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Veröffentlicht am 03.03.2025

Wieder brutal gut

Ever & After. Die dunkle Hochzeit
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Im Land herrscht Chaos, seit Rain den schlafenden Prinzen mit ihrem Kuss erweckt hat. Nicht mehr lang und die Welt wird untergehen, denn trotz großer Anstrengungen sind Rains Versuche ihrem Schicksal zu ...

Im Land herrscht Chaos, seit Rain den schlafenden Prinzen mit ihrem Kuss erweckt hat. Nicht mehr lang und die Welt wird untergehen, denn trotz großer Anstrengungen sind Rains Versuche ihrem Schicksal zu entgehen bisher erfolglos geblieben. Sollte es ihr nicht gelingen zu fliehen wird sie den Prinzen heiraten müssen und dann erfüllt sich die dunkle Prophezeiung. Wenn sie nur kurz an einen Spiegel käme, um sich mit dem Cole, dem Spiegelbild des Prinzen abzusprechen. Doch dafür muss Rain einen dreckigen Deal mit dem undurchschaubaren Rumpelstilzchen abschließen. Ihm kann man genauso wenig trauen wie dem Teufel. Eine Chance tut sich auf, als Rains Verbündete unverhofft im Carneval eintreffen, aber jeder Ungehorsam könnte Opfer fordern.

Der erste Band von Ever & After war eines meiner Lieblingsbücher im letzten Jahr, ein absolutes Highlight. Ich war sehr gespannt, ob Stella Tack mit dem zweiten Band an diese Sensation anknüpfen kann. Die Triggerwarnung war jedenfalls genauso Unheil verheißend, wie beim letzten. Band zwei setzt kurz nach dem Ende des ersten Bandes an. Zunächst erfahren wir nur, wie es Rain und ihrem Cousin Avery ergangen ist und wie der Alltag in der Nähe des Prinzen sich gestaltet. Dadurch, dass es im ersten Drittel kaum große Ortswechsel gibt, zog sich dieser Teil für mich jedoch ein bisschen und wirkte sehr statisch. Zum Glück gelingt es der Autorin dann, zu der gewohnten atemlosen Spannung und zu den unvermuteten Plottwists zurückzukehren. Ab da bin ich wirklich durch die Seiten geflogen und konnte nicht mehr aufhören. Ich war fasziniert von den Personen und Märchenfiguren, die das Geschehen abwechslungsreich, brutal und gefährlich machen.

Sehr interessant waren auch die Märchen hinter den Märchen, die wir kennen und die Tack viel gewaltiger entspinnt, als sie in den Aufzeichnungen der Gebrüder Grimm zu lesen sind. Denn die Götter mussten hier noch mit eingewoben werden und das ist wirklich gelungen. Ziemlich viele solcher Erzählungen und auch kurze Ausschnitte an jedem Kapitelanfang unterbrechen die Handlung stellenweise, aber das stört den Lesefluss keineswegs, sondern sorgt für mehr gruselige Spannung. Der Band ist wiederum nichts für Zartbesaitete, denn er ist wirklich krasse Fantasy. Ein bisschen Romance kommt natürlich auch wieder vor, aber irgendwie fühlte ich die Sache zwischen Cole und Rain diesmal nicht so stark und trauerte eher einem anderen Typen hinterher, aber das ist Geschmackssache.

Ein Highlight sind in Band zwei die Machenschaften der Vasallen und ihre Hintergründe. Die fand ich wirklich super spannend und manchmal konnte man fast Mitleid mit ihnen bekommen. Nee, doch nicht... Das Ende ist sehr überraschend und hat mich richtiggehend geflasht. Ich dachte nur WTF, ohne Witz. Was für eine abgef... Idee! Brillant! Jetzt muss Band 3 her, am besten sofort. 4,5 Sterne

Mittlerweile habe ich das Buch auch in der Hörversion durch und diese hat mir auch gefallen, allerdings im Vergleich zum Buch etwas weniger. Die Stimme von Pia-Rhona Saxe, die auch schon den ersten Teil gelesen hat, war gewohnt jugendlich und passend für die Protagonistin. Teilweise wirkte mir Rain aber etwas zu verzweifelt oder ängstlich. Vor allem zu Beginn zog sich das Hörbuch - wie das Buch - doch ziemlich in die Länge. Beim Hörbuch gab es noch ein paar längere Kapitel, die in mir dieses Gefühl hervorriefen. In meinem Kopf beim Lesen war alles auch etwas düsterer, als im Vortrag der Sprecherin. Trotzdem ist es noch ein sehr gutes Hörvergnügen, vor allem durch die Parts der Vasallen. Das macht Lust auf den letzten Band. 4 Sterne für die Hörversion.

