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Veröffentlicht am 10.01.2025

Must have für Thriller-Fans

Das zweite Kind
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"Das zweite Kind" von Marco de Franchi gibt schon auf dem Cover eine düstere, unheimlich angehauchte Stimmung wider, welche sich auch im Innenteil fortsetzt.

Anfangs war ich ja skeptisch, ob der Thriller ...

"Das zweite Kind" von Marco de Franchi gibt schon auf dem Cover eine düstere, unheimlich angehauchte Stimmung wider, welche sich auch im Innenteil fortsetzt.

Anfangs war ich ja skeptisch, ob der Thriller aufgrund des hohen Seitenumfangs zu langatmig sein könnte, aber nein, es sind tatsächlich über 600 Seiten pure Spannung. Insbesondere zur Mitte hin hatte ich nochmal Sorge, dass sich der Spannungsbogen bereits schließt, doch dank gutem Plotttwist ging es auch in der zweiten Hälfte aufregend weiter, wenn nicht sogar noch besser.

Der Autor hat hier glaubhafte, interessante und lebendige Charaktere geschaffen, die nicht nur sympathisch sind, sondern auch ihre Ecken und Kanten haben, sowie innere Dämonen bekämpfen müssen. Zudem werden im Verlauf die Abgründe der Menschlichkeit offenbart, wenn wir gut umschrieben, in die Taten des Mörders einbezogen werden. Jedoch trotz bildhafter Darstellung bleibt Raum für Fantasie, so dass einem allzu blutige Details erspart bleiben.

Im weiteren besticht das Werk mit kurzen, temporeichen Kapiteln, welche aus verschiedenen Erzählperspektiven die Ermittlungen voran treiben. Sowie einem einfach zu lesenden Schreibstil, den ich so bei einem Debutwerk nicht erwartet hatte. Aber hier ist es wohl förderlich, dass der Autor aus eigenen Erfahrungen bei der italienischen Polizei schöpfen kann. Einziges Manko, zum Einstieg war ich verwirrt durch die vielen Namen und italienischen Titel, für ein und die selbe Person, daenn es wird ständig zwischen förmlicher Anrede, Vorname und Nachname gewechselt, statt bei einer Form zu bleiben.

Zum Abschluss ist zu sagen, ich würde mich riesig über eine Fortsetzung freuen, da ich mit dem Ende doch noch hadere.

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Veröffentlicht am 10.01.2025

Schöne Fortsetzung

Toto und der Mann im Mond – Aufbruch in neue Abenteuer
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Dieses Buch enthält 10 tolle neue Geschichten von Toto und Mimi auf dem Mond. Diese sind immer so aufgebaut, dass wir zunächst kurz Toto beim Einschlafen begleiten und von seinen Erlebnisse des Tages erfahren ...

Dieses Buch enthält 10 tolle neue Geschichten von Toto und Mimi auf dem Mond. Diese sind immer so aufgebaut, dass wir zunächst kurz Toto beim Einschlafen begleiten und von seinen Erlebnisse des Tages erfahren und dann mit ihm und Mimi, im Traum, zum Mond reisen, wo das Tagesthema nochmal aufgegriffen bzw. verarbeitet wird. Auch ist jeweils ein lehrreicher Aspekt in den Geschichten, um Kinder in der aktuellen Phase zu bestärken.
Alle Geschichten sind mit hübschen Bildern versehen, den süßen Illustrationsstil kennt man bereits vom vorigen Buch. Es ist allerdings schade, dass manche Seiten auch nur Text enthalten.
Die einzelnen Abenteuer haben keinen Bezug zueinander, daher eignen sie sich perfekt zum einzeln Vorlesen ohne ein "wo waren wir gerade?" am Anfang. Auch die Leselänge der Geschichten empfinde ich als gelungen.

Ich habe leider das erste Buch (noch) nicht und habe mir aber davon die Leseprobe angesehen. Dabei fiel mir auf, dass es dort eine Vorstellung der Charaktere am Anfang gibt, diese hätte ich hier auch gerne gehabt, weil für mein Kind wären die Figuren so beim Zuhören greifbarer gewesen. Mein Sohn ist erst drei, vielleicht liegt es daran, dass es ihm teils schwerfiel den schnellen Dialogswechsel zu folgen, aber auch mich haben diese im Lesefluss etwas gestört.

Dennoch haben die Geschichten ihm sehr gefallen, er war so begeistert bzw. am mitfiebern, dass wir es nicht als Einschlafbuch lesen konnten, aber für eine gemütliche Lesezeit am Mittag.

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Veröffentlicht am 09.05.2025

Tierische Freundschaft, Zusammenhalt und Neubeginn

3 Streuner wittern das Abenteuer
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Mir und meinem Kind hat hier das Cover mit den niedlichen Hunden sehr gut gefallen, der Titel hat uns zwar zunächst eine etwas andere Geschichte erwarten lassen, aber die Inhaltsangabe hat uns überzeugt.

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Mir und meinem Kind hat hier das Cover mit den niedlichen Hunden sehr gut gefallen, der Titel hat uns zwar zunächst eine etwas andere Geschichte erwarten lassen, aber die Inhaltsangabe hat uns überzeugt.

3 Straßenhunde mit den unterschiedlichsten Charakteren, finden in einer Familie ein Zuhause und müssen sich erstmal an ein neues Leben mit vielen merkwürdigen menschlichen Verhaltensweisen und neuen Regeln gewöhnen. Erzählt wird die Geschichte aus Hundesicht, allen voran King Kerl, der sich insgeheim als Anführer der Truppe sieht und den Leser mit auf seine Reise nimmt.

