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Veröffentlicht am 12.01.2025

Angela Merkel in Therapie

Miss Merkel: Mord in der Therapie
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Der vierte Fall von Miss Merkel hat mir wieder unglaublich viel Freude bereitet. Angela Merkel und Nana Spier sind in Hochform, sodass kein Auge trocken bleibt.

Diesmal geht Angela Merkel zur Therapie, ...

Der vierte Fall von Miss Merkel hat mir wieder unglaublich viel Freude bereitet. Angela Merkel und Nana Spier sind in Hochform, sodass kein Auge trocken bleibt.

Diesmal geht Angela Merkel zur Therapie, was sie zu Beginn nicht weiß, ist dass es eine Gruppentherapie ist, dort begegnet sie dem Wutbürger, der Klimaaktivistin, einem traumatisierten Pantomimen und der Tierfreundin. Als wenige Tage später der gemeinsame Therapeut tot aufgefunden wird ist Miss Merkel wieder in ihrem Element. Wer hätte ein Motiv den Therapeuten umzubringen.

Aber auch einige alte Bekannte wie Angelas Freundin Marie, der Bodyguard Mike und natürlich Achim sind wieder mit von der Partie. Auch Kommissar Hannemann treibt wieder sein Unwesen und verhaftetet Angelas sogar zwischenzeitlich.

Dieser witzige Kriminalroman ist von David Safier wieder meisterhaft konzipiert, durch die kleinen Nebengeschichten, z.B. um die Eltern von Bodyguard Mike gibt es eigentlich immer was zu schmunzeln aber auch zu mitfiebern.

Nana Spier ist für mich die absolut großartige Besetzung für diese Hörbuch, so viel Witz und Esprit, man möchte gar nicht aufhören zu hören. Hier matcht es einfach auf der ganzen Linie und ich bin mal wieder traurig, dass dieses Hörbuch wieder so schnell umgegangen ist.

Für mich bisher einer der besten Miss Merkel Fälle, weil hier einfach alles stimmt. Ich freue mich jetzt schon auf weiter Fälle und bin sehr gespannt, was David Safier noch so alles einfällt, wo Angela Merkel ermitteln kann.

Krimigenuss mit Lachmuskel-Training, sehr gerne mehr davon und eine klare Hörempfehlung, weil Nana Spier sollte man sich als Miss Merkel nicht entgehen lassen.

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Veröffentlicht am 12.01.2025

Interessante und lustige Geschichten

Gebt mir etwas Zeit
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Hape Kerkeling gehört für mich zu den ganz großen Entertainern, die wir in Deutschland haben. Sein Buch “Ich bin dann mal weg” war nicht nur ein ganz großer Bestseller, sondern auch das erste Buch, was ...

Hape Kerkeling gehört für mich zu den ganz großen Entertainern, die wir in Deutschland haben. Sein Buch “Ich bin dann mal weg” war nicht nur ein ganz großer Bestseller, sondern auch das erste Buch, was ich damals von meinem ersten Buchhandels-Azubi-Gehalt gekauft habe.

Mit “Gebt mir etwas Zeit” knüpft er nun an die alten Werke aus seiner Feder an und er hat mich wieder einmal vollends überzeugt. Er liest das Hörbuch selbst und es ist so, als ob er neben einem im Bus sitzt, mit einem zusammen Sport macht und die Geschichte seiner Familie erzählt.

Humorvoll, unterhaltsam, aber auch spannend, das Buch wird auf mehreren Zeitebenen erzählt. Vor jedem neuen Kapitel beschreibt er gerne das Wappen der Stadt oder Familie und eine Zeitangabe gibt es auch, sodass man sich gut orientieren kann.

Ich kann Hape Kerkeling sehr gut verstehen, dass er endlich Licht in das Dunkel seiner geliebten Großmutter bringen wollte. Wer die anderen Bücher von ihm gelesen oder gehört hat, weiß wie viel diese Frau ihm bedeutet. Es ist somit eine Hommage an seine Oma. Gleichzeitig ist es aber auch spannend auf Ahnenforschung zu gehen und rauszubekommen, welche Nationalitäten Anteil haben an der eigenen Person. Aber wir begleiten ihn auch bei traurigen Passagen seines Lebens, die Erkrankung seiner ersten großen Liebe an Aids hat Hape sehr geprägt. Emotional und berührend berichtet er davon. Aber auch seine niederländischen Wurzeln sind sehr interessant.

Für mich war dieses Hörbuch das reinste Vergnügen und oft genug wollte ich gar nicht aufhören und viele Male hat Hape mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Von mir gibt es eine große Empfehlung für eines der besten Hörbücher dieses Jahres.