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Veröffentlicht am 16.02.2025

Unterhaltsame Slow Burn Romance vor archäologischer Kulisse

Geheimnisse des Nil, Band 1 - What the River Knows
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Während die Eltern der jungen Inez Olivera die meiste Zeit bei Ausgrabungen in Ägypten verbringen, fällt ihrer Tochter zuhause bei der gestrengen Tante und ihren Cousinen in Buenos Aires die Decke auf ...

Während die Eltern der jungen Inez Olivera die meiste Zeit bei Ausgrabungen in Ägypten verbringen, fällt ihrer Tochter zuhause bei der gestrengen Tante und ihren Cousinen in Buenos Aires die Decke auf den Kopf. Als sie unerwartet eine bittere Nachricht erreicht, ist sie nicht mehr zu halten. Sie stiehlt sich davon und bucht eine Schiffspassage nach Kairo, wo sie von ihrem Onkel erfahren möchte, was sich wirklich zugetragen hat. Mit dabei hat sie nur ihre Zeichengeräte und den Ring, den ihr Vater ihr aus Ägypten geschickt hat und der eine besondere Wirkung auf sie hat. Doch Whit, der Angestellte ihres Onkels, der sie am Hafen erwartet, soll sie gleich wieder mit dem nächsten Schiff zurückschicken. Da hat der große, attraktive Fremde die Rechnung ohne die pfiffige Inez gemacht, die sich zu helfen weiß und auch in größter Gefahr nicht von ihrem Vorhaben abzuweichen gedenkt. Dabei kommen die beiden sich immer näher.

Eine Slow Burn Romance, die im ausgehenden 19. Jahrhundert in Ägypten spielt. Da hatte ich sofort eine weibliche Indiana Jones vor Augen und habe zugegriffen. Tatsächlich erinnerte mich dann Inez eher ein wenig an die findige Enola Holmes und ist für ihre Zeit etwa genauso störrisch, hat bei allem ihren eigenen Kopf und setzt diesen auch meist durch. Das macht sie auf der einen Seite sehr sympathisch, manchmal allerdings auch sehr unvorsichtig, so dass sie des Öfteren in größere und kleinere Gefahren gerät. Ihren Aufpasser Whit kann sie zunächst gar nicht leiden, was sich für mich als Leserin nicht wirklich so anfühlt und daher war es nicht verwunderlich, dass es hier langsam aber stetig zwischen den beiden knistert. Es ist also auch eine Enemies to Lovers Geschichte. Vornehmlich geht es für Inez darum, zu erfahren, was mit ihren Eltern passiert ist, denn die mageren Erklärungen ihres Onkels stellen sie nicht zufrieden. Zudem ist da dieser Ring, den ihr Vater ihr geschickt hat und eine mystische Verbindung zur letzten ägyptischen Pharaonin Kleopatra. Auf der Suche nach deren Grab entwickelt sich Inez sehr langsam weiter. Für mich ist sie fast ein bisschen zu unbelehrbar, was in einem Fall auch zu einer Katastrophe führt.

Die Geheimnisse um die Eltern und das Grab von Kleopatra sind übrigens nicht die einzigen in der Geschichte. Auch der Onkel und Whit scheinen ihre eigenen Dämonen zu haben, zu denen sie aber eisern schweigen. So ist oft Spannung gegeben, aber eben nicht durchgängig. Einen Braten habe ich leider sofort gerochen, aber das muss durchaus nicht bei jedem Leser und jeder Leserin der Fall sein. Die Kulisse ist geschichtsträchtig und wen das Thema Archäologie als Hintergrund interessiert, der wird mit diesem Buch fündig. Für mich hätte es gern noch etwas mehr Schatzjägerfeeling geben dürfen, bei dem, was die Truppe um den Onkel hier entdeckt. Und auch wenn ich manchmal schon etwas genervt von der unbelehrbaren Art der Protagonistin war, werde ich auf jeden Fall den zweiten Band mit ihr lesen, denn am Ende wartet ein Cliffhanger, der andeutet, dass alles nochmal anders ist, als gedacht. Gute 4 Sterne für diese Romance vor historischer Kulisse.