Die Grundidee, ein Abenteuer aus Hundesicht zu erzählen, finde ich ja klasse. So ist uns während des Lesens erst aufgefallen wie lustig und seltsam wir Menschen dem Tierreich erscheinen mögen. Die von Anja Fröhlich gewählte Sprache ist sehr locker oder gar flapsig, was mir jetzt nicht so gut gefallen hat. Aber wie sollen Hunde, welche sich auf den Straßen durchschlagen mussten, auch sonst klingen? Mein Kind mochte allerdings den Stil und alle enthaltenen Hunde, ich hatte da eher einen Favoriten.

Unterbrochen werden die Textseiten immer mal wieder mit einem zur Szene passenden Bild, illustriert von Pe Grigo. Mein Kind ist noch etwas jünger, aber ich denke in der Zielgruppe ab 8 Jahren, lässt sich die Geschichte bereits gut selbständig lesen, auch dank der bildlichen Unterstützung und recht kurzer Kapitel.

Fazit: Schöne Geschichte um Freundschaft und Zusammenhalt, aber auch zum Schmunzeln. Die Fortsetzung mit neuen Abenteuern steht schon auf unserer Wunschliste.

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Veröffentlicht am 16.04.2026

Wer spielt falsch?

Die Psychopathin - Wer manipuliert dich wirklich?
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In "Die Psychopathin" lernen wir Karolin kennen. Sie ist privat glücklich in einer heimlichen Beziehung und auch beruflich könnte es kaum besser laufen. Alles sieht danach aus, dass sie bald die Leitung ...

In "Die Psychopathin" lernen wir Karolin kennen. Sie ist privat glücklich in einer heimlichen Beziehung und auch beruflich könnte es kaum besser laufen. Alles sieht danach aus, dass sie bald die Leitung des Unternehmens übernehmen wird. Doch plötzlich gerät ihr nahezu perfektes Leben aus dem Gleichgewicht, merkwürdige Ereignisse häufen sich und sie fühlt sich zunehmend bedroht. Steckt die Exfrau ihres Partners dahinter? Jemand bohrt auch in ihrer schwierigen Vergangenheit und alles läuft daraufhin, dass ein Kollege ihren sicher geglaubten Job wegschnappt. Ist er ihr Stalker, der über Leichen geht um seine eigene Karriere voran zu treiben?

An einem mangelt es in Rose Klays Psychothriller nicht, Verdächtige. Sie stellt nicht umsonst die Frage "Wer manipuliert dich wirklich?" Denn Karolin wirkt zunehmend fremd gesteuert und beginnt an ihren eigenen Erinnerungen und Handlungen zu zweifeln. Was ist noch real und auch als Leser fragt man sich gegen Ende, wem möchte ich trauen und wieso verhält sich Karolin immer seltsamer. Das ganze steuert auf eine große Katastrophe zu und man möchte Karolin an manchen Stellen einfach nur schütteln. Sprachlich hat mich das Buch gut abgeholt, das Werk spielt damit, dass wir nur Karolins Sichtweise erleben und man selbst einschätzen muss, wer es ehrlich mit ihr meint und wer sie belügt. Spannung und Tempo kommt auf, dank der sehr kurzen Kapitel (meist unter 10 Seiten), man fliegt durch die Seiten und am Ende angelangt blieb dann bei mir ein Beigeschmack hängen. Es wirkt unfertig und zu sehr nach: Es muss am Ende passen und einen positiven Ausblick geben. Es ist perse kein offenes Ende, für mich kamen jedoch rückwirkend Fragen zu einzelnen Aktionen auf und ich bin nicht gänzlich vom "Happy End" überzeugt. Die Fragen ist nun steckt Zeitmangel oder Absicht hinter den letzten Zweifeln, denn wie heißt es am Anfang: "Du glaubst, du merkst, wenn dich jemand manipuliert? – Denk noch einmal nach."

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Veröffentlicht am 06.04.2026

Spannender Schauplatz, beklemmende Stimmung

Das Gehöft
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Lara zieht mit Freunden und ihrem autistischen Bruder auf eine abgelegene Hallig, die nur mit einem Boot erreichbar ist und keine sichere Kommunikation mit der restlichen Welt zulässt. Eigentlich sollten ...

Lara zieht mit Freunden und ihrem autistischen Bruder auf eine abgelegene Hallig, die nur mit einem Boot erreichbar ist und keine sichere Kommunikation mit der restlichen Welt zulässt. Eigentlich sollten sie alleine sein und die Natur genießen, doch als ihr Bruder Malte verschwindet kippt die Stimmung. Sind sie wirklich allein? Lara beschleicht ein ungutes Gefühl, auch fängt sie an, an ihrer Liebe mit Henry zu zweifeln, der sich von der Gruppe zurück zieht. Bange Tage stehen an, denn ein Sturm bricht los auf verschiedenen Ebenen.
Mich hat die Stimmung in diesem Thriller direkt mitgerissen und wie die immer wieder aufkommenden Unwetter, gehen die Verdächtigungen mal in diese, mal in jene Richtung. Ich fühle den Zwiespalt in Laras Brust, deren Welt mit der Hallig unterzugehen droht. Die Spannung kann sich lange halten, trotz der begrenzten Personenzahl und Versteckmöglichkeiten, teilweise zweifelt man auch an Laras Wahrnehmung. Der Thriller hat mich gut unterhalten, dennoch gibt es auch ein paar Stolpersteine, die mich beim Lesen gestört haben, die mir nicht realistisch erschienen. Natürlich handelt es sich hier um eine Fiktion, dennoch möchte ich keine Wendungen hinterfragen müssen, auch wenn so neue Möglichkeiten entstehen. Aber das große Finale versöhnt mit den kleinen Schwächemomenten, wie der Naivität der Gruppe, relativ unvorbereitet von der Stadt raus in die Einsamkeit zu ziehen.

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