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Veröffentlicht am 02.02.2025

Drachenwandeln

When Women were Dragons – Unterdrückt. Entfesselt. Wiedergeboren: Eine feurige, feministische Fabel für Fans von Die Unbändigen
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"Ich war vier Jahre alt, als ich das erste Mal eine Drachin sah, als ich lernte, über Drachinnen zu schweigen. Vielleicht lernen wir so die Bedeutung des Schweigens - ein Fehlen von Worten, ein ...

"Ich war vier Jahre alt, als ich das erste Mal eine Drachin sah, als ich lernte, über Drachinnen zu schweigen. Vielleicht lernen wir so die Bedeutung des Schweigens - ein Fehlen von Worten, ein Fehlen von Zusammenhängen: ein Loch im Universum, wo die Wahrheit sein sollte."

In den Fünfziger Jahren brechen Hundertausende von Frauen aus der herkömmlichen, einengenden Frauenrolle aus: Sie verwandeln sich buchstäblich in Drachinnen und verlassen ihre Familien. Darunter ist auch Marla, die Tante der jungen Alex Green, die später schon als Teenager Marlas Tochter Beatrice allein großziehen muss. Beatrice wird zu ihrem Lebensinhalt, doch auch Beatrice zeigt immer wieder Ansätze sich zu wandeln....

Ich bin immer auf der Suche nach ungewöhnlichen Geschichten und habe hier eine gefunden. Wegen des Drachenmotivs sollte man aber keine herkömmliche Fantasy erwarten. Kelly Barnhill benutzt das Motiv, um eine Story über Trauma, Scham, Schweigen und weibliche Wut zu erzählen. Alex' Geschichte berührt und fesselt, auch wenn es mich irritiert hat, dass die Drachinnen allzu menschlich bleiben und trotz ihrer Tatzen und riesigen Gestalt filigrane Handarbeiten schaffen, Auto fahren und Lippenstift benutzen. Das hätte man sicher auch passender konstruieren können. Auch ein paar mehr Graustufen hätten mir sehr gefallen. Liebe und positive Gefühle gibt es beispielsweise ausschließlich zwischen Frauen.

Kelly Barnhill bezeichnet ihren Roman als ein verrücktes Buch. Für mich war es lesenswert, überraschend und nachhallend.


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Veröffentlicht am 21.01.2025

Magie und Lügen

Kingdom of Lies
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"Meine Zuneigung war dunkel, besitzergreifend und alles verzehrend."

Prisca muss ihre Magie verbergen, denn sie wird schon Neugeborenen entrissen, um sie den Göttern zu geben. Diese schützen ...

"Meine Zuneigung war dunkel, besitzergreifend und alles verzehrend."

Prisca muss ihre Magie verbergen, denn sie wird schon Neugeborenen entrissen, um sie den Göttern zu geben. Diese schützen dann damit im Gegenzug, so heißt es, die Menschen vor den zerstörerischen Fae. Prisca verrät sich und muss fliehen, um dem Tod zu entgehen. Als Söldner sie vor dem Ertrinken retten und dann in der Wildnis allein zurücklassen, ahnt Prisca noch nicht, dass sie mit den Söldnern zusammenarbeiten muss und ihre ganze Welt auf den Kopf gestellt wird. Denn nichts ist wie es scheint, weder ihre Begleiter noch Prisca selbst...

Obwohl die Handlung in der Mitte auf der Stelle zu treten scheint, hat die Geschichte für mich einen Lesesog entfaltet. Im Königreich der Lügen gibt es tatsäch vieles auzudecken und das ist überwiegend fesselnd geschildert. Durch die schöne Länge des Buches bleibt auch Zeit, Nebenfiguren etwas Tiefe zu verleihen.

Ein echtes Manko ist dagegen Priscas love interest Lorian, der Anführer der Söldner, und das ist leider ein heftiges Manko. Immer wieder staune ich, dass solche Männer Leserinnen in der Romantasy immer noch gefallen. Bei Prisca punktet er verblüffenderweise nicht nur mit seinem "imposanten Körper", obwohl sie sich selbst versichern muss, immerhin, er ist nicht gefühllos. Als wenn das schon reichen würde. Wie er Prisca dominiert, ist nicht schön zu lesen. Allerdings muss ich zugeben muss, dass sein unangenehmes Verhalten zur Enthüllung am Schluss immerhin sehr gut passt.

Ich werde der Geschichte in den nächsten Bänden weiter folgen und bin gespannt, was noch alles ans Licht kommt.

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Veröffentlicht am 09.01.2025

Bitterschokolade

The Games Gods Play – Schattenverführt
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Wenn Hades permanent nach Bitterschokolade duftet, befindet wir uns natürlich in einer Romantasy.

Abigail Owen gewinnt der Götterwelt der griechischen Mythologie unterhaltsame neue Seiten ab. ...

Wenn Hades permanent nach Bitterschokolade duftet, befindet wir uns natürlich in einer Romantasy.

Abigail Owen gewinnt der Götterwelt der griechischen Mythologie unterhaltsame neue Seiten ab. Einige wenige, wie etwa eine Chatgruppe der Götter, fand ich persönlich für einen New Adult Roman zu verspielt.

