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Veröffentlicht am 19.01.2025

Sowas von konstruiert, aber nicht wirklich spannend

Wenn sie wüsste
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Der Inhalt ist schnell zusammengefasst: Nina, eine reiche Ehefrau, sucht ein Hausmädchen. Unter Vorspiegelung falscher Tatsachen erscheint Millie zum Vorstellungsgespräch und verheimlicht, dass sie 10 ...

Der Inhalt ist schnell zusammengefasst: Nina, eine reiche Ehefrau, sucht ein Hausmädchen. Unter Vorspiegelung falscher Tatsachen erscheint Millie zum Vorstellungsgespräch und verheimlicht, dass sie 10 Jahre im Gefängnis saß. Obwohl sie nicht erwartet, dass sie einer Überprüfung standhält, bekommt sie den Job und ist fortan den Launen ihrer Arbeitgeberin ausgesetzt. Immer wieder passieren Millie seltsame Dinge, für die sie von der Hausherrin gemaßregelt wird. Da ist deren Ehemann schon viel zugänglicher und es kommt, was kommen muss. Millie ahnt nicht, in welcher Gefahr sie schwebt.

So oft habe ich dieses Buch auf Bookstagram gesehen und immer waren es begeisterte Stimmen, die das Buch als Highlight anpriesen. Es stand auch wochenlang auf sämtlichen Bestsellerlisten und ich habe mich schon gegrämt, dass ich nicht dazu komme, es zu lesen. Doch das hätte ich mir sparen können. Irgendwie hatte ich etwas ganz anderes erwartet. Einen spannungsgeladenen Thriller, in dem es um Leben und Tod geht oder so. Aber sicher nicht dieses konstruierte Drama, bei dem ich mich des Öfteren gefragt habe, ob denn alle Beteiligten noch ganz dicht sind. Sorry, das war gar nichts. Natürlich wundert man sich anfangs, dass Millie als Ex-Häftling in einer so reichen und angesehenen Familie eine Anstellung bekommt und die ganzen Anschuldigungen, die ihre Arbeitgeberin ihr gegenüber ausspricht wirken vollkommen an den Haaren herbeigezogen. Ich wusste gar nicht, was ich davon halten sollte und war genervt, weil Millie so naiv reagiert und einfach weitermacht. Dann kommt der Plottwist und der war natürlich der Knackpunkt, hat vielleicht kurz Mal für Überraschung gesorgt, aber danach ging es vorhersehbar weiter. Mir war das alles wirklich zu konstruiert. Kein Hausmädchen hätte Ninas Schikanen einfach so ertragen, oder die der kleinen Tochter. Insgesamt einfach nur psycho und sehr weird, aber zu keinem Punkt wirklich spannend. 2,5 Sterne (auf drei aufgerundet).

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Veröffentlicht am 14.07.2024

Stark gekürzt und eintönige Illustrationen

Stolz und Vorurteil - Die Graphic Novel nach Jane Austen
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Über den Inhalt von Stolz und Vorurteil muss ich wohl nicht viel schreiben. Eines der bekanntesten Werke von Jane Austen wird hier in der Reihe Loewe Graphix zu einer Graphic Novel. Das Cover gefällt mir ...

Über den Inhalt von Stolz und Vorurteil muss ich wohl nicht viel schreiben. Eines der bekanntesten Werke von Jane Austen wird hier in der Reihe Loewe Graphix zu einer Graphic Novel. Das Cover gefällt mir recht gut, Elizabeth und Mr Darcy transportieren vor allem die Zeit in der der Roman spielt recht gut und die Idee so ein klassisches Werk mal anders zu gestalten, finde ich genial, denn so spricht es vielleicht auch jüngere Leser*innen an. Die erste Seite zeigt sogar noch die originalen einleitenden Sätze. Danach war der Einstieg für mich holprig und es brauchte doch recht lange, mich unter den Personen zurechtzufinden bei den ganzen Töchtern der Familie Bennet, deren Namen erst klar werden, wenn sie zum ersten Mal angesprochen werden. Dabei ist mir das Original ebenso bekannt wie zwei Verfilmungen. Doch hier sind die Bilder statisch und der Text knapp, so dass ich mich frage, ob jemand, der das Buch nicht kennt, hier folgen kann oder frustriert aufgibt.

Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass durch die Umsetzung in eine Graphic Novel viel vom Charme, vom Gefühl und vom Witz des Originals verloren geht, da man nur ausgewählte Szenen zeigt. Aber gerade die Emotionen sind für mich bei Stolz und Vorurteil essenziell und das, was mich in den Bann zieht. Hier kommen noch die sehr steif gezeichneten Charaktere und die statischen Gesichtsausdrücke hinzu, die für mich die Gefühle nur selten gut rüberbringen. Oft musste ich überlegen, wer wer ist. So eine richtige Graphic Novel stelle ich mir auch anders vor. Die Loewe Graphix Ausgabe hätte eher unter Comic einsortiert. Sehr wenig Text in Sprechblasen und auch mal mehrere Bilder ohne Beschreibungen, da fehlte mir oft der Zusammenhang oder der Fluss. Einige Zusammenhänge sind wirklich schwierig zu verstehen, weil die Personen nur kurz eingeführt werden. Aber am meisten fehlte es mir einfach an Gefühl. Für Fans von Comics ist das Buch daher eine nette Erweiterung ihrer Sammlung, für Neulinge im Werk von Jane Austen ist es jedoch kein adäquate Ersatz für das Original, welches ich in dem Fall vorziehen würde. Trotzdem finde ich es - wie schon kurz erwähnt - gut, dass durch das Format vielleicht auch Jugendliche an Werke der Weltliteratur herangeführt werden können und nach dem Lesen eventuell zum richtigen Buch greifen, weil sie die Lücken des Comics schließen wollen. 2,5 Sterne

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Veröffentlicht am 10.06.2024

Da gibt es bessere Bücher zum Umgang mit Wut

Meine kleinen Dinogeschichten – Tyrannosaurus ist wütend
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Torvex ist ein junger Tyrannosaurus, der nicht besonders nett ist und häufig vor Wut sofort explodiert, wenn etwas nicht so läuft, wie er sich das vorstellt. Nach dem jünsten Anfall gehen die anderen aus ...

Torvex ist ein junger Tyrannosaurus, der nicht besonders nett ist und häufig vor Wut sofort explodiert, wenn etwas nicht so läuft, wie er sich das vorstellt. Nach dem jünsten Anfall gehen die anderen aus der Herde auf Abstand. Die Nachfragen seiner Mama machen die Sache nur noch schlimmer und als er sich am Fuß weg tut, geht Torvex wieder in die Luft. Prompt bricht der Vulkan aus und Torvex fühlt sich schuldig. Nach einem Gespräch mit dem alten Edmontosaurier beginnt Torvex, sein Verhalten zu reflektieren.

Tyrannosaurus ist wütend! ist ein Band aus der Reihe "Meine kleinen Dino-Geschichten", von der es bisher zwei Titel gibt. Mir ist das Buch aufgefallen, weil meine kleine Tochter besonders gern Dinosaurier mag. Auf den ersten Blick wirkte das Cover einladend, wenn auch nicht ganz so hochwertig, wie andere Bilderbücher. Das Format ist sehr schön handlich für Kinderhände, die Buchdeckel sind gepolstert. Die Seiten sind auch für jünger Kinder geeignet, weil sie recht stabil sind (aber keine Pappe). Beim Aufschlagen der ersten Seiten zeigte sich dann, dass die Illustrationen nicht so ganz mein Fall sind. Auf den einzelnen Bildern ist sehr viel drauf, vor allem Bäume, Gräser und weitere verschiedene Hintergründe, vor denen sich die Dinos nicht so gut abheben, meist wirken sie einfach überladen, aber nicht besonders detailreich. Kinder könnten sich schwer tun, Torvex als Hauptfigur zu erkennen. Außer natürlich er brüllt gerade vor Wut.

