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Veröffentlicht am 05.12.2025

Annemies Geheimnis

Das Flüstern der Marsch
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Gestaltung:
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Die Abbildung des Marschlandes mit einem Zugvogel im Vordergrund passt sehr gut zu diesem leisen, stillen und eindrücklichen Roman. Man gerät sofort ins Träumen und wird ...

Gestaltung:
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Die Abbildung des Marschlandes mit einem Zugvogel im Vordergrund passt sehr gut zu diesem leisen, stillen und eindrücklichen Roman. Man gerät sofort ins Träumen und wird neugierig.

Mein Eindruck:
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"Genau wie neulich mit Jon fragte ich mich, ob ich meinen Erinnerungen trauen konnte. Irgendwie ordneten sie alles nach komischen Kriterien, hatten einen ganz eigenen Algorithmus. Ich dachte, ich hätte uneingeschränkten Zugriff, könnte einzelne Szenen nach Bedarf heranzoomen. Ein Trugschluss. Mein Blick in die Vergangenheit schien auf einmal unzuverlässig, als wäre ich damals gar nicht selbst dabei gewesen und würde nur wiedergeben, was jemand anderes mir eingeflüstert hatte."
(Mona, S. 112)

Mona trifft kurz vor dessen 80. Geburtstag bei ihrem Großvater ein und erfährt, dass ihre Großmutter Annemie verschwunden ist. Niemand weiß, wo sie hingegangen ist, und ihren Opa scheint dies auch nichts auszumachen. Auch der Rest der Familie hält sich eher zurück. Durch einen Zufall begegnet sie ihrem Jugendfreund Jon wieder, der sie bei ihrer Recherche nach ihrer Oma und deren Geheimnissen unterstützt. Dabei hat Mona derzeit auch andere Probleme.
Während Mona in der Gegenwart recherchiert, erhält der Leser abwechselnd Einblicke in Annemies Leben in der Vergangenheit sowie in weitere Biografien von Frauen, die mit Annemie und ihrem Schicksal auf teilweise unbekannte Weise verbunden sind:
Monas Schwägerin Janne: Sie hat mit drei kleinen Kindern und einem Ehemann, der sie mäßig unterstützt, genug zu tun und dennoch hat sie die Vorbereitungen für das Geburtstagsfest ihres Schwiegervaters mehr oder weniger an sich gerissen und wirkt damit zunehmend überfordert. Im Laufe der Geschichte zeigt sich, dass ihr Perfektionsanspruch durch ihre Schwiegermutter stark geprägt wurde.
Frejas Mutter ist früh gestorben, auch ihren Bruder hat sie auf tragische Weise verloren. Bei dessen Beerdigung wirft ihr Vater einen geheimnisvollen Zettel ins Grab, der Freja auf die Spur eines Geheimnisses ihrer Eltern bringt.

"Die Vergangenheit hatte dieses Fleckchen Erde fest im Griff. All das Leid, die Trauer, das Schweigen, die Geheimnisse. Ihr Vater tat so, als verschwänden Ereignisse, wenn man nicht über sie redete. Aber nur weil sie nie über den Krebstod ihrer Mutter sprachen, verringerte sich die Trauer nicht, [...]. Das Ergebnis blieb gleich. Aber genauso wie früher im Matheunterricht spielte es eine Rolle, ob man das Resultat herleiten konnte oder nicht. Es half, die zugrunde liegende Formel zu kennen. Nur so konnte man Alternativen entwickeln, es war die einzige Möglichkeit, Einfluss zu nehmen. Man musste die Dinge verstehen, um sie nachträglich einordnen zu können und dafür zu sorgen, dass sie sich nicht wiederholten." (Freja, S. 89)

Die Beschreibung des Romans klang sehr vielversprechend. Die Umsetzung gestaltete sich jedoch schleppend. Generell ist die Idee gut, die unterschiedlichen Frauen über verschiedene Generationen hinweg einzubeziehen. Ich habe das Buch auch immer weiter lesen wollen, weil ich wissen wollte, welche Geheimnisse diese Familie birgt, ob Annemie am Ende gefunden wird und in welcher Beziehung Freja zu Annemie steht. Leider waren die einzelnen Passagen mir viel zu detailliert geschildert, und durch die ständigen Sprünge zwischen den Zeitebenen und Personen musste man sich stark konzentrieren, um den Faden nicht zu verlieren. Ab dem letzten Drittel wurde es dann zunehmend spannender und das Ende hat mich überzeugt.

