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Veröffentlicht am 20.01.2025

ein ganzes Dorf schweigt

Akte Nordsee - Das schweigende Dorf
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Der dritte Teil der Kriminalromanserie bringt Fentje und Niklas fast an ihre Grenzen. Gemeinsam ermitteln sie undercover an mysteriösen Mordfällen, die nicht eindeutig belegbar sind, doch die gesamte Dorfgemeinschaft ...

Der dritte Teil der Kriminalromanserie bringt Fentje und Niklas fast an ihre Grenzen. Gemeinsam ermitteln sie undercover an mysteriösen Mordfällen, die nicht eindeutig belegbar sind, doch die gesamte Dorfgemeinschaft ist ihnen gegenüber nicht freundlich gesinnt und schweigt sich aus. Fremden gegenüber ist man nicht offen und redselig und wenn jemand unangenehme Fragen stellt, schon gar nicht. Fentje, die als Anwältin ein gutes Gespür für Menschen hat, ist schon bald überzeugt davon, dass hier etwas vertuscht werden soll. Je tiefer Fentje und Niklas graben und forschen, umso mehr Geheimnisse kommen ans Licht und mit der Zeit beginnt die Fassade zu bröckeln, sodass sie dem einen oder anderen Bewohner eine Information herauskitzeln können. Doch wem kann man vertrauen und wer erzählt aus Angst nicht die Wahrheit und trägt das Schweigen mit? Dies gilt es herauszufinden. Am Ende gelingt es dann doch noch gut und es werden alle Geschehnisse restlos aufgeklärt, auch Ereignisse, die schon weiter zurückliegen.

Veröffentlicht am 19.01.2025

Jede/r hätte ein Motiv

Die Villa
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Der Thriller vermittelt aufgrund des farbenfrohen Covers und der Location Marbella zuerst einmal positive Vibes und Urlaubsstimmung. Inhaltlich war für mich nicht ganz so viel „thrill“, wie ich mir erwartet ...

Der Thriller vermittelt aufgrund des farbenfrohen Covers und der Location Marbella zuerst einmal positive Vibes und Urlaubsstimmung. Inhaltlich war für mich nicht ganz so viel „thrill“, wie ich mir erwartet hätte, dafür aber jede Menge Geheimnisse, Intrigen und Streitereien am Jungesellinnenabschiedswochenende, aber auch noch in der Gedenkreise drei Jahre später. Interessant finde ich die Erzählperspektiven, sodass alle vier Freundinnen von Aoife ihre Sichtweisen schildern können und zum Teil auch unterschiedliche Wahrnehmungen haben. Dani hat vom Abend an dem Aoife gestorben ist ein komplettes Blackout. War das nur der Schock? War es der Alkohol? Oder doch etwas anderes? Dani lässt dies keine Ruhe und sieht als letzten Ausweg, ihr Erinnerungsvermögen zurückzugewinnen, indem sie nochmals die Reise nach Marbella antritt und auch die ehemaligen Mitreisenden dazu überredet. Beth, Tiff und Celine sind nur mäßig begeistert.
Nach und nach erfährt man als Leserin kleine Geheimnisse über die Freundinnen von Aoife, die teilweise schockierend sind und den tragischen Abend in ein anderes Licht rücken lassen. Die Charaktere sind allesamt nicht sehr sympathisch dargestellt, und ihre Freundschaft war auch nicht so eng und loyal, wie es am Anfang schien. Zusätzlich kommen noch ein paar Männerbekanntschaften aus Marbella ins Spiel, die die Situation wieder neu aufmischen. Am Ende hätte ich für jede und jeden von ihnen einen Grund gefunden, Aoife aus dem Weg haben zu wollen. Wer im Endeffekt involviert war, wird zum Schluss vollständig aufgeklärt, sodass sowohl die Leserinnen als auch Dani Klarheit über den desaströsen Abend vor drei Jahren erhalten.

Veröffentlicht am 14.01.2025

kurz vor dem Gewitter

Bevor es geschah
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Der Roman ist sprachlich sehr gut geschrieben, sodass man als Leser*in das Gefühl hat, mitten im Geschehen zu sein. Man wird langsam an die Charaktere herangeführt, erfährt über ihre zwischenmenschlichen ...

