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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.04.2025

Schöne Geschichte über Freundschaft; leider etwas wenig Abenteuer

3 Streuner wittern das Abenteuer
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3 Streuner wittern das Abenteuer ist eine lustige Tiergeschichte von Anja Fröhlich mit Illustrationen von Pe Grigo.
Die drei Hundefreunde sind zunächst frei streunende Hunde in Spanien, werden dann aber ...

3 Streuner wittern das Abenteuer ist eine lustige Tiergeschichte von Anja Fröhlich mit Illustrationen von Pe Grigo.
Die drei Hundefreunde sind zunächst frei streunende Hunde in Spanien, werden dann aber eingefangen und landen in einem Tierheim in Deutschland. Glücklicherweise werden sie gemeinsam adoptiert, allerdings können sie sich mit dem Verlust der Freiheit noch nicht so ganz arrangieren. In mittellangen Kapiteln (gute Vorleselänge!) erleben sie episodische „Abenteuer“ (das Wort wird recht freizügig eingesetzt – hier war mein Sohn etwas enttäuscht, dass es keine echten Abenteuer sind, sondern eher Alltagssituationen), die letztendlich altersgerecht zu einem Happy End führen.
Die Sprache ist unkompliziert und eignet sich auch gut zum Vorlesen. Besonders die Kinder lachen sicher über Ausdrücke wie „Mopskopf“ oder die flapsigen Sprüche der Hunde. Als Erwachsene ist mir die Geschichte teilweise zu albern (Püpse ins Gesicht finde ich nicht so prickelnd; mein Sohn hat sich schiefgelacht und er ist ja schließlich die Zielgruppe). Die Illustrationen passen gut zur Geschichte. Ich finde es etwas schade, dass sie nur schwarz-weiß gehalten sind, aber das ist Geschmackssache.
Insgesamt eine schöne Geschichte über Freundschaft und Zusammenhalt, allerdings nicht so aufregend und abenteuerreich wie erhofft.
3,5/5

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Veröffentlicht am 03.04.2025

Niedliche Detektivgeschichte

Rabatz in der Burgruine - Eine Detektivgeschichte zum Mitraten
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Rabatz in der Burgruine von Miriam Mann, mit Illustrationen von Sandy Thißen, ist eine tierische Detektivgeschichte für Kinder.
Das Eichhörnchen Ecki und seine Igelfreundin Hermine versuchen gemeinsam, ...

Rabatz in der Burgruine von Miriam Mann, mit Illustrationen von Sandy Thißen, ist eine tierische Detektivgeschichte für Kinder.
Das Eichhörnchen Ecki und seine Igelfreundin Hermine versuchen gemeinsam, das Rätsel um einen mysteriösen Koffer zu lösen. Dabei begegnen sie vielen weiteren Waldbewohnern und begeben sich auf den ein oder anderen „Side Quest“.
Am Ende eines jeden Kapitels gibt es eine Rätselaufgabe, so dass die Kinder aktiv mit in die Geschichte eingebunden werden. Außerdem beinhaltet das Buch am Ende verschiedene Aktivitäten (z.B. ein Rezept für Kekse oder eine Bastelanleitung), durch die man die Geschichte selbst nach dem Lesen noch im Gedächtnis behalten kann.
Grundsätzlich hat uns das Buch gut gefallen. Die Illustrationen sind sehr schön und auch die Geschichte an sich ist niedlich. Besonders die Mäusekinder haben es meinem Sohn angetan.
Ein paar Schwächen hatte das Buch leider auch, vor allem durch kleinere logische Fehler in der Geschichte, einen Fehler bei der Lösung zu den Rätselfragen und grundsätzlich einem etwas schwankenden Niveau bezüglich der Schwierigkeit. Wenn man vorliest, kann man hier einigermaßen gut gegensteuern, aber für Selbstlesende könnte es hier zu Verwirrung kommen.
Nichtsdestotrotz haben wir das Buch gerne gelesen und werden es sicher auch noch öfter aus dem Regal holen.


