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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.03.2017

SEHR GELUNGEN

Sweetgirl
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Nachdem ihre Drogensüchtige Mutter sie schon einige Tage im Stich gelassen hatte, beschließt die 16 Jährige Percy sich auf die Suche nach ihr zu machen. Angeblich haust sie beim Drogendealer Shelton, doch ...

Nachdem ihre Drogensüchtige Mutter sie schon einige Tage im Stich gelassen hatte, beschließt die 16 Jährige Percy sich auf die Suche nach ihr zu machen. Angeblich haust sie beim Drogendealer Shelton, doch dort angekommen findet Percy nicht ihre Mutter, sondern einen toten Hund und ein halberfrorenes, völlig verwahrlostes Baby. Percy tut das einzig Richtige, schnappt sich das Baby (Jenna) und flieht damit zu einem Freund ihrer Mutter, während die Eltern des Kindes völlig zugedröhnt im Wohnzimmer liegen. Durch den Blizzard schafft Percy es zu Portis, dem Mann der einer Vaterfigur für sie wohl am nächsten ist. Beide beschließen sich durch den Sturm zum weit entfernten Krankenhaus zu kämpfen, damit das Kind noch eine Chance erhält. Gleichzeitig macht sich nun auch Shelton auf den Weg um das "gestohlene" Baby mit allen Mitteln wieder zurück zu bekommen.

Der Klappentext verspricht: witzig, herzzerreißend und wahrhaftig." Herzzerreißend - ja zu hundert Prozent. Aber witzig? Für mich nicht eine Sekunde lang. Dafür war die Situation viel zu schrecklich. Die Protagonisten müssen sich durch so viele Hindernisse kämpfen, Verluste erleiden und Ängste durchleben und das alles mit einem Neugeborenen im Schlepptau, da vergeht einem das Lachen eher. Percy ist ein unheimlich starker Charakter und Portis steht ihr da in nichts nach. Die Dialoge zwischen den beiden sind hitzig, aber immer sympathisch. Auch Shelton auf seinem Weg immer weiter in den Abgrund zu begleiten, kann einen ganz schön mitnehmen. Irgendwie hat er das Herz doch am richtigen Fleck, aber durch seinen Drogensumpf geht er die Geschichte natürlich völlig falsch an. Das Buch nimmt einen von der ersten Seite an gefangen. Die Sätze sind kurz und knackig und so behält die Handlung auch ein ganz schönes Tempo. Die vielen Dialoge machen es sehr lebhaft. Man kann mit den Protagonisten mitfiebern und sieht sie beinahe durch den eisigen Schnee stapfen.
Volle Leseempfehlung von mir!

Veröffentlicht am 22.03.2017

beeindruckend

Das geträumte Land
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Jende Jonga hat es endlich geschafft. Der Einwanderer aus Kamerun bekommt einen Job als Chaffeur bei der wohlhabenden Familie Edwards. Auch seine Frau Neni und den gemeinsamen kleinen Sohn hat Jende inzwischen ...

Jende Jonga hat es endlich geschafft. Der Einwanderer aus Kamerun bekommt einen Job als Chaffeur bei der wohlhabenden Familie Edwards. Auch seine Frau Neni und den gemeinsamen kleinen Sohn hat Jende inzwischen nach Amerika geholt. Es scheint alles gut zu werden, der amerikanische Traum zum greifen nah. Doch Jendes Papiere laufen ab, trotz eines Anwalts bekommt er keine Greencard und droht ausgewiesen zu werden.

Imbolo Mbue schafft in ihrem beeindruckenden Roman ein faszinierendes Gesellschaftsbild. Der Kontrast zwischen der amerikanischen und der Kameruner Kultur ist unheimlich bildhaft dargestellt. Man findet ihn in der Art der Protagonisten zu denken, in ihren Beziehungen zueinander, darin, wovon die Familien träumen und was sie zu erreichen suchen, und der Rolle von Mann und Frau. Die Charaktere sind durchwegs sympathisch, auch wenn sie ihre dunklen Seiten haben, kann man ihre Beweggründe doch nachvollziehen, sich mit ihnen freuen oder bangen. Gerade die taffe Nani, die so sehr von ihrem Studium und dem Apothekerberuf träumt, habe ich besonders ins Herz geschlossen. Sie kämpft unermüdlich für ihre Familie und lässt sich auf der anderen Seite völlig von ihrem Mann fremdbestimmen, sodass man sie nur noch in Schutz nehmen will. Die beiden machen auf ihrem Weg eine starke Entwicklung durch, ihr Wunsch in Amerika zu leben ist riesig, doch die Bürokratie der Einwanderunspolitik bring sie zur Verzweiflung und fordert ihre Opfer.
Die Autorin erzählt sehr lebhaft aus verschiedenen Sichten, sowohl der der Familie Edwards, als auch der Jongas. Tragik und Humor wechseln sich ab. So hat mich der Roman wirklich berührt und nachdenklich zurückgelassen. Ich kann jedem nur empfehlen, dieses Buch zu lesen.

Veröffentlicht am 01.02.2026

gute Unterhaltung

Der Boss – Ist er ein Monster oder ein Genie?
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Nach einer durchfeierten Nacht landet Natalies beste Freundin im Koma. Die Ärzte tippen auf ein Nervengift, das schwere Gehirnschäden verursachen kann. Natalie ist überzeugt, dass der Kryptounternehmer ...