Der Roman ist sprachlich sehr gut geschrieben, sodass man als Leser*in das Gefühl hat, mitten im Geschehen zu sein. Man wird langsam an die Charaktere herangeführt, erfährt über ihre zwischenmenschlichen Konflikte und bekommt schon sehr schnell ein Gespür dafür, dass das geplante Barbecue aus dem Ruder laufen wird. Die Grundstimmung ist angespannt und unheilvoll, wie kurz vor einem Gewitter. Es haben sich viele ungesagte, ungeklärte Vorwürfe aufgestaut, die dann geballt an die Oberfläche müssen. Mit dem Ende habe ich in dieser Weise nicht gerechnet, dies hat mich überrascht, ohne, dass ich jetzt an dieser Stelle mehr verraten möchte.

Veröffentlicht am 13.01.2025

Gedankenkarrussel

Drei Tage im Juni
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Der Roman beschreibt Alltagssituationen aus der Sicht von Gail und Max, einem geschiedenen Ehepaar, dass sich anlässlich der Hochzeitsfeier ihrer Tochter für drei Tage wieder sieht und notgedrungen zusammenwohnen ...

Der Roman beschreibt Alltagssituationen aus der Sicht von Gail und Max, einem geschiedenen Ehepaar, dass sich anlässlich der Hochzeitsfeier ihrer Tochter für drei Tage wieder sieht und notgedrungen zusammenwohnen muss. Ich finde die Gedanken von Gail humorvoll und nachdenklich zugleich. Sie entwickelt in jeder Situation Szenarien, was sein könne, wer sich was denken könnte, und macht sich viele Gedanken zu allen Themenbereichen. Dies betrifft auch ihre Vergangenheit und ihre Zukunft. Wenn Gail mal mit dem Gedankenkarussell beginnt, kommt sie so schnell nicht mehr heraus. Für mich waren diese Gedankenspiralen amüsant zu lesen, aber ich konnte sie zum Großteil auch aus ihrer Sichtweise nachvollziehen. Max ist eher ruhig und pragmatisch und nimmt Situationen wie sie kommen.
Am Ende haben sich einige Situationen noch aufgelöst, aber viele angesprochenen Themen blieben weiterhin unbehandelt, was mir nicht so gut gefällt. So hätte ich gerne gewusst, ob der Bräutigam kurz vor der Hochzeit untreu war oder nicht, denn diese Vermutungen haben einen nicht unbeachtlichen Teil der Überlegungen ausgemacht. Die Antwort bleibt allerdings offen.

Veröffentlicht am 13.01.2025

rückwärtsgehen

Zitronen
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Das erste Kapitel war sehr verwirrend geschrieben, sprunghaft und voller Andeutungen, sodass ich mich beim Lesen erst einfinden musste, aber das Gefühl hatte, durch das Tempo und die Sprünge mir nicht ...

Das erste Kapitel war sehr verwirrend geschrieben, sprunghaft und voller Andeutungen, sodass ich mich beim Lesen erst einfinden musste, aber das Gefühl hatte, durch das Tempo und die Sprünge mir nicht die Zeit dafür nehmen zu können. Dies finde ich schade, da ich somit in die Geschichte hineingestolpert bin. Auch das Thema rund um die Apfelbäume war für mich zu präsent im Vordergrund. Danach wurden die Erzählungen stringenter und nachvollziehbar für mich. Manche Äußerungen und Erlebnisse sind dramatisch und wie angekündigt, der Sprachstil sprachgewaltig, sodass man als Leser*in häufig den Atem anhalten und in sich gehen muss. August wächst in einer völlig zerrütteten Familie auf, seine Mutter leidet am Münchhausen-Stellvertretersyndrom und somit verbringt August seine halbe Kindheit krank bzw. krankgemacht. In seiner Zeit als junger Erwachsener ist er bindungsunfähig, sodass auch seine Ehe schnell in die Brüche geht. Am Ende werden viele Dinge aus der Vergangenheit aufgeklärt und die Situation spitzt sich zu, mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten.