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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.01.2025

Spannung pur

Alstergrab
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Ein Wissenschaftskongress in Hamburg wird von verstörenden Verbrechen überschattet. Forscher werden gefoltert und ermordet, weitere werden entführt. Dr. Elias Hopp, Janne Bakken und der LKA-Profiler Zillinski ...

Ein Wissenschaftskongress in Hamburg wird von verstörenden Verbrechen überschattet. Forscher werden gefoltert und ermordet, weitere werden entführt. Dr. Elias Hopp, Janne Bakken und der LKA-Profiler Zillinski tauchen bei ihren Ermittlungen tief in die Welt eines Zukunftsszenarios ein. Und sie müssen sich beeilen - es geht nicht nur um das Leben der Geiseln!

Mit "Alstergrab" hat Leo Hansen den dritten Band seiner Krimiserie aus Hamburg geschrieben. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, kann man dieses Buch auch gut ohne Vorkentnisse lesen. Leo Hansen flicht immer wieder wichtige Details zu seinen Hauptcharakteren in die Handlung ein, so daß man sie als Neuleser sehr gut kennenlernt und ihre Eigenheiten versteht. Allerdings wäre es sehr schade, wenn man die ersten zwei Bände nicht lesen würde. Nebenbei bereitet "Alstergrab" so viel Lesespaß, daß man automatisch alle Bücher lesen wollen wird. Dieses Buch fesselt von der ersten Seite an und läßt den Leser nicht mehr los. Leo Hansen hält die Spannung kontinuierlich hoch und bietet zum Schluß noch einmal einen richtigen Kracher, der alle Fragen auflöst und stimmig ist. Seine drei bekannten Charaktere Elias, Janne und Zille sind hier wieder mit dabei und zeigen, wie perfekt sie aufeinander eingespielt sind. Neue Charaktere fügen sich erst nach und nach ein und die anfänglichen Querelen haben durchaus unterhaltungswert. Aber auch sie schaffen es, sich in die Gemeinschaft zu integrieren. Was mir wieder sehr gut gefallen hat, ist das hanseatische Flair. Hamburg wird hier toll beschrieben und der Funke fliegt über - man fühlt sich, als wenn man selbst in der Hansestadt wäre!

Mir hat dieser Krimi wieder richtig gut gefallen und kann ihn jedem empfehlen!

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Veröffentlicht am 22.01.2025

Menschlich und voller Feingefühl erzählt

Vielleicht hat das Leben Besseres vor
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Die Pastorin Anna von Betteray hat mit ihrer Gemeinde in der Kleinstadt Veen am Niederrhein alle Hände voll zu tun. Auch ihre Familie hält sie immer auf Trab. Vor allem ihre Mutter Mechthild ist oft nicht ...

Die Pastorin Anna von Betteray hat mit ihrer Gemeinde in der Kleinstadt Veen am Niederrhein alle Hände voll zu tun. Auch ihre Familie hält sie immer auf Trab. Vor allem ihre Mutter Mechthild ist oft nicht einfach, denn sie will Anna unbedingt verkuppeln - am besten mit einem Mann von Adel. Die lebenslustige Großtante Ottilie lebt in einer Seniorenresidenz und hat gerade zum fünften Mal geheiratet. Annas Schwester Maria hat zwar nach dem Willen der Mutter einen alten Grafen geheiratet, der hat aber krumme Geschäfte gemacht und sitzt hinter Gittern. Seitdem hat Maria Suchtprobleme und hat ihren Sohn Sascha bei Anna in Obhut gegeben. Da kommt es in der Gemeinde zu einem Unglücksfall. Die geistig behinderte Raffaela wurde bewusstlos aufgefunden und liegt im Koma. Niemand weiß genaues, aber die Gerüchte sind schnell gestreut. Es kommen alte Vorurteile auf, die schon lange vergessen geglaubt waren. Jetzt ist Annas Hilfe gefragt - als Pastorin, aber auch als Freundin.

