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Veröffentlicht am 29.07.2018

Drehbuch

A Stranger in the House
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Karen gilt eigentlich als vorsichtige Autofahrerin. Dennoch rast sie eines Nachts mit ihrem Wagen frontal in einen Laterenmast. Es stellt sich heraus, dass sie überstürzt zu Hause aufgebrochen ist. Doch ...

Karen gilt eigentlich als vorsichtige Autofahrerin. Dennoch rast sie eines Nachts mit ihrem Wagen frontal in einen Laterenmast. Es stellt sich heraus, dass sie überstürzt zu Hause aufgebrochen ist. Doch an den Grund für all das vermag sich Karen beim Erwachen im Krankenhaus nicht zu erinnern. Sie und ihr Mann Tom sind ratlos. Zudem gerät Karen auch noch unter Mordverdacht, denn in der Nähe ihres Unfalls werden eine Männerleiche und Karens Gummihandschuhe entdeckt. Selbst Tom beginnt an seiner Frau zu zweifeln. Und kann Karen sich selbst trauen?

Eigentlich ein wunderbarer Stoff für einen spannenden Thriller und eine Handlung, die geradezu nach einer Verfilmung ruft. Die Riege der Protagonisten ist kammerspielartig klein und wird nur noch ergänzt durch zwei Detectives sowie die Nachbarn Brigid und Bob.

Eine Verfilmung scheint mir auch die Autorin im Sinn gehabt zu gaben, hatte ich doch stetig das Gefühl, eher einem Drehbuch zu folgen als einem Roman. Hier gibt es keinen überflüssigen Satz, was auf Kosten der atmosphärischen Dichte, der Figurenzeichnung und des Mitfieberns geht. Man rast förmlich durch die Seiten, die Spannung wird gehalten, doch gleichzeitig wirkt alles bedauernswert steril und schnell runtergeschrieben. Leider kein Vergleich zu einem seitenstarken Pageturner wie etwa "Gone Girl".

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  • Figuren
  • Spannung
  • Psychologie
Veröffentlicht am 14.05.2019

Nichts gewonnen

All das zu verlieren
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Leider hat mich dieser kurze Roman nicht erreicht und ich habe durch die Lektüre nichts gewonnen.

Eher fassungslos bin ich den Erlebnissen Adèles gefolgt. Sie ist eine Frau, der es nach eigenem Bekunden ...

Leider hat mich dieser kurze Roman nicht erreicht und ich habe durch die Lektüre nichts gewonnen.

Eher fassungslos bin ich den Erlebnissen Adèles gefolgt. Sie ist eine Frau, der es nach eigenem Bekunden gefallen würde, sich den ganzen Tag für ihren Mann zu schmücken und ihn zu erwarten. Schon das fand ich seltsam. Warum sie aber einen Arzt geheiratet hat, den sie nicht liebt, einen Sohn geboren hat, ohne Kinder zu wollen, wahllos mit jedem Mann ins Bett geht, obwohl sie diese Männer eigentlich abstoßend findet, hat sich mir nur wenig erschlossen. Es hat mir auch keine große Lesefreude bereitet. Eine schlimme Kindheit wird angedeutet, wieder einmal, wie in so vielen Büchern, die dieses Elend wohl erklären soll.

Abschließend lässt die Autorin ihre Leserinnen und Leser mit einem offenen Ende allein. 218 Seiten Ratlosigkeit. Für 22 € schon ein anspruchvolles Preisleistungsverhältnis!

Veröffentlicht am 18.01.2025

Selbstbezogen

Wolkig im Kopf
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Gründe, wolkig im Kopf zu sein, gibt es eigentlich viele: Wechseljahre Alter, Überlastung, Depression, Medikamente usw.

In ihrem Ratgeber führt Psychologin Jennifer Subke diesen Zustand hauptsächlich ...

Gründe, wolkig im Kopf zu sein, gibt es eigentlich viele: Wechseljahre Alter, Überlastung, Depression, Medikamente usw.

In ihrem Ratgeber führt Psychologin Jennifer Subke diesen Zustand hauptsächlich auf Stress und Trauma zurück, wobei die beispielhaft aus dem eigenen Erleben geschilderten Traumata eher mikroskopisch sind und nicht dem entsprechen, was Laien zu traumatischen Ereignissen in den Sinn kommt, nämlich Elebnisse rund um Verlust, Krankheit, Gewalt oder Tod.

Den Anfsng des Buches fand ich noch vielversprechend. Bald habe ich aber immer mehr Irritation empfunden.