Dieser Roman zeigt, wie lang anhaltend und schwerwiegend Auswirkungen von nicht ausgesprochenen Tatsachen und Gefühlen sich auf eine Familie auswirken können.
Besonders in der Nachkriegsgeneration gab es viele Probleme, die generationenübergreifend nachhallen. Vor allem Frauen hatten darunter zu leiden, aber indirekt waren natürlich auch die Männer betroffen. Mona war mir am sympathischsten, sie versucht, die Vorbelastung im positiven Sinne zu nutzen. Es besser zu machen als die Frauen vor ihr.
Die Geschichte mit Janne fand ich etwas überzogen und teilweise verstörend. Mir war nicht ganz klar, welche Rolle sie in dem Ganzen spielt und wieso ihr Part so ausführlich geschildert wurde. Für mich war sie nur eine Randfigur und für das Geheimnis nicht wirklich relevant.

Außer dass sich die Erzählung aufgrund der Detailreiche teilweise zu sehr in die Länge gezogen hat, hat mir der Roman gut gefallen.

Fazit:
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Verbotene Liebe, ungewollte Schwangerschaften, Ansprüche an die Mutterschaft sowie ein Schweigen, das generationenübergreifend belastet.

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Veröffentlicht am 09.07.2025

In Teufels Küche

Devil's Kitchen
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Inhalt:
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"Sie sah ihn an. Er hatte den Kopf gesenkt und raufte sich mit den dreckverschmierten Fingern die Haare, die Ellbogen über dem Teller mit den Eiern gespreizt. Andy wusste, dass ...

Inhalt:
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"Sie sah ihn an. Er hatte den Kopf gesenkt und raufte sich mit den dreckverschmierten Fingern die Haare, die Ellbogen über dem Teller mit den Eiern gespreizt. Andy wusste, dass er sein Vorhaben angesichts ihrer klaren Worte hinterfragen könnte, aber genau das wollte sie erreichen. Er sollte sich ernsthaft mit seinem Vorhaben auseinandersetzen.
Denn er musste sich hundertprozentig darauf einlassen, jegliche Halbherzigkeit würde sie in Teufels Küche bringen." (S. 26)

Die Feuerwehreinheit "Engine 99" gilt als die Elite-Truppe der New Yorker Feuerwehr. Besonders ihr Anführer Matt wird seit seinem Einsatz am Tag 9/11 als Held verehrt. Doch hinter der Kulisse der scheinbar furchtlosen und perfekten Einheit verbergen sich Verbrecher. Um ihre Spielschulden zu begleichen oder sonstige finanzielle Schwierigkeiten auszugleichen, legen sie bewusst Feuer, um damit bei ihren Einsätzen Banken- und Juwelierläden auszurauben.
Einer dieser Männer ist Ben. Seit seine Freundin mit deren Sohn vor einigen Monaten spurlos verschwand, traut er seiner Truppe nicht mehr. Er ist bereit, alles zu tun, um sie zu finden und wendet sich an die Polizei. Diese schleust als verdeckte Ermittlerin Andy Nearland ein. Bei den Ermittlungen kommen sie und Ben sich näher als geplant und geraten zunehmend in tödliche Gefahr.

Mein Eindruck:
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Durch den Epilog wird gleich Spannung geschaffen: Andy und Ben wurden scheinbar von Matt und seinen Leuten enttarnt und ins Kreuzverhör genommen. Bevor es zum Äußersten kommt, geht die Handlung ein paar Wochen zurück und wird abwechselnd aus Bens und Andys Sicht erzählt, zusätzlich unterbrochen durch weitere Rückblicke in die Vergangenheit von Andys altem Ego "Dahlia", in denen beleuchtet wird, wie sie zu verdeckten Ermittlerin wurde und welche persönliche Verbindung sie zu ihrem Auftraggeber hat.

