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Veröffentlicht am 29.06.2021

Schicksalsbeziehungen

Schicksal
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Schon früh erfährt Atara, dass ihr Vater, zu dem sie keine gute Beziehung hatte, schon einmal verheiratet war, doch bleibt dies ein Tabuthema in der Familie. Erst als ihr Vater verstorben ist, versucht ...

Schon früh erfährt Atara, dass ihr Vater, zu dem sie keine gute Beziehung hatte, schon einmal verheiratet war, doch bleibt dies ein Tabuthema in der Familie. Erst als ihr Vater verstorben ist, versucht sie Kontakt zu seiner ersten Frau herzustellen. Von Rachel, inzwischen an die 90 Jahre alt, erhofft sie sich Aufklärung über die Zeit, als ihr Vater noch im Untergrund aktiv war und darüber, warum ihre Beziehung in der Kindheit eine sehr schwierige war. Atara, selbst zum zweiten Mal verheiratet, sucht Rachel trotz der Mahnungen ihres Ehemanns Alex auf. Bei Atara zuhause liegt einiges im Argen. Ihr Sohn, Kämpfer in einer Eliteeinheit, ist traumatisiert und spricht kaum noch. Auch die Ehe mit Alex, für den sie ihren ersten Mann verlassen und die Tochter aus der heilen Familie gerissen hat, läuft nicht mehr so, wie sie es sich erhofft hatte. Und dann ereilt sie ein Schicksalsschlag, der ihre Welt ins Wanken bringt.

Wer sich für dieses Buch interessiert, sollte nicht allzu viel auf den Klappentext geben. Es geht hier weder konkret um Israel noch um den Kampf im Untergrund. Auch spielt meiner Meinung nach die Liebe an sich keine große Rolle, allenfalls als Grund für die in diesem Buch dargestellten Beziehungen zwischen den Protagonisten, die trotz selbst gefällter Entscheidungen doch dem Schicksal unterliegen. Es ist auch kein Spannungsroman, wie man es nach dem Klappentext erwarten könnte. Sehr ausführlich beschäftigt sich die Autorin mit der Ehe Ataras, mit Rachels Erinnerungen und den Folgen der Entscheidungen der Protagonisten. Die Autorin ist sprachgewaltig, manchmal beschreibt sie sehr poetisch Landschaften, doch beinhaltet das Ganze auch einige Längen, drehen sich die Gedanken Ataras im Kreis, was angesichts ihrer Situation vielleicht nicht abwegig ist, dem Leser jedoch einiges an Geduld abverlangt. Obwohl ganz anders als erwartet habe ich am Ende meinen Frieden mit dem Buch geschlossen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

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Veröffentlicht am 30.03.2025

Wirkt aufgesetzt und hat mich nicht überzeugen können

Wonder und ich. Eine Freundschaftsgeschichte (Band 1)
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Pflegekind Ole hat es schwer. Er gehört nirgendwo wirklich dazu und wird als Außenseiter gehänselt und allenfalls geduldet. Dann steht ein Wechsel in eine neue Pflegefamilie an. Die Truppe der Wild-Turkey-Farm ...

Pflegekind Ole hat es schwer. Er gehört nirgendwo wirklich dazu und wird als Außenseiter gehänselt und allenfalls geduldet. Dann steht ein Wechsel in eine neue Pflegefamilie an. Die Truppe der Wild-Turkey-Farm ist alles andere als gewöhnlich. Zum ersten Mal kann auch Ole daran glauben, dass es sich irgendwo zuhause fühlt. Genauso geht es dem Pferd, das an diesem Tag Zuflucht auf dem Hof findet. Die beiden haben etwas gemeinsam und so entsteht eine tiefe Freundschaft. Als die Tiere eines benachbarten Hofes in Gefahr geraten ist es an ihnen, Mut zu zeigen und sie zu retten.

