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Veröffentlicht am 22.01.2025

Spannend und vielversprechend, aber unausgereift

The Kinder Poison (The Kinder Poison 1)
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Ich habe "The Kinder Poison" von Natalie Mae als Hörbuch gehört. Der Auftakt der Young-Adult-Fantasy-Trilogie spielt in einem faszinierenden Wüstensetting und erzählt die Geschichte von Zahru, einem Mädchen ...

Ich habe "The Kinder Poison" von Natalie Mae als Hörbuch gehört. Der Auftakt der Young-Adult-Fantasy-Trilogie spielt in einem faszinierenden Wüstensetting und erzählt die Geschichte von Zahru, einem Mädchen mit der Fähigkeit, mit Tieren zu kommunizieren – einer Magie, die im Königreich Orkena als unspektakulär und schwach gilt. Durch ein schicksalhaftes Ereignis wird sie ins Zentrum eines Wettbewerbs um die Thronfolge katapultiert, bei dem am Ende ein Menschenopfer verlangt wird.

Die Grundidee hat mich sofort neugierig gemacht. Das Wüstensetting und die düstere Dynamik zwischen den Erben, die um die Krone kämpfen, sind interessante Elemente, die der Geschichte einen besonderen Reiz verleihen. Das Worldbuilding ist solide und einfach gestaltet, wodurch man sich schnell in der Welt zurechtfindet, jedoch bleibt es recht oberflächlich und lässt viel Potenzial ungenutzt.

Zahru ist eine sympathische (und manchmal etwas naive) Protagonistin, deren Entwicklung im Laufe der Geschichte spürbar wird. Ihre innere Zerrissenheit und ihr Versuch, in einer gefährlichen und oft unfairen Welt zu bestehen, machen sie nahbar. Dennoch hätte ich mir etwas mehr Tiefe in ihrer Charakterisierung gewünscht, um sie emotional noch besser nachvollziehen zu können.

Die Liebesgeschichte in der Handlung ist geprägt von einer Dreiecksbeziehung, die sich jedoch nicht vollkommen stimmig anfühlt. Während Zahru klar in Jet verliebt zu sein scheint, bleibt ihre Anziehung zu Kasta schwer nachvollziehbar. Diese Entwicklung wirkte auf mich erzwungen und konnte mich emotional nicht wirklich überzeugen. Die Beziehung zwischen Zahru und Kasta hätte deutlich mehr Zeit und Tiefe benötigt, um glaubwürdig zu wirken.

Der Schreibstil ist flüssig und angenehm. Die Handlung bleibt durchweg spannend, allerdings wirken manche Wendungen und Ereignisse etwas überhastet. Dadurch entsteht gelegentlich der Eindruck, dass man kaum Zeit hat, sich emotional auf die Charaktere oder Situationen einzulassen.

Besonders hervorheben möchte ich aber die Sprecherleistung von Janin Stenzel, die das Hörbuch zu einem echten Erlebnis gemacht hat. Ihre angenehme Stimme und ihr Talent, die Emotionen der Figuren einzufangen, haben es mir sehr leicht gemacht, in die Geschichte einzutauchen. Es hat mir großen Spaß gemacht, ihr zuzuhören. Sie hat das Abenteuer für mich einfach lebendig gemacht.

Insgesamt ist "The Kinder Poison" eine unterhaltsame Geschichte, die insbesondere für Leser*innen geeignet ist, die sich in der Fantasy-Welt noch nicht so auskennen oder Wert auf leicht zugängliche Erzählungen legen. Für mich fehlte es jedoch an Tiefgang – sowohl bei den Charakteren als auch beim Worldbuilding. Dennoch sehe ich Potenzial in den kommenden Bänden und hoffe auf eine Vertiefung der Handlung und der Figuren.

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Veröffentlicht am 13.01.2025

Eine orientalische Reise mit kleinen Hürden

We hunt the Flame
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We Hunt the Flame hat mich mit seinem tollen Cover und der orientalisch inspirierten Welt sofort neugierig gemacht. Die Geschichte bietet eine interessante Mischung aus Abenteuer, Magie und langsam aufkeimender ...

We Hunt the Flame hat mich mit seinem tollen Cover und der orientalisch inspirierten Welt sofort neugierig gemacht. Die Geschichte bietet eine interessante Mischung aus Abenteuer, Magie und langsam aufkeimender Romantik. Dennoch konnte mich das Buch nicht so fesseln, wie ich es mir erhofft hatte.