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Veröffentlicht am 16.01.2025

Lustig-gruselige Geschichte zum Vorlesen

Das Vampirtier und die Sache mit dem Grusel
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Emma, Lenny und Paul wohnen mittlerweile in der großen Villa zusammen mit Fludel Brutus und Graf Dracula. Vor allem das kleine Vampirtier hat Emma sehr ins Herz geschlossen. Daher ist sie entsetzt, als ...

Emma, Lenny und Paul wohnen mittlerweile in der großen Villa zusammen mit Fludel Brutus und Graf Dracula. Vor allem das kleine Vampirtier hat Emma sehr ins Herz geschlossen. Daher ist sie entsetzt, als Dracula eine Art Abmahnung bekommt, weil er keine Gruselabzeichen hat. Es ist die Zeit zwischen den Jahren, die sogenannten Rauhnächte nutzt die Wilde Jagd, um neue Leute zu rekrutieren. Auch Dracula und Brutus müssen sich anschließen, wenn sie nicht bis Silvester mindestens drei Gruselabzeichen bekommen und die Gruselprüfung bestehen. Doch wie soll er das nur schaffen. Bisher weiß niemand, dass er seinen Grusel verloren hat. Zum Glück taucht ein williger Helfer ein, der Dracula unter die Arme greifen will.

Wir waren schon gespannt, wie es mit Emma, Lenny und Paul, deren Eltern und dem Dracula-Team aus Graf und Fludel weitergehen wird. Der letzte Band endete mit dem Einzug in die neue, große Villa. Im zweiten Band geht es um die Rauhnächte zwischen Weihnachten und Neujahr. Zwischen den Jahren soll man z.B. nicht Wäsche waschen. Diese Regeln lernt man in dem Buch richtig gut kennen und auch, ob was dran ist. Mit Emma konnten wir sehr gut mitfühlen. Sie ist sehr traurig, da sie ihren neuen Fludel nicht hergeben möchte. Doch wie soll Dracula es nur schaffen gleich drei Abzeichen zu sammeln, wenn er doch seinen Grusel verloren hat. Alle sammeln fleißig Ideen. Frischen Wind ins Geschehen bringt ein Flaschengeist, der helfen möchte. Aber kann man ihm trauen?

Die Kinder und Dracula geben ihr Bestes, um die beiden Gruselgefährten vor dem Eintritt bei der Wilden Jagd zu schützen. Da hatte die Autorin ein paar ganz witzige Ideen, manchmal fehlte es uns dennoch an etwas Spritzigkeit, da wäre mehr drin gewesen. So plätschert die Geschichte manchmal etwas vor sich hin. Natürlich wollten wir wissen, ob Dracu es schafft, seine Abzeichen zu sammeln und haben mit Emma und den Jungs mitgefiebert, denn viel Zeit bleibt ihnen nicht, um die Voraussetzungen fürs Dableiben zu schaffen.

Aufgepeppt wird "Das Vampirtier und die Sache mit dem Grusel" durch lustige Gruselversuche und vor allem tolle, farbige Illustrationen, die denen aus Band eins in nichts nachstehen und dafür sorgen, dass man sich alles besser vorstellen kann. Wir haben die Geschichte vorgelesen, für Größere funktioniert sie auch mit Selberlesen. Das Ende hat eine echt coole Wendung genommen. Bin gespannt, ob Das Vampirtier noch einen Band drei bekommt. 4 Sterne

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Veröffentlicht am 09.01.2025

Schönes Sachbilderbuch zu den gängigsten Geräten im und ums Haus

Wieso? Weshalb? Warum? junior. Bohrer, Lampe, Spülmaschine
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"Bohrer, Lampe, Spülmaschine" ist der 76. Band der Reihe Wieso? Weshalb? Warum? junior aus dem Ravensburger Verlag. Die Reihe erfreut sich bei meinen Kindern immer noch großer Beliebtheit und dieser Titel ...

"Bohrer, Lampe, Spülmaschine" ist der 76. Band der Reihe Wieso? Weshalb? Warum? junior aus dem Ravensburger Verlag. Die Reihe erfreut sich bei meinen Kindern immer noch großer Beliebtheit und dieser Titel ist besonders geeignet für Kinder, die sofort neugierig angelaufen kommen, wenn ein Gerät im Haus oder im Garten herausgeholt oder eingeschalten wird. Zusammen mit Luis und Lola erkunden die Kinder die verschiedensten elektrischen Helfer rund ums Haus und gleichzeitig werden auch Regeln und Sicherheitshinweise bei deren Verwendung erwähnt. Ob Nachtlicht oder Spülmaschine, Bohrer, Toilette oder Kühlschrank, sogar der Rasenmäher kommt zum Einsatz. Erzählt wird pro Doppelseite in mehreren, in diesem Band mal längeren Textstücken, die alltägliche Szenen beschreiben. Vor allem für gerade Zweijährige sind das schon viele Informationen auf einmal. Autorin und Illustrator haben darauf geachtet Rollenklischees zu vermeiden (Papa bügelt wie selbstverständlich und Mama werkelt in der Werkstatt) und auch der Vielfalt von Familien Rechnung zu tragen. Alle helfen fleißig mit und so durchläuft man beim Lesen einmal alle Haushaltsbereiche, die sehr lebensnah dargestellt sind.

