und anscheinend bewährtes Mitglied wegen ihr mehr oder weniger zum Teufel gejagt wird. Ich habe dieses Buch zwar innerhalb einer sehr kurzen Zeit ausgelesen, bleibe insgesamt aber eher enttäuscht zurück. In Sachen düster romatischer Fantasy habe ich schon deutlich Aufregenderes gelesen.

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Veröffentlicht am 27.01.2025

Lange Zeit wirklich spannend, doch der Showdown war für mich einfach nur unglaubwürdig

Dunkle Asche
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Krimis und Thriller gehören zu meiner Lieblingslektüre. Als ich diesen Ostseekrimi bei NetGalley entdeckte, reizte mich der Klappentext und da mir die zeitgleich gefundene Leseprobe bei Vorablesen ebenfalls ...

Krimis und Thriller gehören zu meiner Lieblingslektüre. Als ich diesen Ostseekrimi bei NetGalley entdeckte, reizte mich der Klappentext und da mir die zeitgleich gefundene Leseprobe bei Vorablesen ebenfalls zusagte, fragte ein Rezensionsexemplar an. Meine Anfrage war erfolgreich und ich freute mich, das Buch noch vor seinem offiziellen Erscheinen auf meinem Kindle lesen zu können.

Gudrun Möller und Judith Engster von der Cold Case Unit der Landeskriminalpolizei in Kiel arbeiten noch nicht lange zusammen. Während Gudrun sozusagen zum alten Eisen gehört, ist Judith erst vor Kurzem von der Sitte in Rostock in ihre Abteilung gewechselt. Während ihrer Beschnupperungsphase erreicht sie ein Anruf aus einem Kieler Hospiz.

Ein Zeuge aus dem kleinen Ostseebadeort Kalifornien möchte zu einem 30 Jahre zurückliegenden und nie wirklich aufgeklärten Mordfall eine Aussage machen, um vor seinem Tod Frieden zu finden. 1992 feierte in Kalifornien eine Gymnasialklasse aus Kiel das bestandene Abitur. In der Nacht wurde eine der Abiturientinnen in einem Ferienhaus brutal ermordet und das Haus danach in Brand gesteckt. Es gab damals zwar einen Hauptverdächtigen, aber keine ausreichenden Beweise.

Die Aussage des sterbenden Mannes sorgt dafür, dass die beiden Ermittlerinnen den Fall neu aufrollen. Schnell ergeben sich auch neue Spuren, denen sie folgen können. Doch Gudrun weiß mehr über den Fall, als sie ihrer neuen Partnerin gegenüber preisgeben möchte. Und auch der Täter von damals beobachtet die Ermittlungen genau und als sich das Netz um ihn immer enger zieht, schlägt er zurück…

Über einen relativ großen Zeitraum hinweg hielt das Buch durchaus das, was ich mir von der Leseprobe versprochen hatte. Ich konnte die in der dritten Person geschriebene Geschichte sehr flüssig lesen und es baute sich bei mir auch schnell eine Grundspannung auf, die sich dann auch lange Zeit hielt. Die Handlung wechselte zwischen den Perspektiven verschiedener Protagonisten und Rückblenden ins Jahr 1992. Auch die Perspektive des anonym bleibenden Täters wurde regelmäßig mit beleuchtet. Dabei legte der Autor für mich als Leser genügend falsche Spuren aus, die mich lange Zeit auf angenehme Art und Weise an der Nase herumführten.

Auch die Entwicklung der Charaktere der beiden Ermittlerinnen, die sich nach und nach doch irgendwie zusammenrauften gefiel mir. Etwas eigenartig empfand ich zwar die Rolle des ehemaligen und inzwischen 81-jährigen Ermittlungsleiters, da jedoch immer wieder viel Interessantes an den anderen Baustellen passierte, konnte ich das meistens sehr gut ignorieren und verspürte auch keine Längen. Bis zum Showdown war für mich damit alles gut. Da kam dann jedoch der Punkt bei dem ich empfand, dass der Autor alles, was er bis dahin recht clever aufgebaut und mit dem er mich bei der Stange gehalten hatte, mit für mich unglaubwürdig zurechtgebastelten Konstrukten wieder einriss.

Schon die Richtung aus der der entscheidende Tipp plötzlich kam, ließ mich genervt mit dem Kopf schütteln. Das unprofessionelle Auftreten und die schlechte Ausrüstung einer der Ermittlerinnen und die daraus resultierenden Folgen dann noch mehr. Das war für mich alles so unglaubwürdig konstruiert, dass bei mir dabei leider jegliche Spannung verpuffte und ich am Ende des Buches richtig enttäuscht zurückblieb. Schade, denn etwas mehr als dreiviertel der Lesezeit hat mich die Geschichte durchaus gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 14.01.2025

Insgesamt durchaus nett zu lesen, aber der Gegenwartsstrang nervte mich ziemlich oft

Das Vermächtnis der Apfelblüte
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Eliza arbeitet in einem Auktionshaus als Historikerin und ist ziemlich ausgebrannt. Da erreicht sie ein Brief ihrer Großtante Mildred, die sie vor ihrem Ableben unbedingt noch einmal sehen möchte und ihr ...

