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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.01.2025

Gut konstruierter Thriller

Anna O.
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Seit vier Jahren liegt die Hauptverdächtige eines Doppelmordes in tiefem Schlaf und keine Behandlungsmethode hat daran bisher etwas ändern können. Anna Ogilvie wurde mit einem Messer in der Hand schlafend ...

Seit vier Jahren liegt die Hauptverdächtige eines Doppelmordes in tiefem Schlaf und keine Behandlungsmethode hat daran bisher etwas ändern können. Anna Ogilvie wurde mit einem Messer in der Hand schlafend neben den Leichen ihrer engen Freunde auf einer Farm gefunden. Seitdem rätseln Experten, Angehörige und das ganze restliche Land, was an diesem Tag geschehen sein könnte. Alles spricht dafür, dass Anna im Schlaf zwei Menschen ermordet hat.

Da der Psychologe Benedict Prince eine Methode kreiert hat, um Menschen aus solchen Tiefschlafzuständen herauszuholen, wird er mit dem Fall Anna O. betreut und ahnt nicht, dass er sich selbst damit in größte Gefahr bringt.



Das Thema „Verbrechen, die im Schlaf begangen werden“ fand ich sehr interessant und es wird im Buch auch einiges Wissenswertes vermittelt. Was passiert eigentlich genau, wenn wir schlafen und kann man für etwas bestraft werden, das man nicht bewusst getan hat?

Die Spannung ist meist unterschwellig spürbar, steigert sich ab und zu, flacht dann wieder ab. Sehr geschickt führt Matthew Blake den Leser immer wieder in die Irre, bis man irgendwann tatsächlich überhaupt nicht mehr weiß, wem man denn jetzt glauben soll.

Ich bin mir nicht sicher, ob mir dieser Thriller in Buchform genauso gut gefallen hätte, da er doch auch ein paar Längen aufweist. Oliver Siebeck und den anderen drei Sprecherinnen zuzuhören hat mir jedenfalls großen Spaß gemacht.

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Veröffentlicht am 21.01.2025

Kurzweiliges Thrillerdebüt

Die Schanze
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In seinem ersten Thriller beschert Lars Menz seiner Protagonistin Ellen ein unheimliches Willkommensgeschenk. Nach vielen Jahren kehrt die Ärztin in ihr Heimatdorf zurück, um dort eine Praxis zu übernehmen. ...

In seinem ersten Thriller beschert Lars Menz seiner Protagonistin Ellen ein unheimliches Willkommensgeschenk. Nach vielen Jahren kehrt die Ärztin in ihr Heimatdorf zurück, um dort eine Praxis zu übernehmen. Nach einem traumatischen Erlebnis in ihrer Jugend wollte sie eigentlich nie wieder zurück, doch nicht nur ihre Schwester Saskia, die immer noch hier lebt, glaubt, dass es an der Zeit ist, sich dem Ganzen zu stellen. Doch kaum ist Ellen angekommen, wird die Leiche eines Mannes gefunden, der für sie wahrhaftig kein Unbekannter ist. Er schwebt hoch oben an der Skisprungschanze an einem Seil.

Mich hat Lars Menz mit seinem Debüt wirklich gut unterhalten, schon nach kurzer Zeit hatte ich das Buch beendet.
Die Charaktere im Buch sind alle ziemlich authentisch, vor allem der ehemalige Polizist Haußer und sein Hund Connor haben mir gut gefallen.
Der Roman beginnt mit einem Mord, danach werden erst einmal die Charaktere eingeführt und die Hintergründe beleuchtet. Dieser Aufbau gefällt mir meistens gut und auch hier fand ich das Vorgehen gelungen.
Die Spannung hält sich zwar in Grenzen, zieht aber gegen Ende nochmal an.
Hier geht es nicht um atemlose Action, sondern unter anderem um das Verhalten einiger Verantwortlicher, die eine sowieso schon schreckliche Tat in der Vergangenheit noch viel grausamer gemacht haben.