Die kurzen Textstücke finden sich an verschiedenen Stellen innerhalb der Abbildungen. Die Geschichte ist in einfach Worten erzählt, ist sprachlich jetzt nicht falsch, aber auch nicht besonders gefühlvoll, berührend oder so gemacht, dass man sich besonders gut in Torvex hineinversetzen kann. Auf mich wirkte das Ganze etwas konstruiert, mir fehlte der Charme. Das kann auch daran liegen, dass es eine Übersetzung aus dem Französischen ist und dieser beider Übertragung verloren ging. Von der Qualität her liegt das Buch doch näher an einem Kaufhausbilderbuch, als an hochwertigen Bilderbuchgeschichten. Meine Tochter verlor leider rasch das Interesse, obwohl sie bei Dinosaurien sonst Feuer und Flamme ist. Besonders schlimm fand ich, dass der Autor den jungen Dino zunächst denken lässt, dass wegen seiner Wut der Vulkan ausgebrochen ist. Erst am Ende trifft ihn die Erkenntnis, dass dem nicht so ist. Doch ob Kinder dann noch aus dem Kopf bekommen, dass ihre Wut schlimme Dinge auslöst? Positiv sehe ich in der Geschichte die kurz erwähnten Möglichkeiten, wie junge Dinos (und Kinder) mit ihrem Ärger besser umgehen können, auch wenn sie nur an der Oberfläche kratzen und auch nicht immer helfen. Insgesamt waren wir von dem Buch nicht so angetan, wie erhofft, daher geben wir 2,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 08.10.2023

Sehr intensive Farben wirken unnatürlich

Mein großes Wimmelbuch Natur
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"Mein großes Wimmelbuch Natur" zeigt auf zwölf Seiten fünf Szenen aus verschiedenen Naturräumen, die Tiere, die dort leben und die zugehörige Pflanzenwelt. Dargestellt wird der Waldrand, eine Flusslandschaft, ...

"Mein großes Wimmelbuch Natur" zeigt auf zwölf Seiten fünf Szenen aus verschiedenen Naturräumen, die Tiere, die dort leben und die zugehörige Pflanzenwelt. Dargestellt wird der Waldrand, eine Flusslandschaft, eine Wiese, ein Garten und der Wald bei Nacht. 4/5 der Seite wird dabei durch die Illustration eingenommen, am rechten Rand werden einzelne Tiere nochmals mit ihrem Namen auf weißem Grund abgebildet. Auf der letzten Seite gibt es zum einigen Tieren längere Infotexte und den Auftrag diese Tiere auf den vorherigen Seiten zu suchen. Das Format ist recht groß, die Pappeseiten sind jedoch stabil.

Ich bin auf das Buch durch das Cover aufmerksam geworden, das mir online sehr gefallen hat, weil die Farben natürlich wirkten. In der Realität war ich beim Durchblättern dann nicht mehr so begeistert. Die Farben sind sehr satt, teilweise sehr intensiv und bilden für mich nicht unbedingt die natürliche Farbgebung der Umwelt ab. Sehr schön sind die vielen Details, die auch zeigen, wie die Tiere leben und wo genau bestimmte Pflanen bevorzugt wachsen. Allerdings kommen mir die Proportionen der Zeichungen in einigen Fällen nicht richtig vor. Zum Beispiel fällt auf, dass wenn kleinere und größere Tiere auf derselben Entfernung abgebildet sind, die kleinen oft genauso groß sind, wie die eigentlich viel größeren. Vielleicht fehlt es insgesamt auch etwas an der Tiefe. Vor allem für kleiner Kinder dürfte dies aber nebensächlich sein, weil sie doch eher auf die Tierarten als auf deren Größe achten. Sehr schön kann man die am Rand abgebildeten Ausschnitte aus dem Bild suchen. Die Texte am Ende sind allenfalls kurze Einblicke zu vereinzelten Lebewesen. Insgesamt dient das Buch eher dazu, neue Begriffen kennenzulernen und erste Eindrücke verschiedener Lebensräume zu gewinnen. Den Kindern gefällt das, ich bin leider etwas enttäuscht und hatte mir hier mehr Natürlichkeit erhofft. Daher vergeben wir die goldene Mitte von 2,5 Sternen.