Das begann schon damit, dass sich die Autorin zu Beginn jedes Kapitels selbst zitiert, anstatt we üblich andere kluge Köpfe zu Wort kommen zu lassen. Echte Übungen sucht man im Buch vergebens, es gibt allenfalls ein paar Fragestellungen. Zu Übungen gelangt man ausschließlich über QR-Codes im Internet. Wie lange werden diese wohl überhaupt zur Verfügung stehen? Ich persönlich habe sie nicht als hilfreich empfunden. Manches kam mir bekannt vor aus meinem Aufwärmprogramm füs Qigong, dort jedoch wesentlich meditativer. Ich hatte große Mühe, mir diese Übungen anzuhören und fand den unaufhörlichen Redefluss mit vielen "genau" und "sehr gut", obwohl mich doch gar niemand sieht, wirklich anstrengend.

Eine Lösung der Probleme sieht die Autorin in einem regulierten Nervensystem, ein Ansatz, der mich sehr interessiert hätte, wäre er nur sinnvoll im Buch gelehrt worden. Stattdessen gab es redundante Verweise auf die von der Autorin entwickelte Traumaorientierte Körperzentrierte Hypnose, die sie auf ihrer Homepage preisintensiv anbietet. Obendrauf kommt die Behauptung, dass herkömmliche Therapien scheitern und dass Subkes Ansatz, durch innere und äußere Bewegung zu heilen, im deutschsprachigen Raum einzigartig sei. Das macht fast sprachlos.

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Veröffentlicht am 07.12.2022

Fifty Shades of Hades

Neon Gods - Hades & Persephone
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Nur selten fällt es mir leicht, Bücher nach dem Lesen weiterziehen zu lassen. Für diese Geschichte war ich aber wirklich die falsche Leserin. Da sie als Fantasy eingestuft ist, hatte ich mich auf eine ...

Nur selten fällt es mir leicht, Bücher nach dem Lesen weiterziehen zu lassen. Für diese Geschichte war ich aber wirklich die falsche Leserin. Da sie als Fantasy eingestuft ist, hatte ich mich auf eine Urban Fantasy Story zum derzeit wieder so populären Hades/Persephone-Mythos gefreut.

In diesem Roman wird der mythologische Hintergrund allerdings ausschließlich als Vehikel benutzt, um eine Handlung nach dem Strickmuster Fifty Shades of Grey zu transportieren. Sexszenen äußerst expliziter Natur und ausschließlich mit sehr devoten Frauen nehmen extrem viel Raum ein, was mir persönlich nicht nur überhaupt nicht gefällt, sondern auch verhindert, dass ein echter Plot, ein überzeugendes Worldbuilding, originelle Charaktere oder Gefühle entwickelt werden könnten, die zu einer Identifikation einladen würden. Sowohl Hades als auch Persephone habe ich als klischeehaft geschildert empfunden. Wann immer ein Detail des ursprünglichen Mythos interessant neu interpretiert wurde, bettelte Persephone Hades erneut um Sex an. So wurde in meinen Augen einiges an Potential verschenkt.

Wer Fifty Shades im Gegensatz zu mir mochte, wird bestimmt auch mit Neon Gods warm werden, zumal man Fantasy-Effekte mit der Lupe suchen muss. Dazu müsste das Buch dann aber passend eingestuft und beworben werden.

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Veröffentlicht am 02.04.2021

Selbstgespräch

Radikale Selbstfürsorge. Jetzt!
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Wohl sehr selten ist es mir begegnet, dass der Titel eines Buches derart wenig zum Inhalt passt. Um Selbstfürsorge geht es hier gelegentlich immer mal wieder am Rande, doch kommt sie weder radikal noch ...

Wohl sehr selten ist es mir begegnet, dass der Titel eines Buches derart wenig zum Inhalt passt. Um Selbstfürsorge geht es hier gelegentlich immer mal wieder am Rande, doch kommt sie weder radikal noch feministisch daher.

Svenja Gräfen legt sehr viel Wert auf politischen Aktivismus und Kapitalismuskritik. Für mich persönlich hat sie damit das eigentliche Themá des Buches leider überfrachtet. Teilweise wirkten ihre Betrachtungen auf mich fast wie eine Art Selbstgespräch. Sie lässt sehr viel Persönliches einfließen, was oft hilfreich ist, wenn man sich als Leserin darin wiederfindet. Das war hier nicht der Fall. Wenn Frau Gräfen sich beispielsweise darüber beklagt, dass sie unter Druck gerät, sich auf Instagram zu allem Möglichen äußern zu sollen oder die dortigen Posts ihr bekannter Aktivistinnen zitiert, ist das für mich eine eher fremde, wenig anziehende Welt. Ich persönliche hätte mir viel mehr Selbstfürsorge und weniger Weltanschauung der Autorin gewünscht. Schade

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