Fazit
Ein gelungenes Thrillerdebüt

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Veröffentlicht am 21.01.2025

Anspruchsvolles Gesellschaftsporträt

Ginsterburg
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Der Aufbau des Romans hat mir sehr gut gefallen; er zeigt die Entwicklung verschiedenster Charaktere von 1935, über die Kriegsjahre hinweg bis zum Kriegsende 1945.
In drei Abschnitten lässt Arno Frank ...

Der Aufbau des Romans hat mir sehr gut gefallen; er zeigt die Entwicklung verschiedenster Charaktere von 1935, über die Kriegsjahre hinweg bis zum Kriegsende 1945.
In drei Abschnitten lässt Arno Frank den kleinen Ort Ginsterburg exemplarisch für viele deutsche Dorfgemeinschaften diese dunklen Jahre durchleben. Wie immer gibt es auch in Ginsterburg Menschen, die sich die Situation zunutze machen, finanziell profitieren oder ihre gesellschaftliche Stellung aufpolieren. Dem gegenüber stehen andere, die den Veränderungen entweder vordergründig gleichgültig gegenüber stehen oder ängstlich die Augen vor allem verschließen.
Während zum Beispiel die Buchhändlerin Merle, die dem Nationalsozialismus nichts abgewinnen kann, hilflos akzeptieren muss, dass ihr Sohn Lothar, der nichts anderes im Kopf hat als Fliegen zu lernen, in der Gemeinschaft der Hitlerjugend völlig aufgeht, schwingt sich Blumengroßhändler Gürckel zu neuen politischen Höhen hinauf.

Arno Frank ist es wirklich sehr gut gelungen, ein Gesellschaftsporträt zur Zeit des Zweiten Weltkrieges zu entwerfen und mit seiner sehr besonderen Schreibweise zu überzeugen. Diese führt allerdings auch dazu, dass der Roman nicht nur anspruchsvoll zu lesen ist, sondern zum Teil auch anstrengend wird, da die Szenen und Perspektiven wild hin und her springen, was bei der hohen Anzahl an Protagonisten schon einiges an Konzentration verlangt.
Ein Personenverzeichnis wäre hier sehr hilfreich gewesen.
In meinen Augen hat Arno Frank ein Händchen dafür, auch einmal länger an einer Stelle zu verharren und diese auszukosten; Situationen bildhaft zu beschreiben, sodass man sie quasi fühlen kann.
Was mir bei „Seemann vom Siebener“ so sehr gefallen hatte, dass es zu einem meiner Buchhighlights geworden ist, habe ich in diesem Roman etwas vermisst. Zwar gibt es Passagen, die ich erzählerisch wunderbar fand, die in der Fülle der Ereignisse und Personen aber für meinen Geschmack zu sehr untergegangen sind.
Alles in allem ist „Ginsterburg“ ein sehr guter historischer Roman, den ich gerne gelesen habe.

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Veröffentlicht am 09.01.2025

Mystische Spannung im Graphischen Viertel

Das Haus der Bücher und Schatten
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Auf zwei verschiedenen Zeitebenen lässt uns der Bestsellerautor in eine Welt voller Geheimnisse, Eigennutz und Verschwörungen eintauchen, in der Bücher eine tragende Rolle spielen.



Im Jahr 1913 reist ...

Auf zwei verschiedenen Zeitebenen lässt uns der Bestsellerautor in eine Welt voller Geheimnisse, Eigennutz und Verschwörungen eintauchen, in der Bücher eine tragende Rolle spielen.



Im Jahr 1913 reist die Lektorin Paula zusammen mit ihrem Lebensfährten ins winterliche Livland, um den berühmten Autor Aschenbrand zu treffen, den sie betreut. Dieser wohnt in einer komplett abgelegenen Villa, und was anfangs noch inspirierend und idyllisch wirkt, wird bald zum Albtraum. Im Jahr 1933 befinden wir uns in Leipzig, wo Kommissar Cornelius Frey den Selbstmord eines Mädchen verhindert, nur um am nächsten Tag den Mord an ihr und einem seiner Kollegen beobachten zu müssen.



