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Veröffentlicht am 08.02.2025

Sag die Wahrheit! – Psychothriller um verlorengegangene Erinnerungen

Haltlos
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»Ich brauche die Psyche der Figuren, nicht ihr Blut.« Sarah Nisi

Emilys Freundin Liv ist tot. Sie stürzte auf die Gleise der Londoner U-Bahn und Emily hat es mit angesehen. Doch sie erinnert sich nicht ...

»Ich brauche die Psyche der Figuren, nicht ihr Blut.« Sarah Nisi

Emilys Freundin Liv ist tot. Sie stürzte auf die Gleise der Londoner U-Bahn und Emily hat es mit angesehen. Doch sie erinnert sich nicht daran. Diese Story hat mich direkt gepackt. Emilys Amnesie wird so realistisch geschildert, dass ich geradezu mit ihr mitfühlen konnte. Auch ihre Alpträume und Panikattacken sind gut nachvollziehbar. Wie furchtbar muss es sein, sich nicht erinnern zu können, ob es ein Suizid war, ein Unfall oder gar ein Mord. Oder ist die Amnesie ein Schutz, um das schreckliche Ereignis nicht immer wieder erinnern zu müssen?

Schauplatz des Buches ist vor allem das Barbican Estate, eine in den 1980ern entstandene Wohnanlage aus einer Zeit, in der Beton-Brutalismus als futuristisch galt. Als Handlungsort eines Thrillers eine großartige Szenerie. Auch es gibt nur wenige Protagonist*innen. Da sind Emily, der merkwürdige Nachbar Shakes, Emilys Exfreund Alex, der U-Bahnwärter Paul und die Tote Liv, die wir durch ihr Tagebuch näher kennen lernen. Sarah Nisi reduziert durch diese Kargheit der Handlungsorte und der Personen den Thriller auf das Wesentliche, nämlich auf die Frage, was wirklich passiert ist in der Holborn Station, Gleis 3. Emily sucht nach der Wahrheit und Sara Nisi bereitet uns damit eine spannende Lesezeit, bei der meine Nackenhaare sich aufgestellt haben. Eine tolle Geschichte mit genialen Plot-Twists!

„Haltlos“ von Sara Nisi ist ein echter Hingucker. Ein heller Blauton dominiert das Äußere – Farbschnitt, Titel und der Name der Autorin sowie die Umrandung des Titelbildes sind in diesem Blau gehalten. Das Titelbild – es könnte einen Flur im Barbican Estate zeigen – ist beinahe monochrom, schlicht und gerade dadurch entsteht eine Atmosphäre der Verlorenheit. Cover und Titel passen großartig zur Story. Eine posttraumatische Amnesie ist ja tatsächlich wie ein leerer Gang mit verschlossenen Türen.

Fazit: Ein brillanter Psychothriller, der ohne reißerische Szenen auskommt, und gerade dadurch überzeugt.

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Veröffentlicht am 19.01.2025

Zauberhaft und berührend - eine Geschichte über die Musik und über die Liebe

Für Polina
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Was für wunderbare Worte, aneinandergereiht zu einer großartigen Geschichte. Takis Würger ist ein Meister der Sprache. Einmal begonnen zu lesen, konnte ich dieses Buch nicht aus der Hand legen.

Die Geschichte ...

Was für wunderbare Worte, aneinandergereiht zu einer großartigen Geschichte. Takis Würger ist ein Meister der Sprache. Einmal begonnen zu lesen, konnte ich dieses Buch nicht aus der Hand legen.

Die Geschichte des Hannes Prager hat mich tief berührt. Sie beginnt mit den Umständen seiner Zeugung, herrlich beschrieben und so typisch für diesen Roman. Takis Würger begegnet seinen Protagonist*innen mit Respekt. Sie sind realistisch beschrieben, alles andere als eindimensional. Sie haben Ecken und dunkle Seiten, aber genauso Stärken, Talente, Wünsche und Hoffnungen.

Es wäre zu einfach FÜR POLINA einen Liebesroman zu nennen, auch wenn es ein wunderbarer Roman über die Liebe ist. Und zugleich ein Roman über Freundschaften, Hoffnungen, Verluste, Missverständnisse, ein Coming-off-Age-Roman und ein Buch über die wunderhafte Wirkung von Musik.

Takis Würger zeigt uns, dass das Leben aus Momenten der Entscheidung besteht – aber auch, dass eine einmal getroffene Entscheidung uns nicht für immer und ewig bindet.

Ich bin dankbar für dieses wunderschöne Leseerlebnis.