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Veröffentlicht am 12.01.2025

Atmosphärischer und düsterer Krimi

Der Herzschlag der Toten
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Sehr atmosphärisch und mit düsteren Elementen hat mich dieser historische Krimi einfach gefesselt. Der junge Criminalcomissar Hermann Rieker wird mit der Leiche einer jungen Frau konfrontiert, die auf ...

Sehr atmosphärisch und mit düsteren Elementen hat mich dieser historische Krimi einfach gefesselt. Der junge Criminalcomissar Hermann Rieker wird mit der Leiche einer jungen Frau konfrontiert, die auf brutalste Weise ermordet wurde. Innerhalb seiner Ermittlungen lernt er die junge Johanna Ahrens, die Tochter eines bekannten Richters kennen. Diese ist nicht auf den Kopf gefallen und lässt sich sogar nichts sagen. Als ein weiterer Mord geschieht, wird der öffentliche, aber auch der berufliche Druck auf Rieker immer größer. Wird er der Aufgabe gewachsen sein?

Hermann Rieker ist ein junger Mann mit einer ofenkundig nicht einwandfreien Vergangenheit. Er ist stets an der Gerechtigkeit aber auch an seiner Karriere interessiert und versucht trotz des internen Drucks seine erlernten Fähigkeiten gezielt anzuwenden. Johanna Ahrens ist der heimliche Star dieser Geschichte. Sie aus sehr gutem Elternhaus und sich nicht zu schade nach Gerechtigkeit und sozialen Wohlbefinden zu streben. Obwohl ihre Eltern dies anders sehen, lehnt sie sich gegen das Bürgerliche auf und versucht ihren eigenen Willen durchzusetzen. Ihre unbekümmerte, aber selbstbewusste Art hat mir in diesem Roman besonders gut gefallen.

Der Schreibstil des Autors ist sehr atmosphärisch und man kann sich das Hamburg zur Zeit des Jahres 1887 sehr gut bildhaft vorstellen. Teilweise drastisch, aber sehr detailliert beschreibt der Autor die damaligen Gepflogenheiten und hat mit den Details über die Totenfotografie ein mir noch völlig unbekanntes Wissensterrain eröffnet. Gerade in dieser Zeit wurden einige Erfindung gemacht und es war eine Zeit des Umbruchs. Dieser Umbruch hinsichtlich Verbesserung z.B. bei kriminaltechnischen Ermittlungen etc. wird in diesem Roman auch sehr gut dargestellt. Die Spannung der Erzählung ist sehr gut und ich konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen. Sehr gut hat mir am Ende der kleine Turn gefallen, der mich ein Stück weit fassungslos, aber auch schmunzelnd zurückgelassen hat. Die Idee des Autors fand ich großartig, auch wenn er dazu im Nachwort noch etwas klarstellt. Ein spannender und interessanter Kriminalroman mit großartigen Charakteren, den ich einfach nur empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 12.01.2025

Epischer Krimi im Hollywood der 20iger Jahre

Der böse Vater
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Sehr episch und äußerst spannend habe ich diesen historischen Kriminalroman aus dem Jahr 1929 genossen. Hardy Engel ist in großen Schwierigkeiten, denn der Privatdetektiv befindet sich im Gefängnis. Durch ...

Sehr episch und äußerst spannend habe ich diesen historischen Kriminalroman aus dem Jahr 1929 genossen. Hardy Engel ist in großen Schwierigkeiten, denn der Privatdetektiv befindet sich im Gefängnis. Durch ein sehr sonderbares Angebot von William R Hearst einem sehr mächtigen Filmtycoon in Hollywood wird er aus der Haft entlassen. Dieses “Geschenk” hat aber seinen Preis. Denn Hardy Engel soll herausfinden, wer Hearst erpresst. Gleichzeitig wird Engel mit einem mysteriösen Mordfall auf einer Jacht, die Hearst gehört, konfrontiert. Sein Bekannter der Chef des Studios Universal, Carl Laemmle, von ihm nur Onkel Carl genannt, soll auch auf der Jacht zugegen gewesen sein. Als er tief in die Ermittlungen einsteigt, muss Engel feststellen, dass er zwischen mehr als zwei Stühlen zu sitzen droht. Ein Katz und Maus Spiel durch das Hollywood der Endzwanzigerjahre beginnt.

Hardy Engel hat im Vergleich zu seinen früheren Fällen eine Charakterwandlung durchgemacht. Er trauert immer noch seine großen Liebe Polly hinterher, was ihm sehr anzumerken ist. Er hat dem Alkohol und One-Night Stands abgeschworen und versucht seine wiedergewonnene Freizeit im Rahmen seiner Möglichkeiten zu nutzen. Seinen Spürsinn und seinen Überlebenstrieb hat er aber auf keinen Fall verloren, was mir sehr gut gefallen hat. Auch sein alter Freund Buck, der eine Bar in Los Angeles betreibt, war mir wieder sehr sympathisch und er konnte Hardy durchaus auch hier wieder eine Stütze sein.