Nach einer durchfeierten Nacht landet Natalies beste Freundin im Koma. Die Ärzte tippen auf ein Nervengift, das schwere Gehirnschäden verursachen kann. Natalie ist überzeugt, dass der Kryptounternehmer Geoffrey Rosenberg dafür verantwortlich ist. Kurzerhand nimmt die eine Stelle in Geoffreys Haus an. Kann Natalie seine Schuld beweisen, oder ist sie sein nächstes Opfer?

Es war nicht der spannendste oder düsterste Psychothriller, den ich je gelesen habe. Aber er hat mich gut unterhalten. Mir war relativ klar, worauf die Geschichte hinausläuft und wer nun der Schuldige ist. Der große Plottwist war es für mich nicht. Trotzdem, die Story war gut geschrieben, knackig, mit Gedankeneinschüben des Täters, sodass ich das Buch schnell und gerne gelesen habe.

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Veröffentlicht am 03.01.2026

solider Thriller für die Wintermonate

Eisnebel
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Theo und Connor sind frisch verlobt. Es gibt nur einen Haken - seine Familie ist unfassbar reich und ziemlich wählerisch, was Connors zukünftige Braut angeht. Als Theo und Connor zum einsam gelegene Ferienanwesen ...

Theo und Connor sind frisch verlobt. Es gibt nur einen Haken - seine Familie ist unfassbar reich und ziemlich wählerisch, was Connors zukünftige Braut angeht. Als Theo und Connor zum einsam gelegene Ferienanwesen der Daltons reisen, um dort die Familie kennen zu lernen, beschleicht Theo ein seltsames Gefühl der Vertrautheit. Gleichzeitig bekommt sie immer wieder mysteriöse Warnungen, das Anwesen zu verlassen. Welche Geheimnisse liegen auf Idlewood begraben?

Das Setting in diesem Thriller ist großartig. Einsame, aber luxuriöse Berghütten, verschneite Wälder, Jagdausflüge, unpassierbare Straßen… Das klingt doch nach einem guten Winternervenkitzel oder?
Die Atmosphäre ist schön düster und bedrohlich. Die einzelnen Figuren haben alle sehr ausgeprägte Charaktere und offensichtlich etwas zu verbergen.
Für meinen Geschmack war das Geheimnis jedoch zu schnell gelöst, was die Spannung für mich etwas rausgenommen hat. Natürlich musste noch geklärt werden, wie es damals alles in einander verwoben war und wer wirklich Schuld auf sich geladen hatte - aber insgesamt hat mir hier ein bisschen Action gefehlt, um wirklich Nervenkitzel aufkommen zu lassen.

Insgesamt ein solider, relativ unblutiger Familienthriller. Hat Spaß gemacht, aber war kein Highlight für mich.

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Veröffentlicht am 13.01.2025

nicht wie erwartet

The Tearsmith
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Nica und Rigel sind beide in einem Heim aufgewachsen. Nica hat ihre Eltern früh verloren und wird mit ihrem Herz für kleine Krabbeltiere schnell als Außenseiterin abgestempelt. Rigel durfte seine Eltern ...

Nica und Rigel sind beide in einem Heim aufgewachsen. Nica hat ihre Eltern früh verloren und wird mit ihrem Herz für kleine Krabbeltiere schnell als Außenseiterin abgestempelt. Rigel durfte seine Eltern nie kennen lernen und kämpft seit seiner Kindheit mit dem Gefühl von niemandem gewollt zu sein. Im Heim lebt Nica in ständiger Angst von Rigel drangsaliert zu werden. Als Nica schon beinahe volljährig ist, geht ihr größter Wunsch in Erfüllung: Eine Familie möchte sie bei sich aufnehmen und adoptieren, der Haken dabei: auch Rigel wird Teil ihres neuen Lebens sein und könnte alles zu Nichte machen, wenn Nica es nicht schafft einen Zugang zu ihm zu finden.

Die Handlung wird aus den Perspektiven der beiden Protagonisten erzählt, was einen tiefen Einblick in die Gefühlswelt und die Hintergründe der Beiden ermöglicht. Währen Nica für ihr Alter eher naiv und unsicher wirkt, aber mit der Zeit lernt, sich in ihre neue Umgebung einzufinden und zu wachsen, ist Rigel die meiste Zeit über wütend und verletzend. Er stößt Nica immer wieder von sich und ist sehr unnahbar. Leider war er zeitweise so dramatisch und verbohrt, dass ich ihn nicht für glaubwürdig halten konnte. Viel sympathischer waren mir die Nebencharaktere, besonders Nicas neue Freundinnen, die ihr helfen sich zurecht zu finden und auch ihre neuen Eltern sind wirklich liebenswürdig. Insgesamt ist Nicas und Rigels Geschichte sehr düster und emotional. Es werden bedrückende Aspekte wie eine traumatische Kindheit thematisiert und natürlich wie die beiden damit umzugehen zu versuchen. Leider wiederholen sich auf den knapp 700 Seiten bestimmte Abläufe und Dialoge, sodass es gerade in der ersten Buchhälfte etwas langatmig zu lesen war. Ich war auch durch die Bezeichnung „mystery Romance“ und die einleitende Legende über den Tränenmacher zu Beginn auch völlig auf dem falschen Dampfer und hatte eine ganz andere Erwartung an das Buch. Ich habe immerzu gerätselt, ob Rigel nun noch übernatürliche Fähigkeiten entwickelt und sich als der Tränenmacher herausstellt – aber tja mysteriös war nun letztendlich nicht. Insgesamt fand ich es aber eine schöne, düstere Liebesgeschichte mit starker Charakterentwicklung und wirklich gut zu lesen.

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