Zum Cover, da bin ich ehrlich; ohne den Namen Takis Würger hätte ich nicht danach gegriffen. Und trotzdem gefällt es mir auf eine besondere Weise. Aber so geht es mir immer mit Diogenes. Wahrscheinlich habe ich deshalb schon viele großartige Bücher verpasst.

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Veröffentlicht am 19.01.2025

Liebeserklärung an Baile Átha Cliath

Lesereise Dublin
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Dublin hat viele verschiedene Seiten und nicht alle zeigen eine Postkartenansicht. Nicole Quint nimmt uns auf ihrer Lesereise mit zu bekannten und weniger bekannten Ecken der irischen Hauptstadt. Man merkt ...

Dublin hat viele verschiedene Seiten und nicht alle zeigen eine Postkartenansicht. Nicole Quint nimmt uns auf ihrer Lesereise mit zu bekannten und weniger bekannten Ecken der irischen Hauptstadt. Man merkt der Reisejournalistin an, dass sie eine intime Kennerin dieser Stadt ist, in der sie eine Weile wohnte und die sie seit über zwanzig Jahren immer wieder bereist. Sie teilt ihre persönlichen Gedanken mit uns, und das in einer zauberhaften Sprache. Egal ob es um Kuriositäten wie eine eingewachsene Parkbank oder den Taxi-Jesus geht, um die dunklen Seiten der Stadt, die Obdachlosigkeit, den einseitigen Umgang mit dem kulturellen Erbe durch das Tourist Office, oder um Wahrzeichen wie Molly Malone. Da es sich um eine Lesereise handelt, muss man sich ganz auf das geschriebene Wort einlassen, denn in dieser Reihe aus dem Picus-Verlag gibt es keine Bebilderung. Dem Lesevergnügen tut das jedoch keinen Abbruch. Vielmehr wird dadurch die Neugier geweckt, das alles mit eigenen Augen sehen zu wollen. Bei meiner nächsten Dublin-Reise wird dieses Büchlein sicherlich mit im Gepäck sein. Schon beim Lesen wollte ich am liebsten die Schuhe anziehen und entlang der Liffey laufen oder zur Bloomsday-Tour aufbrechen, Seafood Chowder genießen und Folk Music hören.

Die Lesereise besteht aus fünfzehn kleinen Kapiteln und einem begeisternden Vorwort. Die Übergänge von einem Kapitel zum nächsten sind dabei fließend, so dass ein Lesesog entsteht. Dennoch habe ich dieses Büchlein Stück für Stück genossen. Immer nur ein oder zwei Kapitel - kleine Lesepralinen, die mir den Alltag versüßt haben. Die LESEREISE DUBLIN ist wie eine verführerische Konfektschale, und ich war wehmütig, als ich das letzte Kapitel ausgelesen hatte. Für mich war es die erste Lesereise und ich muss sagen: das Format hat mich überzeugt. Und nach dem Namen Nicole Quint werde ich Ausschau halte, wenn ich demnächst nach Reiseliteratur suche.

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Veröffentlicht am 01.01.2025

Tödliche Geheimnisse bereiten ein spannendes Lesevergnügen

Tödlicher Podcast
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Während der Crime Cologne 2024 hatte ich das Vergnügen, Leo Konrad aus ihrem Roman TÖDLICHER PODCAST lesen zu hören. Was für ein Glück, denn wahrscheinlich hätte ich mir diesen Thriller sonst nicht gekauft. ...

Während der Crime Cologne 2024 hatte ich das Vergnügen, Leo Konrad aus ihrem Roman TÖDLICHER PODCAST lesen zu hören. Was für ein Glück, denn wahrscheinlich hätte ich mir diesen Thriller sonst nicht gekauft. Ich bin kein Podcast-Fan und hätte mich nur vom Klappentext her nicht zur Zielgruppe gezählt. Ein großartiges Leseerlebnis wäre mir also ohne Women & Crime im Bastei Lübbe Verlag, moderiert von Margarete von Schwarzkopf, entgangen.

Cleo Konrad erzählt ihre Geschichte aus der Perspektive dreier Frauen. Da ist die Podcasterin Malu, die ganz Berlin in Atem hält und dabei mysteriös verborgen bleibt. Eine Frau mit einer perfekten Fassade.
Und da ist Nina, eine alleinerziehende Putzfrau, welche zu ihren treuen Hörerinnen zählt und der es gelingt, von Malu engagiert zu werden. Sie scheint in vielem das genaue Gegenteil von Malu zu sein, unperfekt, aber dafür warmherzig.