Nach dem Klappentext und dem Pferdecover habe ich eine schöne Pferde-Abenteuer- und Freunschaftsgeschichte erwartet. Zunächst geht es aber eher um Ole, ein Pflegekind von Klein auf, das in der Schule natürlich gemobbt wird. Dem nicht genug behält ihn seine aktuelle Pflegefamilie auch nur des Geldes wegen und hat keinerlei festere Bindung zu ihm. Obwohl er seine Eltern kaum kannte, trägt der Junge den Cowboyhut seines leiblichen Vaters täglich, was seine Mitschüler dazu veranlasst, ihn zu hänseln. Die Lehrerin sagt dazu selbstverständlich nichts und dann kommt auch noch eine Dame des Jugendamtes unangemeldet mitten in den Unterricht, um Ole mitzuteilen, dass er urplötzlich die Pflegefamilie wechselt. Das war mir dann doch etwas zu viel konstruiert und meine Tochter hat mich gefragt, ob das wirklich so ist, wenn man seine Eltern verliert. Die Antwort darauf ist nicht einfach. Als Lehrerin würde ich solches Mobbing nicht unkommentiert lassen, die Pflegeeltern mal zum Gespräch einladen und die Dame vom Jugendamt hätte ich so spontan auch nicht hereingebeten. Mir schien es, als sollte hier einfach mit einer aufgesetzten Geschichte Mitgefühl bei den jungen Leser*innen erzeugt werden. Die Mittel waren mir aber zu unglaubwürdig.

Sobald Ole auf dem Hof ist, wird die Stimmung etwas gelöster, es ist in Ordnung, dass Ole noch viele Male über seine Situation nachdenkt. Dass ausgerechnet am selben Tag auch noch ein Pferd eintrifft, dass Oles Schicksal teilt... nun gut. Die Leute auf dem Hof sind alles Marken mit eigenen Macken. Sehr lustig ist der Truthahn, der dem Cowboyhut in der Geschichte auch einen Sinn gibt. Durch ein Mädchen, das auch eine Art Zuflucht auf dem Wild-Turkey-Hof gefunden hat, wird Ole an das Reiten herangeführt. Es ist aber nicht explizit ein Buch für Pferdefans. Spannend wird es gegen Ende, als es um die Rettungsaktion geht. Der Schreibstil ist für Kinder recht einfach gehalten, die Schrift ist etwas größer und daher gut zu lesen. Schwarzweiß-Illustrationen lockern den Text auf. Insgesamt konnte mich das Buch nicht wirklich überzeugen, dafür liegen mir die Probleme und die Gefühle von Anfang an zu offen und konstruiert da. Reicht leider nur für 2,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 19.01.2025

Sowas von konstruiert, aber nicht wirklich spannend

Wenn sie wüsste
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Der Inhalt ist schnell zusammengefasst: Nina, eine reiche Ehefrau, sucht ein Hausmädchen. Unter Vorspiegelung falscher Tatsachen erscheint Millie zum Vorstellungsgespräch und verheimlicht, dass sie 10 ...

Der Inhalt ist schnell zusammengefasst: Nina, eine reiche Ehefrau, sucht ein Hausmädchen. Unter Vorspiegelung falscher Tatsachen erscheint Millie zum Vorstellungsgespräch und verheimlicht, dass sie 10 Jahre im Gefängnis saß. Obwohl sie nicht erwartet, dass sie einer Überprüfung standhält, bekommt sie den Job und ist fortan den Launen ihrer Arbeitgeberin ausgesetzt. Immer wieder passieren Millie seltsame Dinge, für die sie von der Hausherrin gemaßregelt wird. Da ist deren Ehemann schon viel zugänglicher und es kommt, was kommen muss. Millie ahnt nicht, in welcher Gefahr sie schwebt.

