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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.01.2025

Cybermobbing mit Folgen

Was wir nicht kommen sahen
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Katharina Seck setzt sich in ihrem Roman 'Was wir nicht kommen sahen' mit den grausamen Folgen von anonymen Cybermobbing und Cyberangriffen im Internet intensiv und gleichzeitig sensibilisierend auseinander. ...

Katharina Seck setzt sich in ihrem Roman 'Was wir nicht kommen sahen' mit den grausamen Folgen von anonymen Cybermobbing und Cyberangriffen im Internet intensiv und gleichzeitig sensibilisierend auseinander. Sie nimmt ein wichtiges, aktuelles Thema auf, der Frauenhass in den sozialen Netzwerken durch feige, anonyme, aggressive Verleumdungen in dem Mittelpunkt der Handlung stellt.
Die Geschichte wird in drei Handlungsstränge erzählt. Aus der Sichtweise der Mutter Jenny erfahren wird wie Eltern den schmerzlichen Verlust eines Kindes aufarbeiten, wie sie Stück für Stück versuchen die Ursachen ihres Versagens zu ergründen und zu begreifen. Insbesondere Jenny arbeitet sich immer tiefer ein in die Welt ihrer Tochter und entdeckt dabei unfassbare, für sie schwer zu verarbeitende Hasstiraden, der ihre Tochter Ada tagtäglich ausgesetzt war. Ada selbst erzählt wie sich die Geschichte entwickelt hat, wie sich das zerstörende Umfeld verselbständigt hat und für sie immer bedrohlicher wurde. Schließlich bekommen wir auch einen Einblick in die Beweggründe der Angreifer und lernen ihr soziales Umfeld kennen.
Feinfühlig aber ungeschönt werden wir mit einer Geschichte konfrontiert, die unter die Haut geht, die Fragen nach dem Warum aufwirft und mögliche Antworten liefert, die nachdenklich stimmt bezüglich eines verantwortungsvollen zwischenmenschlichen Miteinander.
Ich empfehle diesen Roman sehr gern, der wachrüttelt und Signale setzt.

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Veröffentlicht am 17.01.2025

Krisenbewältigung

Man kann auch in die Höhe fallen
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Joachim Meyerhoff braucht eine Auszeit. In Berlin fühlt er sich nicht wirklich zu Hause. Seine Batterien sind leer. Die Nachwirkungen seines Schlaganfalls lassen ihn nicht zur Ruhe kommen. Er braucht einen ...

Joachim Meyerhoff braucht eine Auszeit. In Berlin fühlt er sich nicht wirklich zu Hause. Seine Batterien sind leer. Die Nachwirkungen seines Schlaganfalls lassen ihn nicht zur Ruhe kommen. Er braucht einen Tapetenwechsel, um endlich seinen Schreibblockaden entgegenzutreten. So beschließt er seiner sechsundachtzigjährigen Mutter, die in Schleswig-Holstein auf dem Land lebt, hilfreich unter die Arme zu greifen. Doch die agile, schlagfertige Frau kommt bestens allein zurecht, gestaltet ihren Alltag wunderbar ausgefüllt. Das Verhältnis zwischen beiden ist immer sehr nah gewesen. Doch nun braucht es eine Weile bis sich das Zusammensein zurecht geruckelt hat.
Joachim Meyerhoff berichtet in seinem autobiografischen Roman 'Man kann auch in die Höhe fallen' über merkwürdige Begebenheiten in seinem Leben, die in ihrer Tragik meist einen Touch von Komik besitzen. Anekdoten aus seinem Theaterleben lassen aufhorchen und beleben den Roman durch allzu menschliche Ereignisse. Und nicht zuletzt besticht die liebenswerte Mama durch ihr resolutes Auftreten.
Ich empfehle das Buch sehr gern.

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Veröffentlicht am 15.01.2025

Mit dem Blick nach vorn

Mut trotz Krise
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Krisen, Katastrophen sind die kleinen und großen Herausforderungen des Alltags, die neben Beruf, Familie, Freunden und Haushalt die Nerven an manchen Tagen unerträglich strapazieren. Die Folgen sind Überforderung, ...

Krisen, Katastrophen sind die kleinen und großen Herausforderungen des Alltags, die neben Beruf, Familie, Freunden und Haushalt die Nerven an manchen Tagen unerträglich strapazieren. Die Folgen sind Überforderung, Gereiztheit im schlimmsten Falle Burnout. Das hört sich nicht nach einem erfüllten, ausgeglichenen Lebenswandel an.
Dr. Sabine Nunius setzt sich in ihrem Sachbuch 'Mut trotz Krise' zunächst erst einmal damit auseinander, was wir unter einer Krise zu verstehen haben. Einen herausragenden Anteil für eine realistische Einschätzung von Sachlagen im nationalen aber auch im internationalen Geschehen haben unsere Medien. Es ist sowohl eine Vertrauensfrage aber auch ein kritisches Hinterfragen notwendig, um die gelieferten Informationen einzuschätzen und persönlich zu verarbeiten. Ein achtsamer Umgang mit der Wirkung auf unseren Körper und unsere Psyche ist notwendig, um unschöne Überforderungen zu verhindern.
Anschaulich und informativ führt uns die Autorin durch ihren Ratgeber, der einen klaren Blick auf eine gesunde und zuversichtliche Zukunft richtet.

