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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.06.2025

Spannender Psychothriller ohne blutige Szenen

Perfect Crime - Wenn niemand dir glaubt
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Claire Douglas hat mich mit „Perfect Crime“ voll überzeugt. Nachdem ich bereits „Liebste Tochter“ gelesen hatte, finde ich ihren neuen Thriller noch besser und deutlich spannender. Die Geschichte rund ...

Claire Douglas hat mich mit „Perfect Crime“ voll überzeugt. Nachdem ich bereits „Liebste Tochter“ gelesen hatte, finde ich ihren neuen Thriller noch besser und deutlich spannender. Die Geschichte rund um Emilia, die in ihrem ruhigen Vorstadtleben plötzlich von einer real gewordenen Szene aus ihrem eigenen Thriller erschüttert wird, fesselt von Anfang an. Besonders gelungen ist der raffinierte Erzählaufbau mit wechselnden Perspektiven sowie die spannende Vermischung von Fiktion und Realität. Die Figuren sind glaubwürdig und das familiäre Umfeld entwickelt sich zu einem gefährlichen Ort voller Geheimnisse. Die Grundstimmung ist beklemmend und der psychologische Druck steigt kontinuierlich, ohne dass die Autorin auf blutige oder übermäßige Gewaltszenen zurückgreift. Für alle, die einen Thriller mit spürbarer Bedrohung, aber ohne brutale Szenen suchen, ist „Perfect Crime“ eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 04.06.2025

Spannender Krimi zwischen Klasse, Gefühl und England

Denn bitter ist der Tod
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Trotz einiger Schwächen in der Konstruktion des Kriminalfalls von „Denn bitter ist der Tod“ bin ich ein großer Fan der Elizabeth-George-Reihe. Die Geschichte um den Mord an einer Studentin in Cambridge ...

Trotz einiger Schwächen in der Konstruktion des Kriminalfalls von „Denn bitter ist der Tod“ bin ich ein großer Fan der Elizabeth-George-Reihe. Die Geschichte um den Mord an einer Studentin in Cambridge entwickelt sich zwar stellenweise etwas langatmig, bietet aber eine vielschichtige und stimmungsvolle Atmosphäre, die perfekt zum nebligen November in England passt. Für mich liegt der Reiz nicht nur im eigentlichen Fall, sondern vor allem in der spannenden Dynamik des Ermittlerduos. Die sozialen Gegensätze zwischen dem adeligen Thomas Lynley und der bodenständigen Barbara Havers sorgen immer wieder für interessante Reibungen und Tiefe. Besonders beeindruckt mich die ehrliche und realitätsnahe Darstellung von Havers’ Privatleben, in dem Themen wie Tod, Demenz und Einsamkeit sensibel behandelt werden. Und nicht zuletzt fasziniert mich das typisch britische Setting – ob das traditionsreiche Cambridge, London oder andere Ecken Englands – das den Büchern ihren besonderen Charme verleiht. Diese Mischung aus Krimi, Charakterentwicklung und Atmosphäre macht „Denn bitter ist der Tod“ für mich zu einem besonderen Leseerlebnis.

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Veröffentlicht am 23.05.2025

Dunkle Seiten der englischen Eliteschule

Auf Ehre und Gewissen
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„Auf Ehre und Gewissen“ war für mich ein besonders stimmungsvoller Band der Inspector Lynley Reihe. Die Kulisse eines altehrwürdigen englischen Eliteinternats hat mich sofort gepackt. Ich mag dieses leicht ...

„Auf Ehre und Gewissen“ war für mich ein besonders stimmungsvoller Band der Inspector Lynley Reihe. Die Kulisse eines altehrwürdigen englischen Eliteinternats hat mich sofort gepackt. Ich mag dieses leicht unterkühlte, traditionsreiche Setting, in dem unter der Oberfläche oft ganz andere Dinge brodeln. Die Kombination aus Mordfall und dem hermetisch abgeschlossenen Schulmilieu mit seinen eigenen, teils unausgesprochenen Regeln hat für eine dichte, spannungsgeladene Atmosphäre gesorgt. Besonders beeindruckt haben mich die fein gezeichneten Charaktere sowohl unter den Schülern als auch im Kollegium und natürlich bei den Ermittlern. Barbara Havers persönliche Entwicklung empfand ich diesmal als besonders berührend. Es sind genau diese leisen, menschlichen Töne, die Elizabeth George so gut beherrscht. Auch die ernsten Themen wie Gewalt, Rassismus oder Ausgrenzung wurden sensibel, aber deutlich aufgegriffen. Einige Passagen waren für meinen Geschmack etwas zu ausführlich, doch insgesamt hat mich das Buch sehr überzeugt. Ich konnte mir genau solche Entwicklungen hinter den Mauern einer elitären Bildungseinrichtung vorstellen, dort wo nach außen hin alles sauber wirkt, sich aber genauso menschliche Dramen abspielen wie überall sonst.

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Veröffentlicht am 03.05.2025

Ein Blick nach rechts

Zu Besuch am rechten Rand
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In ihrem politischen Sachbuch „Zu Besuch am rechten Rand – Warum Menschen AfD wählen“ beschäftigt sich Sally Lisa Starken mit einer der drängendsten Fragen unserer Zeit: Warum wenden sich immer mehr Menschen ...