Der Roman "Vielleicht hat das Leben besseres vor" hat mich sehr bewegt. Anne Gesthuysen schreibt ihre Geschichte immer so voller Herzenswärme, da taucht man richtig in die Handlung mit ein. Man versteht sofort die Schuldgefühle von Raffaelas Mutter. Obwohl man genau erkennt, daß sie Fehler macht, kann man nicht sagen, ob man es besser gemacht hätte. Doch so problembeladen die Handlung auch ist, die Geschichten um die Gemeindemitglieder sind oft zum Lachen, manchmal auch zum Kopfschütteln über so viel Intoleranz. Anne Gesthuysen beschreibt das Leben so, wie es nun einmal ist. Die Höhen und Tiefen in der Familie der Pastorin werden von ihr sehr einfühlsam erzählt. Man bekommt das Gefühl, daß diese Familie solche Krisen braucht, um ihren Zusammenhalt wiederzufinden. Nur dann erkennen sie, daß sie einander brauchen. Dieser Roman ist mit feiner Feder geschrieben und liest sich absolut wohltuend.

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Veröffentlicht am 21.01.2025

Könnte von Agatha Christie stammen

Der Cocktailmörderclub
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Die berühmte Krimiautorin Agatha Christie und ihr Detection Club veranstalten in Listleigh eine Wohltätigkeitsveranstaltung. Selbstverständlich übernimmt Agathas Haushälterin Phyllida Bright die Organisation. ...

Die berühmte Krimiautorin Agatha Christie und ihr Detection Club veranstalten in Listleigh eine Wohltätigkeitsveranstaltung. Selbstverständlich übernimmt Agathas Haushälterin Phyllida Bright die Organisation. Als Höhepunkt soll der beste Kurzkrimi der Hobbyautoren des Listleigh-Mordclubs ausgewählt werden. Doch gleich bei dem Empfang zur Eröffnung stirbt ein Gast durch einen vergifteten Cocktail. Weil Phyllida schon einmal einen Mordfall im Haus von Agatha Christie gelöst hat, übernimmt sie sofort auch die Ermittlungen zu diesem Giftmord. Ganz nach Art von Hercule Poirot, Phyllidas großem Vorbild, geht sie den vielen Spuren nach. Doch der Mörder ist sehr raffiniert und führt die Polizei auf falsche Fährten. Nur Phyllida läßt sich nicht täuschen. Obwohl sie bei ihren Ermittlungen in Lebensgefahr gerät, löst sie natürlich auch diesen verzwickten Fall.

Collleen Cambridge hatte eine überaus witzige Idee. Sie läßt in ihrer Krimireihe die Haushälterin von Agatha Christie die Fälle lösen. Natürlich kommen auch die große Dame des englischen Krimis und ihr Ehemann darin vor. In dem Buch "Der Cocktailmörderclub" bekommen sogar die anderen Krimiautoren wie Dorothy L. Sayers und G. K. Chesterton ihren Auftritt. Die Geschichte ist ebenso spannend wie amüsant. Die verschiedenen Charaktere werden sehr lebensnah beschrieben und auch die weniger liebenswerten Menschen kommen nicht so unsympathisch daher, daß man sie verachten könnte. Wie in einem typisch englischen Krimi üblich, ist der Fall sehr wendungsreich und nicht einfach gestrickt. Man muß schon gut mitdenken, um dem Täter auf die Spur zu kommen. Dieses Buch ist so toll geschrieben, es hätte genau so gut aus der Feder von Agatha Christie persönlich stammen können.

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Veröffentlicht am 15.01.2025

Toller Serienstart

KRIPO SYLT - Mörderische Brandung
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Johannes Falkenberg, ein renommierter Schriftsteller, wird tot auf der Insel Sylt aufgefunden. Hauptkommissarin Nele Petersen und ihr Kollege Ole Schiller beginnen intensiv zu recherchieren, stoßen dabei ...