So oft habe ich dieses Buch auf Bookstagram gesehen und immer waren es begeisterte Stimmen, die das Buch als Highlight anpriesen. Es stand auch wochenlang auf sämtlichen Bestsellerlisten und ich habe mich schon gegrämt, dass ich nicht dazu komme, es zu lesen. Doch das hätte ich mir sparen können. Irgendwie hatte ich etwas ganz anderes erwartet. Einen spannungsgeladenen Thriller, in dem es um Leben und Tod geht oder so. Aber sicher nicht dieses konstruierte Drama, bei dem ich mich des Öfteren gefragt habe, ob denn alle Beteiligten noch ganz dicht sind. Sorry, das war gar nichts. Natürlich wundert man sich anfangs, dass Millie als Ex-Häftling in einer so reichen und angesehenen Familie eine Anstellung bekommt und die ganzen Anschuldigungen, die ihre Arbeitgeberin ihr gegenüber ausspricht wirken vollkommen an den Haaren herbeigezogen. Ich wusste gar nicht, was ich davon halten sollte und war genervt, weil Millie so naiv reagiert und einfach weitermacht. Dann kommt der Plottwist und der war natürlich der Knackpunkt, hat vielleicht kurz Mal für Überraschung gesorgt, aber danach ging es vorhersehbar weiter. Mir war das alles wirklich zu konstruiert. Kein Hausmädchen hätte Ninas Schikanen einfach so ertragen, oder die der kleinen Tochter. Insgesamt einfach nur psycho und sehr weird, aber zu keinem Punkt wirklich spannend. 2,5 Sterne (auf drei aufgerundet).

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Veröffentlicht am 14.07.2024

Stark gekürzt und eintönige Illustrationen

Stolz und Vorurteil - Die Graphic Novel nach Jane Austen
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Über den Inhalt von Stolz und Vorurteil muss ich wohl nicht viel schreiben. Eines der bekanntesten Werke von Jane Austen wird hier in der Reihe Loewe Graphix zu einer Graphic Novel. Das Cover gefällt mir ...

Über den Inhalt von Stolz und Vorurteil muss ich wohl nicht viel schreiben. Eines der bekanntesten Werke von Jane Austen wird hier in der Reihe Loewe Graphix zu einer Graphic Novel. Das Cover gefällt mir recht gut, Elizabeth und Mr Darcy transportieren vor allem die Zeit in der der Roman spielt recht gut und die Idee so ein klassisches Werk mal anders zu gestalten, finde ich genial, denn so spricht es vielleicht auch jüngere Leser*innen an. Die erste Seite zeigt sogar noch die originalen einleitenden Sätze. Danach war der Einstieg für mich holprig und es brauchte doch recht lange, mich unter den Personen zurechtzufinden bei den ganzen Töchtern der Familie Bennet, deren Namen erst klar werden, wenn sie zum ersten Mal angesprochen werden. Dabei ist mir das Original ebenso bekannt wie zwei Verfilmungen. Doch hier sind die Bilder statisch und der Text knapp, so dass ich mich frage, ob jemand, der das Buch nicht kennt, hier folgen kann oder frustriert aufgibt.

Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass durch die Umsetzung in eine Graphic Novel viel vom Charme, vom Gefühl und vom Witz des Originals verloren geht, da man nur ausgewählte Szenen zeigt. Aber gerade die Emotionen sind für mich bei Stolz und Vorurteil essenziell und das, was mich in den Bann zieht. Hier kommen noch die sehr steif gezeichneten Charaktere und die statischen Gesichtsausdrücke hinzu, die für mich die Gefühle nur selten gut rüberbringen. Oft musste ich überlegen, wer wer ist. So eine richtige Graphic Novel stelle ich mir auch anders vor. Die Loewe Graphix Ausgabe hätte eher unter Comic einsortiert. Sehr wenig Text in Sprechblasen und auch mal mehrere Bilder ohne Beschreibungen, da fehlte mir oft der Zusammenhang oder der Fluss. Einige Zusammenhänge sind wirklich schwierig zu verstehen, weil die Personen nur kurz eingeführt werden. Aber am meisten fehlte es mir einfach an Gefühl. Für Fans von Comics ist das Buch daher eine nette Erweiterung ihrer Sammlung, für Neulinge im Werk von Jane Austen ist es jedoch kein adäquate Ersatz für das Original, welches ich in dem Fall vorziehen würde. Trotzdem finde ich es - wie schon kurz erwähnt - gut, dass durch das Format vielleicht auch Jugendliche an Werke der Weltliteratur herangeführt werden können und nach dem Lesen eventuell zum richtigen Buch greifen, weil sie die Lücken des Comics schließen wollen. 2,5 Sterne