Eliza arbeitet in einem Auktionshaus als Historikerin und ist ziemlich ausgebrannt. Da erreicht sie ein Brief ihrer Großtante Mildred, die sie vor ihrem Ableben unbedingt noch einmal sehen möchte und ihr gleichzeitig für einen Besuch ein interessantes Rätsel verspricht. Eliza, die vor 10 Jahren ihre Heimat Appleton Valley in Virginia Hals über Kopf zusammen mit ihrer Mutter verließ, folgt dem Ruf, nichtsahnend, dass sie dort sofort auf ihre Jugendliebe Harrold trifft. Auch dieser wurde von seiner Großmutter Agatha – Mildreds bester Freundin - unter einem Vorwand herbeizitiert. Gemeinsam sollen sie ein Rätsel um ihre Vorfahren lösen. Doch natürlich geht es den beiden alten Damen nicht wirklich um die Familiengeschichte…

Dieser Roman ist in der dritten Person aus den Perspektiven verschiedener Protagonisten in zwei Handlungssträngen geschrieben. Der eine erzählt die Geschichte in der Jetztzeit, der andere spielt im Jahr 1920 und erzählt vor allem die Geschichte von Elizas Urgroßmutter Josephine. Die Idee die Familiengeschichte in der Jetztzeit als Rätsel mit Hilfe von Josephines Bettelarmband zu ergründen, gefiel mir eigentlich ganz gut.

Während ich die Sprache im Handlungsstrang von 1920 der Zeit als sehr gut angepasst empfand, wirkte diese in der Jetztzeit auf mich oft altbacken. So, dass ich deswegen beim Lesen manchmal das Gefühl hatte, noch in der Vergangenheit festzustecken. Lediglich die Kapitelüberschrift und die Namen, die ich las, zeigten mir dann, wo ich gerade bin. Aber in der Jetztzeit gab es eben immer einige Aussagen oder Gedanken der Hauptfiguren, die für mich dann nicht zu dieser Sprache passten und deswegen auch ziemlich eigenartig auf mich wirkten.

Aber nicht nur die Sprache im Gegenwartsstrang stieß mir auf, sondern ich fand auch häufig die Gründe aus denen die beiden Hauptfiguren ein Drama machten, an den Haaren herbeigezogen. So folgte ich der Geschichte von Josephine immer sehr gespannt und regelrecht begeistert, während Eliza und Harrold mich doch ziemlich oft nervten und ihre Geschichte mehr als vorhersehbar war. Trotzdem konnte ich das Buch insgesamt sehr flüssig lesen und das Ende gefiel mir dann auch in der Gegenwart ganz gut.

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Veröffentlicht am 08.01.2025

Durchaus spannend, aber so einiges wirkte auf mich leider unrealistisch oder überzogen

Nachtwald
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Als ich Nachtwald im NetGalley Adventskalender entdeckte, passte der Klappentext in mein Beuteschema und ich lud das eBook auf meinen Reader.

Die 23-jährige Lizzie war 6 Monate lang in einer Suchtklinik ...

Als ich Nachtwald im NetGalley Adventskalender entdeckte, passte der Klappentext in mein Beuteschema und ich lud das eBook auf meinen Reader.

Die 23-jährige Lizzie war 6 Monate lang in einer Suchtklinik und hatte keinerlei Kontakt zu ihrer Familie. Am Tag ihrer Entlassung wird sie von ihrer Mutter Claire und ihrem Bruder Liam abgeholt. Die beiden haben jedoch eine Überraschung mitgebracht. Claires soeben angetrauten neuen Ehemann George, den diese vor Lizziess Klinikaufenthalt noch gar nicht kannte. Um die Hochzeit zu feiern, fährt die Familie übers Wochenende in Georges Haus nach Westirland.

Dieses liegt sehr abgeschieden mitten im Wald, ist lediglich über einen langen Fußmarsch zu erreichen und es gibt kein Mobilfunknetz. Zudem ist es nicht, wie von Lizzies Familie angenommen, ein kleines etwas baufälliges Cottage, sondern ein riesiges renovierungsbedürftiges Herrenhaus. Dort erwartet sie Georges Tochter Freya, die ebenfalls eine Überraschung auf Lager hat und eine Köchin, die Claire als Hochzeitsgeschenk für George engagiert hat.

Als die neu zusammengewürfelte Familie am Abend bei einem vorzüglichen Hochzeitsmahl zusammensitzt, taucht plötzlich noch ein ungebetener Gast auf, der die Welt aller Anwesenden auf den Kopf stellt und der Beginn eines nicht enden wollenden Albtraumes ist...

Diesen in der dritten Person aus der Perspektive von Lizzie erzählten Roman konnte ich durchaus flüssig lesen. Aufgrund der einfachen aber bildhaften Sprache gelang es mir auch, mir die Örtlichkeiten sehr gut vorzustellen und ich verspürte auch immer eine gewisse Grundspannung, die mich, selbst nach Szenen, die ich als ziemlich hanebüchen empfand, weiterlesen ließen. Trotzdem empfand ich nach dem ersten einschneidenden Ereignis mit dem Gast auch einige Längen und als es dann zu für mich tatsächlich unerwarteten Wendungen kam, schlossen an diese immer wieder für mich recht unglaubwürdige Szenen an.

Lizzie als Hauptfigur war mir zwar sympathisch. Allerdings war sie auch die Einzige, deren Aktionen oder Reaktionen ich häufig (aber nicht immer) noch irgendwie nachempfinden konnte. Alle anderen Figuren aus dem recht überschaubaren Kreis blieben für mich entweder blass oder ihre Reaktionen wirkten auf mich unrealistisch. Der Showdown überraschte mich nicht gänzlich und wirkte auf mich auch ziemlich überzogen. Hier empfand ich Lizzies Rolle als Alkoholikerin als vollkommen realitätsfremd. Das Ende war dann zwar irgendwie gefällig und insgesamt empfand ich das Szenario des Buches auch nicht ganz schlecht. Ich hätte mir aber definitiv eine überzeugendere Darstellung der Charaktere gewünscht.

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