Die junge Lyra wurde bei ihrer Geburt von Zeus verflucht, nie geliebt zu werden, weswegen ihre Eltern sie einfach an eine Diebesgilde weiterreichen. Vollkommen unerwartet wird Lyra vom Unterweltgott Hades erwählt, als seine Championesse im Crucible anzutreten, bei dem die Götter um die Macht im Olymp kämpfen. Als Preis winkt Lyra die Aussicht, vom Fluch erlöst zu werden. Aber gleichzeitig gerät sie in Gefahr, wirklich alles zu verlieren...

Trotz ihrer Länge fliegen die Seiten der Geschichte nur so dahin. Das hat mich manches Mal erstaunt, da mich die Anziehungskraft zwischen Lyra und Hades so gar nicht erreicht hat. Warum fasziniert die wie ein Teenager agierende Lyra einen jahrtausendealten Unsterblichen? Gar nicht romantisch fand ich außerdem das Machtgefälle zwischen den beiden und die "Du bist mein"-Vibes bei Hades und die "Warum finde ich es sexy, dir zu gehorchen"-Vibes bei Lyra. Und weswegen wird das Buch bloß als Slow Burn beworben?

Als Ausgleich gibt es die Aufgaben des Crucible und viele nette Ideen wie die Drachenzähne, die ausgesät zu Kriegern werden. Gern dürfte im nächsten Teil daraus noch ein komplexeres Worldbuilding werden.

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Veröffentlicht am 26.12.2024

Bücher halten die Welt zusammen

Mondia-Dilogie 1: Silent Secrets
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Dass Bücher die Welt zusammenhalten, dürfte jedem Bibliophilen unmittelbar einleuchten. In dieser Romantasy tun sie das buchstäblich, denn ohne die Weltenbibliothek Mondia unterhalb von Paris ...

Dass Bücher die Welt zusammenhalten, dürfte jedem Bibliophilen unmittelbar einleuchten. In dieser Romantasy tun sie das buchstäblich, denn ohne die Weltenbibliothek Mondia unterhalb von Paris drohen Katastrophen die Welt zu vernichten. Mondia wiederum braucht eine Ripari, die sie am Laufen hält. Als die letzte Ripari stirbt, scheint der Geheimorden rund um die Mondia ratlos. Doch dann begegnet der junge Kasimir Remy und die scheint über geheimnisvolle Fähigkeiten zu verfügen...

Weltenschreiber, Zeilenspringer und Ripari: So eine Bücherwelt macht einfach großen Spaß zu lesen. Zudem sind Kasimir und Remy herzige Protagonisten, die man einfach mögen muss, auch wenn das Konzept rund um die adoptierte Remy, die zunächst nichts von ihren Kräften ahnt, natürlich nicht neu ist. Die Geschichte hat sich unglaublich leicht weggelesen. Auch ohne den Cliffhanger würde ich den Abschluss der Dilogie auf jeden Fall lesen wollen. Hier darf dann gern die Welt der Mondia noch tiefgründiger ausgebaut werden.

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Veröffentlicht am 25.12.2024

Städte wie Dornenranken

Immortal Longings
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"San-Er zeichnet sich vor allem durch Chaos aus, durch seine Wirren und das Durcheinander aus Beziehungsgeflechten, die sich ineinander verheddern."

Mit den verwahrlosenden Zwillingsstädten ...

"San-Er zeichnet sich vor allem durch Chaos aus, durch seine Wirren und das Durcheinander aus Beziehungsgeflechten, die sich ineinander verheddern."

Mit den verwahrlosenden Zwillingsstädten San-Er im Reich Talin schafft Chloe Gong ein überzeugend komplexes Worldbuilding. Vor allem die vielschichtig ausgearbeitete Idee des Körperspringens ist innovativ. In einer Welt, in der einige Menschen die Körper wechseln können wie Hemden, bleibt nichts je sicher.

Herrscherstochter Calla hat bereits ihre eigenen tyrannischen Eltern ermordet und lebt seitdem im Untergrund. Die kommenden tödlichen Spiele in San-Er liefern ihr nun die Chance, auch ihren Onkel König Kasa aus dem Weg zu räumen. Doch dazu muss sie gewinnen. Aber ebenso erfolgreich und brutal wie sie kämpft sich der notorische Körperspringer Anton durch die Spieler. Können aus Gegnern Vetbündete werden? Oder sogar viel mehr?

Diese neue Variante eines Wettkampfes um Leben und Tod ist äußerst fesselnd geschrieben. Schwierig fand ich allerdings die selbstverständliche Allgegenwart von Gewalt. Die Teilnehmenden benutzen Massaker als Abkürzung zum Wohlstand. Auch wenn Calla und Anton dabei teilweise altruistische Motive zugeschrieben werden, hat dies für mich eine Identifikation mit den Protagonisten erschwert, vor allem bei Calla. Dazu, die eigenen Eltern so brutal umzubringen, gehört schon einiges.

Trotzdem freue ich mich nach dem verblüffenden Ende dieses ersten Teils auf eine baldige Rückkehr in diese überraschende Welt.


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