Die dritte Perspektive ist die der Streunerin Jenni, mit der Cleo Konrad uns zurückreisen lässt in die frühen Zweitausender.

Alle drei Figuren sind facettenreich und haben ihre Geheimnisse, die sich nach und nach offenbaren. Dabei fängt die Geschichte fast schon ruhig an. Der Spannungsbogen wird stetig aufgebaut und benötigt dazu keine Aneinanderreihung wilder Action-Szenen. Vielmehr sind es die Gedanken, die dieses Buch so spannend machen. Und natürlich die unerwarteten Plot-Twists, von denen TÖDLICHER PODCAST einige zu bieten hat. Die Geschichte ist komplex, geschickt sind die Handlungsstränge miteinander verwoben und Cleo Konrad verliert dabei nicht die Übersicht. Eine hervorragend konstruierte Kriminalgeschichte, die mich bis zur letzten Seite begeistert hat.
Zu erwähnen sind noch das gelungene Cover mit einem Kopfhörer als Motiv, was hervorragend zur Story passt, die schöne Farbgebung des Titels und der lila Farbschnitt, was zusammen einen hohen Wiedererkennungsgrad ergibt. Und in der Tat ist Cleo Konrads neues Buch DEEP FAKE ganz ähnlich gestaltet. Ich werde es bestimmt lesen!

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Veröffentlicht am 26.12.2024

Düstere Ermittlungen

Finsteres Herz
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Silvester 2006 – eine Zeugenschutzmission endet in einem blutigen Massaker. Auch das Rostocker Ermittlerduo Lona Mendt und Frank Elling wird dabei schwer verletzt. Maja Kaminski vom BKA und Hagen Dudek ...

Silvester 2006 – eine Zeugenschutzmission endet in einem blutigen Massaker. Auch das Rostocker Ermittlerduo Lona Mendt und Frank Elling wird dabei schwer verletzt. Maja Kaminski vom BKA und Hagen Dudek vom LKA sollen gemeinsam aufklären, wie es dazu kommen konnte. Gibt es einen Maulwurf im Polizeiapparat? Es ist eine brisante Situation. Jeder misstraut jedem – und so ermitteln Kaminski und Dudek nicht nur mit, sondern auch gegeneinander. Und als Leserin habe ich bis zum Schluss gerätselt, wer auf der richtigen Seite steht. Vor allem aber geht es auch darum ein zwölfjähriges Mädchen zu finden, dessen Leben bedroht ist.
Es geht düster zu in diesem actionreichen Kriminalroman. Tatsächlich hatte ich anfangs etwas Sorge, dass es zu reißerisch, zu blutig werden könnte. Das hat sich zum Glück nicht bestätigt. Die brutalen Ereignisse werden zwar realistisch beschrieben, aber nicht unnötig übertrieben. Es fließt Blut, wo Blut fließen muss, aber kein Tropfen darüber hinaus.
Sehr gelungen finde ich den Aufbau des Romans. Ausgehend von der genannten Silvesternacht begleiten wir in Rückblenden Mendt und Elling und parallel dazu Kaminski und Dudek. Diese Parallelität der Ermittlungen finde ich sehr gelungen. Beide Teams stellen die gleichen oder ähnliche Fragen, so dass sich dadurch ein Gesamtbild ergibt. Nach und nach offenbart sich der Abgrund, den Mendt und Elling aufgedeckt haben. Alles in allem ein hervorragend recherchierter und spannend umgesetzter Krimi, der gesellschaftlich relevante Themen aufgreift. Darin erinnert er mich an die skandinavische Krimiliteratur.
Auch gefällt mir der detailreiche Schreibstil von Holger Karsten Schmidt ausgenommen gut. Hier merkt man den Drehbuchautor, denn tatsächlich werden gerade die Actionszenen so bildhaft beschrieben, dass man glaubt, sie vor sich zu sehen. Ebenso authentisch ist die Schilderung der handelnden Personen und ihrer jeweiligen Geschichte.
„Finsteres Herz“ ist der zweite Fall aus einer Reihe um das Ermittlerduo Lona Mendt und Frank Elling. Mir waren bis zu diesem Buch weder der Autor noch das Team bekannt – vielleicht auch, weil ich nur selten Fernsehen schaue. Das hat meinem Leseverständnis aber keinen Abbruch getan. Auch ohne Kenntnis des ersten Falles war alles verständlich und nachvollziehbar. Und nun darf ich mich darauf freuen, bald den ersten Band zu lesen!
Für „Finsteres Herz“ vergebe ich überzeugt 5 Sterne.

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