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Veröffentlicht am 13.01.2025

Fantastischer Roadtrip

Handbuch für den vorsichtigen Reisenden durch das Ödland
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Sarah Brooks nimmt uns in ihrem Romandebüt 'Handbuch für den vorsichtigen Reisenden durch das Ödland' mit auf eine fantastische Zugreise von Peking nach Moskau. Der Transsibirien Express, der einer Festung ...

Sarah Brooks nimmt uns in ihrem Romandebüt 'Handbuch für den vorsichtigen Reisenden durch das Ödland' mit auf eine fantastische Zugreise von Peking nach Moskau. Der Transsibirien Express, der einer Festung gleicht, durchquert 1899 trotz drohender Gefahren wieder das schwer bewachte und mit hohen Mauern umgebene Ödland. Valentin Rostow gibt in seinem dem Buchtitel gleichnamigen Reisehandbuch Hinweise zu einer möglichst unbeschadeten Durchfahrt durch ein Land, in welchem sich die Natur in zunehmendem Maße unkontrolliert entwickelt und so manche Gefahr für Leib und Seele bereithält. Jeder Reisende muss eine Verzichtserklärung gegenüber der Eisenbahngesellschaft unterschreiben, die Ansprüche im Schadens- oder Todesfall ausschließen. Es ist ein außergewöhnliches Abenteuer, in welches sich die illustre Reisegesellschaft aus unterschiedlichen Gründen stürzt. Schon bald treten die ersten Störungen des Normalbetriebs auf und die Nerven liegen blank.
Die Autorin macht uns durch verschiedene Erzählperspektiven immer vertrauter mit den Charakteren der Passagiere aber auch der Zugbegleiter und so manchem fabelhaften Wesen. Wir bekommen schließlich Stück für Stück Einblicke geliefert, die die wahren Beweggründe der Fahrgäste für diese Reise offenlegen. Die Geschichte entwickelt sich stetig, besticht durch ihre atmosphärische Darstellung und den unaufgeregten Schreibstil.
Ich konnte in eine außergewöhnliche Welt eintauchen, war Gast einer aufregenden Reise und mir öffneten sich Räume, die meine Gedanken inspirierten. Ich gebe sehr gern meine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 11.01.2025

Die junge Dichterin

BILLIE »Ich fliege Himmel an mit ungezähmten Pferden«
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Stefan Cordes stellt in seinem Historischen Roman 'Billie' eine junge Frau, fast noch ein Kind, in den Mittelpunkt seiner Geschichte, die Anfang des siebzehnten Jahrhunderts in Greifswald und Umgebung ...

Stefan Cordes stellt in seinem Historischen Roman 'Billie' eine junge Frau, fast noch ein Kind, in den Mittelpunkt seiner Geschichte, die Anfang des siebzehnten Jahrhunderts in Greifswald und Umgebung spielt. Sibylla Schwarz ist die Tochter des Bürgermeisters. Ihre Familie und ihre Freunde nennen sie Billie. Sie ist aufgeweckt, neugierig, lernbegierig und hat ein sehr helles Köpfchen, ganz zum Leidwesen ihres jüngeren Bruders Georg, dem das Lernen so gar keinen Spaß bereiten will. Neben den Pflichten im Haushalt zieht es sie immer wieder in die Bibliothek des Hauses, zu den Büchern, die auf sie eine magische Anziehung ausüben. Das Lesen und Schreiben erlernt sie mit Hilfe ihres großen Bruders. Schon bald übt sie sich in der Dichtkunst, mit dem Wunsch unsterblich zu werden wie die großen Poeten aus längst vergangenen Tagen.
Stefan Codes lässt seine Protagonistin ihre Lebensgeschichte selbst erzählen, vom eintönigen Alltag in der Küche oder bei der Stallarbeit, von den Wirren des Dreißigjährigen Krieges und der Besetzung ihrer Stadt durch die Katholiken, vom Verliebtsein und natürlich von ihrer großen Leidenschaft dem Schreiben, dass ihr in der ausschließlich von Männern dominierten Zeit äußerste schwer gemacht wird. Als Leser fiebert man mit diesem lebenslustigen Teenager, der soviel Kraft und Mut aufbringt, um seine Vorstellungen von einem erfüllten Leben wahrwerden zu lassen. Dieser beeindruckenden Leistung setzt der Autor mit seinem Roman ein Denkmal.
Ich gebe sehr gern meine Leseempfehlung.

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