Ich stehe dem Thriller etwas zwiespältig gegenüber. Auf der einen Seite fand ich ihn sehr spannend erzählt. Bis zum Schluss gab es immer wieder überraschende Wendungen und die Actionszenen, vor allem bei den Feuerwehreinsätzen, sorgten für Spannung. Dadurch bekam man einige Einblicke in das Thema Brandbekämpfung. Auch die Raubüberfälle waren gut durchdacht. Allerdings war die Ebene, wie Dahlia zu Andy wurde, für mich etwas zu viel des Guten. Zumal die Beziehung zwischen ihr und dem Auftraggeber nicht wirklich relevant war für den Fall in der Gegenwart. Es waren mir außerdem zu viele Zeitsprünge und Personenwechsel in der Geschichte vorhanden. Diese waren zwar gut gekennzeichnet, aber dadurch wurden für meinen Geschmack zu viele parallele Handlungsstränge aufgemacht, was die Erzählung teilweise wirr statt spannend machte.
Mit den Personen bin ich absolut nicht warm geworden. Ben war mir noch am ehesten sympathisch und seine Handlungen überwiegend nachvollziehbar, aber allen anderen konnte ich nichts abgewinnen. Ihre Handlungsweisen fand ich oft sehr befremdlich.

Einerseits fesselte mich die Erzählung, da ich wissen wollte, wie es ausgeht und wer hinter dem Verschwinden von der Freundin und ihrem Sohn steckt. Auch die Einblicke in die Feuerwehrarbeit waren interessant. Andererseits waren es mir zu viele Handlungsstränge in einen Roman gepackt und zu wirr geschrieben. Die Auflösung konnte mich nicht vollständig überzeugen und die erotischen Szenen brauchte es für meinen Geschmack auch nicht.

Fazit:
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Spannende Einblicke in die Feuerwehrarbeit, aber auch etwas wirr mit unsympathischen Charakteren und einer nicht überzeugenden Auflösung

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.06.2025

Tod im Surf-Paradies

The Surf House
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Gestaltung:
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Das Titelbild passt sehr gut, der Blutfleck vor der schönen Meereskulisse lässt Böses ahnen.

Inhalt:
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Das Model Bea fühlt sich ausgebrannt und braucht eine ...

Gestaltung:
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Das Titelbild passt sehr gut, der Blutfleck vor der schönen Meereskulisse lässt Böses ahnen.

Inhalt:
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Das Model Bea fühlt sich ausgebrannt und braucht eine Auszeit von ihrem Job. Bei einem Shooting in Marrakesch wird sie in einer Pause Opfer eines Raubüberfalls. Eine Frau namens Marnie kommt ihr zufällig zur Hilfe und nimmt sie bei sich und ihren Freunden im "Surf House" auf. Es ist eine Pension in einem kleinen Dorf an der Küste Marokkos. Dort treffen sich vorwiegend Surfer und Aussteiger, um die perfekte Welle zu suchen und sich selbst zu finden. Bea lebt sich schnell ein, freundet sich mit Marnie an und fühlt sich von dem attraktiven Nachbarn Aiden angezogen, der die Nachbarpension betreibt. Doch Bea und Marnie teilen ein dunkles Geheimnis, das ihnen zunehmend zum Verhängnis wird. Und dann kommt ein neuer Gast an, der seine vermisste Schwester sucht, Aiden quält sichtbar seine Vergangenheit und schließlich stirbt jemand unerwartet. Bea gerät immer mehr in einen gefährlichen Strudel von Lügen, Intrigen und falschen Vorstellungen von Liebe.

Mein Eindruck:
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"Während der ersten Wochen surften wir nonstop. Marokko bestand für uns ausschließlich aus dem blauen Himmel, der weiß glühenden Hitze und der eiskalten Dünung des Atlantiks. Aus leeren Feldwegen, auf denen wir Staubwolken hinter uns aufwirbelten, während wir nach neuen Wellen suchten. Aus zerpflückten Fladenbroten, die wir mit den Händen aßen. Aus den zum Meer hin offenen Schiebetüren unserer Campingbusse. Aus Haschrauch, der uns in den Augen brannte, während wir uns im Schneidersitz am Feuer wärmten. Es war ein pures und unbeschwertes Glück – ein Haufen Freunde, Wellen und Sonnenschein. Es fällt uns schwer zu akzeptieren, dass es vorbei ist. Und noch schwerer zu glauben, was wir getan haben. Nun müssen wir mit diesen Erinnerungen leben. Ein krachender Schuss in einer mondbeschienenen Wüste. Der Kupfergeruch einer Blutlache, die sich im Sand ausbreitet. Ein Leichnam, gehüllt in ein Strandtuch, der in finsterer marokkanischer Nacht erstarrt." (E-Book, Seite 6)