Sehr atmosphärisch ist der Erzählstil und Schreibstil des Autors. Ich habe mich sehr gut in die Zeit zurückversetzen können. Auch sehr detailliert beschreibt dieser die Handlungsumgebung was einem als Lesende Person das Lesen leicht und vergnüglich macht. Auch die Arbeit am Filmset und ihrer Probleme findet in diesem Fall wieder durchaus eine interessante Berücksichtigung. Ebenfalls sehr gut haben mir auch wieder die vielen Verknüpfungen zu berühmten Persönlichkeiten. sowie die technischen Entwicklungen gefallen. Der Paradigmenwechsel vom Stumm- zum Tonfilm und die damit verbundenen Problematiken z.B der Weltwirtschaftskrise geben diesem Roman nochmals einen ganz besonderen Rahmen. Auch die Handlung sorgt für einen stetigen Spannungswechsel und man kann das Buch eigentlich, wenn man angefangen hat, kaum noch zur Seite legen. Auch das Ende dieses Krimis ist interessant gestrickt worden. Ich habe diesen Fall nur genossen und würde mich freuen nochmals ein Fall aus Hollywood lesen zu dürfen

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Veröffentlicht am 12.01.2025

Aufbegehren gegen die Konventionen des Lebens

Im Takt der Freiheit
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„Im Takt der Freiheit” schlägt Felicitas Herz, sie sehnt sich danach frei zu sein und begehrt gegen die strengen Konventionen ihres Lebens auf. Als Tochter eines reichen Mannes sind ihr zahlreiche Hürden ...

„Im Takt der Freiheit” schlägt Felicitas Herz, sie sehnt sich danach frei zu sein und begehrt gegen die strengen Konventionen ihres Lebens auf. Als Tochter eines reichen Mannes sind ihr zahlreiche Hürden gesetzt, so muss sie sich nicht nur den Vorstellungen und Wünschen ihres Vaters beugen, so darf sie keinen Beruf erlernen oder Studieren, nein, sie darf noch nicht einmal das Haus allein verlassen. Sie führt ein Leben auf der Wartebank, bis ihr Ehemann kommt und sie einem Haushalt vorstehen kann und sich um die gemeinsamen Kinder kümmern kann. Sie würde von der Vormundschaft des Vaters in die Vormundschaft ihres Mannes wechseln und wäre immer noch nicht frei. Genau dagegen begehrt sie auf und findet in ihrer Zofe Minna eine Verbündete. Auch Minna sehnt sich nach Freiheit, ist doch ihr Status im Hause Louisburg ungeklärt, sie kam aus einer deutschen Kolonie in Afrika in Haus nach Berlin. Ist sie eine Sklavin oder ist sie eine Angestellte?

Ein Roman über die sozialen Ungerechtigkeiten im Jahr 1888 in Berlin. Ein Roman der nicht nur das Leben der jungen Frauen aus guten Kreisen in den Mittelpunkt stellt, sondern auch die Hausangestellten. Ein Roman der sowohl den technischen Fortschritt thematisiert als auch die Umbrüche in der Gesellschaft im Dreikaiserjahr.

Die Entwicklung des Nieder-Fahrrads steht ebenso dafür wie das Automobil, welches die Pferdekutschen ablöst.

Mir hat die Geschichte rund um Felicitas und den jungen Ingenieur Lorenz gut gefallen. Meine Lieblingsfigur war definitiv Tante Apollonia, sie bringt zum Ende noch einmal richtig Würze in das Geschehen und ein jahrelanges Geheimnis wird aufgedeckt. Ein Vater, der sein geschäftliches Vorankommen und seine Stellung in der Gesellschaft über die Belange seiner Familie stellt, konnte mir leider nur unsympathisch sein.

Der Roman lässt sich sehr gut und flüssig lesen und besticht vor allen Dingen durch die Dichte der Erzählung, denn der Zeitrahmen der Erzählung sind lediglich wenige Monate. Sehr gut haben mir die unterschiedlichen Perspektiven gefallen, so konnte man den Figuren sehr nahe sein. Ebenfalls überzeugend ist in meinen Augen die Komposition des Romans, der Spannungsbogen ist sehr gut ausgebaut, die verschiedenen Perspektiven bereichern einander und die Sprache ist dem Roman angemessen, ohne zu sperrig zu sein.

Ein historischer Roman für alle, die gerne tief in die Geschichte eintauchen und während des Lesens noch das eine oder andere Detail lernen möchten. So ging es zumindest mir in diesem Buch und ich haben diesen Roman mit sehr großem Interesse und Freude gelesen.

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