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Veröffentlicht am 21.03.2025

Starker Beginn, das Ende lässt mich etwas ratlos zurück

Schweben
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Der Roman Schweben von Amira Ben Saoud spielt in einer nicht näher definierten dystopischen Zukunft. Durch die Klimakatastrophe haben sich die Lebensbedingungen so drastisch geändert, dass die Menschen ...

Der Roman Schweben von Amira Ben Saoud spielt in einer nicht näher definierten dystopischen Zukunft. Durch die Klimakatastrophe haben sich die Lebensbedingungen so drastisch geändert, dass die Menschen nun nicht mehr global vernetzt sind (zumindest nicht auf individueller Ebene), sondern in abgeschotteten Siedlungen leben. Eine unbekannte Regierung bzw. Organisationsinstanz scheint es in irgendeiner Form aber dennoch zu geben, denn ein Warenaustausch zwischen den Siedlungen findet statt (der Kapitalismus stirbt wohl als letztes…). Das Setting hat mich durchaus sehr an The Giver von Lois Lowry erinnert: Erinnerungen an früher, bzw. das Aneignen von Wissen sind verboten und ein Verlassen der Siedlung wird mit dem Tod gleichgesetzt.
Die Protagonistin von Schweben verdient ihr Geld durch „Begegnungen“. So nennt sie das von ihr erdachte Geschäftsmodell, bei dem sie bis zur kompletten Selbstaufgabe in die Rolle einer anderen schlüpft, um den (meist männlichen) Auftraggebern dabei zu helfen, Beziehungen erneut zu durchleben und/oder zu verarbeiten. Viel mehr kann ich zur Handlung gar nicht sagen, ohne zu viel vorwegzunehmen.
Identität ist also ganz klar ein zentrales Thema dieses Romans. Aber es gibt noch mehr. Die ersten zwei Drittel des Buches lesen sich für mich wie ein Kommentar der aktuellen gesellschaftlichen Situation, vor allem in Hinblick auf systemische Gewalt und Machtstrukturen. Im Buch ist Gewalt verboten, und darum gibt es sie natürlich nicht (zwinki-zwonki). Da höre ich doch gleich Horst Seehofer, wie er meint, Racial Profiling bei der Polizei gibt es nicht, weil das ja verfassungswidrig wäre. Und auch die Abhängigkeit vieler Frauen von ihren Partnern wird thematisiert, wobei unter anderem gezeigt wird, wie schleichend dieser Prozess ablaufen kann und wie wenig Chancen sie haben, wenn das System nur scheinbar ihren Schutz gewährleistet.
Leider passieren im letzten Drittel dann ein paar Dinge, die mich an dieser Interpretation zweifeln lassen und mich ziemlich ratlos machen. Viele Aspekte werden nicht erklärt (das ist bei Dystopien ja durchaus mal der Fall, aber hier hätte ich mir wirklich mehr Aufklärung gewünscht) und bestimmtes Verhalten erscheint mir patriarchale Strukturen geradezu zu untermauern. Auch ist mir aufgefallen, dass (mit einer Ausnahme) sämtliche Individuen im Leben der Protagonistin Männer sind. Dabei hatte es so gut angefangen, zum Beispiel mit einem scheinbar unkomplizierten Zugang zu Verhütung und zwei guten Gegenentwürfen zu toxischer Männlichkeit. Und klar, die „Übermacht“ männlicher Individuen kann natürlich auch als Kritik genau daran gedacht sein – aber dafür ist mir die Thematik nicht rund genug, das gibt das Buch für mich nicht her.
Insgesamt also leider kein Highlight für mich, auch wenn ich das Buch gerne und schnell gelesen habe. Trotz vieler guter Aspekte und klug inszenierter Elemente (alleine über den Titel des Prologs könnte ich Lobeshymnen schreiben) hat mich das Buch gegen Ende verloren – sehr schade, denn das Potenzial war da!