In ihrem politischen Sachbuch „Zu Besuch am rechten Rand – Warum Menschen AfD wählen“ beschäftigt sich Sally Lisa Starken mit einer der drängendsten Fragen unserer Zeit: Warum wenden sich immer mehr Menschen einer Partei zu, die in Teilen bzw. zwischenzeitlich komplett vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft wird? Was treibt sie an, und welche Hoffnungen setzen sie in das Programm der AfD? Vor allem aber stellt sich die Frage, wie diese Menschen wieder für demokratische Werte gewonnen werden können. Statt nur über sie zu sprechen, sucht die Autorin das direkte Gespräch – sie hört zu, lässt Biografien sprechen und beleuchtet die Brüche, an denen die demokratischen Kräfte möglicherweise den Kontakt verloren haben.
Das Buch richtet sich an alle, die sich politisch orientieren, einordnen und aufklären möchten. Es ist leicht verständlich geschrieben, gut recherchiert und stützt sich auf zahlreiche namhafte Quellen, die ausführlich belegt werden. Besonders hervorzuheben sind die vielen Gespräche mit Menschen, die der AfD nahestehen oder sie gewählt haben, sowie die tiefgehende Auseinandersetzung mit der Entstehung, Struktur und den zentralen Akteur:innen der Partei.
Mich hat besonders beeindruckt, wie zugänglich und gleichzeitig fundiert das Buch geschrieben ist. Obwohl ich politisch interessiert bin, habe ich viele neue Informationen erhalten und konnte Einblicke in Denkweisen gewinnen, die mir bislang fremd waren. Das Buch benennt die Gefahren, die von der AfD ausgehen, klar und deutlich – aber ohne in Panikmache zu verfallen. Eine Sorge bleibt dennoch: Es könnte sein, dass ausgerechnet die Menschen, die am meisten von dieser Lektüre profitieren würden, sie gar nicht zur Hand nehmen.
Ein Satz hat mich besonders nachdenklich gestimmt: „Die Brandmauer muss von einer Seite durchlässig sein, damit die Menschen wieder zur Demokratie zurückfinden können.“ Genau hier setzt das Buch an – es öffnet einen Raum für Verständnis, ohne Verständnislosigkeit zu rechtfertigen.

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Veröffentlicht am 24.01.2025

Ein Jahr ohne Alkohol

Ein Mann, ein Jahr, kein Alkohol.
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Das Buch „Ein Mann, ein Jahr, kein Alkohol“ von Felix Hutt erzählt seine persönliche Geschichte zum Thema Alkohol. Ich habe bereits einige Bücher zu diesem Thema gelesen und finde es immer spannend, wie ...

Das Buch „Ein Mann, ein Jahr, kein Alkohol“ von Felix Hutt erzählt seine persönliche Geschichte zum Thema Alkohol. Ich habe bereits einige Bücher zu diesem Thema gelesen und finde es immer spannend, wie Menschen ihre Probleme mit Alkohol schildern und welche Lösungen sie finden.

Am Abend seines 44. Geburtstags beschließt Felix Hutt, ein Jahr lang keinen Alkohol mehr zu trinken, um zu erfahren, was das für ihn und sein Umfeld bedeutet. In seinem Buch hinterfragt er das gesellschaftliche Normalmaß des Alkoholkonsums, besonders das männliche Trinkverhalten und die damit verbundenen Gruppenzwänge. Auf seiner Reise des Nüchternwerdens erlebt er sowohl erschütternde als auch inspirierende Momente und lernt nicht nur seine Freunde, sondern auch sich selbst besser kennen.

Schonungslos offen und mit viel Mut schildert Hutt seine Gedanken- und Gefühlswelt. Als jemand, der im ähnlichen Alter wie der Autor ist und ebenfalls in Bayern aufgewachsen ist, kann ich die Selbstverständlichkeit des Alkohols, vor allem das Bier auf dem Land, gut nachvollziehen. Besonders in der Jugend gibt es kaum Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen, was das Trinkverhalten angeht und wie man sich in Sachen „Dazugehörigkeit“ fühlt.

Das Entschuldigen, mal nichts zu trinken, ist in vielen Kreisen absurd. Wer das Rauchen aufgibt, wird gefeiert, aber beim Alkohol gibt es diese Anerkennung nicht. Wenn der Gegenüber nicht trinkt, fühlt sich oft jemand auf den Schlips getreten. Ich habe das Buch in zwei Tagen ausgelesen, so sehr hat es mich berührt und ich konnte in vielen Aspekten relaten. Der Schreibstil ist flüssig und sehr persönlich. Viele Momente haben mich nachdenklich gemacht, besonders die Frage, was wir Eltern mit unserem Umgang mit Alkohol unseren Kindern vorleben.

Ich hoffe sehr, dass sich die Gesellschaft im Umgang mit Alkohol wandelt. Es sollte nicht mehr nötig sein, sich zu rechtfertigen, wenn man nicht trinkt. Das Bewusstsein, dass Alkoholismus nicht nur „die anderen“ betrifft, sondern subtiler und weiter verbreitet ist, muss geschärft werden. Ein Buch, das zum Nachdenken anregt und mir sehr gut gefallen hat.

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