Die Illustrationen sind für mich in diesem Band in Ordnung, an manchen Stellen schienen sie mir etwas unscharf oder verwaschen, was aber auch am Stil des Illustrators liegen kann. Sie untermalen aber sehr schön den Text beim Vorlesen. Das Highlight sind wie so oft bei Wieso? Weshalb? Warum? die Klappen, die die Bilder verändern oder einen Blick hinter oder in etwas erlauben. Gerade bei Haushaltsgeräten ist es schon ziemlich spannend, mal in die Technik hineinzusehen, da das normalerweise nicht so einfach möglich ist. Das ist hier leider nur bei vier Geräten möglich. Meine Tochter war besonders fasziniert von der Toilette. Für die junior-Leser*innen ist das schon passend, Größere werden mehr Fragen haben, als das Buch beantworten kann. Die letzte Doppelseite lässt die Kinder wie so oft selbst aktiv werden. Hier können in einem Suchspiel 7 Geräte im Haus gesucht werden und man soll auch benennen, wo sie zum Einsatz kommen. Das ist jetzt nicht spektakulär, aber mindestens bei ersten Mal ganz lustig. Die Aufzählung als Titel finde ich etwas einfallslos. Insgesamt vergeben wir 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 08.01.2025

Guter Plot, vielleicht zu vorhersehbar für einige

Everything We Never Said – Liebe lässt uns böse Dinge tun
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Ella macht sich schreckliche Vorwürfe. Ihre Freundin starb bei einem Unfall und sie saß am Steuer. Nichts ist mehr so wie es war ohne Hailey. Von den Eltern wird sie behandelt wie ein rohes Ei, von den ...

Ella macht sich schreckliche Vorwürfe. Ihre Freundin starb bei einem Unfall und sie saß am Steuer. Nichts ist mehr so wie es war ohne Hailey. Von den Eltern wird sie behandelt wie ein rohes Ei, von den Mitschüler*innen eher gemieden, denn sie selbst hat schwerverletzt und ohne Erinnerung an den Unfall überlebt. Vor allem Haileys Freund Sawyer muss wütend auf sie sein, doch er ist auch der einzige, der Hailey genauso gut kannte wie sie. Obwohl sie es nicht wollen, kommen sich die beiden näher. Alles könnte perfekt sein, doch dann findet Ella das Tagebuch ihrer Freundin und plötzlich erscheint alles in einem anderen Licht.

Ich mag diese Art Jugendthriller und dieser fällt durch das Cover und den Farbschnitt besonders auf. Mir war sofort klar, dass ich das Buch lesen muss. Ziemlich schnell bin ich in Ellas Welt zwischen Abschlussjahr und Unfalltrauma eingetaucht. Der Schreibstil hat mir dabei richtig gut gefallen, weil man mühelos durch die Seiten fliegt, was natürlich daran liegt, dass man wissen möchte, was passiert ist und wie die Beziehung mit dem attraktiven, aber auch düsteren Sawyer läuft. Das Buch hätte ein Highlight sein können, die Autorin gibt sich auch redlich Mühe, hier unerwartete Twist einzubauen. Leider war mir in einem Punkt sofort klar, was Sache ist. Das mag daran liegen, dass ich schon so viele Filme, Serien und Bücher dieser Art konsumiert habe. Ein paar kleinere Überraschungen gab es aber auch für mich noch und das Grundthema finde ich immer wieder schockierend. Auch Ellas Gefühlswelt fand ich sehr faszinierend, denn sie ist hin- und hergerissen zwischen Vermeiden und Zulassen von neuen Dingen. Das konnte man auch sehr gut nachvollziehen. Fazit: Jugendliche werden das Buch sicher lieben und vermutlich auch verschlingen, erfahrene Thrillerleser könnten zu früh hinter die Fassade blicken. Daher gibt es von mir gute 4 Sterne.

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