Ich kannte das Werk "One of the Girls" der Autorin und hoffte auf eine ähnlich spannende Lektüre. Obwohl im Prolog bereits Unheil angekündigt wird und erste Spannung aufkommen lässt, gestaltete sich der weitere Anfang jedoch schleppend. Sehr ausgiebig wird Beas Job als Model und ihre innere Zerrissenheit sowie die Konflikte mit ihrer Mutter beleuchtet, die sie zum Ausstieg aus dem Beruf treiben. Dann kommt es zum Überfall und Marnies rätselhaftes Verhalten lässt erste ungute Gefühle im Leser aufkommen.
Insgesamt spitzt sich die Situation immer weiter zu, man rätselt, wer welche Rolle spielt und wie am Ende wohl alles zusammenhängen mag. Die Rückblicke aus Sicht der Vermissten, die von ihrem Bruder später gesucht wird, steigern die Spannung der Handlung zusätzlich. Dennoch flaut die Spannung auch immer wieder ab, indem das Surferleben für meinen Geschmack zu detailliert dargestellt wird und vor allem die erotischen Szenen hätten für mich nicht so umfangreich geschildert werden müssen.
Daher würde ich diesen Roman eher als Krimi statt als Thriller bezeichnen, dessen Spannung wie die Wellen zu- und wieder abnimmt, bis am Ende dann die große, riesige Welle mit der Auflösung kommt. Vor allem beim letzten Drittel konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen, während ich zwischendurch einige Passagen quer gelesen habe.
Zu Bea konnte ich keinen Zugang finden, ebenso wenig zu den anderen Personen. Ich kann schwer sagen, woran es liegt, aber ihre Beweggründe konnte ich nicht immer nachvollziehen. Insgesamt wirkten sie eher unnahbar für mich. Weder sympathisch noch unsympathisch.
Vor allem Surfliebhaber werden hier bedient, man kann diesen Krimi gut zwischendurch im Urlaub am Strand lesen.

Fazit:
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Eher ein Krimi mit einigen Längen als ein Thriller, gepaart mit paradiesischer Surferkulisse

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Veröffentlicht am 15.05.2025

Komplexer Cosy Crime

Campion. Tödliches Erbe
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Inhalt:
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Percival St. John Wykes Gyrth, oft nur kurz Val genannt, ist einziger Sohn des Baronet Colonel Sir Percival Christian St. John Gyrth. Er lebt wie ein Obdachloser auf den Straßen ...

Inhalt:
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Percival St. John Wykes Gyrth, oft nur kurz Val genannt, ist einziger Sohn des Baronet Colonel Sir Percival Christian St. John Gyrth. Er lebt wie ein Obdachloser auf den Straßen Londons. Eines Tages findet er eine Botschaft auf einer Parkbank, um sich bei einer bestimmten Adresse eines gewissen "A. C." zu melden. Auf dem Weg dorthin wird er beinahe von einem falschen Taxifahrer entführt. A. C. entpuppt sich als unscheinbarer, aber cleverer Detektiv Albert Campion. Er offenbart Val, dass sich der Schatz seiner Familie, ein uralter goldener Kelch, in Gefahr befindet. Einige Kunstdiebe haben es auf das gute Stück abgesehen. Und so begleitet Campion Val zum Familiensitz in Sanctuary in der Grafschaft Suffolk. Dort stirbt kurz darauf auf ungeklärte Weise Vals Tante, und später verschwindet der Kelch tatsächlich. Albert Campion ermittelt und kommt dabei nicht nur den Tätern nahe, sondern auch dem Familiengeheimnis der Gyrth-Familie auf die Spur.

Mein Eindruck:
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"Penny überlief ein Schauder, und plötzlich schlug sie die Hände vors Gesicht.»Oh, Val«, sagte sie. »Hast du sie gesehen? Ich war heute Früh als Erste unten in der Halle, als Will und sein Sohn sie auf einer Hürde hereinbrachten. Der Ausdruck auf ihrem Gesicht – den werde ich nie vergessen. Sie hat etwas Grauenhaftes gesehen, Val. Sie ist vor Schreck gestorben.«" (E-Book, S. 56-57)