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Veröffentlicht am 28.02.2025

Niedliche Geschichte mit Schwächen bei den Reimen

Ab ins Bett, Winnifrett!
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Ab ins Bett, Winnifrett! von Britta Sabbag, illustriert von Anka Schwelgin, ist ein süßes Gutenachbuch für kleine Kinder.
Winnifrett das Frettchen möchte nicht ins Bett gehen und probiert - ...

Ab ins Bett, Winnifrett! von Britta Sabbag, illustriert von Anka Schwelgin, ist ein süßes Gutenachbuch für kleine Kinder.
Winnifrett das Frettchen möchte nicht ins Bett gehen und probiert - wie Menschenkinder das auch gerne tun - alle möglichen Tricks aus, um noch ein bisschen wach bleiben zu können. Dabei ist das Buch wertschätzend und verurteilt die Strategien nicht, zeigt aber auch, dass es für die Eltern nicht so einfach ist. Mit Leitfragen und kleinen Suchaktionen werden die Kinder animiert, mitzumachen.
Die Illustrationen sind wunderschön und liebevoll gestaltet.
Eine Schwäche sind für mich jedoch die Reime. Gerade bei einem Vorlesebuch finde ich es wichtig, dass man es flüssig lesen kann - und hier stolpert man doch das eine oder andere Mal über sehr holprige Sätze und Rhythmen. Sehr schade, denn der Rest des Buches ist wirklich gelungen!

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Veröffentlicht am 21.01.2025

Gute Prämisse, leider nicht ideal umgesetzt

Geheimnisse des Nil, Band 1 - What the River Knows
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What the River Knows von Isabel Ibañez, übersetzt von Maria Zettner, besticht natürlich als allererstes durch das traumhaft schöne Cover und den wunderschönen Farbschnitt. Für mich ist das jetzt nicht ...

What the River Knows von Isabel Ibañez, übersetzt von Maria Zettner, besticht natürlich als allererstes durch das traumhaft schöne Cover und den wunderschönen Farbschnitt. Für mich ist das jetzt nicht kaufentscheidend, aber doch ein nettes Extra. Die Geschichte selbst hat mir auch gut gefallen, allerdings hat sie mich nicht ganz so umgehauen wie erhofft.
Wir begleiten Inez auf ihrem Weg von Buenos Aires nach Kairo, nachdem ihre Eltern – Archäologen – ums Leben gekommen sind und sie den mysteriösen Hinweisen nachgehen möchte, die sie hinterlassen haben. Mit dabei ist ein magischer Ring, viele Intrigen, ein bisschen enemies-to-lovers (wobei weder enemies noch lovers hier voll zutrifft) und durchaus auch mehr oder weniger subtile Kritik am Kolonialismus.
Während das Buch zeitweise ein paar Längen hat und die Protagonistin mir ab und an etwas zu naiv daherkommt, hat mich am meisten enttäuscht, dass wir über das Magiesystem nicht besonders viel erfahren. Ich hätte mir hier gewünscht, dass dieser Aspekt in der Geschichte etwas mehr Raum einnimmt, ebenso wie die geschichtlichen Hintergründe zu der historischen Person, die ich aus Spoilergründen nicht nennen möchte (if you know you know). Aber wer weiß, vielleicht kommt hier in der Fortsetzung noch mehr.
Dass die Thematik der kulturellen Aneignung bzw. des Kolonialismus mit einbezogen wird, ist mir sehr positiv im Gedächtnis geblieben. Ich bin gespannt, wie sich dieser Teil in Band zwei noch entwickelt.
Generell merkt man dem Buch meiner Meinung nach sehr an, dass er auf eine Fortsetzung ausgelegt ist, und so fällt es mir fast schwer, ihn unabhängig zu bewerten. Aber es hat mir trotz der erwähnten Schwächen auf jeden Fall gut genug gefallen, dass ich Teil zwei lesen möchte, und ich kann mir gut vorstellen, dass meine Bewertung sich danach noch einmal ändern könnte. Im Moment wäre ich wohl bei 3,5 von 5 Sternen.

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