Johannes Falkenberg, ein renommierter Schriftsteller, wird tot auf der Insel Sylt aufgefunden. Hauptkommissarin Nele Petersen und ihr Kollege Ole Schiller beginnen intensiv zu recherchieren, stoßen dabei jedoch auf Schweigen, denn die Wahrheit wird von mehreren Seiten versucht zu verschleiern. Nele und Ole geraten bei ihren Nachforschungen immer mehr selbst in Gefahr. Ob sie weitere Morde verhindern können?

Lea Jansen läßt nun mit "Kripo Sylt - Mörderische Brandung" auf Sylt morden. Nach ihren tollen Krimis rund um die Kieler Förde war ich sehr gespannt auf diese neue Serie. Und sie hat mich auch hier voll überzeugt! Von Beginn an ist man mitten im Geschehen und kann das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen. Hier wird ein Mord in der Gegenwart geschickt mit einem Fall aus der Vergangenheit verwebt, so daß man gleich bei zwei Fällen miträtseln kann, was die Spannung natürlich ebenfalls verdoppelt. Durch zahlreiche unvorhersehbare Wendungen steht man regelmäßig vor ganz neuen Fakten und muß seine bisherigen Gedanken neu ordnen. Mit Nele Petersen hat Lea Jansen eine sehr sympathische Kommissarin geschaffen, die sehr natürlich erscheint. Sie hat ihre privaten Probleme, die jedoch die Handlung nicht dominieren, sondern in einem ausgewogenen Verhältnis dazu stehen. Ebenso wie die Ostseekrimis besticht auch "Kripo Sylt" durch einen herrlichen Schauplatz. Die Autorin vermittelt das Rauhe der Nordsee und die Schönheit Sylts auf sehr bildhafte Art. Hier schmeckt man die salzige Luft fast schon auf jeder Seite und hat das Gefühl, als ob man selbst vor Ort wäre.

Ich kann diese neue Serie wirklich sehr empfehlen und bin gespannt, wie es mit der Kripo Sylt weitergeht!

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Veröffentlicht am 14.01.2025

Ein ganz besonderes Buch

Für immer
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Ein scheinbar gewöhnlicher Tag im Juni verändert das Leben der Menschen. Scheinbar bleibt die Zeit stehen, niemand stirbt mehr oder wird geboren. Das neue Lebensgefühl verändert die Menschen. Einige feiern ...

Ein scheinbar gewöhnlicher Tag im Juni verändert das Leben der Menschen. Scheinbar bleibt die Zeit stehen, niemand stirbt mehr oder wird geboren. Das neue Lebensgefühl verändert die Menschen. Einige feiern diesen neuen Zustand, schmieden neue Pläne und werden Unternehmungslustig, andere sehen es kritisch und sorgenvoll. Kurios: während für die Menschen die Zeit stehengeblieben ist, läuft sie für die Natur unverändert weiter.

"Für immer" von Maja Lunde ist ein Buch der Extraklasse. Sie verwebt hier die Geschichten mehrerer Menschen, für die das Leben nicht mehr so ist, wie es einmal war. Zu Beginn meint man, die einzelnen Handlungsstränge wären unabhängig voneinander, jedoch verwebt Maja Lunde sie im Laufe der Handlung so, daß sie zu einer stimmigen Handlung zusammenfließen. Die Charaktere sind vielseitig und authentisch dargestellt. Es gibt diejenigen, die das Schicksal annehmen und positives daraus ziehen, die Skeptiker, die sich nicht einfach in die Situation einfügen und natürlich auch diejenigen, die man als Querdenker bezeichnen kann. So wäre es wohl in der Realität in dieser Situation auch! Maja Lunde schreibt auch in diesem Buch sehr einfühlsam und anschaulich. Man versteht die Handlung und kann ihr gut folgen. Ihr Schreibstil bewegt auch hier und geht sprichwörtlich unter die Haut. Auch mit diesem Buch regt sie zum Nachdenken an. Denn man fragt sich am Ende des Buches automatisch, wie man selbst auf die Situation reagieren würde, seine Zeit gestalten würde und ob man sein persönliches Jetzt nicht besser gestalten könnte.

Absolute Empfehlung für alle, die ein ganz besonderes Buch suchen!

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