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Veröffentlicht am 21.05.2023

Leider sehr schwache Story

Die kleine Rittereule
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Die kleine Eule wollte von Anfang an Ritter werden. Doch dieser Traum bleibt immer fern und niemand traut der kleinen Eule zu, diesen zu verwirklichen. Doch dann verschwinden immer mehr Ritter aus der ...

Die kleine Eule wollte von Anfang an Ritter werden. Doch dieser Traum bleibt immer fern und niemand traut der kleinen Eule zu, diesen zu verwirklichen. Doch dann verschwinden immer mehr Ritter aus der Burg und neue sind so gefragt wie nie. So bekommt zur Verwunderung aller auch die kleine Eule eine Chance, sich zu beweisen. Trotz ihrer kleinen Größe besteht sie die Ausbildung, sogar mit Auszeichnung und hält nun Nachtwache auf der Burgmauer. Eines Abends hört sie jedoch ein kräftiges Flügelschlagen. Etwas Großes kommt auf sie zu. Wird die kleine Rittereule diese Gefahr überstehen können?

Mir gefiel der Titel dieses Bilderbuches, der eigentlich schon vermuten lässt, dass die kleine Eule sich in irgendeiner Art und Weise als kleiner Ritter beweisen muss. Eine kleine Andeutung der Gefahr findet sich auch schon auf dem Cover. Beim Aufschlagen des Buches staunte ich über die wirklich tollen Illustrationen, die zwar etwas verwaschen wirken, aber mich sofort in der Zeit zurückversetzen. Natürlich ins Mittelalter und die Zeit der Ritter, wo die Eule wohlbehütet bei Mutter und Vater aufwächst. Für Kinder gibt es jede Menge zu entdecken. Fahnen, Rüstungen, Holzspielzeuge, Drachenfiguren, mittelalterlich anmutende Plakate. Besonders einfallsreich fanden wir z. B. das Tablett voller Mäuse, das Mutter Eule in der Küche kredenzt. Überwältigend groß werden die "richtigen" Ritter dargestellt. Das beeindruckt nicht nur die kleine Eule. Auf einem Gemälde im mittelalterlichen Stil stellt sich die Eule ihre zukünftigen Heldentaten vor. Die Bilder sprudeln wirklich über vor guten Ideen und wirken einfach kunstvoll.

Der Text hingegen ist sehr kurz. Auf den meisten Seiten steht jeweils nur ein kurzer Satz. Die Geschichte ist sprachlich sehr einfach gehalten und nicht besonders abwechslungsreich. Zum Bespiel findet man innerhalb von ein paar Seiten zweimal die Wendung "zu jmd. Überraschung". Das war dann schon etwas ärgerlich. Sehr durchsichtig ist dabei auch noch, dass Eule nur angenommen wird, weil so viele Ritter verschwinden und man gleich eine Vermutung hat, wohin. Die kleine Eule muss das Unmögliche also nicht mal aus eigener Kraft schaffen. Sehr schnell landet sie dann als Nachtwächter auf der Stadtmauer, wo bald der Grund für das Verschwinden der anderen Ritter auftaucht. Jetzt hatten wir eine List der kleinen Eule erwartet, die zurvor als sehr schlau beschrieben wurde. Was sie allerdings plötzlich hervor"zaubert" ist uns dann doch zu doof. Wenn es wenigstens ein mittelalterliches Essen von Eulerando gewesen wäre, aber so. Sicher hat der Autor das witzig gemeint, für uns passt diese Lösung des Problems aber überhaupt nicht zum Flair des restlichen Buches und ist eine sehr sehr simple Idee, die natürlich hervorragend funktioniert und dafür sorgt, dass überhaupt keine Ritter mehr verschwinden. Die kleine Eule ist der Held der Geschichte. Ende. So schön, wie die Illustrationen sind, die Story selber war enttäuschend oberflächlich. 2,5 Sterne

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