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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.07.2025

Noch ein wenig Luft nach oben ...

Auf der Lauer liegen
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Gleich zu Anfang erfahre ich als Leserin, dass hier ein Mord geschehen ist, ein Mord, den ein Mann und seine Frau gemeinsam begangen haben. Doch warum? Was steckt dahinter? Warum musste diese junge Frau ...

Gleich zu Anfang erfahre ich als Leserin, dass hier ein Mord geschehen ist, ein Mord, den ein Mann und seine Frau gemeinsam begangen haben. Doch warum? Was steckt dahinter? Warum musste diese junge Frau sterben? Beim näheren Hinschauen merkt man schnell, dass hier nicht alles Gold ist, was glänzt. Während die Fitzsimons‘ in einem vornehmen Haus wohnen, der Ehemann Richter ist, sind die finanziellen Umstände alles andere als rosig. Aber auch die Familie Doyle, eine einfache Arbeiterfamilie aus Dublin hat ihre Probleme mit Geld, Drogen und ungewollten Schwangerschaften. Wie also passt das alles zusammen und warum um Himmels Willen musste die junge Annie sterben?

"Auf der Lauer" war mein erstes Buch der Autorin und wurde mir sehr ans Herz gelegt. Man kennt meine Vorliebe für schwarzen Humor bestens und sollte dieses Buch genau in mein Beuteschema passen. Die Autorin Liz Nugent erzählt die Geschichte im Wechsel aus der Sicht von Lydia – der Frau des Richters, Lawrence – dem Sohn des Richters und Karen – der Schwester des Opfers. Langsam, aber sicher kommen die drei sich auf die ein oder andere Weise näher und der Aufklärung des Verbrechens scheint nichts mehr im Wege zu stehen. Langsam, aber sicher, wird klar, was wirklich damals geschah und nicht nur Karen, sondern auch Laurence erleben die Überraschung ihres Lebens ….

Hört sich spannend an, hatte auch an vielen Stellen durchaus Potential, dennoch finde ich, hier wurden Chancen verschenkt. Dieses Buch der Autorin Liz Nugent konnte mich nicht ganz abholen, dennoch lasse ich es in der Zukunft gerne nochmal auf einen Versuch ankommen. Diesmal vergebe ich mit 3,5 von 5 Sternen nicht ganz die Bestnote, aber das kann sich ja beim nächsten Buch noch ändern.

Veröffentlicht am 18.05.2025

Eine ungewöhnliche Frau ...

Am Horizont der Meere
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Im zarten Alter von 18 Jahren wird bei der junge Russin Helena eine Lungenaffektion diagnostiziert, woraufhin sie sofort nach Davos zur Kur geschickt wird. Die Ruhe und Erholung tut ihr gut. Dort lernt ...

Im zarten Alter von 18 Jahren wird bei der junge Russin Helena eine Lungenaffektion diagnostiziert, woraufhin sie sofort nach Davos zur Kur geschickt wird. Die Ruhe und Erholung tut ihr gut. Dort lernt sie den fast gleichaltrigen Dichter Paul Eduard kennen und die beiden verlieben sich. Es benötigt etwas Überzeugungskraft gegenüber ihren Eltern, aber schließlich heiratet sie ihn, zieht nach Paris und bekommt eine Tochter. Schnell merkt sie jedoch, dass ihr Paul und das Kind nicht genügen, sie will mehr vom Leben. Sie taucht tief ein in den Kreis der Boheme, die abenteuerlich und mutig scheinen. Nach dem Künstler Max Ernst lernt sie den Maler Salvatore Dali kennen, verfällt ihm hemmungslos und zieht schließlich als seine Muse durch die Lande … endlich lebt sie ihren Traum!
Der Roman Unda Hörners rund um Helena, die sich später nur noch Gala nennt, erlaubte mir einen Blick auf das Leben des Künstlermilieus zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Während ich das Eintauchen in diese mir fremde Welt faszinierend fand, konnte mich der Schreibstil leider nicht ganz mitreißen. Ich vergebe somit 3,5 von 5 Sternen, dennoch verbunden mit einer Leseempfehlung an alle die, die die Welt der Dadaisten und Surrealisten mal ein wenig näher kennenlernen möchten. Man jedenfalls mit guten Gewissen behaupten, dass es sich bei Gala um eine außergewöhnlichen Frau handelt!

Veröffentlicht am 23.04.2025

Merkmale einer dysfunktionalen Familie ...

Wo wir uns treffen
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Ich liebe ja komplizierte Familiengeschichten und so sprach mich auch dieser Klappentext sofort an. Ich begebe mich mit Anna Hope auf eine Reise auf die Insel, genauer gesagt in den Süden Englands, nach ...

Ich liebe ja komplizierte Familiengeschichten und so sprach mich auch dieser Klappentext sofort an. Ich begebe mich mit Anna Hope auf eine Reise auf die Insel, genauer gesagt in den Süden Englands, nach Sussex. Hier finde ich mich mit der Familie Brooke auf einem riesigen Anwesen wieder, doch leider ist der Anlass ein trauriger – das Familienoberhaupt Philip Brooke lebt nicht mehr und die Kinder und Enkel treffen sich dort zu seiner Beerdigung. Wer jedoch glaubt, ein solches Event schweißt die drei Geschwister enger zusammen, wird enttäuscht sein. Denn während die älteste Tochter Frannie versucht stark zu sein – sie will das Anwesen ja auch übernehmen und renaturieren – brechen die beiden Jüngeren, Milo und Isa, seelisch und körperlich zusammen. Was hat der Vater kaputt gemacht in dieser mächtigen Familie? Seine Kinder scheinen jedenfalls fürs Leben gezeichnet. Als schließlich noch die vermeintliche Tochter Clara von Vaters Geliebter auftaucht, nimmt die Katastrophe ihren Lauf …

Ich brauchte eine Weile, bis ich mich in dieses Buch eingelesen hatte, aber schließlich schien ich angekommen zu sein auf dem Anwesen und in der Familie. Jeder Protagonist hat sein Päckchen zu tragen und die einen verkraften es besser als die anderen. In dieser Familie stimmte es von Anfang an nicht und keiner will Verantwortung dafür tragen. Während sich mir die Vergangenheit langsam erschließt, taucht noch eine weitere Geschichte von Seiten Clara auf, die mir den Roman schließlich ein wenig verleitete. Somit erhält dieses Buch von mir leider nur 3,5 von Sternen mit einer bedingten Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
Veröffentlicht am 16.03.2025

Wenn Geheimnisse zu schwer wiegen, um sie mit ins Grab zu nehmen ...

Vor hundert Sommern
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Clara, Elisabeth, Anja und Lena … vier Namen, vier Frauen, die in dem neuesten Roman von Katharina Fuchs eine tragende Rolle belegen. Erzählt wird die Geschichte von Clara, einer Frau, die in den 20er/30er ...

Clara, Elisabeth, Anja und Lena … vier Namen, vier Frauen, die in dem neuesten Roman von Katharina Fuchs eine tragende Rolle belegen. Erzählt wird die Geschichte von Clara, einer Frau, die in den 20er/30er Jahren des letzten Jahrhunderts jung war. Sie wurde mit drei Geschwistern in eine Familie an der Armutsgrenze geboren und musste schon früh mit anpacken, um den Familienunterhalt der Familie mitzubestreiten. Während ihre Arbeit als Flaschenwäscherin in der Berliner Brauerei Kindl eine harte ist, versucht sie doch ihr Leben zu genießen und zwackt hier und da etwas für die schönen Dinge im Leben ab. Schnell lernt sie jedoch auch, dass es Menschen gibt, denen es noch viel schlechter geht als ihr selbst und mit ihrer selbstlosen Art hilft sie, wo sie kann. Als sich schließlich mit dem Naziregime die Lage noch weiter zuspitzt, muss auch sie leider feststellen, dass sie an ihre Grenzen stößt.

Ihre Nichte Elisabeth, inzwischen selbst 94 Jahre alt, hat lange geschwiegen zu den Vorkommnissen in der Familie und trägt nun schwer an dieser Last. Nach und nach öffnet sie sich schließlich gegenüber ihrer Tochter Anja und der Enkelin Lena, die während der Erzählungen wie gebannt an ihren Lippen hängen und schnell merken, wie sehr es Elisabeth zu schaffen macht, die Geheimnisse, besonders auch um Elisabeths Vater, aufzudecken.

Doch auch die Gegenwart schreibt in diesem Buch Geschichten und so erfahren wir wie Anja, bedingt durch ihre Arbeit, die Pflege ihrer Mutter, die Wohnungsauflösung derselben und den erneuten Einzug beider Töchter auf einen dicken, fetten Breakdown zuzusteuern zu droht. Während die ältere Tochter Anabel „nur“ ein physisches Problem hat, sitzen die Traumata bei der jüngeren Tochter Lena tiefer. Wie soll Anja das alles bewerkstelligen?

Neben der Familiengeschichte an sich, auf die ich mich sehr gefreut hatte – besonders den Part in der Vergangenheit rund um Clara – findet auch viel Zeitgenössisches den Weg in diesen Roman. Antisemitische Anfeindungen, nicht nur an den Hochschulen an der Tagesordnung sind, und der Konflikt zwischen Israel und dem Gazastreifen sind politisch höchst aktuell und verdienen immer wieder Erwähnung. Aber meiner Meinung nach nicht in diesem Ausmaß in einem Roman, der doch eigentlich Clara und die Vergangenheit im Fokus haben sollte. Bei mir führte es deshalb leider zu einer gewissen Enttäuschung, wenn sich auch das Buch an sich sehr angenehm und flüssig lesen lässt. Eine kleine Bonusfreude hatte ich jedoch, als ich Anna, die kleine Schneiderin aus „Zwei Handvoll Leben“ wieder treffen und somit durch die Heirat Claras mit ihrem Bruder Willy eine kleine Familienführung miterleben durfte. Ich vergebe für „Vor hundert Sommern“ 3,5 Sterne, die ich auf vier Sterne aufrunde. Eine Empfehlung spreche ich aus an alle LeserInnen, die Familiengeschichten lieben und mit der Mischung aus Gegenwart und Vergangenheit gut zurechtkommen. Ich bin gespannt, was sich Katharina als nächstes einfallen lassen wird.

Veröffentlicht am 14.01.2025

Ein Haus im Wechsel der Zeiten ...

Torstraße 1
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Ganz anders als vermutet, aber nicht uninteressiert begleite ich Vicky, Harry, Wilhelm, Martha und natürlich als Hauptpersonen Elsa und Berhard, die beide am gleichen Tag im Jahr 1929 das Licht der Welt ...

Ganz anders als vermutet, aber nicht uninteressiert begleite ich Vicky, Harry, Wilhelm, Martha und natürlich als Hauptpersonen Elsa und Berhard, die beide am gleichen Tag im Jahr 1929 das Licht der Welt erblicken. Für Vicky ist es nicht einfach, denn der Vater der kleinen Elsa darf sich nicht zu ihr bekennen und so muss sie Kindererziehung, ihre Arbeit und vor allem die Vorurteile der Menschen um sie herum allein unter einen Hut bringen. Auch für Wilhelm ist es nicht immer leicht, denn seine Frau leidet unter Depressionen und so muss auch er viel jonglieren, um das Leben seiner kleinen Familie zu managen. Ganz unschuldig hingegen scheint die besondere Freundschaft, die Elsa und Bernhard verbindet, sie ahnen noch nichts von den Kämpfen, die ihre Eltern auszufechten haben. Über die Jahre jedoch verlieren sie sich aus den Augen und auch das schöne Gebäude in der Torstraße 1 muss immer wieder Änderung über Änderung über sich ergehen lassen. Viele Jahre gehen ins Land, bis sich die beiden Wahlgeschwister schließlich wieder sehen dürfen, viele Tränen werden vergossen, viele Kinder werden geboren und die Politik scheint willkürlich über alle verfügen zu wollen. Eine spannende Reise in die Vergangenheit nimmt ihren Lauf …

Während das Kaufhaus Jonass, das in der Torstraße 1 im Osten Berlin als „Kreditkaufhaus auf Pump“ zu Anfang der Geschichte noch sehr im Mittelpunkt steht, tritt es mit jeder Seite, die im umblätterte, immer mehr in den Hintergrund. Im Vordergrund steht die Geschichte um die teilnehmenden Charaktere, wobei ich gestehen muss, dass es mir beim Lesen immer schwerer fiel, den Zugang zu ihnen zu finden. Verwirrend fand ich zudem die Namensähnlichkeit von Elsa, Elisa und wie hieß nochmal die Dritte? Schade, ich hatte mir hier eine flüssigere Geschichte versprochen und vergebe hier diesmal leider nur 3,5 von 5 Sternen. Aber macht euch selbst ein Bild, vielleicht bin ich ja auch ein wenig zu kritisch?