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir leicht, da die Welt detailliert beschrieben wird und die fremden Begriffe sich mit der Zeit gut erschließen lassen. Besonders das orientalische Setting und das mysteriöse Flair der Welt von Arawiya haben mich von Anfang an fasziniert. Allerdings verliert die Handlung schnell an Tempo. Gerade in der ersten Hälfte des Buches hatte ich das Gefühl, dass sich die Geschichte zieht, und ich musste mich motivieren, dranzubleiben. Die Charaktere sind für mich der stärkste Aspekt des Buches. Zafira hat mich mit ihrer Stärke und ihrem Mut beeindruckt. Ihre Entschlossenheit und ihre Rolle als Jägerin, die ihr Dorf versorgt, machen sie zu einer spannenden Protagonistin. Nasir als Kontrast dazu ist düster, innerlich zerrissen und ein durchaus faszinierender, wenn auch oft passiver Charakter. Für seine Rolle wäre hier definitiv mehr drin gewesen. Die Nebenfiguren ergänzen die Geschichte gut und bringen eine gewisse Dynamik in die Handlung. Der Schreibstil von Hafsah Faizal ist sehr bildlich und märchenhaft, was gut zur Atmosphäre der Geschichte passt. Gleichzeitig sorgt genau diese detaillierte und verschnörkelte Sprache oft dafür, dass sich das Buch langsamer anfühlt, als es eigentlich sein müsste.

Insgesamt ist We Hunt the Flame ein Buch mit Potenzial, das von seiner einzigartigen Welt und den lebendig gestalteten Charakteren lebt. Wer Geduld hat und sich auf eine ruhige Erzählweise einlassen kann, wird hier vielleicht mehr Freude finden als ich. Für mich war es eine solide Geschichte mit Stärken und Schwächen.

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Veröffentlicht am 03.01.2025

Durchaus spannend, aber viel ungenutztes Potenzial

If We Were Gods
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"If We Were Gods" beeindruckt mit einem originellen Magiesystem und spannenden Ansätzen, lässt jedoch in der Umsetzung Luft nach oben. Besonders die fragwürdigen moralischen Entscheidungen der Figuren ...

"If We Were Gods" beeindruckt mit einem originellen Magiesystem und spannenden Ansätzen, lässt jedoch in der Umsetzung Luft nach oben. Besonders die fragwürdigen moralischen Entscheidungen der Figuren und ihre teils mangelnde Tiefe mindern den Lesegenuss.

Erzählt wird die Geschichte von Olivia Dušková, die dank eines Stipendiums an die exklusive Arcane Academy in Schottland gelangt, wo sie die Magie der Arkanen Ebenen studiert. Dort schließt sie sich einer Gruppe elitärer Mitstudierender an, die von ihrem charismatischen Professor zu riskanten und verbotenen Experimenten inspiriert werden.

Die größte Stärke des Buches liegt im innovativen Magiesystem, das auf Runen, magischen Zirkeln und den geheimnisvollen Arkanen Ebenen basiert. Der Einstieg ist anspruchsvoll, da man zunächst die komplexen Regeln der Magie verstehen muss, doch im Verlauf der Geschichte wird der Aufbau klarer und zugänglicher. Leider bleibt das Potenzial der Welt und der Magie oft ungenutzt.

Die Figuren bewegen sich häufig in moralisch fragwürdigen Grauzonen, was mich eher irritierte als faszinierte. Besonders Olivia konnte mich mit ihrer Entwicklung nicht überzeugen, da ihre Entscheidungen oft unsympathisch wirkten und ich wenig Mitgefühl für sie aufbringen konnte. Auch der Umgang der Gruppe mit Menschenleben und anderen schwerwiegenden Konsequenzen wirkte teilweise erschreckend sorglos und wenig reflektiert. Obwohl die Handlung spannend ist und einige überraschende Wendungen bietet, wird sie durch Klischees und die Oberflächlichkeit der Charaktere geschwächt. Themen wie Diversität und familiäre Konflikte wirken überladen und aufgesetzt, wodurch sie nicht die Aufmerksamkeit erhalten, die sie verdienen.

"If We Were Gods" bietet spannende Ansätze und ein innovatives Magiesystem, scheitert jedoch an den fragwürdigen moralischen Entscheidungen der Figuren und dem unausgeschöpften Potenzial seiner Welt. Eine Empfehlung für LeserInnen, die bereit sind, sich auf ein interessantes Magiesystem und kontroverse Protagonistinnen einzulassen.

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Veröffentlicht am 24.01.2025

Zwischen bewährten Tropen und frischen Ansätzen

The North Wind – Reich aus Eis und Schatten (The Four Winds 1)
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„The North Wind“ von Alexandria Warwick präsentiert sich als atmosphärische Fantasy-Romance und zieht bereits mit seinem kunstvoll gestalteten Cover in den Bann. Die winterliche Stimmung und die düstere ...

„The North Wind“ von Alexandria Warwick präsentiert sich als atmosphärische Fantasy-Romance und zieht bereits mit seinem kunstvoll gestalteten Cover in den Bann. Die winterliche Stimmung und die düstere Ästhetik mit den eisigen Blumenelementen geben einen Vorgeschmack auf die epische und geheimnisvolle Geschichte, die sich zwischen den Seiten verbirgt – Eine Einladung, in eine Welt aus Eis und Schatten einzutauchen.

