Bis zu diesem 15. Band kannte ich Mama Muh nur vom Hören-Sagen. Jetzt muss ich dem Kind schleunigst andere Teile dieser Reihe besorgen.
Beim ersten Vorlesen sind uns ein paar Details suspekt vorgekommen.
Wir waren zum Beispiel etwas verwundert darüber, dass Mama Muh Fahrrad fahren kann, weil es auf den meisten Seiten gar nicht so wirkt, als würden die Tiere vermenschlicht.
Auch, dass Mama Muh dann tatsächlich auf den Baum klettert und Krähe besucht, die dann auch noch ein vollmöbliertes Nest hat, war uns auf den ersten Blick nicht ganz geheuer.Doch dann haben wir über die Geschichte gesprochen, haben die Bilder bewundert, die in jeder Situation die Gefühle der Tiere widerspiegeln, und uns augenblicklich verliebt.
Mama Muh ist ein liebevoller Charakter. Zumindest meistens. Denn auch sie trägt Vorurteile mit sich herum. Doch vor allem ihre Empathie kommt zum Tragen.
Krähe hingegen wirkt nicht so sympathisch (auf den ersten Blick). Sie ist oft mürrisch, manchmal sogar richtig verletzend.
Am Schluss gibt es jedoch ein Happy End und Kinder (und Erwachsene) nehmen ganz viel aus den Zeilen mit.
Leider ergeht es meinem Kind nämlich auch manchmal so. Wir leben außerhalb der Großstadt, auf dessen Schule sie geht. Dadurch ist es immer ein wenig schwierig, Playdates auszumachen. Wir geben uns größte Mühe, den Leuten entgegenzukommen. Leider beruht dies oft nicht auf Gegenseitigkeit. Dann ist mein Kind traurig, dass von den anderen nicht auch mal was kommt und dass man sehr oft nachfragen muss, wann der Gegenbesuch denn nun mal stattfinden wird.
Mit dieser Geschichte bestärke ich sie darin, dass sie gut ist, wie sie ist. Dass es nicht an ihr liegt, wenn die Erwachsenen sich einfach nicht organisiert kriegen. Und dass nicht immer alles so ist, wie es auf den ersten Blick scheint.
„Mama Muh - Willst du mein Freund sein?“ darf bei uns erstmal nicht wieder ausziehen. Mein Kind mag es zu sehr.
©2025 Mademoiselle Cake