Wieder einmal schafft es Kai Meyer zwei spannende Erzählstränge lange Zeit nebeneinander herlaufen zu lassen, um sie irgendwann geschickt miteinander zu verknüpfen.

Mir persönlich haben die Geschehnisse im einsamen Livland besonders gut gefallen. Die große Villa voller Bücher und fast ohne Bewohner hat schon eine besondere Ausstrahlung.

Auch die Handlung in Leipzig hat mich zunächst sehr gefesselt, die Ausflüge in den Bereich der Geisterbeschwörung hätte es jedoch nicht unbedingt gebraucht.

Dies ist ja bereits das dritte Buch des Autors, das im graphischen Viertel in Leipzig spielt und wieder einmal kommt die besondere Atmosphäre dieses Ortes, an dem sich alles um das gedruckte Wort dreht, sehr schön rüber. Die Bücherverbrennungen der Nationalsozialisten und die Zensur machen jedoch auch vor diesem Ort nicht Halt.

Wie immer liest sich auch dieser Roman von Kai Meyer hervorragend, thematisch war er mir allerdings etwas zu überladen. Einige Nebenhandlungen haben wenig zum Spannungsaufbau beigetragen, sondern eher für Verwirrung gesorgt. Im Nachhinein wirkt manches einfach zu konstruiert.

Fazit

Ein spannender und atmosphärisch dichter historischer Roman.

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Veröffentlicht am 30.12.2024

Sehr lesenswerter historischer Roman

Die Tochter der Drachenkrone
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In „Die Tochter der Drachenkrone“ erzählt die Autorin Sabrina Qunaj sehr anschaulich vom Leben der walisischen Fürstentochter Gwenllian. Als ihr Vater Anfang des 12. Jahrhunderts stirbt, stehen sich Gwenllians ...

In „Die Tochter der Drachenkrone“ erzählt die Autorin Sabrina Qunaj sehr anschaulich vom Leben der walisischen Fürstentochter Gwenllian. Als ihr Vater Anfang des 12. Jahrhunderts stirbt, stehen sich Gwenllians Brüder Gruffyd und Maelgwyn unversöhnlich gegenüber und sie muss sich für eine Seite entscheiden. Es sind unruhige Zeiten in Wales, ständig ist das Volk Übergriffen ausgesetzt. Alles, was Gwenllian tut hat den Hintergrund ihre Heimat zu schützen und zu erhalten, weshalb sie auch in die Zweckehe mit einem Krieger des walisischen Fürsten Llewelyn einwilligt. Doch schon bald spürt Gwenllian, dass ihr Zukünftiger deutlich mehr sein könnte als ein Verbündeter gegen die Feinde.



Das äußerst ansprechende Cover dieses historischen Romans und das eher ungewöhnliche Setting hatten mich neugierig gemacht. Über die politischen Verhältnisse und die Lebensumstände im mittelalterlichen Wales zu lesen hat mir viele schöne Lesestunden verschafft, auch weil die Autorin diese Zeit mit ihrer schönen Schreibweise sehr gut aufleben lässt.

Die vielen Charaktere, deren Namen für uns doch sehr fremd klingen, machen es anfangs nicht leicht, den Überblick zu behalten, doch ein Personenregister und ein Stammbaum am Ende des Buches erleichtern den Einstieg sehr.

Wie so oft in der Geschichte sind es neben tapferen Kämpfern mutige Frauen, die die Geschicke eines Volkes mitprägen. Gwenllian trägt mit ihren Entscheidungen dazu bei, ihr Volk zu verteidigen, was mir sehr imponiert hat.



Ich bin ein großer Fan historischer Romane mit vielen Seiten, doch hier hätte man vielleicht auf einige zu ausschweifende Details verzichten können, dann wäre es für mich ein perfektes Leseerlebnis geworden.



Fazit

Ein wirklich lesenswerter historischer Roman mit interessanten Charakteren, der vielleicht die ein oder andere Kürzung ganz gut vertragen hätte.

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