Die Geschichte folgt der jungen Wren, die in einer von Dunkelheit und Kälte gezeichneten Welt ums Überleben kämpft. In Edgewood, wo ein magischer Schutzwall die Bewohner vor den gefährlichen Dunkelgängern der Totenwelt schützt, hängt das Schicksal des Reiches von der Verbindung zwischen dem unsterblichen Frostkönig Boreas und einer sterblichen Braut ab. Als Boreas ausgerechnet Wrens Schwester zur Auserwählten erklärt, ist Wren bereit, alles zu riskieren.

Alexandria Warwick greift in ihrem Buch auf bewährte Fantasy-Tropen wie die ‚Enemies-to-Lovers‘-Dynamik und die Verbindung zwischen einer sterblichen Frau und einem unsterblichen Herrscher zurück. Die Geschichte orientiert sich spürbar an den klassischen Motiven, die in der Fantasy-Literatur immer wieder aufgegriffen werden, schafft es jedoch, dieser einen eigenen, frischen Charakter zu verleihen – auch wenn sich diese Stärke erst in der zweiten Hälfte des Buches vollständig entfaltet.
Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen, wobei die Autorin die Sprache gut an die jeweilige Situation anpasst. Die Dialoge sind lebendig und tragen zur Charakterisierung der Figuren bei. Wren ist eine komplexe Figur, die mit ihren inneren Konflikten und ihrer Loyalität zu ihrer Schwester kämpft. Ihre Authentizität und die Entwicklung ihrer Persönlichkeit sind gut gelungen, auch wenn sie manchmal etwas impulsiv wirkt. Boreas, der Frostkönig, bleibt jedoch etwas blass und klischeehaft. Die Beziehung zwischen Wren und Boreas entwickelt sich oft vorhersehbar, bietet jedoch auch einige emotionale Momente. Kritisch anzumerken ist, dass manche Plot-Elemente und Charaktermotivationen nicht vollständig ausgearbeitet wirken und Fragen offenlassen. Auch das Tempo der Handlung schwankt gelegentlich zwischen zu hastig und zu gedehnt.

Insgesamt ist „The North Wind“ eine unterhaltsame Fantasy-Romance mit einer atmosphärischen Welt und einer meinst sympathischen Protagonistin. Wer eine leichte Lektüre mit bekannten Motiven und einer Prise Romantik sucht, wird hier gut unterhalten. Leser*innen, die jedoch Wert auf komplexe Handlungsstränge und originelle Ideen legen, könnten hier enttäuscht werden. Das Buch ist eine solide Lektüre für zwischendurch, die zwar nicht innovativ, aber dennoch unterhaltsam ist.

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Veröffentlicht am 28.11.2024

Gute Ansätze, aber nicht ganz rund.

Nachtwald
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Nachtwald punktet zunächst mit einem faszinierenden Setting: ein verfallenes Herrenhaus mitten im Wald, abgeschottet von der Außenwelt – die perfekte Bühne für einen Thriller. Die düstere Atmosphäre, die ...

Nachtwald punktet zunächst mit einem faszinierenden Setting: ein verfallenes Herrenhaus mitten im Wald, abgeschottet von der Außenwelt – die perfekte Bühne für einen Thriller. Die düstere Atmosphäre, die Tríona Walsh schafft, ist spürbar und gibt dem Buch einen starken Rahmen.

Leider hat mich die Umsetzung der Geschichte nicht komplett überzeugt. Der Einstieg zog sich für meinen Geschmack zu sehr hin, und auch im weiteren Verlauf wirkte die Handlung stellenweise zu langatmig. Zwar wurden einige überraschende Wendungen eingebaut, die durchaus spannend waren, aber der rote Faden fühlte sich nicht immer schlüssig an.

Ein großer Kritikpunkt für mich waren die Figuren. Ihr Verhalten erschien mir oft unlogisch, und die Dialoge wirkten teilweise konstruiert. Es fiel mir schwer, in die Geschichte einzutauchen, weil die Figuren nicht authentisch genug waren, um eine emotionale Verbindung herzustellen. Manche Gespräche wirkten fast wie aus einem Drehbuch – steif und wenig glaubwürdig.

Positiv hervorzuheben ist die Spannung, die im Mittelteil Fahrt aufnimmt, und die geschickte Platzierung von Twists, die dafür sorgen, dass man das Buch nicht komplett aus der Hand legen möchte. Das Finale klärt alle Fragen auf und bringt die Handlung zu einem runden Abschluss.

Fazit: Nachtwald hat eine interessante Grundidee und ein packendes Setting, bleibt aber durch langatmige Passagen, unnatürliche Dialoge und wenig überzeugende Figuren hinter seinen Möglichkeiten zurück. Wer klassische Thriller mag und ein Faible für düstere Schauplätze hat, könnte trotzdem Gefallen daran finden. Für mich ein durchschnittlicher Thriller, der mich leider nicht komplett überzeugt hat.

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