Ich mag altmodische englische Cosy Crimes und die Ankündigung als solcher sowie die Vergleiche mit Agatha Christie klangen vielversprechend. Tatsächlich mochte ich den Sprachstil sowie die ruhige Art von Campion sowie dessen trockenen Humor, der mich zum Schmunzeln brachte. Der Fall plätschert stellenweise vor sich hin, bis dann wieder eine Action-Szene in Form einer Verfolgungsjagd folgt oder sich ein neues Rätsel auftut. Campion geht häufig seine eigenen Wege, ohne seine Auftraggeber oder den Leser davon in Kenntnis zu setzen. So tappte ich oft im Dunkeln. Erst am Ende habe ich durch die Erklärungen die vollen Ausmaße des Ganzen halbwegs verstanden. Der Fall ist sehr komplex und die vielen Pseudonyme Campions sowie die Vielzahl an Personen machen es dem Leser nicht immer leicht, den Überblick zu behalten.
An manchen Stellen hatte ich auch das Gefühl, dass die Übersetzung etwas holprig war. So ist eine häufig von Campion gesprochene Floskel im Deutschen: "Er nimmt den langen Weg." Im Englischen gibt es eine adäquate Redewendung, aber es hätte hier gutgetan, diese ggf. in einer Fußnote zu erläutern. So lässt sie den deutschen Leser erst mal ratlos zurück.
Unverständlich ist mir auch, warum der dritte Teil der 34-teiligen englischen Reihe hier als erster Band erschienen ist. In den vorigen beiden Bänden sind vermutlich mehr Hintergründe über den Detektiv zu erfahren, die zum Verständnis hilfreich gewesen wären.
Dennoch mochte ich Albert Campion als Charakter, und auch die Nebencharaktere waren gut herausgearbeitet und vermittelten ein anschauliches Bild der englischen Gesellschaft in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ich hoffe, dass der nächste Fall, der im September erscheint, inhaltlich und sprachlich etwas besser ausgearbeitet ist. Ich werde die Reihe weiterverfolgen.

Fazit:
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Interessanter Detekiv-Charakter, komplexer Fall mit mäßiger Spannung, teils holpriger Übersetzung - solide Krimiunterhaltung

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Veröffentlicht am 09.01.2025

Skurrile, weihnachtliche Kurzgeschichten mit Krimiflair

KillerBells
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Gestaltung:
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Der Weihnachtsbaum, der mich an eine Mischung aus Grinch, Monster und Tanne erinnerte, hatte zusammen mit dem Titel meine Neugier geweckt. Die Gestaltung, vor allem die bösartigen ...

Gestaltung:
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Der Weihnachtsbaum, der mich an eine Mischung aus Grinch, Monster und Tanne erinnerte, hatte zusammen mit dem Titel meine Neugier geweckt. Die Gestaltung, vor allem die bösartigen weihnachtlichen Karikaturen zwischen den Kapiteln, waren ganz nach meinem Geschmack. Entsprechend erwartete ich Krimigeschichten zur Weihnachtszeit mit bitterbösem Humor.

Mein Eindruck:
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Die drei Autoren haben jeweils drei Kurzgeschichten aus dem Genre Krimi geschrieben, die alle zur Weihnachtszeit spielen oder damit zu tun haben. Entgegen meiner Erwartungen handelt es sich nicht ausschließlich um reine Krimis, sondern vielmehr sind es vorwiegend Geschichten, die eher satirisch veranlagt sind, teilweise mit den Erwartungen der Leser und Klischees im Allgemeinen spielen und auch nicht in jedem kommt eine Leiche vor. Ich kann schwer beschreiben, weshalb dieses Geschichtenensemble nicht meine Erwartungshaltung erfüllt hat. Vielleicht, weil es dabei oft mehr um gesellschaftliche Probleme als um wirkliche Krimihandlung ging. Bei einigen fehlte mir die Spannung und teilweise empfand ich den Humor als zu überzogen, manche Charaktere zu skurril und manchmal hat mich die Auflösung enttäuscht. Ich mag eigentlich bösen/schwarzen Humor, aber dieser war nicht in allen Geschichten für mich vorhanden bzw. einfach so konstruiert, dass ich es nicht als gut empfand. Insgesamt war es eine amüsante Unterhaltungslektüre, bei der mir 3-4 Geschichten sehr gut gefallen haben, während die anderen eher mittelmäßig waren.
Die Geschichten sind alle in und um Wien angesiedelt und enthalten des Öfteren österreichische Begriffe, die sich jedoch aus dem Kontext erschließen. Das verlieh dem Ganzen mehr Lokalkolorit und hat bei mir auch etwas Urlaubsgefühl hervorgezaubert.

Fazit:
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Titel und Cover weckten Erwartungen, die leider größtenteils nicht erfüllt wurden.

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