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Veröffentlicht am 10.06.2024

Da gibt es bessere Bücher zum Umgang mit Wut

Meine kleinen Dinogeschichten – Tyrannosaurus ist wütend
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Torvex ist ein junger Tyrannosaurus, der nicht besonders nett ist und häufig vor Wut sofort explodiert, wenn etwas nicht so läuft, wie er sich das vorstellt. Nach dem jünsten Anfall gehen die anderen aus ...

Torvex ist ein junger Tyrannosaurus, der nicht besonders nett ist und häufig vor Wut sofort explodiert, wenn etwas nicht so läuft, wie er sich das vorstellt. Nach dem jünsten Anfall gehen die anderen aus der Herde auf Abstand. Die Nachfragen seiner Mama machen die Sache nur noch schlimmer und als er sich am Fuß weg tut, geht Torvex wieder in die Luft. Prompt bricht der Vulkan aus und Torvex fühlt sich schuldig. Nach einem Gespräch mit dem alten Edmontosaurier beginnt Torvex, sein Verhalten zu reflektieren.

Tyrannosaurus ist wütend! ist ein Band aus der Reihe "Meine kleinen Dino-Geschichten", von der es bisher zwei Titel gibt. Mir ist das Buch aufgefallen, weil meine kleine Tochter besonders gern Dinosaurier mag. Auf den ersten Blick wirkte das Cover einladend, wenn auch nicht ganz so hochwertig, wie andere Bilderbücher. Das Format ist sehr schön handlich für Kinderhände, die Buchdeckel sind gepolstert. Die Seiten sind auch für jünger Kinder geeignet, weil sie recht stabil sind (aber keine Pappe). Beim Aufschlagen der ersten Seiten zeigte sich dann, dass die Illustrationen nicht so ganz mein Fall sind. Auf den einzelnen Bildern ist sehr viel drauf, vor allem Bäume, Gräser und weitere verschiedene Hintergründe, vor denen sich die Dinos nicht so gut abheben, meist wirken sie einfach überladen, aber nicht besonders detailreich. Kinder könnten sich schwer tun, Torvex als Hauptfigur zu erkennen. Außer natürlich er brüllt gerade vor Wut.

Die kurzen Textstücke finden sich an verschiedenen Stellen innerhalb der Abbildungen. Die Geschichte ist in einfach Worten erzählt, ist sprachlich jetzt nicht falsch, aber auch nicht besonders gefühlvoll, berührend oder so gemacht, dass man sich besonders gut in Torvex hineinversetzen kann. Auf mich wirkte das Ganze etwas konstruiert, mir fehlte der Charme. Das kann auch daran liegen, dass es eine Übersetzung aus dem Französischen ist und dieser beider Übertragung verloren ging. Von der Qualität her liegt das Buch doch näher an einem Kaufhausbilderbuch, als an hochwertigen Bilderbuchgeschichten. Meine Tochter verlor leider rasch das Interesse, obwohl sie bei Dinosaurien sonst Feuer und Flamme ist. Besonders schlimm fand ich, dass der Autor den jungen Dino zunächst denken lässt, dass wegen seiner Wut der Vulkan ausgebrochen ist. Erst am Ende trifft ihn die Erkenntnis, dass dem nicht so ist. Doch ob Kinder dann noch aus dem Kopf bekommen, dass ihre Wut schlimme Dinge auslöst? Positiv sehe ich in der Geschichte die kurz erwähnten Möglichkeiten, wie junge Dinos (und Kinder) mit ihrem Ärger besser umgehen können, auch wenn sie nur an der Oberfläche kratzen und auch nicht immer helfen. Insgesamt waren wir von dem Buch nicht so angetan, wie erhofft, daher geben wir 2,5 Sterne.

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